CO2-Ausgleich durch Waldschutz massiv überschätzt

Science: Maßnahmen erforderlich, damit Kohlenstoffausgleich aus Walderhaltung zur Eindämmung des Klimawandels beiträgt

CO2-Kompensation durch Waldschutz im Rahmen von „REDD+“-Projekten ist laut einer Untersuchung in Science von sehr geringem Nutzen. „Ineffektiv für den Klimaschutz, aber ökonomisch effektiv für die Betreiber“, resümierte laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA etwa der deutsche Weltforstwirtschafter Michael Köhl von der Universität Hamburg angesichts des Ergebnisses, wonach nur etwa sechs Prozent der CO2-Zertifikate aus den untersuchten Projekten auch wirklich für vermiedene Emissionen stehen. weiterlesen…

Baumsterben im Schwarzwald nimmt zu – Klimawandel zentraler Treiber

Freiburger Forstwissenschaftler analysieren Auswirkungen auf Bäume der Region

Klimafolgen wie trockene und heiße Sommer reduzieren das Wachstum und erhöhen die Mortalität der Bäume im Schwarzwald, da sie die klimatische Wasserbilanz, also die Differenz zwischen Niederschlag und Verdunstung, negativ beeinflussen. So lautet das zentrale Ergebnis der Langzeituntersuchung über den Einfluss von Klimaveränderungen auf die Bäume im Schwarzwald von Dr. Hans-Peter Kahle und Dr. Heinrich Spiecker, beide Professoren für Waldwachstum und Dendroökologie an der Universität Freiburg. weiterlesen…

„Mit Wissing in die Klimahölle“ – Verkehr nach wie vor auf 3-Grad-Erderhitzungskurs

Deutsche Umwelthilfe zum neuen Projektionsbericht der Bundesregierung: „Der Verkehrsminister steuert uns in eine 3° heißere Welt“

Nach zwei Jahren Ampel-Regierung ist der Verkehrssektor weiterhin auf einem desaströsen Kurs zu fast 3-Grad-Erderhitzung. Das zeigt eine Auswertung des am 22.08.2023 veröffentlichten neuen Projektionsberichts der Bundesregierung, die das NewClimate Institute im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erstellt hat. Wenn alle Sektoren und Staaten ihre Emissionsreduktionen im selben Maße verschleppen wie der deutsche Verkehrssektor, erhitzt sich die Erde demnach um 2,8 Grad. Allein bis 2030 wird der Verkehr in Deutschland auf Basis der neuen Projektionen mindestens 3,5-mal so viel CO2 ausstoßen, wie mit der überlebenswichtigen 1,5-Grad-Grenze noch vereinbar ist. weiterlesen…

Clevere Beschichtung macht Lampenschirme zu Raumluftreinigern

Die Luftverschmutzung in Innenräumen hat möglicherweise ihr Gegenstück gefunden

Am 16.08.2023 berichteten Wissenschaftler im Rahmen der Herbsttagung der American Chemical Society (ACS), dass sie katalysator-beschichtete Lampenschirme entwickelt haben, die Schadstoffe in der Innenraumluft in harmlose Verbindungen umwandeln. Die Lampenschirme funktionieren mit Halogen- und Glühlampen, das Team erweitert die Technologie so, dass sie auch mit LEDs kompatibel ist. ACS Herbst 2023 ist ein Hybridtreffen, das vom 13. bis 17. August virtuell und persönlich stattfindet und etwa 12.000 Präsentationen zu einem breiten Spektrum wissenschaftlicher Themen bietet. Laut Hyoung-il Kim von der Yonsei Universität in Seoul, Südkorea, dem Hauptforscher des Projekts, zielen die Lampenschirme auf flüchtige organische Verbindungen (VOCs) ab, die für die meisten Luftschadstoffe in Innenräumen verantwortlich sind. weiterlesen…

Weniger Geld für Lemke

Umweltministerium soll mit geringerem Etat planen

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) muss 2024 mit weniger Geld rechnen. Der Entwurf für den Einzelplan 16 des Bundeshaushalts 2024 (20/7800), über den der Bundestag am 05.09.2023 in erster Lesung beraten wird, sieht Ausgaben von 2,4 Milliarden Euro im Vergleich zu 2,45 Milliarden Euro in diesem Jahr vor – so der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag. Das Ressort von Bundesministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) plant für 2024 Einnahmen von 1,06 Milliarden Euro ein gegenüber 894,18 Millionen Euro in diesem Jahr. weiterlesen…

Kunststoffabfälle als Rohstoff für Waschmittel

Dank verbesserter katalytischer Methode

Das exponentielle Wachstum der weltweiten Verwendung von Kunststoffen und der Erzeugung von Kunststoffabfällen hat zu einer immer deutlicher sichtbaren Umweltbelastung geführt und den Ruf nach einer breiteren Palette von Recyclingstrategien zur Entschärfung des Problems laut werden lassen. Doch für Forscher der University of California Santa Barbara ist die Einwegverpackung des einen ein nützliches Rohmaterial des anderen. In einer am 21.08.2023 in der Fachzeitschrift Chem veröffentlichten Arbeit haben sie den Wert von Einwegkunststoffen neu definiert und ein innovatives Verfahren verbessert, mit dem Polyolefine, die häufigste Polymerart in Einwegverpackungen, in wertvolle Alkylaromaten umgewandelt werden können – Moleküle, die Tensiden, den Hauptbestandteilen von Waschmitteln und anderen nützlichen Chemikalien, zugrunde liegen. weiterlesen…

US-Wissenschafts-Akademie unterstützt EPA-Urteil, dass Formaldehyd Krebs verursacht

Chemieverband droht mit Prozess

Der Streit um die Schädlichkeit von Formaldehyd geht weiter. In den USA erreicht er eben einen Höhepunkt: Ein Gremium hochrangiger US-Wissenschaftler hat den Entwurf eines toxikologischen Risikobewertungsberichts der US-Umweltschutzbehörde EPA unterstützt, in dem Formaldehyd als karzinogen eingestuft wird. Der (offensichtlich durchgestochene) Bericht der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA (NAS) vom 09.08.2023 wurde jedoch vom American Chemistry Council (ACC)*), einem Handelsverband, angefochten, noch bevor er veröffentlicht wurde. weiterlesen…

„Intelligenter Rost“ und Magnete reinigen Wasser

Nanopartikel fischen sogar Östrogenmoleküle aus Wasser

Wird Rost ins Wasser geschüttet, wird es normalerweise schmutziger. ForscherInnen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben spezielle Eisenoxid-Nanopartikel entwickelt, die es tatsächlich sauberer machen, sozusagen „intelligenten Rost“. Dieser Rost kann je nach Beschichtung der Partikel viele Stoffe anziehen, darunter Öl, Nano- und Mikroplastik sowie das Herbizid Glyphosat. Und weil die Nanopartikel magnetisch sind, können sie mit einem Magneten ganz einfach zusammen mit den Schadstoffen aus dem Wasser entfernt werden. Jetzt berichtet das Forschungsteam, dass sie die Partikel so verändert haben, dass sie Östrogenhormone einfangen, die potenziell schädlich für Wasserlebewesen sind. weiterlesen…

Elektrisch angetriebenes Leben

Künstliche Fotosynthese neuer Art gefunden

Mit einem einfachen Stoffwechselweg lässt sich die Herstellung energiereicher Wertstoffe direkt mit Strom antreiben. Wenn in der Natur chemische Reaktionen ablaufen, in denen aus einfachen Molekülen energiereiche Verbindungen entstehen, wird Energie benötigt. Bislang war es nicht möglich, für diese Prozesse vom Menschen erzeugte Elektrizität einzusetzen. Forschenden des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie in Marburg ist ein am 16.08.2023 open access in Joule veröffentlichter Durchbruch gelungen: Sie haben einen künstlichen Stoffwechselweg entwickelt, der aus elektrischem Strom den biochemischen Energieträger ATP gewinnt. Dieses lässt sich zur Bildung energiereicher chemischer Verbindungen nutzen, wie zum Beispiel zur Produktion von Stärke und Proteinen. Der Stoffwechselweg aus vier Enzymen ist ein komplett neuer Ansatz auf dem Weg zu einer nachhaltigen, klimaneutralen Bioökonomie. weiterlesen…

Brennstoffzellen und Kreislaufwirtschaft

Herausforderungen und Perspektiven der automatischen Zerlegung

Die Wasserstoffwirtschaft wird durch den wachsenden Anteil an Erneuerbaren Energien und die Elektrifizierung des Verkehrssektors vorangetrieben. Die wesentlichen Komponenten einer Wasserstoffwirtschaft sind Brennstoffzellen und Elektrolysesysteme. Die Knappheit der Ressourcen zur Herstellung dieser Komponenten und die negativen Umweltauswirkungen ihres Abbaus erfordern eine Kreislaufwirtschaft. Bei der Demontage ist aus wirtschaftlichen, ergonomischen und sicherheitstechnischen Gründen ein höherer Automatisierungsgrad erforderlich. Eine Untersuchung aus dem Institut für Produktionstechnik (WBK) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). weiterlesen…