AEE: Erneuerbar statt atomar!

Metaanalyse wertet Szenarien für erneuerbares Energiesystem nach Atomausstieg aus – Wiedereinstieg wäre Irrweg

2022 besiegelt planmäßig den deutschen Atomausstieg, doch vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges werden wieder Rufe nach einer Laufzeitverlängerung für die letzten drei AKW laut. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeigt in einer Metaanalyse vom 29.06.2022, dass Atomkraft im zukünftigen Energiesystem weder notwendig noch rentabel ist. weiterlesen…

Grüner Wasserstoff aus Pflanzenresten

Fraunhofer treibt Energiewende voran

Bislang werden Grünabfälle und Klärschlamm meist kompostiert oder verbrannt. Sinnvoller wäre es, daraus den wertvollen Energieträger Wasserstoff zu gewinnen. Dieses Ziel verfolgt ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Das bei der Gewinnung von Wasserstoff aus Abfällen entstehende CO2 wird dabei abgeschieden und beispielsweise in der chemischen Industrie als Rohstoff verwendet. Auf diese Weise stellen die Forschenden aus dem Bioabfall mit unterschiedlichen Verfahren Wasserstoff mit einem negativen CO2-Fußabdruck her. Es wird also der Atmosphäre CO2 entzogen. weiterlesen…

Das Wasser verschwindet

Verdunstungsverlust von 1,42 Millionen globalen Seen erforscht

Eine neue Untersuchung zeigt, dass – zusätzlich zu Algenblüte und Sauerstoffmangel – die Süßgewässer der Erde mit größerer Geschwindigkeit als befüchtet verdunsten. Außerdem „spielt die Seeverdunstung eine größere Rolle im Wasserkreislauf als bisher angenommen“, so die Ökologin Gang Zhao, Ko-Autorin des Artikels „Evaporative water loss of 1.42 million global lakes“ (Verdunstungswasserverlust von 1,42 Millionen globalen Seen erforscht). Dieser Prozess hat – kein Wunder – erheblichen Einfluss auf unsere Klima- und Wettermodellierung. weiterlesen…

Überschwemmungsgefahr und Armut in 188 Ländern

Neue Untersuchung in Nature Communications

Überschwemmungen gehören zu den am weitesten verbreiteten Naturgefahren, mit besonders katastrophalen Auswirkungen in Ländern mit niedrigem Einkommen. In der Studie „Flood exposure and poverty in 188 countries“ (Nature Communicarions) präsentieren Jun Rentschler, Melda Salhab und Bramka Arga Jafino open access globale Schätzungen der Zahl der Menschen, die in Wechselwirkung mit Armut einem hohen Hochwasserrisiko ausgesetzt sind. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass 1,81 Milliarden Menschen (23 % der Weltbevölkerung) direkt von Überschwemmungen betroffen sind, die alle 100 Jahre auftreten. Davon befinden sich 1,24 Milliarden in Süd- und Ostasien, wo China (395 Millionen) und Indien (390 Millionen) mehr als ein Drittel der weltweiten Exposition ausmachen. (Foto: Hochwasser am Main bei Frankfurt 05.02.2021 – © Franziska Vogt) weiterlesen…

Neue Technik für den Klimaschutz: Aus CO2 wird Methanol

TU Wien entwickelte chemisches Verfahren zur Herstellung wertvollen Methanols aus Kohlendioxid mit Hilfe spezieller Katalysatoren

Aus Klimaschutzgründen steht fest: Kohlendioxid darf nicht weiter in die Atmosphäre emittiert werden. Dort, wo sich die Entstehung von CO2 nicht verhindern lässt, sollte es abgeschieden und in andere Stoffe umgewandelt werden. Am besten ist es freilich, wenn dadurch Substanzen entstehen, die Wert haben und verkauft werden können. An der TU Wien wurde dafür nun eine neue Methode entwickelt: Mit Hilfe eines speziellen Katalysatormaterials aus Schwefel und Molybdän wird aus CO2 flüssiges Methanol. Die neue Technologie wurde bereits patentiert, gemeinsam mit Industriepartnern soll das Verfahren nun auf industriellen Maßstab skaliert werden. (Bild: Molybdändisulfid im Rasterelektronen-Mikroskop – © tuwien.at) weiterlesen…

Tauender Permafrost beeinflusst Weltklima

Neue Veröffentlichung und interaktive Karte fassen Wissen über Gefährdung zusammen – und mahnen zum Handeln

Im Fachjournal Frontiers in Environmental Science vom 29.06.2022 fasst ein Team von Fachleuten um Jens Strauss vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam und Benjamin Abbott von der Brigham Young University in den USA open access zusammen, wie der Klimawandel die dauerhaft gefrorenen Böden der Arktis verändert, mit welchen Folgen für das Weltklima, für Menschen und Ökosysteme – und was lässt sich dagegen tun. Zudem hat das AWI unter Leitung von Moritz Langer eine interaktive Karte zur Vergangenheit und Zukunft des Permafrosts entwickelt. Beide Veröffentlichungen kommen zum gleichen Ergebnis: Um gefährliche Entwicklungen in diesen Regionen zu stoppen, muss die Emission von Treibhausgasen in den nächsten Jahren massiv reduziert werden. (Foto: Tauender Permafrostboden – © Georg Schwamborn, AWI) weiterlesen…

Wasserstoffgewinnung aus Gewerbeabfall hat Potenzial

Neue Kreislauf-Energiequelle?

Kann aus Gewerbeabfällen, soweit sie nicht einem Recycling zugeführt werden, Wasserstoff erzeugt werden? Das hierfür geeignete Verfahren ist ein „Vergasung“ genannter, thermochemischer Prozess, bei dem ein kohlenstoffhaltiger Einsatzstoff bei Temperaturen zwischen 500 °C und 1200 °C in ein Produktgas übergeführt wird. In einer aktuell abgeschlossenen bifa-Studie werden einer Medienmitteilung vom 21.06.2022 zufolge die Potenziale einer solchen Wasserstofferzeugung ausgelotet. Geeignete Abfallströme und -mengen in Bayern, Vergasungstechnologien, Entwicklungsstand, Treibhausgaswirkungen sowie Herausforderungen und Chancen einer Umsetzung wurden umfassend analysiert. (Titel: Potenziale einer Wasserstoffgewinnung durch Vergasung von Gewerbeabfall – © bifa.de) weiterlesen…

Supermärkte müssen jetzt alte Handys, Taschenlampen und Elektrorasierer zurücknehmen

Ab 01.07.2022 können ausgediente Elektrogeräte auch bei vielen Lebensmitteleinzelhändlern kostenlos abgegeben werden

Verbraucher können ab 01.07.2022 ihre ausgedienten Elektrogeräte auch bei vielen Lebensmitteleinzelhändlern kostenlos abgeben. Ziel ist es laut einer einer Medienmitteilung vom 29.06.2022, die Sammelquote zu verbessern und mehr Geräte und ihre wertvollen Ressourcen zu recyceln. Für kleine Elektro-Altgeräte, wie Handys oder Taschenlampen, gilt dies unabhängig vom Neukauf eines Produkts, für größere Altgeräte beim Kauf eines entsprechenden neuen Artikels. weiterlesen…

Immer häufigere Dürren historischen Ausmaßes

Über den Zeitpunkt einer noch nie dagewesenen hydrologischen Trockenperiode unter Bedingungen des Klimawandels

Dürren, die Größenordnungen der historischen Schwankungsbreiten überschreiten, könnten unter künftigen Klimabedingungen immer häufiger auftreten. Der Zeitpunkt des Auftretens beispielloser Trockenperioden unter den Bedingungen des Klimawandels wurde jedoch bisher kaum untersucht. In der vorliegenden, am 28.06.2022 open access in Nature Communications publizierten Arbeit untersuchen die 16 Autoren mit Hilfe von hydrologischen Multimodell-Simulationen die Veränderungen in der Häufigkeit hydrologischer Dürren (definiert als ungewöhnlich niedrige Flussabflüsse) unter Szenarien mit hoher und niedriger Treibhausgaskonzentration und bestehenden Maßnahmen zur Bewirtschaftung der Wasserressourcen und schätzen den Zeitpunkt des ersten Auftretens beispielloser regionaler Dürrezustände in der Niedrigwasserzeit. Solarify mit Ausschnitten. weiterlesen…

Tanker verschiffen bald verflüssigtes CO2 zu Lagerstätten

CCS: Schiffe könnten Kohlenstoff zu Speicherorten transportieren

Schiffe haben schon früher verflüssigtes Kohlendioxid transportiert, aber nicht für den groß angelegten Zweck des Transports von Industrieemissionen zu Langzeitlagerstätten. Die japanische Werftengruppe Mitsubishi Heavy Industries (MHI) bereitet sich seit Monaten auf eine neue Art von Seeladung vor: eingeschlossenes CO2. MHI ist von der Reederei Sanyu Kisen, Kobe, mit dem Bau eines 72 m langen und 12,5 m breiten Tankschiffs mit 1450 m3 Fassungsvermögen für den Transport von verflüssigtem CO2 (LCO2) beauftragt worden. Das Projekt ist weltweit das erste Schiff, das speziell für den Einsatz in der CO2-Abscheidung und -Speicherung konzipiert wird, und Teil der japanischen NEDO-Initiativen (New Energy and Industrial Technology Development Organization) zur Reduzierung der Kohlenstoffdioxid-Emissionen. weiterlesen…