Abgasskandal reloaded?

DUH präsentiert Expertengutachten mit acht bisher unbekannten illegalen Abschalteinrichtungen in Euro 6 Mercedes-E-Klasse

Der Stuttgarter Daimler-Konzern ist tiefer in den Diesel-Abgasskandal verstrickt als bislang bekannt. Das enthüllt ein brisantes Kfz-Software-Gutachten von Kfz-Software-Experte Felix Domke, das die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 05.11.2021 ausführlich der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Darin dokumentiert Domke im Auftrag der US-amerikanischen Kanzlei Milberg insgesamt acht bisher unbekannte Abschalteinrichtungen in einer Mercedes-Benz E-Klasse mit Euro 6 Diesel. Mit diesen nach Auffassung der DUH eindeutig illegalen sogenannten „defeat devices“ wird die wirksame Abgasreinigung durch den verbauten SCR-Katalysator reduziert. Das Ergebnis: Die realen Stickoxid-Emissionen auf der Straße liegen bis 500 Prozent über dem gesetzlich festgeschriebenen Grenzwert. Bislang hatte die Daimler AG stets abgestritten, illegale Abschalteinrichtungen bei in Deutschland und Europa verkauften Diesel-Pkw zu verwenden. weiterlesen…

Whistleblower: Energiecharta-Vertrag gefährdet Pariser Klimavertrag

ECT ermöglicht es Energiekonzernen, Regierungen auf Erstattung von entgangenen Profiten zu verklagen

Ein geheimes Investorengerichtssystem stellt laut Aktivisten eine echte Bedrohung für das Pariser Klimaabkommen dar, da Regierungen, die Maßnahmen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ergreifen, mit einer Flut milliardenschwerer Klagen wegen angeblich entgangener Gewinne rechnen müssen. Neue, dem Londoner Guardian vorliegende Geheimdokumente zeigen einen Anstieg der Klagen nach dem Energiecharta-Vertrag (ECT) um 269 %. Der ECT gestattet es Energiekonzernen, die ihre Gewinne beeinträchtigt sehen, Regierungen zu verklagen. weiterlesen…

ESYS weiß, wie PV und Wind schneller ausgebaut werden könnten

Impuls für klimagerechten Ausbau von Photovoltaik und Windenergie

Zu wenige ausgewiesene Flächen, langsame, komplexe Genehmigungsverfahren und Akzeptanzprobleme: Der Ausbau von Windenergie und Photovoltaik stockt. Dabei muss in etwas mehr als zwei Jahrzehnten Strom aus Erneuerbaren den gesamten Energiebedarf decken – auch in den Sektoren Wärme und Verkehr. Energie aus Wind und Sonne kommt in diesem Prozess eine besondere Rolle zu, denn sie wird in Zukunft einen Großteil der Stromerzeugung leisten. Das Akademienprojekt ESYS macht in einem Impulspapier Vorschläge wie Hemmnisse abgebaut und der Ausbau beschleunigt werden können. Dazu veröffentlichten acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaft am 05.11.2021 eine gemeinsame Medienmitteilung. weiterlesen…

„Planung der Gasinfrastruktur ist falsch“

Worüber keiner reden will: Der bevorstehende Abschied vom Gasnetz

„Zur Klimaneutralität gehört auch der Abschied von Erdgas. Die aktuelle Planung der Gasfern- und -verteilnetze setzt jedoch auf den unveränderten Fortbestand der Gasinfrastruktur – und riskiert damit Investitionsruinen für Staat und Haushalte“, schreibt Barbara Saerbeck, Projektleiterin Grundsatzfragen bei Agora-Energiewende, am 04.11.2021 auf der Webseite des Think Tanks. Die Gasindustrie investiere aktuell, „was das Zeug hält“. 2019 seien rund 2,5 Milliarden Euro in den Aus- und Neubau der deutschen Gasnetze (BNetzA Monitoring-Bericht) geflossen. weiterlesen…

Seegras als natürlicher CO2-Speicher

Dank Symbiose mit symbiotischen Bakterien

Seegraswiesen bieten einen vielseitigen Lebensraum an vielen Küsten. Zudem speichern sie große Mengen CO2 aus der Atmosphäre und speichern ihn im Ökosystem. Um gut zu gedeihen, brauchen die Seegräser Nährstoffe, hauptsächlich Stickstoff. Bisher glaubte man, dass die Pflanzen den Stickstoff vorwiegend aus dem umgebenden Wasser und Sediment aufnehmen. Diese sind allerdings extrem nährstoffarm. Nun zeigt eine Studie von Forschenden des Bremer Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie, dass Seegras im Mittelmeer in seinen Wurzeln eine Symbiose mit einem Bakterium unterhält, das den für das Wachstum notwendigen Stickstoff liefert. Solche Symbiosen waren bisher nur von Landpflanzen bekannt. (Foto: Forscher bei Probennahme in Mittelmeer-Seegraswiesen, ein Messgerät bestimmt Sauerstoffgehalt im Meeresboden – (mit frdl. Genehmigung MPI-Bremen) © Hydra Marine Sciences) weiterlesen…

2021 Kohlendioxid-Ausstoß nicht gesunken

CO2-Emissionen 2021 erreichen annähernd wieder das Niveau von 2019


Nachdem 2020 die fossilen Kohlendioxid-Emissionen im globalen Schnitt deutlich gesunken waren, nähern sie sich in diesem Jahr wieder dem Niveau von vor der Corona-Pandemie an. Wie Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) mitteilte, zeigte dies das Global Carbon Project am 04.11.2021, am gleichen Tag, als die COP26 sich mit dem weltweiten Kohleausstieg beschäftigte. Die LMU koordiniert ein bundesweites Forschungsprogramm zur Kohlendioxid-Entnahme aus der Atmosphäre: Im Rahmen der Förderlinie „Carbon Dioxide Removal“ des BMBF starten zehn Verbundprojekte zur Entnahme von Kohlendioxid. weiterlesen…

COP26: „Ende der Kohle in Sicht“

„Kohle wird im Rahmen der COP26 in die Geschichte eingehen“

Mindestens 23 Länder sind am 04.11.2021 einer offiziellen Medienmitteilung zufolge neue Verpflichtungen zum Ausstieg aus der Kohleverstromung eingegangen, darunter fünf der 20 Länder, die weltweit am meisten Kohle verstromen. Große internationale Banken verpflichten sich, bis Ende 2021 alle internationalen öffentlichen Finanzierungen für neue, unverminderte Kohlekraftwerke zu beenden. weiterlesen…

Kerosin aus Sonnenlicht und Luft 

Bio-Flugzeugtreibstoff

Wissenschaftler der ETH Zürich haben eine Anlage gebaut, mit der sich aus Sonnenlicht und Luft CO2-neutrale Treibstoffe herstellen lassen, meldet das Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung. Das nächste Ziel sei, die Technologie auf industriellen Maßstab zu bringen und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. In Nature beschreiben Forscher aus Zürich und Potsdam die Funktionsweise des Solarreaktors und schlagen ein politisches Rahmenwerk vor, das Anreize für die verstärkte Produktion von „solarem Kerosin“ setzt. weiterlesen…

Kabinett verabschiedete Klimaschutzbericht 2021

Regierung erfüllt damit Berichtspflicht aus dem Bundes-Klimaschutzgesetz

Das Bundeskabinett hat am 03.11.2021 den Klimaschutzbericht 2021 verabschiedet, teilte das BMU mit. Er enthält den Umsetzungsstand der Klimaschutzprogramme von 2019 und 2014, ergänzt um bereits zuvor veröffentlichte Informationen zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den verschiedenen Sektoren bis 2020 sowie zur Projektion der zu erwartenden Treibhausgas-Minderungswirkung der bis Mitte 2020 beschlossenen Maßnahmen. Die Bundesregierung erfüllt damit eine Berichtspflicht aus dem Bundes-Klimaschutzgesetz. weiterlesen…

Deloitte-Studie: Turning Point

Klima: Nichtstun kommt teuer

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt Kosten und Nutzen von Investitionen in Klimaschutz. Nichtstun kostet Deutschland danach bis 2070 insgesamt 730 Milliarden Euro. Klimaneutralität bis 2050 führt zu stärkerem Wirtschaftswachstum. Die deutsche Wirtschaft könnte in den kommenden 50 Jahren durch den Klimawandel Schäden in Höhe von insgesamt 730 Milliarden Euro erleiden, wenn nicht frühzeitig gegengesteuert wird. Grund dafür sind geringere Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis zum Jahr 2070, die außerdem zum Verlust von bis zu 470.000 Arbeitsplätzen führen könnten, verglichen mit einer Welt ohne Klimawandel. (Titelbild der Studie des Deloitte Economics Institute „Germany’s turning point -How climate action can drive our economic future“ – © deloitte.com) weiterlesen…