„Klimawandel spürbar – hier und heute“

Lancet Countdown: Forschungsbericht zu Klimawandel und Gesundheit

Bis zum Ende dieses Jahrhunderts sind jährlich bis zu fünf zusätzliche Hitzewellen in Norddeutschland und bis zu 30 in Süddeutschland zu erwarten, wenn wir mit dem Ausstoß von Treibhausgasen so weitermachen wie bisher. Damit einhergehender Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen können schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben. Dazu zählen unter anderem Hitzschlag, Herzinfarkt und akutes Nierenversagen aufgrund von Flüssigkeitsmangel. Am stärksten gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge, Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie Personen, die schwere körperliche Arbeit im Freien verrichten, etwa Bauarbeiter, wie das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mitteilte. Zu diesen Ergebnissen komme ein am 14.11.2019 veröffentlichter Forschungsbericht der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“. Dieser sei Teil des internationalen Forschungsprojekts „The Lancet Countdown on Health and Climate Change“. weiterlesen…

Energieverbrauch in Deutschland sinkt erneut

AGEB mit Neun-Monats-Statistik

Der deutsche Energieverbrauch wird in diesem Jahr erneut zurückgehen. Auf Basis der jetzt vorliegenden Zahlen für den Energieverbrauch der ersten neun Monate rechnet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen für das Gesamtjahr mit einem Rückgang des Energieverbrauchs in Deutschland um gut 2 Prozent auf etwa 12.810 Petajoule (PJ) beziehungsweise 437 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) – oder 3.557 TWh. Da der Verbrauch an Kohle besonders stark rückläufig war und die Erneuerbaren Energien weiter zulegen konnten, rechnet die AG Energiebilanzen in einer Medienmitteilung vom 30.10.2019 mit einem merklichen Rückgang der CO2-Emissionen.
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Energiewende zu „ertragbaren Kosten“

655 Milliarden bis 1,85 Billionen (Bruchteile des BIP)

Deutschland soll bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral sein. Dazu muss das Energiesystem in allen Bereichen – Energiesektor, Gebäude, Industrie und Verkehr – umfassend umgebaut werden. Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich haben berechnet, was es kostet, unser Energiesystem bis 2050 so umzugestalten, dass wir die Pariser Klimagrenzen einhalten: Insgesamt 655 Milliarden Euro, wenn um 80 Prozent reduziert werden soll. Das 95 Prozent-Szenario würde mit 1,85 Billionen Euro zu Buche schlagen. Die Jülicher Studie beruht auf detaillierten Berechnungen mithilfe einer ganzen Familie von neu entwickelten Computermodellen – so eine Medienmitteilung aus Jülich vom 31.10.2019. weiterlesen…

FAZ: Das Grenzwert-Drama – 95 Gramm

Ab 2020 nur 4 Liter Benzin, oder 3,5 l Diesel

Seit 01.09.2018 gilt das weltweit harmonisierte Prüfprogramm WLTP. Es bringt realitätsnähere CO2-Prüfwerte. „Sachlich bewertet, kommen Folgerichtigkeit, Zielgenauigkeit und oft eingeforderte Steuergerechtigkeit zum Tragen“, hieß es damals in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Das WLTP-Messverfahren bildet im Vergleich zur NEFZ-Messung realitätsnähere und damit höhere CO2-Emissionswerte ab. In der Folge bringt das neue Messverfahren Veränderungen sowohl bei der Höhe der Kfz-Steuer für neu zugelassene Pkw als auch bei den Einnahmen durch die Kfz-Steuer mit sich. weiterlesen…

Warum nur ein Green New Deal unseren Planeten retten kann

„…und nur ein breites politisches und gesellschaftliches Bündnis die Bedrohung noch abwenden“

Deepwater Horizon, das Abschmelzen des Polareis oder Fracking – nur ein paar Beispiele aus jüngster Vergangenheit, die belegen, welchen Raubbau der Mensch an seiner Lebensgrundlage der Erde betreibt. Hinzu kommen jedes Jahr verheerendere Waldbrände, längere Dürreperioden und heftigere Regenfälle, die Häuser, Ernten und den Lebensraum von Menschen und Tieren vernichten. Die bekannte Umweltaktivistin Naomi Klein hat mit Green New Deal ihr bislang wichtigstes Buch geschrieben: Angesichts der unverminderten Zerstörung unserer Umwelt und laxen Gesetzen zeigt sie, warum die Vision einer grüne Zukunft nicht nur nötig, sondern absolut unumgänglich ist. weiterlesen…

In nur 30 Jahren könnte unsere Auslöschung beginnen

Wissenschaftlicher Bericht aus Australien rechnet mit Ende der Menschheit ab 2050 – wenn wir so weitermachen

Eine durchaus ernstzunehmende australische Studie des Breakthrough National Centre for Climate Restoration vom Mai 2019 zeigt, wie weit wir unseren Planeten bis heute schon zerstört haben. Es könnte bedeuten, dass uns noch viel weniger Zeit bleibt, als wir – und vor allem auch die Wissenschaft – glauben. Noch sei die Konsequenz vermeidbar, dass der Klimawandel den Weltuntergang und unser Ende bedeutet. Die Arbeit der australischen Wissenschaftler führt jedoch drastisch vor Augen, dass sich die Situation zunehmend verschärft – nicht linear, sondern exponentiell. Demnach könnte das Aussterben großer Teile der Menschheit sogar schon 2050, also in 30 Jahren, beginnen. Bereits jetzt stelle der Klimawandel eine „existenzielle Bedrohung für die menschlichen Zivilisation“ dar, die ab 2050 für Jahrhunderte nicht mehr abwendbar sei. Solarify dokumentiert die (rechtefreie) Studie. weiterlesen…

Bundestag beschließt Klimaschutz- und Brennstoffemissionshandelsgesetz – Stimmen

CO2-Preis kommt

„Das ist ein dicker Baustein, um die Klimaschutzziele von Paris zu erfüllen“, schreibt die SPD-Bundestagsfraktion in ihrem Newsletter und erntet nicht nur Beifall: Der Bundestag hat am 15.11.2019 das Brennstoffemissionshandels- und das Klimaschutzgesetz beschlossen. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Jung, sagte in der Debatte, mit den beschlossenen Gesetzen hebe man die Klimapolitik „auf eine neue Ebene“. Er rief dazu auf, die Menschen beim Klimaschutz mitzunehmen. „Wir müssen auch an die denken, die eine alte Heizung haben und die sich nicht morgen ein neues Auto kaufen können.“ Matthias Miersch, stellvertretender SPD-Fraktionschef sagte, der Einsatz habe sich gelohnt; zum ersten Mal habe die SPD „2010 die Einführung eines Klimaschutzgesetzes verlangt“. (Foto: Bundestagsplenum vor Abstimmung über Klimaschutzgesetz – Screenshot © parlamentsfernsehen) weiterlesen…

Scharfe Kritik an Altmaiers Windenergie-Plänen

„Sicherheitsabstand“ stößt auf Widerstand – „droht Wirtschaft lahmzulegen“

Gewerkschaften und Industrie machen Front gegen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaiers Windenergie-Pläne. Besonders auf Widerstand stößt der Sicherheitsabstand von einem Kilometer zu Siedlungen, schreibt das Internetportal euractiv in einer Zusammenfassung. weiterlesen…

Mit Kohleausstiegsgesetz soll 52-GW-Deckel für Photovoltaik fallen

Dennoch „nicht alles erfreulich“

Im Referentenentwurf ist die Streichung enthalten. Allerdings ist nicht alles erfreulich, was in dem Gesetzentwurf zu lesen ist. Nach pv magazine-Informationen konnte eine zusätzliche Absenkung der Solarförderung über die Anpassung des atmenden Deckels wohl verhindert werden – so Sandra Enkhardt. Der genaue Zeitplan, wie und wann der Entwurf verabschiedet wird, sei noch nicht ganz klar. weiterlesen…

Norwegische staatlicher Pensionsfonds: Risikobasierte versus ethische Investitionen

Großteil der Investitionen des Fonds auf nicht nachhaltigem Weg

von Heidi Rapp Nilsen, Beate Sjåfjell und Benjamin J. Richardson – in Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 1 / 2019, S. 65-78

Der staatliche norwegische Pensionsfonds Global galt stets als Musterknabe für ethisch-ökologisches Investieren, wurde für Nachhaltigkeit und Divestment (Ausstieg aus fossilen Energieträgern) gefeiert (auch Solarify stimmte in die Lobeshymnen ein). Jetzt zeichnet eine in den Vierteljahrsheften zur Wirtschaftsforschung des DIW-Berlin erschienene Fallstudie ein kritisch-differenziertes Bild: Der Großteil der Investitionen befinde sich „auf einem nicht nachhaltigen Weg des ‚business as usual'“. Die Hauptthese des Artikels lautet, dass je weniger haltbar das „business as usual“ werde, „desto mehr nimmt die Bedeutung der finanziellen Risikobewertung zu und die Relevanz der Ethikrichtlinien ab“. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde gemeldet, der Fonds habe seine Beteiligung am Kohlekonzern RWE verdoppelt (taz vom 02.11.2018). weiterlesen…