SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen: Erstmals detaillierte Folgeabschätzungen

Politische Maßnahmen zur Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen haben vielfältige Effekte auf Wirtschaft und Haushalte. Eine im Nationalen Forschungsprogramm „Steuerung des Energieverbrauchs“ (NFP 71) durchgeführte Studie liefert erstmals detaillierte Folgeabschätzungen der energiepolitischen Strategien „Lenkung“ und „Förderung“ hinsichtlich Effizienz und sozialer Ausgewogenheit.


IUCN-Studie: Unsichtbare Kunststoffpartikel aus Textilien und Reifen wichtige Quelle der Meeresverschmutzung

9,5 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer. Denn ein Drittel des an den Küsten anfallenden Plastikabfalls wird weder deponiert noch recycelt. Ein Teil davon sind winzige Plastikpartikel – sogenanntes Mikroplastik. Einem neuen Bericht der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources – IUCN) zufolge stammen sie zu einem großen Teil von Autoreifen und Bekleidung und könnten bis zu 30% zur „Plastiksuppe“ beitragen, welche die Ozeane der Welt verschmutzt und eine größere Quelle der Meeresverschmutzung als „normale“ Kunststoffabfälle darstellt.


McKinsey-Studie: Neue Technologien wirken weltweit

Laut einer am 23.02.2017 veröffentlichten Studie des McKinsey Global Institute (MGI) wird schon in knapp 20 Jahren die Nachfrage nach Erdöl, Kohle und Eisenerz ihren Höhepunkt erreichen. Der Energieverbrauch wird sinken, die Energieproduktivität steigen. Treiber dafür sind Digitalisierung, Elektromobilität und geringere Kosten für Erneuerbare Energien.

Gesetzesrang für Klimaschutz


CO2-Emissionen sollen sinken

Der schleswig-holsteinische Landtag hat am 24.02.2017 ein Energiewende- und Klimaschutzgesetz beschlossen. Damit soll der CO2-Ausstoß bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent Prozent gesenkt werden. Zudem soll der Anteil von Wärme aus Erneuerbaren Energien erhöht werden. Das Gesetz stieß auf Kritik seitens der Oppositionsparteien. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner bezeichnete das Gesetz als „Meilenstein für unser Bundesland“.

Woher stammt mein Strom?


Zwei Drittel der Deutschen fordern ehrliche Stromkennzeichnung

AKW Cruas, Rhone mit spielendem Kind auf dem Kühlturm - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für SolarifyAtom, Kohle oder Ökostrom? 62 Prozent der Verbraucher wollen wissen, welchen Energiemix ihr Versorger liefert. Zwei Drittel erwarten, dass sie Anbieter und Tarife anhand der gesetzlichen Stromkennzeichnung transparent vergleichen können. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov unter 2030 Bundesbürgern hervor. Die gesetzlichen Vorschriften zur Strom-Etikettierung sind in die Kritik geraten, da Versorger deutlich weniger Kohle- und Atomstrom in ihrem Energiemix angeben müssen, als sie für ihre Kunden einkaufen.


Japanische Regierung will Evakuierungszone um den havarierten Atomreaktor von Fukushima aufheben

Damit gefährdet die Regierung die Menschen, die ab kommenden Monat zurück in ihre verstrahlten Häuser ziehen sollen. Das ist das Ergebnis von tausenden Messungen, die Greenpeace-Aktivisten im November 2016 in Iitate in der Präfektur Fukushima vorgenommen haben. Dabei wurden erstmals verschieden Messmethoden miteinander kombiniert. Die japanische Regierung unterstützt mit dem geplanten Ende der Evakuierung den Betreiber des AKW Tepco, der dann keine Entschädigung mehr an die betroffene Bevölkerung zahlen muss. Mit Pressemitteilung vom 21.02.2017 stellt Greenpeace den Report No Return To Normal vor.

Erneuerbar, digital und dezentral


Smart Renewables-Konferenz: Über Energiegesetze, Startups und Zukunft der Energieriesen

Eine „Verjüngungskur für Dinosaurier der Energiewirtschaft“, sah Nicole Weinhold (Erneuerbare Energien) in der BDEW-Konferenz „Smart Renewables 2017“ in Berlin vom 22. bis 23.02.2017. Zu Beginn sah Kanzleramtsminister Altmaier (CDU) den Klimaschutzplan 2050 noch keineswegs unverändert in Kraft. Die politische Entscheidung für den BMUB-Plan sei nur deshalb zustande gekommen, weil er als Chef BK allen Beteiligten zugesichert habe, dass nach der Wahl darüber noch einmal diskutiert werde. Keineswegs sei ausgemacht, dass es bei den aktuellen Sektorzielen bleibe, so Altmaier.

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Kommunikationsproblem


Thema Lügenwissenschaft

„Die Menschen vertrauen zu sehr der Wissenschaft und zu wenig ihren Gefühlen und dem Glauben.“ Dieser Satz könnte aus einer postfaktischen Gedankenecke stammen. Aber als Fragethese hat ihn das (repräsentative) Wissenschaftsbarometer seinen Probanden serviert – und 38 Prozent stimmten „voll und ganz“ (14) oder „eher“ (24) zu. Eine erschreckende Zahl: Ganz abgesehen davon, dass es keinen Grund zur Annahme gibt, in der Wissenschaft sei die Anzahl schwarzer Schafe geringer als im Rest der Menschheit, und ebenso abgesehen davon, dass es genügend Anlass gibt, trotz Peer-Reports und anderer Falsifizierungs-Mechanismen skeptisch gegenüber so manchem als „wissenschaftlich“ daherkommenden Ergebnis zu sein (fast jede Zahnpasta ist schließlich laut Werbung „medizinisch“ getestet) – inzwischen misstraut mehr als ein Drittel den Ergebnissen der Forschung, und zieht, was noch bedenklicher ist, „Gefühl“ und „Glauben“ als Richtschnur vor.
„Doch wer sagt eigentlich, dass Gefühl, Glaube und Wissenschaft im Widerspruch stehen?“ fragte Reinhard Hüttl eben im Berliner Tagesspiegel. „Sie gehören gleichermaßen zum Leben. Wissenschaft schreibt uns nicht vor, was wir tun sollen. Man kann wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren. Man kann verzerren. Man kann ‚alternative Fakten‘ herbeireden. Doch niemals kann man hinter sich lassen, was ist.“ Und Hüttl kommt an dem Ende heraus, an dem alle landen – bei einem Kommunkationsproblem: „Was sich rapide ändert, ist die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren“, stellt er fest, und: „Der Vernetzung unserer Welt stehen vielfältige Abschottungstendenzen gegenüber“. Einfach wie nie seien der Zugang zu Wissen und die öffentliche Meinungsäußerung, doch entwickelten sich „Echoräume“, in denen Gleichgesinnte einander bestärkten. Damit ändere sich auch der Rahmen für die Wissenschaftskommunikation. Deren Hauptproblem ist das gleiche wie in der Politik: Wie erreichen wir es, nicht nur den Katholischen zu predigen? Wie erreichen wir zumindest einige von denen, die schon ins Postfaktische abgedriftet sind, die unbestreitbare wissenschaftliche Ergebnisse als Lügenwissenschaft abtun?

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