DIW-Berlin: „3 % des BIP investieren!“

Energiewende kostet nach DIW-Schätzung von 2014 bis 2020 31 bis 38 Mrd. – Investitionsmangel kostet Deutschland 0,6 Prozentpunkte mögliches Wachstum – DIW Berlin schlägt Investitionsagenda vor – Investitionslücke von rund 75 Milliarden Euro im Jahr – Potentialwachstum könnte auf 1,6 Prozent steigen – Finanzieller Spielraum ist da

Deutschland entgehen durch fehlende Investitionen jedes Jahr Wachstumschancen in Höhe von mindestens 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das haben Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) errechnet. Die Berliner Wirtschaftsforscher plädieren deshalb für eine Investitionsagenda von zusätzlichen staatlichen und privaten Investitionen in Höhe von drei Prozent des BIP oder rund 75 Milliarden Euro im Jahr. Die Notwendigkeit für zusätzliche Investitionen sehen die Forscher beispielsweise in den Bereichen Energie, Verkehrsinfrastruktur und Bildung. weiterlesen…

Energiewende-Index: Stimmung verschlechtert

Wert erreicht neuen Tiefstand

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft gegenüber der Energiewende hat sich laut Deutschem Energiewende-Index im zweiten Quartal 2013 um weitere 1,6 Punkte verschlechtert und erreicht einen neuen Tiefststand von 94,2 Punkten auf der Skala von 0 (sehr negativ) bis 200 (sehr positiv). Besonders deutlich sei die Abwärtsentwicklung bei den Energieversorgern, während sich die Stimmung unter den Netzbetreibern gegen den Trend deutlich verbessert habe. weiterlesen…

Energiepreise bleiben in Diskussion

BDEW-Kongress: Kostendiskussion im Mittelpunkt

Beherrschendes Thema beim Jahreskongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom 11. bis 13.06.2013 waren in diesem Jahr die Kosten der Energiewende. So haben der BDEW und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) bereits am 07.06.2013 gemeinsame Grundsätze zum Energiemarkt der Zukunft vorgelegt und an die Bundeskanzlerin sowie die Ministerpräsidenten der Länder geschickt. Die Verbände wiesen vor allem darauf hin, dass sich die Marktsituation für konventionelle Kraftwerke kontinuierlich verschärft habe. Selbst hocheffiziente Neuanlagen seien kaum noch in der Lage, die Grenzkosten zurück zu. Deshalb seien auch Investitionen in neue Erzeugungsanlagen, Pumpspeicherkraftwerke oder Gasspeicher nahezu zum Erliegen gekommen. weiterlesen…

Rösler: Ideen müssen schneller zu marktfähigen Produkten werden

Innovationsprozess beschleunigen

Bundeswirtschaftsminister Rösler traf am 14.06.2013 im Bundeswirtschaftsministerium mit hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Ziel des Dialogs war es, den Innovationsprozess von der Idee einer Energietechnologie bis hin zum markt- und wettbewerbsfähigen Produkt zu beschleunigen. weiterlesen…

Altmaier beharrt auf 1 Billion Energiewende-Kosten

„Eher knapp berechnet“

Bundesumweltminister Altmaier legte in der Kostendebatte über den Ökostrom nach. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau warnte er am 03.06.2013 „davor, dass die Kosten sogar ‚deutlich‘ über der von ihm bisher genannten eine Billion Euro liegen könnten. ‚Die Billion ist seriös berechnet – und zwar eher zu knapp als zu hoch‘, sagte er“ – so die FR. Wenn die Förderbedingungen gleich blieben, der Ausbau so weiter gehe wie bisher und der Börsenstrompreis im Schnitt 4,5 Cent betrage, ergäben sich die berechneten Kosten. weiterlesen…

„Club der Energiewendestaaten“ gegründet

China als größter Klimasünder doch mit von der Partie

Deutschland und neun weitere Länder haben auf Anregung von Bundesumeltminister Altmaier in Berlin einen „Club der Energiewendestaaten“ gegründet. Altmaier – auf den Tag genau ein Jahr im Amt – betonte nach ersten gemeinsamen Beratungen der Gruppe am 01.06.2013: „Die Zukunft kann nur mit einer großen Rolle für die erneuerbaren Energien gestaltet werden.“ Deren Ausbau sei unabdingbar für den Schutz von Klima und Umwelt, stehe aber nicht im Gegensatz zu Wohlstand und Wachstum. weiterlesen…

Viel Handlungsspielraum beim Ausbau Erneuerbarer Energien

Neue Studie für Agora Energiewende

Unter Kostengesichtspunkten spielt es kaum eine Rolle, ob Windkraft- und Solaranlagen künftig eher dort errichtet werden, wo die Stromerzeugung besonders günstig ist oder aber dort, wo der Strom verbraucht wird. Das ist das Ergebnis einer Studie renommierter Wissenschaftler im Auftrag von Agora Energiewende. „Unter Kostengesichtspunkten ist die regionale Verteilung der Anlagen beinahe unerheblich. Die  Politik  hat  damit einen  großen  Handlungsspielraum  beim  Ausbau  von  Onshore-Windkraft  und  Photovoltaik“, sagt Rainer Baake, Direktor des von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation getragenen Denklabors. weiterlesen…

Energiewende als „Generationenvertrag“

Kann der Markt die Prozessverantwortung für die Energiewende übernehmen?
von Peter Hennicke (mit freundlicher Genehmigung des Autors)

Die Energiewende ist eine Generationen übergreifende Jahrhundertaufgabe. Sie ist ein unausgesprochener „Generationenvertrag“, der seinen Namen verdient: Die heutige Generation schafft und finanziert für spätere Generationen mehr Zukunftssicherheit.

Die meisten mit fossilen und nuklearen Energien verbundenen ökologischen, ökonomischen und sozialen Risiken werden minimiert (Hennicke / Müller 2005). Die gesamtwirtschaftlichen Energiezusatzkosten (ohne externe Kosten) steigen durch die Energiewende zwar vorübergehend deutlich an, um dann aber im Vergleich zu einen Referenzpfad und abhängig vom Ölpreis (als Leitpreis) mit großer Wahrscheinlichkeit (etwa ab 2025/2030) erheblich zu sinken. Dieser durch Szenarien gut belegbare Trend (Nitsch et al. 2012; Hennicke / Welfens 2012) hängt von zwei wesentlichen Voraussetzungen ab: Der Primärenergieverbrauch muss drastisch reduziert werden (etwa um 50 Prozent bis 2050), um dann den verbleibenden „Restenergiebedarf“ weitgehend und – wenn möglich – zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien bereitzustellen. Dabei wird in allen repräsentativen Szenarien auch in Zukunft ein exponentielles Wirtschaftswachstum unterstellt (VDW 2011), wenn auch mit etwa 1 Prozent pro Jahr weniger als in der Vergangenheit. Dies wäre gleichbedeutend mit einem Prozess der absoluten Entkopplung von mehr Wirtschaftswachstum und sinkendem (erneuerbarem) Energieeinsatz, wie ihn einige Wachstumskritiker für unmöglich halten (Jackson 2009; Paech 2012). weiterlesen…

Töpfer wirft Parteien Unredlichkeit in Energiewende-Debatte vor

Parteien argumentieren „emotional, aber nicht faktenorientiert“

Der frühere Umweltminister und Ex-UNEP-Direktor Klaus Töpfer wirft den Parteien vor, die Debatte um die Kosten der Energiewende für ihre Zwecke  auszunutzen. Der Potsdamer Nachhaltigkeitsforscher hat allen Parteien in der Diskussion über die Strompreise und ihre sozialen Wirkungen einen Mangel an Redlichkeit vorgeworfen. weiterlesen…