Deutschland (wieder) kein Klimaschutzvorreiter

Dennoch im Klimaschutz-Index leicht verbessert

In dem von Germanwatch, dem NewClimate Institute und dem Climate Action Network im Rahmen der COP26 am 09.09.2021 veröffentlichten Climate Change Performance Index 2022 (Klimaschutz-Index) werden die Klimaschutzleistungen von Industrie- und Schwellenländern sowie der EU verglichen. Deutschland rückt darin um sechs Plätze auf Platz 13 vor und hat sich damit im internationalen Vergleich deutlich verbessert. Die drei ersten Ränge bleiben wie in den Vorjahren symbolisch unbesetzt, weil noch kein Land ausreichend Engagement zeige, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. Die drei skandinavischen Länder landen auf den Plätzen vier bis sechs. Die Untersuchung bewertet zum einen die sinkenden Treibhausgas-Emissionen hierzulande positiv, zum anderen die verschärften Klimaziele für 2030 und 2045. weiterlesen…

Klimainvestitionen: Wie die Finanzierung der 2030-Ziele gelingt

Neue Bundesregierung kann trotz Schuldenbremse nötige Klimaschutzmaßnahmen finanzieren

Die neue Bundesregierung steht vor der Herausforderung, ausreichend öffentliche Gelder für den Klimaschutz bereitzustellen und zugleich die gesetzlichen Vorschriften zur Neuverschuldung zu wahren. Eine Analyse von Agora Energiewende und Forum New Economy zeigt, mit welchen fiskalpolitischen Instrumenten die erforderlichen Klimaschutzinvestitionen – rund 46 Milliarden Euro jährlich bis 2030 – unter Einhaltung der Schuldenbremse und ohne Steuererhöhungen finanzierbar sind. Dazu gehören die Erhöhung öffentlicher Investitionen über (teil-)staatliche Gesellschaften, der Abbau klimaschädlicher Subventionen, der Ausgleich krisenbedingter Verluste im Bundeshaushalt 2022 sowie die Weiterentwicklung der Berechnungsmethode zur zulässigen Neuverschuldung. weiterlesen…

COP26: Mit Recht schwache Erwartungen

Klimakonferenz in Glasgow – Lars Jaeger über unzureichende Voraussetzungen und bescheidene Zwischenergebnisse

Noch ist die 26. UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow, international bekannt als COP26 (oder auch CMP16 = 16. Treffen zum Kyoto-Protokoll), nicht beendet (sie geht bis zum 12.11.), doch die Urteile über sie wurden längst gefasst. Die Regierungschefs haben sich getroffen, nun befinden sich die jeweiligen Experten aus allen Ländern in der Diskussion über Details – sowie Interpretationen der Aussagen ihrer Regierungschefs. weiterlesen…

Neue Einblicke in Struktur des Neutrons

Internationales Forschungsteam misst Formfaktoren des Neutrons bisher unerreicht präzise

Sämtliche bekannte Atomkerne und damit fast die gesamte sichtbare Materie bestehen aus Protonen und Neutronen – und doch sind viele Eigenschaften dieser allgegenwärtigen Bausteine der Natur noch nicht verstanden. Vor allem das Neutron als ungeladenes Teilchen verschließt sich vielen Messungen, und es gibt auch 90 Jahre nach seiner Entdeckung noch viele offene Fragen, beispielsweise in Bezug auf seine Größe und seine Lebensdauer. Nun es ist es gelungen, am BESIII-Experiment in China genau diese Daten für den Energiebereich von 2 bis 3,8 Gigaelektronenvolt zu messen und zwar im Vergleich zu vorherigen Messungen mit mehr als 60-mal größerer Genauigkeit, wie die Kollaboration am 08.11.2021 auf der JGU-Webseite und in der aktuellen Ausgabe von Nature Physics berichtet. (Grafik: Atommodell – © Memed_Nurrohmad, pixabay) weiterlesen…

CO2-Ausstoß von Zementproduktion kann langfristig stark reduziert werden

Mainzer Chemiker entwickeln Methode zur Zementproduktion durch Vermahlen anstelle umweltschädlichen Kalkbrennens

Globale Erwärmung und bezahlbares Wohnen sind zwei dominierende Themen der öffentlichen Debatte. Klimaschutz erreicht man durch CO2-Reduktion. Wohnraum schafft man durch verstärkten Wohnungsbau. Dazu braucht es Beton, den wichtigsten Baustoff unserer modernen Welt. Der enthält zwar keine fossilen Brennstoffe, ist ungiftig und schwimmt nicht als Plastikmüll in den Ozeanen. Aber der Eindruck täuscht, denn die Zementherstellung ist mit rund 8 % (2,7 Mrd.t jährlich) der größte industrielle Emittent weltweiter CO2-Emissionen, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe – meist Kohle – beim Brennen mit Temperaturen um 1.000° und Sintern bei etwa 1.450 ° C entstehen. Das können Forscher der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität jetzt ändern. weiterlesen…

Nächste Weltwirtschaftskrise steht offensichtlich vor der Tür

Verursacht durch fundamentale Erdölverknappung

1972 legte der Club auf Rom einen die ganze Welt sensibilisierenden Bericht zur Endlichkeit der Ressourcen vor. Erstmals wurde der Glaube erschüttert, man könne für immer und ewig auf billiges Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran (und andere Rohstoffe) zurückgreifen. Bis heute dominieren aber diese Rohstoffe das Weltwirtschaftssystem, mit gigantischen Gewinnen für Erdöl-, Erdgas- und Kohlekonzerne und dem katastrophalen Nebeneffekt, dass das Weltklima mit wachsender Temperaturerhöhung kollabiert, denn es treten auch schon heute zunehmend Naturkatastrophen ein, die unvorstellbares Leid in weiten Weltregionen verursachen. So der Energieexperte und Präsident der Energy Watch Group, Hans-Josef Fell auf seiner Webseite. weiterlesen…

MENA: Ungleichheiten bei Energiewende

Rückstand bei Erneuerbaren Energien

Im Wirtschaftsraum EUMENA (Europa, Naher Osten und Afrika) gibt es große Unterschiede bei der Energiewende. Die Projektpipeline für Erneuerbare Energien ist in Europa ungleich größer als im Nahen Osten und Afrika – so Petra Franke am 08.11.2021 auf energiezukunft. Im globalen Süden gehen mehr Investitionen in fossile Brennstoffe. Die MENA-Länder bilden neben Amerika und Asien einen der drei Wirtschaftsräume der Welt. weiterlesen…

Ampel: Pflicht-PV noch offen – BMF präzisiert Klein-PV-Steuerbefreiung

Einigkeit, EEG-Umlage abzuschaffen

SPD, Grüne und FDP erwarten Widerstand der Union, wenn es um die Einführung einer gewerblichen Photovoltaik-Pflicht geht – so ein Übersichtspapier aus den Sondierungspositionen der Ampel-Verhandler, das pv magazine vorliegt und aus dem Petra Hannen am 05.11.2021 zitierte. Einigkeit dagegen besteht im Ziel, die EEG-Umlage während dieser Legislaturperiode (übereinstimmend 2023) abzuschaffen. Dass die Unionsfraktion dieses Ziel ebenfalls verfolgt, vereinfacht die Umsetzung politisch und rechtlich. Denn im Bundesrat wird die Ampel (vorerst) keine Mehrheit haben. weiterlesen…

Gießkannenschimmel verdaut Plastik

Pilze essen Kunststoff auf

Zunehmend widmen sich Forscher verschiedensten Pilzen, um Plastikmüll zu beseitigen oder nachhaltige Baustoffe zu entwickeln, schreibt Jana Sepehr im Magazin fluter der Bundeszentrale für politische Bildung. 2011 entdeckten Wissenschaft­ler der Universität Yale eine Pilzart, die Kunststoff zer­setzt: Pestalotiopsis microspora ernährt sich mithilfe eines Enzyms von Plastik – im Dunkeln und unter sauerstoffarmen Be­dingungen. Und 2017 wurde auf einer Müllhalde in Pakistan entdeckt, dass noch ein weiterer Pilz (Aspergillus tubingensis – „Tübinger Gießkannenschimmel„) in einigen Wochen Polyurethan zersetzen kann – ohne Pilze dauert es mehrere Jahre bis Jahrzehnte. (Foto: Pestalotiopsis microspora [Speg.] G.C._Zhao_&_N._Li – © MSchink – Mushroom Observer , commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0) weiterlesen…

Schulze (und Söder) gegen „grüne“ Kernkraft

Umweltministerin: zu teuer, zu gefährlich

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wendet sich gegen Forderungen von EU-Partnern, Atomenergie als nachhaltig einzustufen. „Wir wollen keine Atomenergie, wir halten sie nicht für nachhaltig, und wir wollen auch nicht, dass die EU das unterstützt“, sagte die geschäftsführende Ministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom 08.11.2021. Die deutsche Position dazu sei vollkommen klar, und „da sind wir auch nicht die einzigen, die das so sehen“, sagte Schulze. Es sei auch noch nicht entschieden, dass diese Einstufung komme, „auch wenn Frankreich seine Interessen gerade sehr lautstark vorträgt“. weiterlesen…