Reaktionen auf IPCC-Bericht

Klimakrise laut IPCC weiter verstärkt

Der Weltklimarat (IPCC) hat am 28.02.2022 den zweiten Teil seines 6. Sachstandsberichts vorgestellt – im Fokus: Folgen des Klimawandels und Anpassung. Der IPCC warnt: Die Klimarisiken für Ökosysteme und Menschen nehmen weltweit rapide zu. Nur konsequenter Klimaschutz und frühzeitige Klimaanpassung können Risiken verringern. Für Deutschland benennt die Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes die größten Klimarisiken und dringendsten Anpassungsbedarfe. weiterlesen…

Landwirtschaft: Weltweit könnte Anbaufläche halbiert werden

LMU-Geographen haben vor Hintergrund des Zielkonflikts zwischen Landnutzung und Biodiversität Flächeneinsparungspotenzial simuliert

Weltweit steigt die Nachfrage nach Agrarprodukten für Nahrungs- und Futtermittel und Bioenergie. Damit wächst auch der Druck auf die Ressource Land. Gleichzeitig sind Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, wichtig, um den wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – dem Verlust von Biodiversität und dem weltweiten Klimawandel – zu begegnen. Eine Lösung dieses Konflikts könnte es sein, die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern und dadurch die benötigte Anbaufläche zu verringern. Die LMU-Geographen Julia Schneider und Florian Zabel haben gemeinsam mit Forscherinnen der Universitäten Basel und Hohenheim nun in einer interdisziplinären, modellbasierten Studie analysiert, wie viel Fläche durch effizientere Anbaumethoden global eingespart werden könnte und welche ökonomischen Auswirkungen – etwa auf die Preise und den Handel – dies hätte. weiterlesen…

Pappelholz für Biomethan und Torfersatzstoffe

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Hohes Methanpotenzial und gute pflanzenbauliche Eigenschaften

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) entwickelt einer FNR-Medienmitteilung vom zufolge gemeinsam mit der Vattenfall-Tochter Energy Solutions GmbH (ESG) und dem Substrathersteller Klasmann-Deilmann GmbH (KD) einen innovativen Prozess, der sowohl Biomethan aus nachhaltigem Energieholzanbau mit Pappeln als auch Torfersatzstoffe mit vielversprechenden Eigenschaften liefern kann. Nach ersten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen könnte der Prozess kostendeckend sein. weiterlesen…

„Europa neu verstehen“

Wendepunkt in der europäischen Geopolitik und Energiepolitik – Gastbeitrag von Gerard Reid

Politik und Energie waren noch nie weit voneinander entfernt. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Energie oft der Grund für den Ausbruch von Kriegen war (man denke nur an die von den USA angeführte Invasion des Irak im Jahr 2003), und der Zugang zu Energie war auch der Grund, warum Kriege gewonnen oder verloren wurden (z. B. der Zweite Weltkrieg). Die russische Invasion in der Ukraine zeigt, wie sehr Europa nicht nur bei Erdgas, sondern auch bei Öl und Kohle von Russland abhängig ist. Diese Panzer haben das Vertrauen insbesondere zwischen Deutschland und Russland erschüttert, und das ist ein Wendepunkt in der europäischen Geopolitik und Energiepolitik. Das wirft die Frage auf, was Europa tun sollte? Kurz gesagt: Wir müssen EUROPA NEU VERSTEHEN. weiterlesen…

GJETC diskutiert Folgen der Regierungswechsel für Klimaschutzpolitik in Japan und Deutschland

Dekarbonisierung der Stahlindustrie, Klimaneutralität und Batteriesysteme

Regierungssprfecher Steffen Hebestreit teilte am 27.02.2022 mit: Wir begrüßen und unterstützen die rasche Entscheidung von Japans Premierminister Kishida, sich der gemeinsamen Erklärung vom 26. Februar über weitere restriktive Wirtschaftsmaßnahmen gegen Russland anzuschließen.“ Am 24. und 25. Februar hatte der Deutsch-Japanische Kooperationsrat zur Energiewende (GJETC) erneut in hybrider Form in Berlin und Tokio getagt. Im Zentrum hatten die Regierungswechsel in beiden Ländern sowie die Folgen für die Klimaschutzpolitik Deutschlands und Japans gestanden. Zudem wurden Studien zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie, zu langfristigen Szenarien zur Erreichung der Klimaneutralität und zur Rolle von Batteriesystemen in der Energiewende präsentiert. weiterlesen…

Australien als Wasserstoff-Lieferant

Projekt HySupply

Mitten in die Diskussion über die Abhängigkeit von russischen Energieimporten hinein kommt am 25.02.2022 eine Veröffentlichung aus dem FHI-Berlin: „Australien könnte für Deutschland ein interessanter Lieferant von Wasserstoff-Energie sein“. Zu dieser ersten Einschätzung kommt das Projekt HySupply, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung seit Ende 2020 finanziert wird. Es wird geleitet von FHI-Direktor Prof. Robert Schlögl und dem stellvertretenden BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. (Foto: FHI-Katalyseforschung in Adlershof – Wasserstoff als Energieträger transport- und lagerfähig machen – © FHI, J. Lösel) weiterlesen…

„Energiewende wird Realitätscheck unterzogen“

Krieg in der Ukraine und Energie-Abhängigkeit von Russland

Die „gesamte Energiewende wird schlagartig einem Realitätscheck unterzogen“ schreibt die Tageszeitung „Die Welt“ am 25.02.2022. Sicher sei die kriegerische Aggression Putins gegen die Ukraine „nicht ideal, um den Ausstieg aus der Braunkohle vorzuziehen“. Aber immerhin: „Die Debatte, wie Deutschland unabhängiger werden kann von russischem Gas, ist voll entbrannt“. Die Wirtschaftswoche titelt am gleichen Tag: „Putin lässt den Traum der Energiewende platzen“. Und ARD-Klima-Experte Werner Eckert fragt im SWR: „Warum sagt der Westen nicht: kein Gas mehr aus Russland? Offensichtlich sind wir immer noch abhängig vom russischen Gas. Was können und müssten wir also tun, um die Energiewende bei uns voranzutreiben?“ weiterlesen…

CO2-Mineralisierung in der Zementindustrie

Experten fordern bessere Daten über gesellschaftliche Auswirkungen

Als einer der Hauptverursacher des Klimawandels muss der Zementsektor seine CO2-Emissionen drastisch reduzieren. Eine vielversprechende Technologie ist die CO2-Mineralisierung, bei der das klimaschädliche Gas in Mineralien dauerhaft gebunden wird. Um der Technologie den nötigen Schub zu geben, bedarf es allerdings der Unterstützung durch Interessengruppen. IASS-Forschende haben untersucht – so eine Medienmitteilung aus dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung vom 25.02.2022 – welche Prioritäten Fachleute bei der Weiterentwicklung der CO2-Mineralisierung setzen. weiterlesen…

Nachhaltige Chemie auf Basis von Holz

Umweltschonende Syntheseverfahren mit Furanen

Neuartige Solarzellen fangen die Energie der Sonne nicht mit kristallinem Silizium ein, sondern mit speziellen organischen Materialien. Diese werden bislang allerdings aus Erdöl oder -gas hergestellt – nicht im Sinne der Nachhaltigkeit. Daher arbeitet jetzt – einer Medienmitteilung vom 15.02.2022 zufolge – ein Team der Würzburger Chemie (genauer gesagt: Institut für Anorganische Chemie und Institut für nachhaltige Chemie und Katalyse mit Bor ICB an der Universität Würzburg) daran, Materialien für Solarzellen, Leuchtdioden und andere Anwendungen der organischen Elektronik möglichst nachhaltig produzieren – aus Holz. weiterlesen…

PV-„Arbeitspferd“ erstmals mit Perowskit zu Tandem kombiniert

Wirkungsgrad bis 29,5 % möglich

Die Massenfertigung von Silizium-Solarzellen nutzt so genannte PERC-Zellen als „Arbeitspferde“ der Photovoltaik. Nun haben zwei Teams vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie HZB und dem Institut für Solarenergie-Forschung in Hameln (ISFH) gezeigt, dass solche Standard-Silizium-Zellen als Basis für Tandemzellen mit Perowskit-Topzellen geeignet sind. Aktuell liegt der Wirkungsgrad der Tandemzelle zwar noch unterhalb dem von optimierten PERC-Zellen allein, könnte aber durch gezielte Optimierungen rasch auf bis zu 29,5 % gesteigert werden. Die Forschung wurde im Rahmen eines Verbundprojekts durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. (Foto: Tandem: Perowskit-Topzelle auf Standard-Silizium-Zelle – © Silvia Mariotti / HZB) weiterlesen…