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Archiv: ETS

Deutschland muss für CO2 zahlen


Seit Januar 2018 kostet jede Zusatzemission an Kohlendioxid 30 Euro pro Tonne

Kolumne von Hans-Jochen Luhmann auf sinn-schaffen.de
Hans-Jochen Luhmann, Senior Expert am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, weist in seinem Text darauf hin, dass die Überschreitung vorgegebener Grenze für die Emission von Treibhausgasen zu Lasten des Bundeshaushalt geht. Eingestellt sei das da noch nicht – das Defizit betreffe neue Akteure in Berlin. Die laxe Klimapolitik, vor allem das Nachgeben gegenüber den Auto-Herstellern, sei ein Griff in die Taschen des Finanzministers geworden.

CO2 zu billig


Preise für Treibhausgase in nur wenigen Ländern hoch genug um Klimaziele zu erreichen

Der CO2-Ausstoß verteuert sich für Verursacher laut der OECD-Studie Effective Carbon Rates 2018: Pricing Carbon Emissions through Taxes and Emissions Trading zu langsam. Regierungen müssten die CO2-Preise viel schneller erhöhen, um ihre Ziele zur Senkung der Emissionen und zur Verlangsamung des Klimawandels im Rahmen des Pariser Abkommens einzuhalten, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 18.09.2018 in Paris mit.


Regierung profitiert vom ETS

Dank der hohen Preise am ETS-Markt für CO2-Zertifikate klingelt die Kasse von Bundesfinanzminister Olaf Scholz: Der kann sich nach Schätzungen 2018 über unerwartete Zusatzeinnahmen in Höhe von 2 Mrd. Euro freuen. Denn nach Informationen der Welt am Sonntag müssen Industrie und Stromkonzerne für die Verschmutzerrechte tief in die Tasche greifen: Der Preis der Zertifikate habe sich verdreifacht. Die Bieter müssen im Schnitt fast acht Prozent mehr als noch im Vormonat zahlen.


ETS beginnt zu wirken – Umweltschützer bleiben skeptisch

Das 2005 in Kraft getretene europäische Emissionshandelssystem ETS, mit rund 12.000 Unternehmen weltweit das größte seiner Art, soll den Ausstoß von Treibhausgasen in der EU kostenwirksam und wirtschaftlich effizient reduzieren helfen. Zentrales Ziel ist es, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2° Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu beschränken, also die Zwei-Grad-Grenze einzuhalten. Dazu muss die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre unterhalb des Wertes von 550 ppm CO2-Äquivalenten gehalten werden (siehe ausführlich: solarify.eu/europaisches-emissionshandels-system-ets). Ein Beitrag des Schweizer Radios SRF.


Carbon Countdown: Preise und Politik im EU-ETS – Der Markt zählt bis hinunter zur MSR

Der EU-Carbonmarkt war in den vergangenen 16 Monaten der heißeste Rohstoffmarkt der Welt, mit einem Preisanstieg von 310 % seit Mai 2017, 120 % seit Jahresbeginn und 33 % seit der Veröffentlichung des Carbon Clampdown-Berichts im April 2018 so eine Medienmitteilung von Carbon Tracker (CT) vom 21.08.2018, die sich aus aktuellem Anlass auch mit dem Höhenflug der Zertifikatspreise befasst (solarify.eu/bericht-preise-fuer-co2-zertifikate-steigen-drastisch).

Die Welt feiert ETS


Endlich allmählich adäquate CO2

Welt-Wirtschaftsredakteur Daniel Wetzel, bisher kaum als Energiewende-Protagonist und Enthusiast Erneuerbarer Energien hervorgetreten (eher mit Geschichten wie: “Das Märchen von der erfolgreichen Energiewende” – “Frust über die Energiewende”, etc., etc.) setzte in der Ausgabe vom 25.08.2018 zur Rolle rückwärts an: Am 25.08.2018 lobte er überraschend den europäischen Zertifikatehandel ETS. Der Grund für seine Wende: Der Verschmutzungs-Handel, einst Erfindung der amerikanischen Neo-Cons, hat sich, offenbar den selbstheilenden Kräften des Marktes folgend unversehens zu ungeahnten Preisen aufgeschwungen.

Vom Wasserbett zur Badewanne


Gemeinsame Untersuchung von Agora Energiewende und Öko-Institut analysiert aktuelle ETS-Reform

Der Europäische Emissionshandel (ETS) hat sich nach der jüngsten Reform, die im April 2018 in Kraft trat, erholt. Nachdem die Verschmutzungsrechte je Tonne CO2 lange Zeit nur wenige Euro kosteten, hat sich der Preis seit Mai bei etwa 15 Euro stabilisiert. „Das zeigt, dass dem ETS allmählich wieder ein gewisses Grundvertrauen entgegengebracht wird“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Der Thinktank hat gemeinsam mit dem Öko-Institut eine Analyse erstellt, die sich mit der Wirkung der jüngsten Reform auseinandersetzt und diese nun veröffentlicht.


Übergang von fossilen zu Erneuerbaren Energien schaffen

Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Svenja Schulze, hielt in der Aktuellen Stunde zum Thema “CO2-Abgabe” vor dem Deutschen Bundestag am 25.04.2018 in Berlin die unten dokumentierte Rede. Sie plädierte für eine technologieoffene Diskussion unter Berücksichtigung sozialer Innovationen. Nachdem der CO2-Preis beim Emissionshandel zu greifen beginne – er habe sich in den vergangenen Monaten verdoppelt – müsse verstärkt über Wärme und Verkehr nachgedacht werden. Allerdings plant die Bundesregierung derzeit nicht, an CO2-Bepreisungssystemen anderer Mitgliedstaaten teilzunehmen – so ihre Antwort auf eine Anfrage von Bündnis 90/Grüne.

e.on will 25 €/t CO2


CEO Teyssen plädiert für Vervier- bis Fünffachung des Preises

e.on-Vorstandschef Johannes Teyssen verlangt, die Preise für CO2-Zertifikate drastisch zu erhören, um die Klimaschutzziele 2030 zu erreichen. Im Nachrichtenmagazin Focus (so das Wallstreet-Online) forderte Teyssen “wirksame Anreize”, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern oder zu vermeiden. Teyssen definierte seine Anreize mit 25 bis 30 Euro je Tonne.


“Klimawandel: CO2-Ausstoß schneller senken, CO2-arme Innovationen finanzieren”

So überschreibt die Presseabteilung des Europäischen Parlaments den Beschluss vom 06.02.2018, mit dem das sogenannte Backloading, die Verknappung der CO2-Emissions-Zertifikate, also der Verschmutzungserlaubnisse der EU-Kommission zur formellen Zustimmung vorgelegt werden soll. Damit sollten Investitionen in kohlenstoffarme Technologien gefördert werden.

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