Europäisches Parlament bremst Klimaschutz aus – vorerst

EU-Parlament stimmt gegen strengere CO2-Flottengrenzwerte, aber für Verbrenner-Aus 2035 – zurück an Ausschuss

Das EU-Parlament hat am 08.06.2022 dagegen gestimmt, Autohersteller bei Neuwagen zu stärkeren CO2-Reduktionen zu verpflichten. Stattdessen will das Parlament den Vorschlag der EU-Kommission umsetzen, der eine CO2-Minderung von 55 Prozent bis 2030 und ein Ende der Neuzulassung von Autos mit Verbrennungsmotor erst 2035 vorsieht. Ende Juni wollen die EU-Staaten ihre Position zum Verbot für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos festlegen. Dann müssen die beiden EU-Institutionen noch einen Kompromiss finden, damit es in Kraft treten kann. Deutschland hat sich schon zum Ausstiegsdatum 2035 bekannt. weiterlesen…

Photokatalytische Wasserspaltung: Licht statt Strom

Neue Art von Grünem Wasserstoff

Wasserstoff könnte ein wichtiger Teil unserer zukünftigen Energieversorgung sein: Man kann ihn lagern, transportieren und bei Bedarf verbrennen. Der Großteil des heute verfügbaren Wasserstoffs entsteht allerdings als Nebenprodukt der Erdgasförderung – das kann aus Klimaschutzgründen nicht so bleiben. Grüner Wasserstoff wird heute meist durch Elektrolyse mit Erneuerbarem Strom erzeugt, also Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff mit Hilfe von elektrischem Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen kommt, zum Beispiel von Photovoltaikanlagen. An der TU Wien wurde einer Medienmitteilung vom zufolge eine photokatalytische Methode entwickelt, die diesen Vorgang direkter und kontrollierbarer macht. weiterlesen…

Bund will Fläche für Windgeneratoren vervierfachen

Bis 2032 zwei Prozent

Die Bundesregierung will die Bundesländer durch ein neues „Wind-an-Land-Gesetz“ dazu zwingen, schnell deutlich mehr Windkraftanlagen zu ermöglichen, schreibt der Berliner Tagesspiegel. Bis 2026 sollen auf insgesamt 1,4 Prozent Windkraftanlagen gebaut werden können, 2032 sollen es dann zwei Prozent sein. Aktuell sind nur 0,5 Prozent der Landesflächen verfügbar. Länderspezifische Abstandsregelungen werden ausgebremst. weiterlesen…

„Enorme Herausforderung“

BMWK veröffentlicht Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, sein gesamtes gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln ab 2045 treibhausgasneutral zu gestalten. Der Weg zur Treibhausgasneutralität ist im Klimaschutzgesetz vorgezeichnet. Das Erreichen der Ziele des Klimaschutzgesetzes ist eine enorme Herausforderung, zu der alle Sektoren einen anspruchsvollen Beitrag leisten müssen. Die Bundesregierung hat im Juni 2020 die Nationale Wasserstoffstrategie (NWS) verabschiedet und am 03.06.2022 einen Fortschrittsbericht vorgelegt. Die NWS schafft den Rahmen für private Investitionen in die wirtschaftliche und nachhaltige Erzeugung, den Transport und die Nutzung von grünem Wasserstoff. (Titel: Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie – © BMWK) weiterlesen…

Zukunft der Feststoffbatterien

ISI entwickelt Roadmap

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat eine Roadmap für Feststoffbatterien entwickelt, die ein weites Spektrum von der Material-, Komponenten- und Zell- bis hin zur Anwendungsebene betrachtet. Darin werden bestehende sowie neueste Forschungserkenntnisse kritisch bewertet und die Entwicklungspotenziale von Feststoffbatterien mit denen etablierter Lithium-Ionen-Batterien für den Zeitraum der kommenden 10 Jahre verglichen. Die am 16.05.2022 veröffentlichte Roadmap zeigt: Feststoffbatterien haben viel Potenzial, müssen ihre Kommerzialisierbarkeit aber in den kommenden fünf Jahren unter Beweis stellen. (Titel: Roadmap für Festkörperbatterien – © Fraunhofer ISI) weiterlesen…

Rocky Mountain Institute mahnt: Dekarbonisierung beschleunigen

Stahlindustrie verlässt sich zur Erreichung von Netto-Null auf Nachfragespitzen – auf eigenes Risiko

Eine RMI-Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Technologien zur tiefgreifenden Dekarbonisierung rasch beschleunigt werden muss, wenn die Netto-Null-Ziele erreicht werden sollen, und dass Vorreiter mit erheblichen Marktchancen für grünen Stahl belohnt werden. Der neue Bericht des Rocky Mountain Institute (RMI), zeigte am 24.05.2022, dass die weltweite Stahlnachfrage angesichts der aktuellen Wachstumsaussichten nicht rechtzeitig ihren Höhepunkt überschreiten wird, um die Dekarbonisierungsziele dieser schwer abzubauenden Branche zu erreichen. (Foto: Tata-Stahlwerk in Velsen IJmuiden, Niederlande – © Joost J. Bakker (CC-BY 2.0)) weiterlesen…

Erstmals Wasserverteilung in Brennstoffzelle in 4D sichtbar gemacht

Effizientere und kostengünstigere Brennstoffzellen möglich

Teams aus Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und University College London (UCL) haben zum ersten Mal die Wasserverteilung in einer Brennstoffzelle dreidimensional und in Echtzeit (= 4D) visualisiert. Dafür werteten sie Messdaten aus, die noch an der Neutronenquelle BER II am HZB gewonnen wurden. Seit Ende 2019 ist sie planmäßig abgeschaltet. Die Arbeiten werden jetzt im Rahmen der gemeinsamen Forschungsgruppe „NI-Matters“ zwischen dem HZB, dem Institut Laue-Langevin und der Universität Grenoble (Frankreich) fortgeführt. Die Analyse öffnet neue Möglichkeiten zu effizienteren und damit kostengünstigeren Brennstoffzellen. (Bild: Screenshots der Messungen – © HZBopen access) weiterlesen…

Der Irrglaube, Wasserstoff sei Erwärmungsrisiko

H2-Realitätscheck Nr. 1 des Rocky Mountain Institute

Thomas Koch Blank, Raghav Muralidharan, Kaitlyn Ramirez, Alexandra Wall und Tessa Weiss entzauberten am 09.05.2022 auf der Internetseite des Rocky Mountain Institute (RMI) den Irrglauben, Wasserstoff berge ein Klimarisiko.
Der Mythos: Jüngste Berichte legen nahe, dass die großtechnische Produktion von Wasserstoff den Bemühungen um eine Verringerung der globalen Erwärmung mehr schaden als nutzen könnte.
Die Realität: Der Nutzen für das Klima, der sich aus einer gut regulierten, sauberen Wasserstoffwirtschaft ergibt, überwiegt die Auswirkungen jeglicher Emissionen, vor allem, wenn wir mit erneuerbaren Energien produziertem Wasserstoff Vorrang einräumen. weiterlesen…

Geothermie: Mit Wärmerecycling Stadtklima mildern

KIT-Forscher wollen städtische Überwärmung im oberflächennahen Untergrund nutzen

In Städten staut sich die Hitze. Es bilden sich Wärmeinseln, welche die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Produktivität der Anwohnerinnen und Anwohner beeinträchtigen können. Auch im Untergrund sammelt sich diese Hitze an und bildet eine Art „Fußbodenheizung“. Ob nachhaltiges Recycling dieser angestauten Wärme die städtische Überwärmung auch überirdisch lokal mindern könnte, wollen nun Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) untersuchen. Ziel ist es, ein urbanes Wärmemanagement zu entwickeln, welches Wärme- und Kältebedarf deckt, die CO2-Bilanz durch Wärmerecycling minimiert und Möglichkeiten ausschöpft, das städtische Klima zu steuern. weiterlesen…

Energiepreiskrise und mögliches Embargo – wie die EU den sozialen Ausgleich schaffen kann

MCC-Untersuchung: Haushalte in Ungarn, Rumänien, Italien und Tschechien besonders betroffen. Transfers stärken Akzeptanz für Verzicht auf russisches Gas

Eine einheitliche Haltung der EU zu Russland wird durch große Unterschiede in der Abhängigkeit von dessen fossilen Brennstoffen erschwert. Die genauen Kosten, absehbare Folgen eines Embargos sowie die Wirkung eines sozialen Ausgleichs durch die Politik beleuchtet jetzt ein Arbeitspapier des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change). Die am 25.05.2022 publizierte Untersuchung ist auf der MCC-Website abrufbar. (Titel: Auswirkungen der Energiepreiskrise auf europäische Haushalte – © MCC) weiterlesen…