Das Märchen SMR

„Kleine modulare Kernreaktoren wurden in den 50er Jahren ausprobiert und sind auch heute nicht besser“

„Kleine modulare Reaktoren erzielen keine Größenvorteile bei der Herstellung, sind nicht schneller zu bauen, verzichten auf die Effizienz der vertikalen Skalierung, sind nicht billiger, eignen sich nicht für abgelegene oder brachliegende Kohlestandorte, haben immer noch sehr hohe Sicherheitskosten, sind immer noch kostspielig und langsam stillzulegen und erfordern immer noch Obergrenzen für Haftpflichtversicherungen. Sie lösen keines der Probleme, die sie vorgeben zu lösen, während sie absichtlich weniger effizient sind, als sie sein könnten, schreibt Michael Barnard am 06.04.2022 auf Illuminem. Es gebe sie schon seit 1950 und sie seien bis heute nicht besser geworden – im Gegenteil: „Der Großteil der Aufmerksamkeit und der Finanzierung ist bestenfalls fehlgeleitet und schlimmstenfalls aktiv klimafeindlich“. weiterlesen…

Wie Russland Europas Atomenergie in der Tasche hat

Nicht nur bei Öl und Gas hat sich Europa abhängig von Russland gemacht

Der russische Staatskonzern Rosatom ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Urangeschäft. Über ein Drittel des weltweiten Bedarfs an angereichertem Uran, das aus großen Mengen Natururan – zu finden in Gesteinsschichten weltweit – hergestellt wird, kommt von Rosatom. Natururan ist das Brennelement, das für den Betrieb von Kernkraftwerken gebraucht wird. Der russische Staatskonzern baut dabei nicht nur in Russland Uran ab und reichert diesen für die Verwendung in Atomkraftwerken an, sondern hat in den vergangenen Jahren erhebliche Anteile an Bergbaugesellschaften weltweit übernommen, wie aus der neuesten Auflage des Uran-Atlas hervorgeht, der vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit der Nuclear Free Future Foundation, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Umweltstiftung Greenpeace und .ausgestrahlt herausgegeben wurde. Mehr dazu von Manuel Först in energiezukunft. (Titel: URAN-ATLAS 2022). weiterlesen…

Längere AKW-Laufzeiten würden massiv Ökostrom verdrängen

„EE und Atom inkompatibel“

Die französischen Atompläne könnten negativen Einfluss auf das Einspeisemanagement nicht nur in Deutschland haben, sagt ein am von Erneuerbare Energien zitiertes Kurzgutachten des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag von Green Planet Energy: Verlängerte Laufzeiten von Atomkraftwerken führen dazu, dass deutlich häufiger Erneuerbare-Energien-Anlagen in der EU abgeschaltet würden und so erhebliche Ökostrommengen verloren gingen. weiterlesen…

„Die Gas-Debatte ist scheinheilig“

Blogbeitrag von DIW-Präsident Marcel Fratzscher vom 19.04.2022

Das Zögern und Zaudern der Politik sei verständlich, da die Akzeptanz von Einschränkungen sehr begrenzt ist. Soll Europa ein sofortiges und vollumfängliches Energie-Embargo gegen Russland verhängen? Dies ist seit Wochen mit die strittigste Frage im Umgang mit Russlands Krieg und seinen Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine. Diese Debatte ist jedoch von Scheinheiligkeit und von unausgesprochenen Widersprüchen geprägt. (Dieser Beitrag erschien erstmals am 19. April 2022 als Gastbeitrag im Berliner Tagesspiegel.) weiterlesen…

Bewertung der Strommarkterlöse fluktuierender Erneuerbarer-Energien-Anlagen

White Paper von Energy Brain Pool

Energy Brainpool, der unabhängige Energiemarkt-Experte aus Berlin, veröffentlicht ein neues White Paper mit dem Titel „Bewertung der Strommarkterlöse von fluktuierenden Erneuerbare-Energien-Anlagen. Darin verdeutlichen die Analysten die eigens entwickelte Kenngröße des Vermarktungserlöses. Der Vermarktungserlös beschreibt den Ertrag, den eine Technologie (Wind oder Solar) ohne extra Förderung am Strommarkt erwirtschaften kann. Die dafür zugrundeliegenden Vermarktungswerte und -mengen berücksichtigen, dass Anlagen in Zeiten negativer Preise abschalten und nicht einspeisen, um Verluste zu vermeiden. Eine kurze Beispielrechnung anhand einer Windenergieanlage rundet das White Paper ab. weiterlesen…

Koexistenz von Zugvögeln und Windrädern

„Flug in eine saubere und sichere Zukunft“

Energie aus Wind oder Sonne sind Schlüssel im Kampf gegen die Klimakrise. Doch Vögel und andere fliegende Tiere können mit den Rotorblättern der Windräder kollidieren und sterben. Ist die Windkraft dann als Eckpfeiler einer globalen Politik für saubere Energie überhaupt geeignet? Forschende des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie in Konstanz und der University of East Anglia in Norwisch/England haben nun in zwei Studien detaillierte GPS-Daten zum Flugverhalten von Vogelarten geliefert, die immer wieder mit Windrädern kollidieren. (Foto: Störche nahe bei Windpark – Foto © m. frdl. Genehmigg. Alejandro Onrubia, MPG) weiterlesen…

BASF und Henkel setzen auf erneuerbare Rohstoffe

Insgesamt sollen 200.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden

Mithilfe des zertifizierten Biomassenbilanz-Verfahrens von BASF sollen jährlich rund 110.000 Tonnen fossilbasierte Inhaltsstoffe durch erneuerbare Kohlenstoffquellen ersetzt werden. Gemeinsam mit der BASF SE wird die Henkel AG & Co. KGaA in den nächsten vier Jahren mithilfe des sogenannten „Biomassenbilanz-Verfahrens“ fossile Rohstoffe durch erneuerbare Rohstoffe ersetzen. Dies gilt für die meisten in Europa hergestellten Konsumgüterprodukte von Henkel aus den Bereichen Laundry & Home Care und Beauty Care. weiterlesen…

[Fe]-Hydrogenase-Metallocofaktor aus dem Reagenzglas

Forschende haben Nutzung von Wasserstoff-Biokatalysatoren vorangetrieben

Wasserstoffgas (H2) ist ein Hoffnungsträger der erneuerbaren Energien, da bei seiner Verbrennung als Abfallprodukt nur Wasser entsteht. Allerdings braucht man für seine Produktion und Nutzung – beispielsweise mittels Brennstoffzellen – Platinkatalysatoren. Platin ist jedoch ein Edelmetall, das sowohl selten als auch teuer ist. Nach der Aufklärung von Proteinstrukturen und Biosyntheseschritten haben Forschende aus Marburg (MPI für terrestrische Mikrobiologie), Lausanne und Minnesota einen Weg gefunden und am 19.04.2022 in Angewandte Chemie publiziert, den entscheidenden Teil des Enzyms [Fe]-Hydrogenase, das die Wasserstoffproduktion katalysiert, im Reagenzglas zu bauen. Ihre Arbeit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur umweltfreundlichen Nutzung von Wasserstoff als grünem Energieträger. weiterlesen…

Auch ohne russische Energie und trotz Atomausstiegs Stromversorgung sicher

DIW aktuell vom 20. April 2022: Kohleausstieg 2030 bleibt machbar
von Christian Hauenstein, Karlo Hainsch, Philipp Herpich, Christian von Hirschhausen, Franziska Holz, Claudia Kemfert, Mario Kendziorski, Pao-Yu Oei, Catharina Rieve

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat in Szenariorechnungen des deutschen Stromsystems analysiert, wie sich ein völliger Stopp russischer Energielieferungen (vor allem Kohle und Erdgas) auswirken wird. Fazit: Der beschleunigte Kohleausstieg beziehungsweise der Atomausstieg 2022 würde nicht in Frage gestellt werden. Die Stromversorgung gerate nicht in Gefahr – die letzten drei Akw sollten wie geplant im Dezember 2022 vom Netz gehen. weiterlesen…

Erstmals Grundlastversorgung aus Solarstrom

Axpo vermarktet

Die zur Schweizer Axpo Holding AG gehörende Axpo Deutschland GmbH baut ihr Geschäft mit langfristigen Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements, PPA) für Solaranlagen in Deutschland weiter aus: Der Energieversorger hat mit dem Hamburger Projektentwickler Enerparc AG einen Stromliefervertrag (Power Purchase Agreement, PPA) für dessen 39-Megawatt-Solarpark in Büttel, Schleswig-Holstein, abgeschlossen. Die Besonderheit: Erstmalig in Deutschland liefert der Solarpark nach Angaben von Axpo ein Baseload-Band zur Grundversorgung. weiterlesen…