Erforschung der Eifelmaare deutet auf häufigeren Starkregen hin

Sedimentbohrkerne weisen auf verstärkte Wetterereignisse in Warmzeiten hin

Zwischen dem vom Hochwasser verwüsteten Kreis Ahrweiler und den Vulkanseen in der Eifel liegen weniger als einhundert Kilometer. Genau diese Maare belegen jetzt, dass Wetterextreme künftig zunehmen könnten. Forschende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und des Max-Planck-Instituts für Chemie haben einer gemeinsamen Medienmitteilung vom 20.08.2021zufolge an Sedimentbohrkernen aus Maarseen und Trockenmaaren der Vulkaneifel präzise abgelesen, wie sich das Klima in Mitteleuropa während der letzten 60.000 Jahre veränderte: In Kaltzeiten schwankte das Klima weniger, Wetterextreme waren gedämpfter. In Warmzeiten hingegen gab es unter anderem extremere Niederschlagsereignisse. Dieses Ergebnis legt nahe, dass sich Mitteleuropa mit dem menschengemachten Klimawandel auf mehr Extremwetterereignisse einstellen muss. (Foto: Schalkenmehrener Maar – m. frdl. Genehmigung © Frank Sirocko, Johannes-Gutenberg-Universität) weiterlesen…

BMU fördert Lehrstuhl für Dekarbonisierung der Industrie

1,6 Mio. Euro für BTU Cottbus


Ein neuer Lehrstuhl für Dekarbonisierung und Transformation der energieintensiven Industrie wird an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) aufgebaut. Am 09.09.2021 erhielt BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande, einen entsprechenden Förderbescheid des Bundesumweltministeriums in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro. Der Lehrstuhl soll im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen. Außerdem hat die BTU am 03.09.2021 zusammen mit ihren Projektpartnern vom BMU rund 4,2 Mio Euro für den Aufbau einer digitalen Plattform zur beruflichen Weiterbildung erhalten. (Foto: 2006 Bibliothek des Jahres: Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) der BTU Cottbus – Foto © Stormfighter – Eig. Werk, CC BY 3.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

Solarkraftwerk im All?

China plant weltraumgestützte Solarenergiestation

Einem Regierungsplan zufolge will China bis 2030 eine 1-Megawatt-Solarenergiestation im Weltraum errichten, schrieb Stephen Chen am 17.08.2021 in der Hongkonger South China Morning Post. Sonnenenergie im Weltraum zu ernten und mit riesigen Raumstationen zur Erde zu übermitteln, galt bisher als Science-Fiction, aber bis 2030 soll die erste 1-Megawatt-Solarenergiestation im Weltraum arbeiten. Und bis 2049, wenn die Volksrepublik China ihr 100-jähriges Bestehen feiert, würde die Gesamtleistung auf 1 Gigawatt steigen, so viel, wie das derzeit größte AKW. weiterlesen…

Die neue Alchemie der Kohlenstoffneutralität

Verfahren zur Herstellung von „grünem Ammoniak“ ohne Kohlenstoffemissionen: Umwandlung von Wasser in Ammoniak allein mit erneuerbarer Energie

Unter der Leitung von Dae Hoon Lee ist es einem Forschungsteam in der Abteilung für Plasmatechnik des Korea Institute of Machinery and Materials (KIMM) gelungen, ein innovatives, kohlenstofffreies Verfahren zur Herstellung von Ammoniak zu entwickeln. Das innovative Verfahren nutzt Erneuerbare Energie zur Herstellung von Ammoniak bei Raumtemperatur und Normaldruck und könnte einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung von Kohlenstoffneutralität leisten – so eine Medienmitteilung auf der KIMM-Internetseite vom 19.08.2021. Bereits am 05.08.2021 waren die Forschungsergebnisse in ACS Energy Letters unter dem Titel: „Plasma Catalyst-Integrated System for Ammonia Production from H2O and N2 at Atmospheric Pressure“ (Plasma-Katalysator-integriertes System für die Ammoniakproduktion aus H2O und N2 bei atmosphärischem Druck) veröffentlicht worden. weiterlesen…

Soziale CO2-Kosten 3.000 €/t

Klimawirtschaftliche Rückkopplungen und Temperaturschwankungen

Die Kosten des Klimawandels könnten bis 2100 sehr viel höher sein als bisher angenommen. Das geht aus einer Studie hervor, die ein internationales Forscherteam am 06.09.2021 open access in Environmental Research Letters veröffentlicht hat. Darin modellieren Forscher die Auswirkungen des Klimawandels auf das künftige Wirtschaftswachstum. weiterlesen…

Organische Deckschicht ermöglicht druckbare Silberelektroden

Marburger Physiker schaffen durch verbesserte Materialeigenschaften Grundlagen für Organische Elektronik

Elektronik auf Kunststoffbasis – was klingt wie Science Fiction, rückt dank der jüngsten Entdeckung von Marburger Physikern der Alltagstauglichkeit näher: Die elektrische Leistungsfähigkeit von Silberelektroden verbessere sich, wenn man sie zuvor mit extrem dünnen Molekülfilmen beschichtet – so eine Medienmitteilung auf der Internetseite der Universität vom 06.09.2021. Das gelte sowohl für hochgeordnete kristalline als auch für ungeordnete Silberelektroden, wie die Physiker Felix Widdascheck, Daniel Bischof und Professor Gregor Witte von der Philipps-Universität im Fachblatt „Advanced Functional Materials“ berichten. (Foto: Felix Widdascheck entwickelte Methode für druckbare Silberelektroden – Foto © Maximilian Dreher (mit frdl. Genehmigung Uni Marburg) weiterlesen…

Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl

Einstellung der Parteien zu Erkenntnissen der Wissenschaft und zur Forschungsförderung

Vor der Bundestagswahl haben die großen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachgesellschaften – der Dachverband der Geowissenschaften (DVGeo), die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) – allen im Bundestag vertretenen Parteien sogenannte „Wahlprüfsteine“ vorgelegt, mit denen sie die Parteien nach ihren Plänen zu ausgewählten Themen aus Forschung, Bildung, Klimaschutz und Energiewende befragen. Auch die Einstellung der Parteien zu Erkenntnissen der Wissenschaft und zur Forschungsförderung in Deutschland sowie in der EU wurde abgefragt. Die gemeinsame Aktion soll dokumentieren, welche grundlegenden wissenschaftspolitischen Vorstellungen die jeweiligen Parteien haben. Solarify dokumentiert die Antworten. weiterlesen…

Batterien mit metallischem Lithium

Mehr Leistung und Sicherheit durch Analyse und Simulation elektrochemischer Prozesse

Batterien mit metallischen Lithium-Elektroden versprechen höhere Energie- und Leistungsdichten. Allerdings kann es in diesen Batterien zu elektrochemischen Prozessen kommen, die ihre Sicherheit und Leistung beeinträchtigen. Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) entwickelt nun in dem vom BMWi geförderten Projekt „metaLit“ Modelle, mit denen sich diese Prozesse simulieren lassen. weiterlesen…

Hochmoderner Nickelkatalysator mit Kalziumträger zur Ammoniakspaltung

Wasserstoffproduktion bei relativ niedrigen Temperaturen

Eine Forschergruppe des Tokyo Institute of Technology (Technische Hochschule, Tokyo Tech) hat einen Katalysator entwickelt, der Ammoniak bei 100 °C weniger als herkömmliche Katalysatoren zur Wasserstofferzeugung aufspalten kann. Ammoniak (NH3), entscheidende Ressource auf dem Weltmarkt für den Transport von Wasserstoff über weite Strecken, lässt sich leicht verflüssigen, lagern und transportieren und wieder in Wasserstoff umwandeln. Trotzdem ist das aufgrund des hohen Energiebedarfs zum Aufheizen des Prozesses oft teuer. Denn die Herstellung von Wasserstoff aus Ammoniak ist eine langsame Reaktion mit sehr hohem Energiebedarf. weiterlesen…

Auf Effizienz gepolt

Methanogene Mikroben steuern Elektronen

Ein gigantischer Enzymkomplex ermöglicht es methanogenen Mikroorganismen (Archaeen), unter extrem energiearmen Lebensbedingungen zu gedeihen – sie nutzen ausgeklügelte Mechanismen, um in energiearmen und sauerstofffreien Umgebungen zu leben. Ein Schlüsselmechanismus zur Einsparung von Energie ist die sogenannte Elektronenbifurkation, eine Reaktion, bei der die Energie eines Elektronenpaares „aufgespalten“ wird, sodass ein Elektron auf Kosten des anderen energiereicher wird. Forschende der Max-Planck-Institute für terrestrische Mikrobiologie (Marburg) und Biophysik (Frankfurt am Main) haben entdeckt, wie Elektronen aus der Elektronenbifurkation direkt an CO2-Reduktion und -Fixierung übertragen werden. (Foto: kontakt-presse_pressebilder, wikipedia, CC-BY 4.0) weiterlesen…