Raus aus der Flaute

Wie der Ausbau der Windkraft an Land beschleunigt werden kann

Der schnelle Ausbau der Windenergie an Land ist zentral für ein klimaneutrales Stromsystem und den Klimaerfolg in allen Sektoren. Agora Energiewende zeigt in einem neuen Impuls, mit welchen Maßnahmen der Windkraftausbau an Land in Deutschland auf Zielkurs gebracht werden kann.Um die Lücke beim Windausbau an Land zu schließen und auf den Zielpfad für 2030 zu kommen, braucht es zusätzlich zu den aktuell in der Bundesregierung diskutierten Maßnahmen zügig ein Beschleunigungspaket. In einem neuen Impulspapier legt Agora Energiewende 15 Maßnahmen vor, die kurz-, mittel- und langfristig Wirkung entfalten können und im Kern darauf zielen, Projektentwicklungsverfahren zu beschleunigen und ausreichend Flächen bereit zu stellen. weiterlesen…

Licht und Mahlkugeln machen chemische Prozesse „grüner“

Nachhaltige Alternative zu etablierten Syntheseverfahren

Lichtgetriebene chemische Reaktionen waren bisher nur mit viel oft giftigem Lösungsmittel möglich. Durch die Kombination mit mechanischer Kraft in Kugelmühlen ist es dem Team von Prof. Dr. Lars Borchardt am Lehrstuhl für Anorganische Chemie I der Ruhr-Universität Bochum gelungen, sie in der festen Phase ohne große Mengen Lösungsmittel durchzuführen. Eine Kombination aus Foto- und Mechanochemie spart 98 Prozent Lösungsmittel und 80 Prozent Energie bei ausgewählten Reaktionen – und läuft schneller ab als in Lösung. „Damit haben wir eine nachhaltige Alternative zu etablierten Syntheseverfahren“, so Borchardt laut einer Medienmitteilung vom 24.03.2023. Die Forschenden berichteten in Angewandte Chemie am 24.02.2023. (Bild: Licht- und mechanische Energie wirken in diesem Reaktor zusammen – © RUB, Marquard, Borchardt) weiterlesen…

Kreislaufwirt­schaft: Recyclingrate von Li-Ionen-Batterien erhöhen

Verbundprojekt an der TU Dresden

Der Chemiker Prof. Jan J. Weigand und sein Team an der TU Dresden arbeiten in einem Verbundprojekt an der Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks von Lithium-Ionen-Batterien (LIBs). Das von der Firma Elyte Innovations-GmbH geleitete Projekt trägt den Namen „SWELL – Stoffliche Wiederverwertung von Elektrolyt-Leitsalzen und-Lösungsmitteln“ und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Forschungsansätzen fokussiert sich das Projekt dabei nicht auf das Recycling der Metalle, sondern auf die Rückgewinnung der nichtmetallischen Komponenten, darunter Lithiumsalze, Lösungsmittel und Elektrolytadditive. weiterlesen…

Halbgare EU-Einigung

Magere Ausbauziele, Biogasbremse und Windbeschleunigung

Die EU-Kommission und das Parlament haben einen Anteil von 45 Prozent Erneuerbare Energien bis 2030 vorgeschlagen. „Dass nun 42,5 Prozent als Ziel ausgegeben werden und die restlichen 2,5 Prozent nur als weiches Ziel mit der Formulierung ‚die Staaten sollen sich bemühen, 45 Prozent zu erreichen‘ Eingang gefunden haben, ist bedauerlich“, sagt Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Die Festlegung auf einen verbindlichen Anteil an Erneuerbaren Energien von 42,5 Prozent am Endenergieverbrauch der EU bis 2030 im Rahmen der Einigung in den Trilog-Verhandlungen zur Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED III) hätte ambitionierter ausfallen können, schreibt Nicole Weinhold am auf ERNEUERBARE ENERGIEN. weiterlesen…

Schokolade: Undurchsichtiges Geschäft, teils Cadmium-belastet

Schokoladen-Scorecard 2023: Umweltzerstörung, Schwermetalle, Pestizide, Kinderarbeit: Was steckt wirklich in unserer Schokolade?

Pünktlich zu Ostern – dem Fest (auch) der Schokolade: Kakaobohnen können giftige Schwermetalle wie Cadmium aus dem Boden aufnehmen. Einige Anbaugebiete, insbesondere in Südamerika, sind mit diesen Schwermetallen zum Teil erheblich belastet. Durch das Zusammenspiel verschiedener Röntgenfluoreszenz-Techniken konnte nun ein Team an BESSY II erstmals nichtinvasiv messen, wo sich Cadmium in den Kakaobohnen anreichert: Weniger im Inneren der Bohne, sondern vor allem in der Schale. Weitere Untersuchungen zeigen (06.04.2023), dass die Verarbeitung der Kakaobohnen großen Einfluss auf die Schwermetallbelastung haben kann. Der WWF veröffentlichte zudem am 28.03.2023 die jährliche Schokoladen-Scorecard. weiterlesen…

Hunderte unterschreiben Offenen Brief an Scholz

“Unsere Generation – unser Job”

Mehr als 400 PolitikerInnen, Prominente, WissenschaftlerInnen und Intellektuelle aus NGO, Kultur, Religionen und Wirtschaft haben am 06.04.2023 einen Offenen Brief an Bundeskanzler, Abgeordnete und Konzernvorstände unterzeichnet und veröffentlicht. Anlässlich des jüngsten Weltklima-Berichts (siehe: solarify.eu/weltklimarat-schlaegt-alarm-erneut), des Aufweichens des Klimaschutzgesetzes und der anhaltenden Klimaproteste mahnen sie bei den Verantwortlichen unsere gemeinsame Handlungs-Verantwortung als erste und letzte Generation an, die den Klimakollaps noch aufhalten kann. Unter dem Titel “Unsere Generation – unser Job: Aufruf zur gemeinsamen Generationenverantwortung!” rufen sie zu einer gemeinsamen, parteiübergreifenden historischen Leistung auf. weiterlesen…

Vorwarnung: Trotz Verbots steigen FCKW-Werte

Neuere Messungen in der Atmosphäre ergaben Rekorde

Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sind vollständig künstlich hergestellte Gase, die in einer Vielzahl von Anwendungen wie Kühlung, Klimaanlagen oder als chemische Lösungsmittel eingesetzt werden. Seit den 80er Jahren werden sie durch eine Reihe von internationalen Verträgen zunehmend reguliert. Das weltweit ratifizierte Montrealer Protokoll von 1987 beschränkt die Freisetzung von FCKW in die Atmosphäre, wo sie zur Zerstörung der Ozonschicht beitragen: eine Region hoch oben in der Stratosphäre, die schädliche ultraviolette (UV-)Strahlung absorbiert und das Leben darunter schützt.Dennoch: Trotz eines seit 2010 geltenden weltweiten Verbots haben die Konzentrationen von fünf ozonabbauenden Chemikalien in der Atmosphäre Rekordwerte erreicht – so das Blatt THE CONVERSATION und ein Artikel in Nature am 03.04.2023. weiterlesen…

Wie die EU die CO2-Grenzabgabe gerecht gestalten kann

RIFS Policy Brief

Die EU plant die Einführung einer neuen Abgabe auf kohlenstoffintensive Importwaren. Forscherinnen des Forschungsinstituts für Nachhaltigkei am Helmholtz-Zentrum Potsdam (RIFS) geben Empfehlungen, wie dabei Fragen der Gerechtigkeit und der Partizipation berücksichtigt werden können. Der CO2-Grenzausgleich (Carbon Border Adjustment Mechanism, kurz CBAM), der im Oktober 2023 eingeführt wird, soll sicherstellen, dass die europäischen Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen nicht zum so genannten „Carbon Leakage“ führen. Dies würde passieren, wenn in der EU ansässige Unternehmen ihre kohlenstoffintensive Produktion in Länder mit weniger ehrgeizigen Klimastandards verlagern oder ihre Importe kohlenstoffintensiver Produkte erhöhen. (Foto: Grenze – © BlueMars, eig. Werk, commons.wikimedia.orggemeinfrei) weiterlesen…

Batterien neu denken

Projekt INNOBATT entwickelt neuartige leistungsstarke und ressourcenschonende elektrische Batteriespeicher

Das Verbundvorhaben INNOBATT verfolgt einen neuartigen und ganzheitlichen Ansatz für anwendungsspezifische Batteriespeicher, der die komplette Wertschöpfungskette vom Grundmaterial bis zum späteren Recycling berücksichtigt. Ziel des Konsortiums aus Wissenschaft und Industrie ist einer Medienmmitteilung vom zufolge die gemeinsame Entwicklung eines nachhaltigen und intelligenten elektrischen Speichersystems, das von vornherein auf ressourcenschonende Herstellung, herausragende Betriebssicherheit und einfache Wiederverwertbarkeit ausgelegt ist. Ausgangspunkt ist die kostengünstige Zellchemie der Aluminium-Ionen-Batterie (AIB), die mit nicht entflammbaren Materialien arbeitet und auf kritische Rohstoffe verzichtet. Das Projekt INNOBATT wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Batterie2020Transfer“ gefördert. (Foto: Neuentwickelte Prototypen der Aluminium-Ionen-Pouchzelle für den Einsatz im INNOBATT-Demonstratorsystem – © INNOBATT_Fraunhofer IISB) weiterlesen…

E-Fuels – Hindernis für Verkehrswende?

Synthetische Kraftstoffe nicht sinnvoll für großflächigen Einsatz bei Pkw und Lkw

Günstigere Alternativen, hoher Energiebedarf zur Herstellung, fragwürdige Umweltbilanz und mögliches Hindernis für die Verkehrswende: Die Gründe, die gegen den Einsatz von mit Strom hergestellten synthetischen Kraftstoffen bei Pkw und Lkw sprechen, sind mannigfaltig. Zu diesem Schluss kommt ein neues Diskussionspapier des Fraunhofer ISI. Es nimmt kritisch und auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Stellung zur jüngsten Entscheidung der Bundesregierung, die vorsieht, dass E-Fuels künftig eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaneutralität im Verkehr spielen sollen. weiterlesen…