Stockender Ausbau der Erneuerbaren Energien lässt CO2-Preis und Stromkosten weiter steigen

… und gefährdet Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie

Der schleppende Ausbau der Erneuerbaren Energien gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrie: Geht der Zubau von Wind und Solar so langsam weiter wie bisher, wird der CO2-Preis im Jahr 2030 um 80 Prozent höher liegen, als wenn der Ausbau an die Ziele angepasst wird, die sich die EU mit dem Fit-for-55-Paket gesetzt hat. Das wirkt sich auch auf die Großhandelsstrompreise aus: In Deutschland wären sie bei weiter stockendem Ausbau 2030 um 31 Prozent höher, bei angepasstem Ausbau dagegen um rund 14 Prozent niedriger als der Durchschnittswert des ersten Halbjahrs 2021 (vor der aktuellen Preisspitze). Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, für die Energiemarktanalysten von Aurora Energy Research die Entwicklung der CO2– und Großhandelsstrompreise bis 2030 modelliert haben. weiterlesen…

Lesehinweis: „IPCC, Du hast Dich klar ausgedrückt: Der Mensch ist Hauptursache des Klimawandels“

1988 wurde das International Panel on Climate Change (IPCC) als gemeinsames Unternehmen der Weltorganisation für Meteorologie und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen gegründet, um die führenden Politiker der Welt über die Risiken des anthropogenen (vom Menschen verursachten) Klimawandels zu beraten. Im Jahr 1992 wurde der Auftrag präzisiert, als in der UN-Klimarahmenkonvention das Konzept der „gefährlichen anthropogenen Störung“ (DAI) des Klimasystems definiert wurde. (Foto: Naomi Oreskes bei 2. Europäischer TA-Konferenz in Berlin 2015 – © Adrian Grycuk – eig. Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

Mikroorganismen bilden elementaren Kohlenstoff

Neuer Weg zur Bildung von reinem Kohlenstoff durch Mikroorganismen identifiziert

Kohlenstoff kommt auf der Erde in verschiedenen Strukturen und Formen vor. Elementarer Kohlenstoff entsteht meist durch hohen Druck und hohe Temperaturen. Nun haben Forschende erstmals Mikroorganismen identifiziert, die elementaren Kohlenstoff bilden. Das Team, dem auch Gunter Wegener vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und dem Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie Bremen angehört, hat seine Ergebnisse dazu am 27.10.2021 in Science Advances (CC BY-NC 4.0) veröffentlicht. (Bild: Die Konsortien unter dem Mikroskop – © Gunter Wegener, Benedikt Geier, MPI Bremen, CC BY-NC 4.0) weiterlesen…

COP26 soll neue Phase internationaler Klima-Zusammenarbeit einleiten

Regierung: „Ambition, Implementation, Finalisierung des Pariser Regelwerks“

Am 31.10.2021 begann in Glasgow die 26. Weltklimakonferenz COP 26. Unter Vorsitz von Großbritannien verhandeln dort Regierungsvertreter aus 197 Ländern. Am 1. und 2. November findet ein Treffen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs statt, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnimmt. Bis zum geplanten Ende der Konferenz am 12.11.2021 soll sich die Weltgemeinschaft zu den letzten noch offenen Fragen des Regelwerks zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens einigen. COP- Veteranin ist Bundeskanzlerin Merkel: Sie leitete 1995 als Bundesumweltministerin die erste Vertragsstaatenkonferenz, damals in Berlin. Ausschnitte aus Merkels Rede und mehr. (Screenshot: COP26 Eröffnungs-Plenum – © unfccc-cop26.streamworld.de_webcast) weiterlesen…

Eine Tonne CO2 aus der Luft zu filtern, kostet tausend Kilowattstunden Strom

„Direct Air Capture“-Anlagen können einen effizienten Klimaschutz-Beitrag leisten

Das Zehntausend-Seelen-Dorf Hilwil bei Zürich ist eine Art Mekka für Klimaschutz-Bewegte: Schon seit 2017 betreibt dort die Firma Climeworks eine futuristisch anmutende Pilotanlage für „Direct Air Caputure“ – und holt mit chemischen Filtern jährlich 900 Tonnen des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre. Dass dies nicht nur imposant aussieht, sondern auch in großem Umfang sinnvoll sein könnte, belegt jetzt eine Studie unter Mitwirkung des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change). Sie wurde in der Fachzeitschrift Nature Energy veröffentlicht. (Foto: Futuristischer Look CO2-Luftfilteranlage in Hilwil in der Schweiz, gespeist von Energie aus Müllverbrennung – © Climeworks, Dunlop) weiterlesen…

Energieversorger erhöhen unzulässig Strom- und Gasabschläge 

Verbraucherzentrale NRW fordert Einschreiten der Bundesnetzagentur

Energieversorger wie ‚immergrün‘ oder ‚Wunderwerk‘ teilen aktuell ihren Kunden eine drastische Erhöhung der Abschlagszahlungen von teilweise über 100 Prozent bereits zum nächsten Monatsanfang mit. Den Kölner Strom- und Gasanbieter „immergrün“, eine Marke der Rheinische Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesellschaft mbH, hat die Verbraucherzentrale NRW erst vor Kurzem wegen unzulässiger Preiserhöhungen abgemahnt. weiterlesen…

„Meilenstein in der globalen Zusammenarbeit“

G20 in Rom: Keine Einigung über Klimaziel
Im Wortlaut: PK von Bundeskanzlerin Merkel und Bundesminister Scholz

Nach dem G20-Gipfel in Rom erklärten die beiden deutschen Teilnehmer, Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Scholz, im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz das Ergebnis der Konferenz als vollen Erfolg – im Unterschied zu den Medien-Kommentatoren. Der in der ewigen Stadt erzielt Kompromiss sei „ein sehr gutes Ergebnis“. Das, obwohl die bereits fest beschlossenen Hilfszahlungen an die Entwicklungsländer, 100 Mrd. pro Jahr, erst 2023, wenn überhaupt beginnen werden. Merkel betonte, die Grenze von „1,5 Grad muss in Reichweite sein“. Scholz sagte, wichtig sei es, „jetzt dafür zu sorgen, dass die Ziele nicht nur Ziele bleiben“. Gegenwärtig errechnen wissenschaftliche Modellierer des IPCC eher eine Temperaturerhöhung auf 2,7 Grad, wenn es bei den aktuellen Zielen bleibt. Solarify dokumentiert die Statements von Merkel und Scholz. (Archiv-Foto: Olaf Scholz, Angela Merkel 2018 – © Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0) weiterlesen…

Klimaneutralität nur mit halber Tierzahl erreichbar

Neue Greenpeace-Studie: Klimaschutzgesetz erfordert fundamentalen Umbau der Landwirtschaft und Konsumänderung

Damit Deutschland bis 2045 klimaneutral werden kann, müssen die Emissionen aus der Landwirtschaft drastisch sinken. Das kann nur gelingen, wenn die Zahl der Tiere in den Ställen und auf den Weiden etwa halb so groß ist wie heute. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace. Das Institut hat analysiert, wie Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft wirken. Dreiviertel der landwirtschaftlichen Klimagase stammen aus der Tierhaltung, nur 14 Prozent aus der Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel und rund 10 Prozent aus dem Anbau von Energiepflanzen. weiterlesen…

TenneT mit „Windstrom-Booster“

6-Gigawatt-Verteilkreuz zur Beschleunigung der Offshore-Ausbauziele

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat einer Medienmitteilung zufolge am 29.10.2021 eine technologische Innovation vorgestellt, mit der der Offshore-Netzausbau für Windstrom in der Nordsee deutlich beschleunigt werden kann. Mit dem Windstrom-Booster können sechs Gigawatt Offshore-Kapazität drei Jahre früher realisiert werden. Zum Vergleich: sechs Gigawatt Kapazität entsprechen sechs Großkraftwerken. (Foto: Offshore-Windpark – © Zoltan Tasi auf unsplash) weiterlesen…

BMWi fördert Neubau von Betankungsschiffen für LNG und erneuerbare Kraftstoffe

86 Mio. Euro für 2022 bis 2024

Das BMWi startete hat am 26.10.2021 eine neue Förderung für den Neubau von Betankungsschiffen für LNG und erneuerbare Kraftstoffen gestartet. Aus einer Medienmitteilung des BMWi: „Damit leisten wir zum einen eine weitere wichtige Unterstützung zur Bewältigung der Folgen der COVID 19-Pandemie in der maritimen Industrie. Zum anderen sorgen wir mit der Förderung für mehr Klimaschutz in der Schifffahrt. Mit der Förderung setzen wir klare Anreize zur Nutzung alternativer Kraftstoffe, damit die Luftschadstoffemissionen in der Schifffahrt sinken. Die erforderliche Förderrichtlinie wurde gestern im Bundesanzeiger veröffentlicht.“ (Foto: Tankschiff – © hpgruesen auf pixabay) weiterlesen…