PIK: Überschreiten der Klimagrenze könnte Risiko von Kippeffekten stark erhöhen

Kritischer Punkt bereits überschritten

Würde die UN-Klimagrenze von 1,5 bis 2 Grad Celsius Erwärmung vorübergehend überschritten, könnte sich das Kipprisiko für mehrere Elemente des Erdsystems um mehr als 70 Prozent erhöhen – im Vergleich zur im Pariser Klima-Abkommen von 2015 angestrebten Begrenzung der Erwärmung, so das Ergebnis der neuen Risikoanalyse eines internationalen Forscher-Teams. Dieses Risiko erhöht sich einer Medienmitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zufolge selbst dann, wenn sich die globale Temperatur längerfristig innerhalb des Pariser Rahmens stabilisieren würde. Eine Vermeidung der Überschreitung würde daher die Risiken begrenzen, schlussfolgern die Forschenden. (Grafik: Kippschalter im Erdsystem – © Köppen, Schellnhuber, Edenhofer, PIK-Potsdam, CC-BY-ND DE 3.0) weiterlesen…

Bayerisches Start-up will Kernfusions-Reaktoren bauen

BR: Ab 2030 Baubeginn geplant

Das Münchner Start-up „Marvel Fusion“, deutschlandweit das einzige Kernfusion erforschende Unternehmen, will ab 2030 mit dem Bau erster Kernfusions-Reaktoren beginnen. Nur: Experten bezweifeln, dass diese Form der Energiegewinnung bald klappt. Der jahrzehntelange Traum von einer unerschöpflichen, nachhaltigen und sauberen Energiequelle, der Kernfusion, könnte laut Experten viele unserer Energieprobleme lösen. Nun kam die Nachricht, dass Forscherinnen und Forschern in Kalifornien erstmals der große Coup gelungen ist: Sie haben mittels Kernfusion geschafft, dass mehr Energie freigesetzt wird, als vorher an Energie vorhanden war. Diese spezielle Forschung zu Kernfusion findet aber nicht nur in Kalifornien statt, sondern auch in Bayern, berichtete am stolz der Bayerische Rundfunk. (Bild: Heißes Plasma im Magnetfeld eines Tokamaks – © Eye Steel Film from Canada – MAST Tokamak, CC BY 2.0) weiterlesen…

COP15 – „historisches“ Abkommen zum Schutz der Natur

Guter Wille – aber noch viel zu tun

Mit einem bahnbrechenden Abkommen zum Schutz der Biodiversität haben sich die Teilnehmer der COP 15 in Montreal darauf geeinigt, bis 2030 ein Drittel der Fläche des Planeten unter Naturschutz zu stellen. Lebenswichtige Ökosysteme wie Regenwälder und Feuchtgebiete sowie die Rechte der indigenen Völker sollen besoners geschützt werden. Ein Abschlussbericht der BBC-News von Umweltkorrespondentin Helen Briggs. weiterlesen…

Polymerkette mittels Kreislaufwirtschaft „abfädeln“

Recycling von Nylon-6 zu ε-Caprolactam

Nylon-6 ist ein widerstandsfähiger, nicht bioabbaubarer Kunststoff, der sich mit normalen konventionellen Ansätzen nicht recyceln lässt. Einen neuen Recyclingweg für Nylon-6 stellt ein US-amerikanisches Team am 20.12.2022 in Angewandte Chemie vor: Mittels eines leicht zugänglichen Lanthan-Trisamido-Katalysators wird Nylon-6 hochselektiv, fast quantitativ, lösungsmittelfrei und bei relativ moderaten Temperaturen zum Ausgangsmonomer ε-Caprolactam depolymerisiert. Wie beim Abfädeln einer Perlenkette werden die Monomere dabei nach und nach vom Kettenende ausgehend freigesetzt. (Grafik: Chemikalischer Recyclingweg für Nylon-6 – © Wiley-VCH) weiterlesen…

Neue bahnbrechende Verbindung

Synthese von Baylor-Chemie-Forschern könnte Milliarden einsparen

Die Herstellung neuer synthetischer Verbindungen ist oft ein komplexer und mehrstufiger Prozess, der Jahre Forschung in Anspruch nehmen kann. Dr. Caleb D. Martin, außerordentlicher Professor an der Fakultät für Chemie und Biochemie der Baylor University in Waco, Texas, und Leiter der nach ihm benannten Forschungsgruppe, hat eine neue Verbindung entwickelt (und am 22.09.2022 open access in Angewandte Chemie International Edition (GDCh) veröffentlicht), die als Tris(ortho-carboranyl)boran oder BoCb3 bekannt ist. Diese in einem Schritt synthetisierte, hochmoderne Lewis-Supersäure – die für die Herstellung der meisten gängigen Kunststoffe verwendet wird – ist effizienter in der Herstellung, sicherer für die Umwelt und könnte möglicherweise Milliarden von Dollar an Herstellungskosten sparen. weiterlesen…

Kernfusions-Simulation Vorreiter bei Übergang zu Exascale-Supercomputern

IPP hebt GENE mit EU-Geld auf neue Stufe

Die EU-Kommission gewährt 2,14 Millionen Euro Fördergeld, um den am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) entwickelten Simulationscode GENE auf eine neue Stufe zu heben: Durch den Einsatz von Exascale-Supercomputern soll er künftig digitale Zwillinge von Kernfusionsexperimenten wie ITER ermöglichen. An dem Projekt werden das IPP, die Max Planck Computing and Data Facility (MPCDF) und die Technische Universität München gemeinsam arbeiten, wurde am 19.12.2022 mitgeteilt. (Grafik: Größenvergleich Garching-Culham-Cadarache – © IPP, Garching) weiterlesen…

Weltrekord wieder am HZB

Tandemsolarzelle schafft 32,5 Prozent Wirkungsgrad

Der aktuelle Weltrekord von Tandemsolarzellen aus einer Silizium-Unterzelle und einer Perowskit-Topzelle liegt mit nunmehr 32,5 % Umwandlung der einfallenden Sonnenstrahlung in elektrische Energie wieder beim HZB. Unter den neu aufkommenden Technologien seien die Silizium/Perowskit-Tandemzellen „absolute Spitze“. Der jüngste Weltrekord sei „ein großer Schritt voran“, teilte das HBZ-Berlin am 19.12.2022 mit. Das Zertifizier-Institut European Solar Test Installation (ESTI) in Italien hat die Tandemzelle vermessen und diesen Wert offiziell bestätigt. Außerdem wurde der Wert in die NREL-Übersicht zu Solarzelltechnologien eingetragen, die vom National Renewable Energy Lab, USA, gepflegt wird. (Foto: Perowskit-Silizium-Tandemsolarzelle – © Johannes Beckedahl, Lea Zimmerman, HZB) weiterlesen…

Bioenergie dank Energiekrise besser bewertet

Starke gesellschaftliche Zustimmung

Energie aus Biomasse genießt angesichts der Energiekrise hohe Akzeptanz bei den Deutschen. Das zeigt der am 16.12.2022 veröffentlichte Sonderfokus Bioenergie innerhalb der jährlichen, repräsentativen Akzeptanzumfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Entgegen der teils stark polarisierten öffentlichen Debatte ist das Meinungsbild unter den Deutschen deutlich Biomasse-freundlicher und dabei durchaus differenziert. Gefragt danach, wie stark künftig verschiedene, nachhaltige und regionale Biomasse-Energieträger genutzt werden sollten, sprachen sich insgesamt 32 Prozent der Befragten für eine etwas oder deutlich stärkere energetische Nutzung von Waldholz aus. Weitere 30 Prozent möchten den aktuellen Umfang beibehalten. weiterlesen…

Milde Ammoniaksynthese

Mit Bor-Radikalen ist die Umsetzung von Stickstoff zu Ammoniak in Lösung möglich

Ammoniak wird großtechnisch im Haber-Bosch-Verfahren gewonnen, wofür jedoch viel Energie und Wasserstoff benötigt werden. Einen viel milderen Reaktionsweg stellte am 14.12.2022 ein Forschungsteam open access in Angewandte Chemie vor. Demnach können reaktive Borverbindungen den Luftstickstoff sehr effizient angreifen und in Lösung und bei Raumtemperatur durch Zugabe von Säure zu Ammoniumchlorid umsetzen. Weder Metalle noch Wasserstoffgas werden benötigt. (Grafik: Die ‚milde‘ Ammoniak-Synthese – © Wiley-VCH, ‚Angewandte Chemie‘ – Verwendung unter Angabe der Quelle ‚Angewandte Chemie‘ und Link zum Originalbeitrag frei. ) weiterlesen…

Warum viele Recyclingmethoden notwendig sind

Viele Wege, ein klares Ziel

Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Digitalisierung lauteten die diesjährigen Schwerpunktthemen der Messe „K 2022“ in Düsseldorf. Die Veranstalter selbst sprachen von einem notwendigen Paradigmenwechsel für die Erde, der nach neuen Denkanstößen auch in der Kunststoff- und Kautschukindustrie verlange. Dreh- und Angelpunkt der Kreislaufwirtschaft der Messe „K 2022“ in Düsseldorf war denn auch das Circular Economy Forum auf dem Freigelände. Die Kreislaufwirtschaft war als eines der Leitthemen auf dem ganzen Messegelände vertreten. weiterlesen…