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Archiv: Wirtschaft

CO2 zu billig


Preise für Treibhausgase in nur wenigen Ländern hoch genug um Klimaziele zu erreichen

Der CO2-Ausstoß verteuert sich für Verursacher laut der OECD-Studie Effective Carbon Rates 2018: Pricing Carbon Emissions through Taxes and Emissions Trading zu langsam. Regierungen müssten die CO2-Preise viel schneller erhöhen, um ihre Ziele zur Senkung der Emissionen und zur Verlangsamung des Klimawandels im Rahmen des Pariser Abkommens einzuhalten, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 18.09.2018 in Paris mit.


Energie für Gebäude

in Hemmnis für den flächendeckenden Einsatz von Solarthermie ist bislang unter anderem, dass sich potenzielle Kunden am Erscheinungsbild der Kollektoren als „schwarze Rechtecke auf dem Dach“ stören. Deshalb werden im Projekt Arkol zwei neuartige Fassadenkollektoren entwickelt: ein Streifenkollektor für die ästhetisch flexible Gestaltung von opaken Flächen der Gebäudehülle und eine solarthermische Jalousie für die transparenten Flächen. Die Jalousie hat dabei die volle Beweglichkeit einer normalen Jalousie. Nur die zusätzliche Funktion der Wärmeabfuhr von den Lamellen unterscheidet sie von herkömmlichen Installationen – schreiben Christoph Maurer und Sören Nungesser im Forschungsblog Innovation 4E des Fraunhofer ISE.


Forscher ebnen Weg für Nanoelektronik der Zukunft

Graphen – ein hauchdünnes Material, das aus einer einzigen Lage verketteter Kohlenstoff-Atome besteht – gilt als vielversprechender Kandidat für die Nanoelektronik der Zukunft. Theoretisch sollte es bis zu tausendmal schnellere Taktraten erlauben als die heutige Elektronik auf Silizium-Basis. Dass Graphen tatsächlich elektronische Signale mit Frequenzen im Gigahertz-Bereich – was den heutigen Taktraten entspricht – extrem effizient in Signale mit einer vielfach höheren Frequenz umwandeln kann, haben einer Medienmitteilung vom 10.09.2018 zufolge Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Universität Duisburg-Essen (UDE) in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) nun erstmals gezeigt. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher im Fachjournal „Nature“ vor.

Eisenpulver kann Gas ersetzen


Forscher der TU Eindhoven: Sauberer, alternativer Brennstoff

Die Regierung hat der niederländischen Industrie im Januar dieses Jahres mitgeteilt, dass sie bis 2022 den Verbrauch von Erdgas einstellen müsse. Studenten der Technischen Universität Eindhoven arbeiten einer Medienmitteilung vom 13.09.2018 zufolge daher an einer nachhaltigen Lösung zum Ersatz fossiler Brennstoffe: der Verbrennung von Eisen. Dieser Kraftstoff verursacht keine CO2-Emissionen, und das Restprodukt – Rost – kann vollständig recycelt werden. Die Eisenpulverflammen erzeugen hohe Temperaturen, was für viele Branchen wichtig ist. Die Studentengruppe Team SOLID hat eine Proof-of-Concept-Anlage gebaut, die sowohl Wärme als auch Strom erzeugt.


Neue Entdeckung stellt Plancksches Strahlungsgesetz in Frage

Eine kürzlich von Forschern an Amerikas zweitältester Universität William & Mary und an der University of Michigan gemachte, in Nature publizierte Entdeckung verändert unser Verständnis für eines der wichtigsten Gesetze der modernen Physik – das Plancksche Strahlungsgesetz von 1900. Das gibt die Verteilung der elektromagnetischen Energie der Wärmestrahlung eines schwarzen Körpers in Abhängigkeit von der Wellenlänge oder der Frequenz der Strahlung an und gilt als Grundlage der Quantenphysik, schreibt Adrienne Berard auf der W&M-Internetseite.


Wissenschaftler suchen nach Lösungen für die weltweite Plastikvermüllung

Plastikabfall vermüllt Land, Flüsse und vor allem Meere. In einem Institut der Universität von Minnesota, dem Center for Sustainable Polymers (Zentrum für nachhaltige Polymere) entwickeln Wissenschaftler Material, das sich auf Befehl selbst zerstört oder zur Wiederverwendung zerfällt. Verbrennung ist dann unnötig. Eine Lösung für das Müllproblem auch der Meere. Vor Jahrzehnten seien synthetische Polymere deshalb populär geworden, weil sie billig und langlebig waren, so CSP-Direktor Marc Hillmyer: “Der eigentliche Trick ist, sie stabil zu machen, wenn man sie benutzt, und instabil, wenn man sie nicht benutzen will”.


Mit oder ohne Batteriespeicher

Die PV-Anlage auf dem eigenen Dach rentiert sich für Haus­besitzer wieder als Geld­anlage, vor allem dann, wenn sie den größten Teil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen. Nach Berechnungen der Zeitschrift Finanztest (ein Special wird gegen Gebühr angeboten) haben Haus­eigentümer bei den aktuellen Anla­gepreisen gute Chancen, in den kommenden 20 Jahren mehr als fünf Prozent Rendite zu erzielen. Selbst bei Betrieb mit Batteriespeicher sei inzwischen “mehr als eine schwarze Null möglich”.


Steuerzahlern drohen Riesenlasten, weil Deutschland im Klimaschutz hinterher hinkt

Deutschland hat sich in Abstimmung mit den anderen EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, die CO2-Emmissionen von Gebäuden, Verkehr und Landwirtschaft deutlich zu mindern. Die europarechtlich verbindlichen Ziele werden ohne Trendumkehr in jedem der kommenden Jahre weit verfehlt werden. Um die Defizite auszugleichen, muss Deutschland bis 2030 für bis zu 60 Milliarden Euro Emissionszertifikate (siehe solarify.eu/emissions-handel) von anderen EU-Ländern zukaufen. Sinnvoller wäre es, Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland voranzubringen und so auch Wachstum und Innovationen zu fördern – so eine gemeinsame Untersuchung der Thinktanks Agora Energiewende und Agora Verkehrswende unter dem Titel Die Kosten von unterlassenem Klimaschutz für den Bundeshaushalt.


Angeblich Kompromissvorschlag in der Kohlekommission

Am 15.09.2018 berichtete der SPIEGEL über einen Kompromissvorschlag der Kohlekommission. Demnach soll Bahnvorstand Ronald Pofalla, einer von vier Vorsitzenden der Kommission, “eine Kompromisslinie erarbeitet und diese im Umweltministerium sowie im Kanzleramt vorgestellt” haben. Danach sollen bis 2020 Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt fünf bis sieben Gigawatt als Reserve vom Netz gehen. Spätestens 2027 soll geprüft werden, ob der Ausstiegspfad eingehalten werden kann. Die letzten Braunkohlemeiler sollen zwischen 2035 und 2038 abgeschaltet werden.

Landleben gesünder?


Luftverschmutzung schadet kognitiven Fähigkeiten

Großstädter leiden unter Feinstaub, Abgasen und Lärm, was mit fortschreitendem Alter ihr Risiko für zahlreiche Krankheiten verstärkt. Luftverschmutzung beeinträchtigt unsere kognitiven Fähigkeiten, so das Ergebnis einer PNAS-Studie . Wer aber auf dem Land wohnt, lebt kaum viel gesünder. Ein Stadt-Land-Vergleich von Silke Kerscher-Hack aus medizinischer Sicht im Portal DocCheck News, wobei das Land etwas zu kurz kommt.

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