Zum Earth Day: 16 Orientierungspunkte von S4F

Klimaverträgliche Energieversorgung für Deutschland

Als fairer Beitrag Deutschlands zur Einhaltung der globalen 1,5-Grad-Grenze stellten die Scientists for Future am 16 Orientierungspunkte für eine klimaverträgliche Energieversorgung vor. Ihrer Überzeugung nach müssen dafür für die deutschen energiebedingten CO2-Emissionen in etwa 15? Jahren weitgehend auf Null sinken. Energieeinsparung hilft, den notwendigen Ausbau von regenerativen Erzeugungskapazitäten zu verringern. Der Verkehrssektor kann ebenso wie die Bereiche Prozess- und Gebäudewärme hierzu wesentlich beitragen. Die Nutzung von Kernenergie ist mit großen Risiken belastet. Biomasse in Form von Energiepflanzen zu nutzen, ist ineffizient und steht im Konflikt mit anderen Arten der Landnutzung (Grafik: 16 S4F-Punkte zum Earth Day – © de.scientists4future.org, Martin Kräling, www.antigraphics.de, Berlin, CC BY-SA 4.0). weiterlesen…

Erste EEG-2021-Schritte

Größere Ausschreibungsmengen bei Wind und Solar – Reaktionen

Die Koalition hat sich laut tagesschau.de auf zusätzliche Ausschreibungen für den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik für 2022 verständigt. Zudem sollen Genehmigungsverfahren im Immissionsschutzgesetz erleichtert werden. Außerdem sollen die Stromverbraucher bei den Strompreisen um Milliarden entlastet werden. Dazu soll die EEG-Umlage auch 2023 und 2024 mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt stabilisiert werden.Erfreut reagierte der Bundesverband Erneuerbare Energie darauf, dass sich die Koalition auf eine Erhöhung der Ausschreibungsmengen bei Wind und Solar geeinigt hat. Aber – so eine Medienmitteilung – “weitere Schritte müssen folgen”. Der VKU spricht von “guten Korrekturen” und der Bundesverband Wärmepumpe sieht Schritte in die richtige Richtung”. weiterlesen…

Miscanthus: nachhaltige Energiequelle auf Grenzertragsflächen

Bemerkenswerte photosynthetische Fähigkeit

Einige Gräser sind nachhaltige Energiequellen, die laut neuer Forschung auch unter rauen Wachstumsbedingungen helfen könnten, Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen. Die Gattung der Miscanthus-Gräser, die üblicherweise verwendet wird, um Gestaltung und Struktur in Gärten zu bringen, könnte schnell zur ersten Wahl für die Biokraftstoffproduktion werden. Eine Untersuchung des Earlham-Instituts Norwich (“‘Physiological and transcriptional response to drought stress among bioenergy grass Miscanthus species’ in Biotechnology for Biofuels“) zeigt, dass diese Gräser auch aufgrund ihrer bemerkenswerten photosynthetischen Fähigkeit bei niedrigen Temperaturen auch unter schlechteren landwirtschaftlichen Bedingungen – wie z.B. auf Grenzertragsflächen – angebaut werden können (Foto: Riesen-China-Schilf, Miscanthus – © nationalrural – flickr.com, CC BY 2.0, commons.wikimedia.org). weiterlesen…

“Direkter Weg in unbeherrschbare Heißzeit der Erde”

Fell kritisiert EU-Klimagesetz

Energie-Experte Hans-Josef Fell sieht das neue EU-Klimagesetz skeptisch: Die EU-Mitgliedsstaaten und das Parlament hätten sich zwar auf ein Gesetz für Klimaneutralität bis 2050 verständigt, mit dem Zwischenziel einer CO2-Reduktion von netto mindestens 55% bis 2030 – aber im Gegensatz zu vielen Kommentaren “können diese EU-Ziele keineswegs den bereits herrschenden Klimanotstand auf der Erde beenden, geschweige denn den Eintritt der Erde in eine unbeherrschbare irdische Heißzeit verhindern. Die Konsequenzen werden sein, dass es die menschliche Zivilisation wie wir sie heute kennen spätestens ab 2050 nicht mehr geben wird.” weiterlesen…

EU-Taxonomie: Schritte in Richtung Green Deal

Nachhaltiges Finanzwesen Kommission will Geld in nachhaltige Tätigkeiten lenken

Die EU-Kommission hat am 21.04.2021 ein Maßnahmenpaket für nachhaltige Finanzierung vorgelegt, das durch einen delegierten Rechtsakt im Rahmen der EU-Taxonomie dazu beitragen soll, in der Europäischen Union mehr Geld in nachhaltige Tätigkeiten zu lenken: Anleger sollen in die Lage versetzt werden, ihre Investitionen verlässlich und ohne „Greenwashing“ auf nachhaltigere Technologien und Unternehmen umzustellen. Auf globaler Ebene will die EU bei der Festlegung von Standards für ein nachhaltiges Finanzwesen eine Führungsrolle übernehmen. Die umstrittene Frage, wie in diesem Rahmen Investitionen in Erdgasprojekte eingestuft werden, wurde kurzfristig auf einen separaten Gesetzgebungsvorschlag Ende des Jahres verschoben. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing warnt denn auch vor einer Gefährdung der Versorgungssicherheit durch eine “jahrelange Hängepartie in einem europäischen Gesetzgebungsverfahren”. weiterlesen…

Dynamisch, zeitabhängig und sparsamer Strom verbrauchen

Drei flexible Tarife untersucht

Dynamische, zeitabhängige Stromtarife könnten für mehr Ökostromverbrauch und weniger CO2-Belastung sorgen. Kunden, Umwelt und das Klima sollen mit ihnen durch intensive, gezielte Ökostromnutzung profitieren. Beim Verbrauch soll Geld durch Mitnahmeeffekte bei niedrigen Börsenstrompreisen gespart und sogar der Aufbau von Eigenversorgung – auch für Mieter – möglich werden. Manfred Gorgus von SOLAR-professionell hat drei Tarife (Tibber, aWATTar und STROMDAO) miteinander verglichen: Zwei setzen auf den Börsenstrompreis als Indikator für viel Ökostrom im Netz. Ein Tarif auf regionale Wetter- und Erzeugungsdaten. weiterlesen…

Silizium-Solarzellen mit mehr als 26 Prozent Wirkungsgrad

Durchsichtige Nanoschichten im neuen Zelldesign für mehr Solarstrom

Günstiger als mit Sonne lässt sich heute Strom nicht erzeugen. An sonnigen Standorten entstehen derzeit Kraftwerke, die Solarstrom sogar für weniger als 2 ct/kWh liefern werden. Marktgängige Solarzellen auf der Basis von kristallinem Silizium machen dies mit Wirkungsgraden bis 23 Prozent möglich und halten daher einen Weltmarktanteil von etwa 95 %. Mit noch höheren Wirkungsgraden (jenseits der 26 %) könnten die Kosten weiter sinken. Dieses Ziel hat nun eine Arbeitsgruppe vom Forschungszentrum Jülich mit einem nanostrukturierten, durchsichtigen Material für die Vorderseite von Solarzellen und einem ausgeklügelten Design im Blick. Über ihren Erfolg vieljähriger Forschung berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Nature Energy. (Bild: Vier TPC-Solarzellen in Laborgröße (je 4 cm2) – © fz-juelich.de) weiterlesen…

Vereinfachung der Kraftstoffproduktion

Ungewöhnliche Verbindung weckt Hoffnung auf neue Katalysatoren

Festkörperchemiker der Universität Augsburg haben ein neuartiges Material synthetisiert, das ungewöhnliche Eigenschaften aufweist. Möglicherweise ebnet es den Weg zu neuen Katalysatoren für Reaktionen, die bislang nur unter hohem Energieeinsatz möglich sind, etwa zur Produktion von Düngemitteln oder zur einfachen Herstellung von Methanol. An der Studie waren auch Arbeitsgruppen der Universitäten Freiburg und Regensburg beteiligt. Sie erscheint open access in Angewandte Chemie, ist aber bereits online abrufbar. (Grafik: Das Lewis-Säure-Base-Addukt von Wasser an das Borosulfat-Anion bereichert die Borosulfatchemie grundlegend und eröffnet neue Einblicke und Perspektiven für diese faszinierende silikatanaloge Materialklasse – © uni-augsburg.de CC BY-NC-ND) weiterlesen…

“Verhinderung oder Abschaltung bestehender Infrastruktur” wäre falsch

Zukunft Gas: EU-Taxonomie erschwert nachhaltige Finanzierung

Die EU-Taxonomie, ein europäisches Regelwerk, das festlegen soll, welche Finanzprodukte zukünftig als nachhaltig gelten, wird von der Brancheninitiative Zukunft Gas kritisiert, sie erschwere nötige Investitionen. Denn ohne zeitgemäße Gasinfrastruktur drohten Versorgungslücken und Stromausfälle. Die EU müsse die Vorgaben dringend nachbessern. Sonst konterkarierten mangelnde Übergangsphasen und zu hohe Grenzwerte das Jahrhundertprojekt Energiewende. weiterlesen…

Australischer grüner Wasserstoff nach Deutschland

RWE und H2U arbeiten gemeinsam am Aufbau eines globalen Wasserstoffhandels

RWE Supply & Trading und der australische Projektentwickler The Hydrogen Utility Pty Ltd (H2U) haben eine Absichtserklärung zur Entwicklung eines deutsch-australischen Wasserstoffhandels unterzeichnet. Gemeinsam möchten sie in Australien produzierten grünen Wasserstoff nach Europa bringen. Das gleiche Ziel verfolgt HySupply, eine deutsch-australische Machbarkeitsstudie, die im Dezember 2020 von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech und dem Bundesverband der Deutschen Industrie gestartet wurde. RWE Supply & Trading und H2U arbeiten hier ebenfalls mit. Zudem eignet sich das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel, für das RWE Kapazitäten buchen will, aus Sicht der Partner ideal zum Wasserstoffimport nach Deutschland. weiterlesen…