UBA-CO2-Rechner: Neue Details im Konsumverhalten erfassbar

Balanceakt zwischen Genauigkeit und Einfachheit

Mit dem UBA-CO2-Rechner kann jeder*r wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergründen und seine persönliche CO2-Bilanz erstellen. Im deutschen Durchschnitt liegt diese aktuell bei rund 10,3 Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e) pro Person und Jahr. Etwa die Hälfte der Treibhausgasemissionen lassen sich über die sogenannten „Big Points“ Flugreisen, Autokilometer sowie Heizenergie- und Stromverbrauch einfach mit wenigen Eingaben und trotzdem relativ genau erfassen. Daneben gibt es aber eine Vielzahl von kleineren und größeren Kauf- und Konsumentscheidungen, die im CO2-Rechner nur grob abgeschätzt werden können. In den Bereichen Ernährung und sonstiger Konsum wurde diese Schätzung grundlegend neu entwickelt und es wurden mehr Differenzierungsmöglichkeiten eingebaut. weiterlesen…

Kunststoffabfälle als Rohstoff für Waschmittel

Dank verbesserter katalytischer Methode

Das exponentielle Wachstum der weltweiten Verwendung von Kunststoffen und der Erzeugung von Kunststoffabfällen hat zu einer immer deutlicher sichtbaren Umweltbelastung geführt und den Ruf nach einer breiteren Palette von Recyclingstrategien zur Entschärfung des Problems laut werden lassen. Doch für Forscher der University of California Santa Barbara ist die Einwegverpackung des einen ein nützliches Rohmaterial des anderen. In einer am 21.08.2023 in der Fachzeitschrift Chem veröffentlichten Arbeit haben sie den Wert von Einwegkunststoffen neu definiert und ein innovatives Verfahren verbessert, mit dem Polyolefine, die häufigste Polymerart in Einwegverpackungen, in wertvolle Alkylaromaten umgewandelt werden können – Moleküle, die Tensiden, den Hauptbestandteilen von Waschmitteln und anderen nützlichen Chemikalien, zugrunde liegen. weiterlesen…

Zwei Bücher zum Thema Nachhaltigkeitswissenschaft

1. Handbuch der Nachhaltigkeitswissenschaft in der Zukunft

Die Menschheit wird in den kommenden Jahrzehnten mit vielen Problemen zu kämpfen haben: So wird die Weltbevölkerung bis 2035 voraussichtlich auf 8,8 Milliarden Menschen anwachsen. Auch die sich verändernden Klimabedingungen wirken sich negativ auf die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen aus. Insbesondere Umweltkatastrophen verursachen erhebliche Schäden an Immobilien. Aus sozialer Sicht werden die Ungleichheiten zwischen reichen und armen Ländern immer größer, und in vielen Ländern verschärfen sich die Konflikte zwischen nationalen und internationalen Interessengruppen. Diese Situation legt nahe, dass ein umfassenderes Verständnis der Trends erforderlich ist, die zu einer nachhaltigeren Welt führen können, insbesondere derjenigen, die den Weg für künftige Entwicklungen ebnen können. (Titel: Handbook of Sustainability Science in the Future – © Springer) weiterlesen…

Elektrisch angetriebenes Leben

Künstliche Fotosynthese neuer Art gefunden

Mit einem einfachen Stoffwechselweg lässt sich die Herstellung energiereicher Wertstoffe direkt mit Strom antreiben. Wenn in der Natur chemische Reaktionen ablaufen, in denen aus einfachen Molekülen energiereiche Verbindungen entstehen, wird Energie benötigt. Bislang war es nicht möglich, für diese Prozesse vom Menschen erzeugte Elektrizität einzusetzen. Forschenden des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie in Marburg ist ein am 16.08.2023 open access in Joule veröffentlichter Durchbruch gelungen: Sie haben einen künstlichen Stoffwechselweg entwickelt, der aus elektrischem Strom den biochemischen Energieträger ATP gewinnt. Dieses lässt sich zur Bildung energiereicher chemischer Verbindungen nutzen, wie zum Beispiel zur Produktion von Stärke und Proteinen. Der Stoffwechselweg aus vier Enzymen ist ein komplett neuer Ansatz auf dem Weg zu einer nachhaltigen, klimaneutralen Bioökonomie. weiterlesen…

Kreislaufwirtschaft: EU-Regeln für nachhaltige und sichere Batterien treten in Kraft

Altbatterien müssen recycelt werden – massiver Anstieg erwartet

Batterien sollen in der EU künftig längerlebig sein – und einfacher austauschbar. Dafür sorgen am 17.08.2023 in Kraft getretene EU-Vorschriften. Sie stellen sicher, dass Batterien nur ein Minimum an schädlichen Substanzen enthalten, einen geringen CO2-Fußabdruck haben, weniger Rohstoffe benötigen und in Europa gesammelt, wiederverwendet und recycelt werden. Ab 2025 werden zudem schrittweise Zielvorgaben für die Recyclingeffizienz, die Materialverwertung und den recycelten Inhalt eingeführt. Alle gesammelten Altbatterien müssen recycelt werden, damit hohe Verwertungsniveaus erreicht werden. Das gilt insbesondere für kritische Rohstoffe wie Kobalt, Lithium und Nickel. weiterlesen…

Starke Winzlinge

Schwarm-Transportsystem trägt 40 Tonnen

Produktionsmaschinen kommen in die Jahre oder müssen wegen geänderter Anforderungen ausgetauscht werden. Wegen hohen Gewichts und oft beengter Platzverhältnisse in Produktionsstätten, ist es sehr aufwändig, große Maschinen auf- und abzubauen oder neu zu positionieren. Oft passiert das noch per Hand mithilfe von Panzerrollen. Das Spin-Off FORMIC Transportsysteme des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat jetzt ein teilautomatisiertes Transportsystem für den Austausch von Produktionsanlagen entwickelt, das wie ein Schwarm funktioniert. (Foto: Viele separat angetriebene Fahrzeuge können, mittels Funk verschaltet und mit Kameras ausgestattet, sich selbst koordinieren und synchron agieren – © Markus Breig, KIT) weiterlesen…

The Conversation: Erdklima auf Weg zu „Endstufe“?

Seit 2006 steigt die Menge des wärmespeichernden Methans in der Erdatmosphäre schnell an, und im Gegensatz zum Anstieg des CO2 scheint der jüngste Anstieg des Methans durch biologische Emissionen und nicht auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzugehen. Es könnte sich dabei um eine normale Schwankung handeln – ein Ergebnis natürlicher Klimazyklen wie El Niño. Es könnte aber auch ein Zeichen dafür sein, dass ein großer Wandel im Erdklima begonnen hat. (Foto: Tropisches Feuchtgebiet Pantanal, Mato Grosso, Brasilien – © Filipefrazao, Eig. Werk, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0) weiterlesen…

Grünes Methanol für Schifffahrt und Industrie durch Kohlenstoff-Kreislauf

„Leuna100“-Projekt bekommt 10,4 Millionen Euro Förderung

Forschende aus Berlin-Adlershof wollen die Schifffahrt klimafreundlicher machen. Bisher fahren Seeschiffe meistens mit Schweröl. Das verursacht Gigatonnen CO2. Deshalb wird an der Produktion von grünem Methanol geforscht. Das kann aus Biomasseabfall oder CO2 und Wasserstoff gewonnen und mit Ökostrom erzeugt werden. Ein Problem dabei ist die mangelnde Effizienz der Herstellungsverfahren. Man braucht nämlich hohe Temperaturen und hohen Druck. Das Start-up „C1 Green Chemical AG“ in Berlin-Adlershof möchte grünes Methanol mit einem neuen Herstellungsverfahren wettbewerbsfähig machen. Ein neuer Katalysator wandelt das sogenannte Synthesegas um, während es in einer Flüssigkeit gelöst ist. (Foto: Fraunhofer IWES Hydrogen Lab Leuna – Bild © Till Schuster, Linde GmbH) weiterlesen…

Bakterien lassen Eisen rosten

Anaerobes „Rosten“ von Eisen durch Bakterien mit stromleitenden Pili

Eisen rostet nicht nur durch Kontakt mit Sauerstoff und Wasser. Bestimmte Bakterien können Eisen auch anaerob, also unter Sauerstoffausschluss zersetzen. Das Sedimentbakterium Geobacter bedient sich dafür elektrisch leitender Proteinfäden, hat nun ein Forschungsteam um Dake Xu aus China herausgefunden. Das oxidierte Eisen verstärkt die Korrosion dann durch positive Rückkopplung weiter, heißt es in der am 01.08.2023 in Angewandte Chemie veröffentlichten Untersuchung. weiterlesen…

Meere geben Mikroplastik an die Atmosphäre ab

Studie ermittelt Zusammensetzung und Herkunft der Kunststoffteilchen

Die Meeresluft enthält selbst in entlegenen Teilen der Welt Mikroplastikteilchen. Die winzigen Kunststoffpartikel stammen nicht nur von Quellen an Land, sondern gelangen auch über das Meerwasser in die Atmosphäre. Das ermittelten deutsche und norwegische Forschende unter Leitung von Dr. Barbara Scholz-Böttcher von der Universität Oldenburg. Für ihre Studie analysierten sie Luftproben, die sie entlang der norwegischen Küste bis in die Arktis genommen hatten. Die Ergebnisse sind jetzt open access in Nature Communications publiziert. (Foto: Bei stürmischem Wetter können Mikroplastikteilchen über die Gischt aus dem Meer in die Luft gelangen. Hier: Auf der Ausfahrt des Forschungsschiffs Heincke vor der norwegischen Küste im Juni 2021 – Foto © Alvise Vianello) weiterlesen…