IASS: Gesellschaftliche Belange in Energiemodellen berücksichtigen

Energiesystem umfasst weit mehr als nur technische Infrastruktur

Energiemodelle sind zwar in der Lage, die Wege zu einem dekarbonisierten Energiesystem zu untersuchen, aber sie vernachlässigen meist die sozialen und politischen Dimensionen der Energiewende. Das Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung stellte sich im Zusammenhang mit dem Beschluss des Europäischen Parlaments, dass bis 2030 die Treibhausgasemissionen in der EU um 60% gegenüber 1990 reduziert werden sollen, die Frage: Wie können wir die erforderliche Akzeptanz für eine vollständige Dekarbonisierung unserer Energiesystem erreichen? Um eine Entscheidungshilfe zu bieten, ist es an der Zeit, dass die Energiemodellierer soziale Belange in ihre Modelle integrieren (schreibt das IASS-Potsdam am 19.10.2020 auf seiner Internetseite). weiterlesen…

Agora et al.: Deutschland bis 2050 klimaneutral

Bis 2030 minus 65 Prozent Treibhausgase

Mit einem großen Investitions- und Zukunftsprogramm lässt sich der Treibhausgasausstoß Deutschlands in 30 Jahren auf null reduzieren. Kohle, Öl und Gas werden in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen durch Strom und Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien ersetzt. Dazu muss der Zubau an Wind- und Solaranlagen einer Medienmitteilung vom 22.10.2020 zufolge in den nächsten zehn Jahren in etwa verdreifacht und das deutsche Klimaziel für 2030 auf minus 65 Prozent angehoben werden. Das zeigt eine umfangreiche Studie im Auftrag von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und Stiftung Klimaneutralität. weiterlesen…

BNetzagentur: “Geringste Ausfallzeiten seit Erhebungsbeginn”

Versorgungsunterbrechungen Strom 2019 – Homann: “nie bessere Werte”

Die Bundesnetzagentur hat am 22.10.2020 Zahlen zu den Unterbrechungen der Stromversorgung für 2019 veröffentlicht. Netzagentur-Präsident Jochen Homann zeigte sich einer Medienmitteilung zufolge sehr erfreut: “Die Stromversorgung in Deutschland war auch 2019 sehr zuverlässig. Wir beobachten die niedrigsten Ausfallzeiten seit Beginn unserer Erhebungen. Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität.” weiterlesen…

EUA-State of Nature in the EU: Biodiversität nimmt weiter ab – Lob vom BUND

Übeltäter Agrarsektor

Am 19.10.2020 veröffentlichte die Europäische Umweltagentur (EUA) ihren umfassenden Bericht zum Stand der Natur in Europa. Der Bericht, der vom Ecologic Institut durch das Europäische Themenzentrum für Biologische Vielfalt (ETC-BD) unterstützt wurde, basiert auf den einzelnen Berichterstattungen der EU Mitgliedsstaaten, die im Rahmen der europäischen Naturschutzgesetzgebung alle sechs Jahre eingereicht werden. Der BUND lobt inzwischen die EU-Umweltminister, dass sie den Weg freimachen für mehr Artenschutz. weiterlesen…

Schwedische Forscher entwickeln erste organische Batterie 

Umweltfreundlich und extrem billig

Forscher des Labors für organische Elektronik an der Universität von Linköping haben zum ersten Mal eine organische Batterie vorgestellt, schreibt Monica Westman Svenselius am 15.10.2020 auf der Internetseite der Universität. Es handle sich um eine Redox-Flow-Batterie mit großer Kapazität, die zur Speicherung von Energie aus Windturbinen und Solarzellen sowie als Stromspeicher für Autos verwendet werden könne. weiterlesen…

BayWa r.e. prüft mit Alliander Potenzial von Wasserstoff + PV

Lokale und flexible Last eines Wasserstoff-Elektrolyseurs soll Erzeugungsprofil einer PV-Anlage folgen

BayWa r.e. und ihre niederländische Tochtergesellschaft GroenLeven haben einen Vertrag mit Alliander, dem größten Netzbetreiber der Niederlande, unterzeichnet. Laut Medienmitteilung vom 21.10.202 geht es dabei um den Betrieb des Wasserstoff-Pilotprojekts SinneWetterstof (Sonnenwasserstoff). Das Projekt werde von Alliander gebaut und sei darauf ausgelegt, zu testen, wie die lokale Wasserstoffproduktion dem Erzeugungsprofil einer Solaranlage folgen könne, um letztlich die Überlastung der Netze zu reduzieren. weiterlesen…

Luftverschmutzung schuld an erhöhter Säuglingssterblichkeit

Bericht “State of Global Air 2020” stellt fest: Fast 500.000 sterben im ersten Lebensmonat

Eine Untersuchung des Bostoner Health Effects Institute kommt zu dem Ergebnis, dass die Luftverschmutzung durch Feinstaub im Freien und im Haushalt zum Tod von fast 500.000 Kleinkindern im ersten Lebensmonat beigetragen hat. Nahezu zwei Drittel dieser Todesfälle standen im Zusammenhang mit der Verwendung fester Brennstoffe in Entwicklungsländern wie Holzkohle, Holz und Tierdung zum Kochen. Der neu erschienene Bericht State of Global Air 2020 berichtet über die erste umfassende Analyse der globalen Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Neugeborenensterblichkeit. weiterlesen…

“Klimaschutzprogramm muss nachgebessert werden”

BEE: Ebenso Referentenentwurf für Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote

Die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung reichen nicht aus, um bis 2030 mindestens 55 Prozent Treibhausgas-Minderung zu erreichen. Das hat das Umweltbundesamt in einem Teilbericht zur “Abschätzung der Treibhausgasminderungswirkung des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung“ bestätigt – so eine Medienmitteilung des Bundesverbands Erneuerbare Energie vom 22.10.2020. weiterlesen…

1 Tonne CO2 richtet 180 Euro Schäden an

Bundesregierung beschließt Aktionsplan für klimafestes Deutschland – erstmals Förderung von Anpassungsmaßnahmen in sozialen Einrichtungen

Die Bundesregierung hat am 21.10.2020 den aktuellen (zweiten) Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie beschlossen. Neben einer Bilanz vergangener Aktivitäten hat das Bundesumweltministerium die Prioritäten für die künftige Arbeit gesetzt und in einer Online-Pressekonferenz dargestellt. Hierzu zählen bessere Grundlagen für die Finanzierung der Klimaanpassung. Das Bundesumweltministerium fördert zudem erstmals soziale Einrichtungen mit 150 Millionen Euro bei ihren speziellen Herausforderungen in der Klimaanpassung. Mit mehr als 180 weiteren Maßnahmen will die Bundesregierung Deutschland klimafest machen, gegen Risiken durch Hoch- und Niedrigwasser oder gestörte Infrastrukturen, Beeinträchtigungen der Landwirtschaft, Gesundheitsgefahren, Sicherheitsrisiken in der Wirtschaft sowie Herausforderungen des Bevölkerungsschutzes. weiterlesen…

Klimaklagen als neue rechtliche Wege zum Klimaschutz

Trotz Niederlagen sind immer mehr Aktive optimistisch, dass Gerichte Abhilfe gegen den Klimawandel schaffen können

“Einfallsreich klagen, Klima schützen” überschrieb Spektrum der Wissenschaft am 02.03.2020 einen übersetzten und angepassten Beitrag aus Nature von Giuliana Viglione (“Climate lawsuits are breaking new legal ground to protect the planet”) vom 28.02.2020. Solarify dokumentiert und aktualisiert den Text. weiterlesen…