Kopernikus hat schon viel erreicht

Zweites Projekt „Power-to-X“: Flexible Nutzung Erneuerbarer Ressourcen 

Günter Schmid, Siemens AG, und Prof.  Walter Leitner von der RWTH Aachen stellten „Power-to-X“(P2X) vor: Strom soll aus Erneuerbaren Quellen in stoffliche Energiespeicher, Energieträger und energieintensive Chemieprodukte umgewandelt werden. Damit könne Erneuerbare Energie etwa in Form von Designer Fuels für Kraftfahrzeuge oder in verbesserten Kunststoffen und Chemieprodukten mit hoher Wertschöpfung genutzt werden. Im Rahmen des Kopernikus-Programms sei für dieses komplexe Themenfeld eine nationale Forschungsplattform aufgebaut worden. Mit „Power-to-X“-Technologien werde zunächst Grünstrom elektrochemisch in stoffliche Ressourcen wie Wasserstoff, Kohlenmonoxid oder Synthesegas umgewandelt. Diese müssten anschließend effizient gespeichert, verteilt und in Endprodukte weiter gewandelt werden. Dafür bedürfe es innovativer Lösungen, die im Projekt zu ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich vorteilhaften Prozessen entwickelt werden sollen. Damit trägt „Power-to-X“ zum CO2-Reduktionsziel bei und verringert gleichzeitig den Anteil fossiler Rohstoffe in Transport, Verkehr und Chemie. Leitner: “Ein Ziel ist die direkte Elektrolyse von CO2 zu CO – wir müssen in Gigawattsystemen denken – so weit sind wir aber noch lange nicht.” Schmid: “Es ist total ungewöhnlich, dass ein Konzern wie Siemens auf ein Chemieunternehmen zugeht und Zusammenarbeit anbietet – da war Kopernikus sehr hilfreich!”

[note Insgesamt sind 18 Forschungseinrichtungen, 27 Industrieunternehmen sowie drei zivilgesellschaftliche Organisationen an „P2X“ beteiligt. In der ersten Förderphase steht Forschung zur kompletten Wertschöpfungskette von elektrischer Energie bis zu stofflichen Energieträgern und Produkten im Mittelpunkt – unter Einbeziehung bereits bestehender Großprojekte und vorhandener Infrastrukturen und Ausbau von Schnittstellen zur Industrie. Zusätzlich zur BMBF-Förderung bringen die Industriepartner in „P2X“ 8,3 Millionen Euro ein. Die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich koordinieren das Projekt gemeinsam mit der DECHEMA.]

Das Vorhaben soll die großtechnischen Voraussetzungen für die stoffliche Speicherung von mehr als 90 Prozent jener Erneuerbaren Energien schaffen, die in Zukunft zwar zur Verfügung stehen, aber gerade nicht benötigt werden – mit Verfahren um chemische Grundstoffe, gasförmige Energieträger und Kraftstoffe mit Hilfe dieses Stroms aus Erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Neben der Entlastung der Versorgungsnetze stehen so nachhaltige Prozesse zur Herstellung von stofflichen Ressourcen zur Verfügung, die einen großen Teil der fossilen Rohstoffe ersetzen können. Durch die Verwendung von CO2 aus Abgasen als Ausgangsstoff und Strom aus Erneuerbaren sind diese stofflichen Ressourcen vollständig klimaneutral.

Folgt: Drittes Projekt „Industrieprozesse“ (SynErgie)