Trotz CSU-Forderungen: Atomausstieg unumstritten

Fachgespräch zur Endlagersuche

Durch den Krieg in der Ukraine ist die Debatte um eine Weiternutzung der Atomkraft neu entflammt: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sprach sich am 06.05.2022 im Verein mit seiner Staatsregierung dafür aus, mit einer schnellen Entscheidung die Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen: „Deutschland darf jetzt keinen Ausstiegsschaden riskieren, sondern muss die Kernkraftchancen nutzen“, sagte Dobrindt am 06.05.2022 der Allgäuer Zeitung. Jetzt haben Vertreter der Gremien zur Endlagersuche ein klares Bekenntnis zum Atomausstieg gefordert. In einem öffentlichen Fachgespräch im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz warnten am 11.05.2022 sowohl Vertreter des Nationalen Begleitgremiums (NBG) als auch des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), die anhaltende Diskussion um den beschlossenen Ausstieg stelle das Standortauswahlgesetz als Fundament des gesamten Prozesses der Endlagersuche in Frage. weiterlesen…

Neue LNG-Terminals überflüssig

Mehr als zwanzig Flüssgasterminals seien in der EU in Betrieb, ausgelastet aber seien sie nie gewesen, schrieb der Spiegel am 13.05.2022 in seinem per Mail versandten Klimabericht. „Ein Mangel scheint also vor allem am Gas selbst, nicht aber an den entsprechenden Anlagen zu herrschen. Braucht Deutschland die Terminals also überhaupt?“ Das verneinte am 04.05.2022 eine Untersuchung des Unternehmens Artelys im Auftrag der European Climate Foundation. Um bis 2025 unabhängig von russischem Gas zu werden, gebe es bis auf eine einzige neue Anlage in Finnland keinerlei weiteren Bedarf an zusätzlichen LNG-Terminals in der EU. weiterlesen…

Wissenschaftler lösen Rätsel um aktive Phase bei katalytischer CO2-Reduktion

Katalysator aus Kupfer, Zinkoxid und Aluminiumoxid untersucht

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Stockholm hat erstmals die Oberfläche eines Kupfer-Zink-Katalysators bei der Reduktion von Kohlendioxid zu Methanol untersucht. Die an der Lichtquelle PETRA III des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY gewonnenen Erkenntnisse sind in Science veröffentlicht worden. Eine bessere Kenntnis des katalytischen Prozesses der Methanolsynthese und die Möglichkeit, noch effizientere Materialien zu finden, öffnet die Tür für einen grünen Wandel in der chemischen Industrie. weiterlesen…

TU Wien entwickelt chemischen Wärmespeicher

Patent für dafür speziell entwickelten Suspensionsreaktor

Energie chemisch speichern, verlustfrei monatelang lagern und im Winter damit heizen: Das wird durch einen nun patentierten chemischen Reaktor möglich, denn, so eine Medienmitteilung der Technischen Universität Wien vom 09.05.2022, „Energie langfristig zu speichern ist wohl das größte bisher ungelöste Problem der Energiewende“. An der TU Wien wurde nun ein neuartiger chemischer Wärmespeicher erfunden, mit dem man große Energiemengen auf umweltfreundliche Weise praktisch unbegrenzt lange speichern kann. weiterlesen…

Ungarn hat keine Netzanschlusskapzitäten mehr

PV-Anlagen gehen leer aus – Enttäuschung ungarischer Solarstromentwickler und Investoren

Im Rahmen des ungarischen Ausschreibungsverfahrens können keine neuen Anschlussanträge mehr angenommen werden. Stattdessen müssen neue Anschlussanträge gemäß dem Einzelverfahren gestellt werden, das von den Antragstellern verlangt, die Kosten für die Anschlussinfrastruktur zu tragen. Übertragungsnetzbetreiber MAVIR setzte am 02.05.2022 die „Kapazität wetterabhängiger Kraftwerke, die in das Stromnetz aufgenommen werden können“, auf 0 Megavoltampere (MVA) fest, berichtete die regierungskritische Webseite Telex über portfolio.hu. Die derzeitige freie Kapazität, die den Umspannwerken im oberen Spannungsbereich zugewiesen worden sei, liege ebenfalls bei Null, schreibt Vlagyiszlav Makszimov am 11.05.2022 auf EURACTIV.com. weiterlesen…

EU-Abgeordnete wollen CO2-Markt überarbeiten

Einbeziehung von Prozesswärme in ETS II sorgt für Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und effektive Erreichung der Klimaziele

Die Unterhändler der Fraktionen im Europäischen Parlament haben sich laut einer Mitteilung von Peter Liese, MdEP, CDU, auf einen umfassenden Kompromiss über den europäischen Emissionshandel, Kernstück des europäischen Klimaschutzpaketes Fit for 55, geeinigt. Er umfasst nicht nur wie bisher Kraftwerke, energieintensive Industrie wie Stahl und Chemieindustrie und Flugverkehr, sondern in Zukunft auch den Seeverkehr, den Straßenverkehr und den Wärmebereich inklusive Prozesswärme und mittelständischen Unternehmen. weiterlesen…

Flächenpotenziale für Wind-Onshore aktualisiert

Ausreichend Raum vorhanden

Eine Fraunhofer-Untersuchung zur Ermittlung der Flächenpotenziale für die Windenergienutzung an Land von 2011 ist laut einer BWE-Medienmitteilung vom 11.05.2022 aktualisiert worden. Gemeinsam zeigen darin das Fraunhofer IEE, das Umweltplanungsbüro bosch&partner und der Bundesverband WindEnergie BWE e.V. anhand einer bundesweiten Raumbewertung auf, dass in allen 16 Bundesländern bei konsequenter Ausweisung ausreichend Flächen verfügbar sind, um das Mindestziel von 2 Prozent der Bundesfläche für die Windenergie zu erreichen. weiterlesen…

Wert begrünter Dächer

Kosten für Stadtbewohner lohnen sich

Begrünte Dächer, auch als Dachgärten oder Ökodächer bekannt, bestehen in der Regel aus einer Schicht von Pflanzen, die in der Erde auf dem Dach wachsen, sowie aus Material zur Abdichtung, strukturellen Unterstützung und Isolierung. Eine neue inLandscape and Urban Planning open access publizierte Untersuchung des Reed College in Zusammenarbeit mit der University of Illinois (U of I) und der Portland State University untersuchte laut einer Medienmitteilung vom 03.05.2022 die Vorteile begrünter Dächer und die Frage, wie viel die Einwohner von Portland bereit sind zu zahlen, um die Zahl der begrünten Dächer in der Stadt zu erhöhen. Ein Beispiel für viele andere Städte. weiterlesen…

Mehr Raum für Flüsse

Hochwasserschutz mit Mehrfachnutzen

Ökologischer Hochwasserschutz – der Auen wiederherstellt – ist sinnvoll, technisch möglich und wirtschaftlich effizient. Und doch wird dieser Ansatz weltweit noch nicht konsequent umgesetzt, weil die administrativen und rechtlichen Hürden hoch sind. Das zeigt eine in Frontiers in Environmental Science open access veröffentlichte Untersuchung von Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), die gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtungen vier Projekte zur Renaturierung von Flussauen in Deutschland und den USA analysiert haben. Die Forschenden empfehlen Politik und Behörden daher, dem ökologischen Hochwasserschutz Vorrang zu geben und die nötigen Flächen verfügbar zu machen. So ließen sich auch nationale und europäische Umweltziele besser erreichen. weiterlesen…

Mit Mikroorganismen Klimawandel stoppen

DFG verlängert Schwerpunktprogramm SPP 2170 „InterZell“

mit die Klimaerwärmung. Sogar mikroskopisch kleine Organismen können dazu beitragen, indem sie CO2 als Biomasse binden. Damit die Winzlinge optimale Bedingungen vorfinden und trotz ihrer minimalen Größe viel Biomasse bilden, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einer Medienmitteilung vom 10.05.2022 zufolge Forschende der Universität Stuttgart, der Technischen Universitäten Hamburg (TUHH) und München (TUM) sowie weiterer Forschungseinrichtungen im Schwerpunktprogramm „InterZell“ für weitere drei Jahre, um Scale-up und Prozessoptimierung zu untersuchen. weiterlesen…