Wärmster Oktober seit Menschengedenken

2023 mit ziemlicher Sicherheit das wärmste Jahr der Aufzeichnungen

Der Oktober 2023 war der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen, mit einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von 15,3° C – 0,85° C über dem Oktober-Durchschnitt von 1991-2020 und 0,40° C über dem bisher wärmsten Oktober im Jahr 2019. Das meldet der Copernicus Climate Change Service (C3S), der vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage im Auftrag der Europäischen Kommission mit finanzieller Unterstützung der EU durchgeführt wird. (Grafik: Global gemittelte Anomalien der Oberflächenlufttemperatur im Vergleich zu 1991-2020 für jeden Oktober von 1940 bis 2023 – © Data Source: ERA5. Credit: C3S/ECMWF) weiterlesen…

Vom Sinn der Kreislaufwirtschaft

Gesellschaftlicher Wandel durch Circular Economy

Circular Economy ist mehr als Abfallmanagement, so das Öko-Istitut in seiner jüngsten Publikation auf seiner Webseite. Sie strebt sowohl das Schließen von Rohstoffkreisläufen an als auch eine Verlangsamung der Ressourcenkreisläufe insgesamt. Circular Economy beinhaltet Konzepte wie Abfallvermeidung, Wiederverwendung oder Reparaturen. Sie setzt bereits beim Design von Produkten an, befasst sich mit ihrer Herstellung ebenso wie mit ihrer (Nach-)Verwendung und dem Recycling. Zu den Instrumenten der Circular Economy gehören Maßnahmen, die zu einer längeren Lebens- und Nutzungsdauer von Produkten führen, wie etwa Mindesthaltbarkeitsanforderungen und nicht zuletzt Suffizienz, also die Verringerung des Konsums verbunden mit einem geringeren Rohstoff- und Energieverbrauch. weiterlesen…

Widersprüche zwischen Klimasimulationen und Klimaspuren klären

Beim Klimawandel Regionen im Blick behalten

Bislang stehen Ergebnisse von Klimasimulationen manches Mal im Widerspruch zur Analyse von Klimaspuren aus der Vergangenheit. Ein Team um den Physiker Thomas Laepple, Forschungsstelle des Potsdamer Alfred-Wegener-Instituts, und die Klimatologin Kira Rehfeld, Universität Tübingen, hat deshalb Fachleute für Klimamodelle und Klimaspuren zusammengebracht, um zu klären, wie es zu den Diskrepanzen kommt. Das überraschende Ergebnis wurde jetzt in Nature Geoscience veröffentlicht: In gewisser Weise haben beide Seiten recht. Klimamodelle schätzen globale Temperaturtrends richtig ein, unterschätzen aber oft die Stärke regionaler Klimaschwankungen vor allem im Laufe von Jahrzehnten bis Jahrhunderten. Text am 06.11.2023 auf der Internetseite des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. (Foto: Höhlenmineralien (Speläotheme) in einer Höhle in Brasilien: Eines der für die Rekonstruktion vergangenen Klimas nutzbaren Klimaarchive – © Kira Rehfeld (CC-BY 4.0)) weiterlesen…

Nicht die Klimakrise trifft die Armen, sondern die Anpassung

Fehleinschätzung der Armutsursachen und -folgen

Das Narrativ, die Klimakrise bedrohe besonders die Armen der Welt, hat sich weitgehend durchgesetzt; dagegen argumentiert Tilak Doshi in Forbes vom 26.10.2023 jedoch, dass die ergriffenen Gegenmaßnahmen den Ärmsten am meisten schaden. Denn während der Westen in erster Linie durch die Verringerung der Treibhausgasemissionen auf die Eindämmung des Klimawandels dränge, fehle der Fokus auf die Anpassung durch Maßnahmen zur Verringerung der Anfälligkeit der Menschen für die Auswirkungen des Klimawandels, wie z. B. die Verbesserung von Wohnraum, Wasserversorgung und Zugang zu sauberer Energie. (Grafik: Klimawandel: ‚Warming stripes‘ – © Ed Hawkins, globalcore, climate-lab-book.ac.uk, CC BY-SA 4.0) weiterlesen…

Berufe der Zukunft: Carbon Accountant

Immer mehr Unternehmen stellen Spezialisten ein, um ihren Beitrag zum Klimawandel zu erkennen.

Sein offizieller Titel lautet „Vice President of regulated reporting solutions“. In Wirklichkeit ist Billy Scherba „Carbon Accountant“, etwa Kohlenstoffbuchhalter – so die MIT Technologiy Review am 25.10.2023. Bei einer Plattform für Klimamanagement arbeitet er mit Unternehmen zusammen, um deren Beitrag zum Klimawandel zu berechnen, zu verwalten und offenzulegen. Carbon Accountants helfen dabei, zu verstehen, welche Daten für ihre Klimabilanz wichtig sind, wie sie diese Daten auf konsistente Weise erfassen und welche Teile ihrer Geschäftstätigkeit die meisten Emissionen verursachen. weiterlesen…

Beton aus Müllverbrennungsasche

TH Köln erprobt ressourcenschonende Verfahren für die Betonherstellung

Durch die Verbrennung von gemischten Siedlungsabfällen, also haushaltsüblichem Müll, fallen in Deutschland jährlich etwa 5,7 Millionen Tonnen Müllverbrennungsaschen (MV-Aschen) an. Da diese Rückstände bisher nicht hochwertig weiterverarbeitet werden können, verbleiben sie größtenteils ungenutzt auf Deponien. Die Technische Hochschule Köln arbeitet im Projekt ASHCON daher an einem Verfahren, um MV-Asche für die Betonherstellung nutzbar zu machen. Untersuchungen mit ersten Rezepturen und Probekörpern belegen die grundsätzliche Machbarkeit. (Bild: In dem Vorhaben sind Probekörper aus Beton entstanden, bei denen etwa die Hälfte des darin enthaltenen Kieses durch aufbereitete MV-Asche ersetzt wird. – © Costa Belibasakis TH Köln) weiterlesen…

GEG: Was ändert sich mit dem Gebäude-Energie-Gesetz?

Verbraucherzentrale NRW zeigt, worauf es bei einer Erneuerung oder Modernisierung ab 2024 ankommt

Das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) tritt am 1. Januar 2024 in Kraft. Die kontrovers diskutierte Neuregelung des Gesetzes legt energetische Anforderungen an Heizungen fest und sorgte in den vergangenen Monaten bei vielen Verbraucher:innen für offene Fragen. Ist beispielsweise ein Heizungstausch geplant, so greifen die neuen Anforderungen oft erst Mitte 2026 oder gar 2028, je nach Planungen der Kommune. Energieexperte Christian Handwerk von der Verbraucherzentrale NRW erklärt die wichtigsten Punkte und gibt Tipps, wie Verbraucher:innen mit der Neuregelung des GEG umgehen können. weiterlesen…

„Industriepolitik in der Zeitenwende“

 Blick der Bertelsmann Stiftung auf die Industriestrategie des BMWK

Am 24. Oktober hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck seine Überlegungen zu einer zukunftsfähigen Industriestrategie vorgelegt (BMWK – Habeck legt Industriestrategie vor – Industriepolitik in der Zeitenwende). Viele der dort angesprochenen Themen behandle die Bertelsmann Stiftung in ihren Projektaktivitäten seit knapp zwei Jahren, heißt es in einer Pressemitteilung vom 03.11.2023. weiterlesen…

Neue Analyse hält LNG für klimaschädlicher als Kohleverbrennung

Durch Mathanlecks während des Transports: „Beendigung der LNG-Nutzung muss globale Priorität haben“

Die Analyse eines der weltweit führenden Methanforschers, Robert Warren Howarth, Professor für Ökologie und Umweltbiologie an der Cornell University in Ithaka, N.Y., versuche, den Treibhausgas-Fußabdruck des nach Europa und Asien exportierten US-LNG zu ermitteln, und die vorgelegten Zahlen seien erstaunlich, schreibt Bill McKibben im New Yorker am 31.10.2023. Die Kohleverstromung sei lange Zeit der Maßstab für die Messung von Klimaschäden gewesen. weiterlesen…

Globale Erwärmung beschleunigt heterotrophe Bodenatmung

Kohlenstoffabfluss aus Böden größte terrestrische Kohlenstoffquelle für Atmosphäre

Eine Schweizer Untersuchung legte (schon im Juni – erstmals erwähnt siehe: solarify.eu/erderwaermung-beschleunigt-co2-ausstoss-von-bodenmikroben) dar, dass der Erdboden eine zunehmende Rolle im globalen Temperaturanstieg spielt. So fand ein Forscherteam aus Wissenschaftlern und Umweltschützern heraus, dass die Böden ihren CO2 Ausstoß in den vergangenen Jahren enorm erhöht haben. Die Untersuchungsergebnisse veröffentlichen die Wissenschaftler Alon Nissan, Uria Alcolombri, Nadav Peleg, Nir Galili, Joaquin Jimenez-Martinez, Peter Molnar und Markus Holzner open access in Nature Communications (Global warming accelerates soil heterotrophic respiration). weiterlesen…