Wirtschaftsminister in der Kritik

Gutachten mehr als ein Jahr zurückgehalten

Bundeswirtschaftsminister Altmaier ist in heftige Kritik geraten, teils wird gar sein Rücktritt verlangt: Das BMWi hatte im vergangenen Jahr bei den renommierten Unternehmen BET und EY ein Gutachten für das Kohleausstiegsgesetz in Auftrag gegeben. Der brisante Text verschwand Ende November 2019 in einer Schublade des Ministeriums und wurde erst am 16.12.2020 frei gegeben – mehr als ein Jahr später. Herausgebrachte hat das der SPIEGEL, der argwöhnt, die öffentliche Debatte sei „so womöglich manipuliert“ worden. weiterlesen…

„Ortho-“ und „Parawasserstoff“ unter Druck instabil

Bayreuther Forschungsteam: Hohe Drücke lassen Wasserstoff-Varianten kollabieren

Wasserstoff existiert als gasförmige Verbindung zweier Wasserstoff-Atome (H2). Unter normalen Laborbedingungen kommt H2 in den Varianten „Orthowasserstoff“ und „Parawasserstoff“ vor. Offen blieb bisher die Frage, wie sich diese Varianten unter hohem Druck verhalten. Forscher*innen der Universität Bayreuth haben einer Medienmitteilung vom 18.12.2020 zufolge jetzt die Antwort gefunden: Sowohl Ortho- als auch Parawasserstoff werden unter hohen Drücken instabil und hören auf, als unterscheidbare Zustände zu existieren. Die in Nature Communications vorgestellten Forschungsergebnisse erweitern das Verständnis grundlegender quantenmechanischer Prozesse. weiterlesen…

Win-Win-Situation: Deutsch-tunesische Partnerschaft zur Förderung grünen Wasserstoffs

25 Mio für P2X in Tunesien – Wasser aus Meerwasser-Entsalzungsanlagen

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat am 15.12.2020 der tunesischen Regierung einen Zuschuss in Höhe von 25 Mio. EUR für ein Vorhaben zum Wissenstransfer und zur Errichtung von Demonstrationsanlagen zur Herstellung und Weiterverarbeitung von grünem Wasserstoff in Tunesien zugesagt. Die Zusage erfolgte im Rahmen der Unterzeichnung eines Memorandums zwischen Deutschland und Tunesien zur langfristigen Partnerschaft im Bereich des grünen Wasserstoffs. Die KfW – so eine Medienmitteilung – fördert mit den tunesischen Partnern die Entwicklung und Anwendung von grünem Wasserstoff und dessen Derivaten – auch „Power to X“ genannt. weiterlesen…

Zweite Luft für alte Windräder

Worst Case abgewendet – aber nicht überall

Betreiber alter Windenergieanlagen hatten den Countdown sicher schon ticken gehört: Zum Jahresende läuft die EEG-Vergütung für rund 5.000 Anlagen mit einer Leistung von zusammen circa 3.700 MW aus. Bis zuletzt war offen, ob es für diese Anlagen in der aktuellen EEG-Novelle eine Anschlusslösung geben würde. Das ist nun der Fall, die Koalitionsfraktionen haben sich auf der Zielgeraden doch noch geeinigt. Der Worst Case für die Energiewende, nämlich die drohende Stilllegung vieler dieser ausgeförderten Anlagen, dürfte somit vom Tisch sein – meint, meint Naturstrom-Chef Oliver Hummel in einem Gastbeitrag für Erneuerbare Energien. weiterlesen…

Konsequenter Umweltschutz spart der Gesellschaft viele Milliarden Euro

UBA legt neue Kostensätze für Umweltschäden vor

Treibhausgase, Stickstoffemissionen und andere Umweltbelastungen schädigen unsere Gesundheit und zerstören Ökosysteme. Zudem führen sie zu Produktionsausfällen, Ernteverlusten und Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Für viele dieser Schäden gibt es etablierte wissenschaftliche Methoden, um sie in Geldwerten auszudrücken. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in der jetzt veröffentlichten Methodenkonvention 3.1 die Kostensätze von Umweltbelastungen aktualisiert und um Kostensätze für Stickstoff- und Phosphoremissionen, Treibhausgase in der landwirtschaftlichen Lieferkette und Baustoffe erweitert. weiterlesen…

Bundesrat winkt Plastiktütenverbot durch

Noch ein ganzes Jahr „Schonfrist“

Ab dem 01.01.2022 gilt in Deutschland ein Verbot für Plastiktüten. Nach der Zustimmung des Bundestags hat der Bundesrat am 18.12.2020 eine entsprechende Änderung des Verpackungsgesetzes passieren lassen. In einem guten Jahr dürfen leichte Plastiktüten (mit Wandstärken von 15 bis 50 Mikrometern) nicht mehr in Umlauf gesetzt werden – 2019 waren es in Deutschland 1,49 Milliarden – so das BMU in einer Medienmitteilung. weiterlesen…

Fluktuation in synchronen Netzgebieten

Frequenzdaten für stabile Stromversorgung

Im Zeitalter Erneuerbarer Energien wird die Netzfrequenz ein immer wichtigerer Indikator für die Stabilität der Stromversorgung. Ein interdisziplinärer Forschungsverbund analysiert unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft Frequenzfluktuationen in zwölf synchronen Netzgebieten auf drei Kontinenten. Für die Datenaufzeichnung haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) einen tragbaren, GPS-synchronisierten Rekorder mit einer neuen Messtechnik entwickelt. Über erste Ergebnisse berichtet das Team nun in Nature Communications – DOI: 10.1038/s41467-020-19732-7. (Foto: KIT-Datenrekorder mit GPS-Empfänger zeichnet Roh- und Frequenzdaten auf – © Amadeus Bramsiepe, KIT) weiterlesen…

Klimajournalismus

30 Sekunden für die Polarschmelze

Sachlich bleiben oder Alarm schlagen? Oder Alarm schlagen, gerade weil die Sachlage das gebietet? Journalisten ringen darum, wie und in welchem Umfang sie über den Klimawandel berichten sollen. Julian Rodemann hat Kommunikationswissenschaftler nach ihren Einschätzungen und Beurteilungen befragt. Sein Resüme war zu lesen in der Süddeutschen Zeitung vom 18.12.2020. weiterlesen…

IEA: Wiederanstieg der weltweiten Kohlennachfrage von kurzer Dauer

Sofortiger Rückgang jedoch nicht in Sicht

Die Internationale Energie-Agentur hat am 18.12.2020 ihren jährlichen Kohlebericht Coal 2020 vorgelegt. Demnach wird eine Erholung der Weltwirtschaft nach dem durch die Covid-19-Krise ausgelösten, starken Rückgang in diesem Jahr, voraussichtlich 2021 zu einer kurzlebigen Erholung der Kohlennachfrage um 2,6 % führen. Es gebe jedoch kaum Anzeichen dafür, dass der weltweite Kohleverbrauch in den kommenden Jahren erheblich sinken wird, weil die steigende Nachfrage in Asien die Rückgänge in anderen Ländern ausgleichen werde, bevor sie 2025 abflacht. weiterlesen…

Revolutionierung der Land- und Energiewirtschaft mit Regionalwert-Methode

„Wahren“ Wert von grünem Wasserstoff ermitteln

Wie bemisst man den Wert nachhaltiger Bewirtschaftungsverfahren? Wie wertvoll ist das Fachwissen von Land- und Energiewirten? Bislang finden nur finanziell quantifizierbare Werte den Weg in die Unternehmensbilanzen. Soziale oder ökologische Aspekte bleiben unberücksichtigt – sehr zum Nachteil von nachhaltig wirtschaftenden Firmen. Die Regionalwert AG hat eine Methode entwickelt, welche die Buchhaltung im Agrar- und auch im Energiesektor revolutionieren könnte. Jetzt steht ihr Gründer Christian Hiß mit seinem Konzept kurz vor dem Durchbruch und will aus dem bisherigen Nischendasein heraustreten. Gemeinsam mit dem Software-Giganten SAP möchte er auf die große Bühne. Dies könnte speziell für die Energiewirtschaft weitreichende Folgen haben, denn die Regionalwert-Nachhaltigkeitsanalyse könnte dabei helfen, den „wahren“ Wert von grünem Wasserstoff zu ermitteln. Ein Artikel von Hydrogeit und HZwei.info weiterlesen…