Hilfe beim Klimawandel?

Pflanzenwurzeln können Wärme messen

Pflanzenwurzeln verfügen über ein eigenes Thermometer, um ihr Wachstum an die  Boden-Temperatur anzupassen. Das zeigt laut einer Medienmitteilung vom 10.07.2023 eine Studie unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), publiziert open access am 18.04.2023 im „The EMBO Journal„. Bislang glaubte man, der Pflanzenspross steuere das Wurzelwachstum. Mit umfangreichen Experimenten konnten die Forschenden nun diese Annahme widerlegen und eine Erklärung dafür liefern, wie Wurzeln selbst auf höhere Temperaturen reagieren. Die Ergebnisse könnten neue Ansätze für die Pflanzenzüchtung entwickeln helfen. (Grafik: Ackerschmalwand, Gemüsekohl und Tomate wachsen temperaturabhängig unterschiedlich – © Carolin Delker, Uni Halle) weiterlesen…

Bund und Länder fördern transdisziplinäres Pilotvorhaben im Wettbewerbsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft

Wissensbestände für neue Erkenntnisse vernetzen

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat in ihrer Sitzung am 30.06.2023 beschlossen, ein neues transdisziplinäres Pilotvorhaben im organisationsinternen Wettbewerbsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft zu fördern, die „Leibniz-Labs – Integration von Wissen zur Lösung gesellschaftlich drängender Fragestellungen“. Dafür stellen Bund und Länder bis zu zehn Millionen Euro bis 2027 zur Verfügung. (Grafik: Leibniz-Logo – © Leibniz-Gemeinschaft – leibniz-gemeinschaft.de – CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

„Deutschland-Tempo“: Studie am Beispiel der Tesla-Gigafactory sieht Schwächen

Problematische Beschleunigung: Bei Planung von Infrastrukturprojekten erhöht Zeitdruck das Konfliktpotenzial

Ob LNG-Terminal oder Windpark: In politischen Debatten wird die beschleunigte Planung von Infrastrukturprojekten gefordert. Ein IRS-Leitprojekt zur Ansiedlung der Tesla-Gigafactory in Grünheide (Brandenburg) hat zum Ergebnis, dass diese, immer häufiger stolz „Deutchland-Tempo“ gelobte  Beschleunigung hohe politische Kosten hat, wenn damit ein Abbau der Öffentlichkeitsbeteiligung einhergeht. Einer Medienmitteilung aus dem Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung zufolge können vorzeitige Zulassungen, Zeitdruck und Beteiligungsdefizite das Vertrauen in die Demokratie gefährden. weiterlesen…

Europäischer Erfinderpreis 2023 geht nach Frankreich

Wasserstoff sicher und effizient speichern

Das Europäische Patentamt (EPA) zeichnet Patricia de Rango, Daniel Fruchart, Albin Chaise, Michel Jehan und Nataliya Skryabina mit dem Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie „Forschung“ aus für die Entwicklung einer Technologie, mit der sich Wasserstoff einfach komprimieren und in festem Zustand zu Platten gepresst speichern lässt. Die Lösung des multidisziplinären Forschungsteams zur Wasserstoff­speicherung ist weniger energieintensiv und sicherer, was sich im Kampf gegen den Klimawandel als entscheidend erweisen könnte. weiterlesen…

Mit Ackerwildkräutern mehr Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen

Projekt entwickelt Praxisstandards zur Wiederansiedlung von Wildkräutern

Acker-Hahnenfuß, Acker-Wachtelweizen oder Sand-Mohn – Ackerwildkräuter leisten einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt der Agrarlandschaften. Im Projekt „Lebensfelder Praxisstandards zur Wiederansiedlung von Ackerwildkräutern“ entwickeln die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und die Bayerische KulturLandStiftung ein Regelwerk für das Sammeln, Vermehren und Ansiedeln von Ackerwildkräutern. Diese einheitlichen Praxisstandards für landwirtschaftliche und saatgutvermehrende Betriebe sowie für Naturschutz-Akteure liefern die Grundlage, um eine artenreiche Flora in Deutschland großflächig wiederherzustellen. weiterlesen…

Biogas im Tank: CO2-freie Fahrt für ÖPNV und Schwerlastverkehr

Bio-LNG kann CO2-Bilanz um mehr als 65 % verringern oder gar negativ werden lassen

Biomethan aus landwirtschaftlichen Reststoffen ist in großen Mengen verfügbar, die Infrastruktur steht und es eignet sich besonders als Treibstoff für Lkw, Busse, Bau- und Landmaschinen – also für Fahrzeuge, bei denen die Elektromobilität nur schwer Einzug hält. Von allen Erneuerbaren Kraftstoffen weist Biomethan die beste Treibhausgasbilanz auf. Wird es aus Gülle produziert, ist seine CO2-Bilanz sogar negativ, weil Emissionen vermieden werden, die bei der Lagerung und Ausbringung von unbehandelter Gülle entstehen. Welche Methoden das beste Ergebnis erzielen, testen derzeit die Universität Hohenheim in Stuttgart, das KIT in Karlsruhe sowie weitere Projektbeteiligte aus Industrie und Praxis. Der erste Linienbus mit Biomethan rollt bereits auf der schwäbischen Alb und in der Region Ravensburg. weiterlesen…

Neuer Ansatz zur Wasserspaltung

Photokatalytisches Verfahren ermöglicht Aktivierung des Wassers

Wasserstoff (H2) gilt als ein Energieträger der Zukunft –  wenn er klimafreundlich hergestellt wird. Auch für die Herstellung von Wirkstoffen und anderen bedeutsamen Substanzen kann Wasserstoff wichtig sein. Zur Gewinnung von Wasserstoff lässt sich Wasser (H2O) durch eine Folge chemischer Prozesse in Wasserstoffgasumwandeln. Da die Wassermoleküle jedoch sehr stabil sind, bedeutet ihre Spaltung in Wasserstoff und Sauerstoff eine große Herausforderung für die Chemie – dieser wurde an der Uni Münster auf neuem Wege begegnet. weiterlesen…

Buch: Stakeholder Engagement in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft

Theoretische und praktische Perspektiven

Dieser Open-Access-Sammelband soll die Rolle und Bedeutung des Engagements von Interessengruppen in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft aus verschiedenen theoretischen und praktischen Perspektiven diskutieren. Denn die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Kreislaufwirtschaft ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer umweltfreundlicheren und sozial integrativen Gesellschaft. (Titel: Stakeholder Engagement in a Sustainable Circular Economy – © Springer, Open Access) weiterlesen…

Mit besserer Kreislaufführung zur klimaneutralen Chemieindustrie

Elektrifizierung, Recycling und erneuerbare Rohstoffe

Die Energiekrise und die jüngste Reform des EU-Emissionshandels erfordern, dass Chemieunternehmen sich zügig unabhängig von fossilen Rohstoffen machen und ihre Emissionen senken. Das lässt sich durch die Kombination aus einer besseren Kreislaufführung der Produkte, dem Umstieg auf strombasierte Prozesswärme und dem Einsatz erneuerbarer Rohstoffe erreichen, schreibt Agora-Energiewende in einer Medienmitteilung vom 03.07.2023 und weist auf eine Publikation mit Handlungsempfehlungen hin. weiterlesen…

Die dunkle Seite des Universums

Weltraumteleskop Euclid erfolgreich gestartet und bereit für die Erforschung dunkler Materie und dunkler Energie

Das Weltraumteleskop der Esa Euclid ist am 01.07.2023 um 17:12 Uhr mit einer Falcon 9-Rakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ins All gestartet. Von seinem Zielort aus, dem Lagrange-Punkt 2 (L2) von Erde und Sonne, wird die Vorrichtung mit starker deutscher Beteiligung mindestens sechs Jahre lang mehr als ein Drittel des gesamten Himmels beobachten und die räumliche Verteilung von mehreren Milliarden Galaxien kartieren. Mit den Daten erhoffen sich sechs beteiligte Institute des internationalen Euclid-Konsortiums aus Deutschland Aufschluss über den Einfluss der dunklen Materie und dunklen Energie auf die Struktur des Universums. weiterlesen…