Einsatz von Wasserstoff zur Stromproduktion in Deutschland

„Stromerzeugung aus klimaneutralem Wasserstoff dürfte sich im Jahr 2030 in Grenzen halten“

Die Bundesregierung rechnet nach eigener Aussage nicht damit, dass 2030 in Deutschland in nennenswertem Umfang Wasserstoff zur Stromproduktion eingesetzt wird. Das schreibt sie laut dem parlamentseigenen Pressedienst heute im bundestag in einer Antwort (19/31928) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion (19/31724). Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie habe die Regierung zwar den Weg für den Markthochlauf von grünen Wasserstofftechnologien frei gemacht. Vorrangiges Ziel sei es jedoch, bis 2030 diesen Markthochlauf zu organisieren und mindestens fünf Gigawatt Elektrolyseleistung zur Produktion von grünem Wasserstoff zu erreichen. Dieser soll jedoch nach Auffassung der Bundesregierung vor allem in den Bereichen eingesetzt werden, in denen eine direkte Nutzung erneuerbarer Energien nicht möglich ist. Solarify dokumentiert. weiterlesen…

Solarenergie im Sommer 2021 auf Rekord-Hoch

39 TWh = 10% EU-Strom

Der britische Klima-Think-Tank Ember veröffentlichte am 18.08.2021 Studienergebnisse, wonach die Photovoltaik in acht EU-Ländern mit 39 Terawattstunden (TWh) im Juni und Juli Ertragsrekorde erzielte: Sie lieferte in diesen Monaten immerhin zehn Prozent des Stroms in Europa. Aber: Die Gesamterzeugung aus Solarmodulen blieb tatsächlich weiterhin hinter dem Stromangebot aus Kohle zurück, das im Juni und Juli 2021 in der Gesamt-EU noch 14 Prozent betrug. weiterlesen…

THG-freie Kfz-Industrie?

Grüner Stahl für Autoproduktion in Deutschland

„Der Bundesregierung liegen keine abgrenzbaren Daten zu den Treibhausgasemissionen in der Automobilindustrie in Deutschland für die vergangenen Jahre vor“. Das geht wörtlich aus der Antwort der Regierung (19/31894) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/31562) hervor, berichtet der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag am 20.08.2021. Die Regierung verfolge „mit dem gegebenen Interesse“, welche strategischen Entscheidungen die Unternehmen hinsichtlich ihrer produktionsbezogenen CO2-Emissionen treffen. Der regulatorische Rahmen werde „mit Blick auf eine Erreichung der verbindlich festgeschriebenen Klimaziele ausgestaltet und gegebenenfalls angepasst“. weiterlesen…

Windenergieanlagen mit integriertem Elektrolyseur demonstrieren nachhaltige Wasserstoffgewinnung auf See

Leitprojekt H2Mare soll über 100 Mio. Euro Förderung vom BMBF erhalten – Siemens-Gamesa koordiniert

Offshore-Windenergieanlagen der Zukunft werden keine Elektronen, sondern Moleküle produzieren: Autarke Einheiten aus Windenergieanlage und integriertem Elektrolyseur stellen Grünen Wasserstoff im Industriemaßstab her und sparen die Kosten für elektrische Netzanschlüsse. Damit können sie maßgebliche Beiträge zur Reduktion von Treibhausgasen leisten. In einem zweiten Schritt kann der Grüne Wasserstoff in synthetische Kraftstoffe und Energieträger umgewandelt werden. Die Vision kann im Rahmen des vom BMBF geförderten Leitprojektes H2Mare Wirklichkeit werden – so das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES in einer Medienmitteilung vom 19.08.2021. (Foto: Offshore-Windgenerator schwimmend – Foto © press.siemens-energy.com) weiterlesen…

Wintershall Dea und VNG wollen Wasserstoff-Pilotprojekt starten

Gemeinsame Investition in Methanpyrolyse-Pilotprojekt

Wintershall Dea und die VNG AG wollen beim Thema Wasserstoff zukünftig enger zusammenarbeiten und planen in einem ersten Schritt den Bau einer Anlage zur Herstellung von klimafreundlichem „türkisem“ Wasserstoff. Wie sie am 18.08.2021 mitteilten, haben die zwei in Deutschland ansässigen Energieunternehmen einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ralph Diermann bestreitet auf pv magazine die Klimafreundlichkeit dieser Wasserstoffspielart: „Klimafreundlich ist türkiser Wasserstoff allerdings nicht.“ Bei der Produktion von türkisem Wasserstoff würden etwa 15mal mehr CO2-Äquivalente freigesetzt als bei grünem Wasserstoff. Die BASF hat zu Jahresbeginn eine Methanpyrolyse-Testanlage in Betrieb genommen (siehe Foto rechts © BASF SE) weiterlesen…

Nationale Wasserstoff-Transport-Infrastruktur aufbauen

Wasserstoff sicher und zuverlässig transportieren

Wasserstoff-Tanklastzug - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyDie geeignete Transport-Infrastruktur bildet das Rückgrat einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft. Allerdings gilt es noch zu klären, welche Transport-Lösungen am geeignetsten sind, um kurze, mittlere und lange Strecken zu überwinden. Wo lassen sich bereits bestehende Gasnetze umwidmen? Welche gänzlich neuen Transport-Technologien braucht es? Welche Hemmnisse müssen abgebaut werden? Das Leitprojekt TransHyDE will in fünf begleitenden Forschungs- und vier Demonstrations-Projekten Wasserstoff-Transporttechnologien voranbringen. Es soll in den kommenden vier Jahren mit rund 139 Millionen Euro durch das BMBF gefördert werden – so eine Medienmitteilung aus der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG vom 18.08.2021. weiterlesen…

Hürdenlauf zum Wasserstoff

LIKAT-Doktorand entdeckt neue Art der H2O-Spaltung

Es klingt einfach, und die Natur macht es uns vor: Grüne Pflanzen speichern Sonnenenergie, indem sie – mittels Licht und Chloroplasten – Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Die Forschung reizt es, auf ähnliche Weise zum Wasserstoffgas (H2) zu gelangen, denn „grün“ produziert gilt es als Protagonist einer nachhaltigen Energie- und Grundstoffwirtschaft. Jacob Schneidewind vom Rostocker Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) hat mit seiner Dissertation einen Weg dorthin gezeigt. Er deckte den Mechanismus einer neuen Art der Wasserspaltung auf, mit der die Photolyse kostengünstig möglich werden kann. (Foto: Katalysator-Wasser-Gemisch während der Photolyse im LIKAT-Labor lässt sich von Licht im blauen und gelben Spektralbereich anregen – © Jacob Schneidewind, LIKAT) weiterlesen…

Buch: Der Holzweg

„Kampfansage für den Wald“

Vor lauter Holz sehen wir den Wald nicht mehr. In einer Gesellschaft, die Rentabilität allem voranstellt und “Werte” Feiertagsreden vorbehält, ist das nicht erstaunlich. Aber tragisch. Wir bilden uns ein, über den Wald viel zu wissen, denn allzu gerne bestaunen wir die Pracht der Bäume auf sonntäglichen Spaziergängen. Dann durchströmt uns ein diffuses Wohlbefinden und wir versichern einander, dass Wald gesund ist für den Menschen. Die Japaner nennen das Shinrin Yoku, “die Atmosphäre des Waldes aufnehmen” – übersetzt schlicht “Waldbaden”. Im Buch „Der Holzweg – Wald im Widerstreit der Interessen“ gibt der oekom-verlag besorgten und kritischen Stimmen zur Situation des Waldes in Deutschland Raum. 36 fachlich ausgewiesene Autoren legen ihre Einsichten und praktischen Erfahrungen in aller Klarheit dar. Vor allem der öffentliche Wald muss mit der ihm gesetzlich auferlegten Vorbildfunktion der Daseinsvorsorge Natur und Menschen dienen. Walter Tauber hat das Buch am 18.08.2021 rezensiert. weiterlesen…

Studie: E-Fuels für Luftverkehr besser als CCS

E-Kraftstoffe versus DACCS

Soll die Luftfahrt weiter auf fossiles Kerosin setzen und das ausgestoßene CO2 mit zertifizierten Projekten speichern lassen? Oder daraus lieber grünes Kerosin herstellen? Auch wenn die erste Option zunächst günstiger wäre, ist sie die falsche, sagt eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag der europäischen Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) unter dem Titel „Gesamtkosten von E-Kraftstoffen und direkter Luftabscheidung und Kohlenstoffspeicherung unter Berücksichtigung der direkten und nachgelagerten Emissionen und Umweltrisiken“. weiterlesen…

Grüner Wasserstoff: Katalysator-Oberfläche im Blick

Forschende untersuchen erstmals Verhalten von Katalysator für Wasser-Elektrolyse auf atomarer Ebene

Mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellter Wasserstoff gilt als Schlüsselelement der Energiewende: Er kann aus Wind und Sonne gewonnene Energie CO2-neutral chemisch speichern. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forschende die Prozesse an der Oberfläche des Iridiumoxid-Katalysators für die Wasser-Elektrolyse untersucht. Ihren Forschungsbeitrag zur Entwicklung verbesserter und effizienterer Katalysatoren stellen sie in einer Medienmitteilung vom 17.08.2021 und im Journal ACS Catalysis der American Chemical Society vor (CC BY-NC-ND 4.0). weiterlesen…