+1° Erderwärmung = -5% Wachstum

Temperaturvariabilität mit subnationalen Wirtschaftsdaten für 1.537 Regionen weltweit über 40 Jahre beobachtet

Tägliche Temperaturschwankungen. also kurzfristige Variabilität, hat einen erheblichen Einfluss auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum, so ein in Nature Climate Change veröffentlichter Artikel („Day-to-day temperature variability reduces economic growth“) von Maximilian Kotz et al. vom PIK-Potsdam. Erhöht sich diese Variabilität um 1° Celsius, wird das Wirtschaftswachstum im Durchschnitt um 5 Prozentpunkte reduziert. Besonders betroffen sind Volkswirtschaften in einkommensschwachen Regionen des globalen Südens, wo die saisonalen Temperaturunterschiede bis zu 3° C betragen können und Bauern und Kleinunternehmer noch keine Resilienz gegen Temperaturschwankungen kultiviert haben. weiterlesen…

Bayerisches Leuchtturmprojekt soll Energiewende und Wirtschaft verbinden

PV-Park mit Blühwiese statt Vermaisung

Ein Photovoltaik-Kraftwerk mit Servicestation und Erlebnisgastronomie soll in Hallbergmoos entstehen. Der erzeugte Solarstrom soll direkt vor Ort vom Gewerbe verbraucht und zum Betanken der Elektrofahrzeuge genutzt werden. Eine Blühwiese, die den bisherigen Maisanbau ablöst, soll zudem für neues Leben auf dem Gebiet sorgen, schreibt Sandra Enkhardt am 11.03.2022 auf pv magazine. (Modell-Foto: Photovoltaik-Park Hallberg-Moos nach der Fertigstellung – © m. frdl. Genehmigung: Höflinger-Müller GmbH, Energieallianz Bayern) weiterlesen…

UBA: Treibhausgasemissionen stiegen 2021 um 4,5 Prozent

Gemeinsame Pressemitteilung von UBA und BMWK – Umfangreiches Sofortprogramm angekündigt

Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr steigen die Treibhausgasemissionen in Deutschland wieder an. So wurden 2021 rund 762 Mio. t Treibhausgase freigesetzt – gut 33 Mio. t oder 4,5 Prozent mehr als 2020. Insgesamt sind die Emissionen seit 1990 in Deutschland damit um 38,7 Prozent gesunken. Der Anstieg im vergangenen Jahr ist vor allem im Energiesektor zu verzeichnen: Dieser weist ein Plus von 27 Mio. t CO2-Äquivalente auf, da wegen gestiegener Stromnachfrage, geringerer Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und des gestiegenen Gaspreises verstärkt Kohle zur Stromerzeugung genutzt wurde. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sank vor allem aufgrund schlechter Windverhältnisse um sieben Prozent. Die Sektoren Verkehr und Gebäude liegen über den im Bundes-Klimaschutzgesetz festgelegten Jahresemissionsmengen. Das geht aus den aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) hervor, die am 15.03.2022 nach den Vorgaben des Bundes-Klimaschutzgesetzes und der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) vorgelegt wurden. (Grafik: EE-Anteile in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr – © AGEE, UBA) weiterlesen…

Niederlage für Pforzheimer Stadtwerke: Preissteigerung auf 336% unzulässig

Landgericht Mannheim stoppt doppelte Tarifstruktur für Grundversorgung

Die Pforzheimer Stadtwerke (SWP) dürfen in der Grundversorgung nicht mit zwei Tarifen agieren. Das Landgericht Mannheim untersagte am 25.02.2022 den SWP, von Neukunden in der Grund- und Ersatzversorgung höhere Preise zu verlangen. In der am Mittwoch verkündeten Entscheidung heißt es, das Stadtwerk „missbrauche seine marktbeherrschende Stellung“. Schon in der Woche zuvor hatte das Landgericht Frankfurt dem Versorger Mainova die Aufspaltung der Grundversorgung in Bestands- und Neukunden-Tarife untersagt. Beide Verfahren hatte der Grünstromanbieter LichtBlick angestrengt. Gegen die Stadtwerke Pforzheim ermittelt in der gleichen Sache auch die Landeskartellbehörde Baden-Württemberg. Inzwischen sind weitere E-Werke vor Gericht unterlegen. weiterlesen…

Olefine aus Alkinen mittels Katalysators auf Nickel-Basis

Elektrokatalytische Semihydrierung bei Raumtemperatur – Elektrokatalyse ersetzt fossile Brennstoffe

Forscher des von Nicolas Kaeffer geleiteten Teams Metallorganische Elektrokatalyse in der Abteilung Molekulare Katalyse von Prof. Walter Leitner am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr (MPI CEC) haben herausgefunden, dass die Hydrierung von Alkinen zu Olefinen dank eines Katalysators auf Nickel-Basis mithilfe von Elektrizität und unter Vermeidung von Wasserstoffgas durchgeführt werden kann. Die von ihnen beschriebene partielle Hydrierung von Alkinen zu Olefinen ist eine weitverbreitete Umwandlung in der organischen Synthese. (Grafik: Proof-of-Concept für homogene Elektrokatalyse bei wichtiger Umwandlung der organischen Synthese – © Kaeffer, CEC) weiterlesen…

Ausbau der Erneuerbaren gefährdet?

Sinkende Förderungen, steigende Zinssätze und CO2-Preise könnten bremsen

Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der ETH Zürich in der Schweiz stellen in einer Untersuchung die verbreitete Vorstellung einer kontinuierlichen Senkung der Kosten für erneuerbare Energien infolge steigender Zinssätze und höherer CO2-Preise in Frage. Sie wenden in einem am 09.03.2022 in Nature Energy veröffentlichten Artikel „Safeguarding the energy transition against political backlash to carbon markets“ (Sicherung der Energiewende gegen politische Gegenreaktionen auf die Kohlenstoffmärkte) ihre Analyse auf das Emissionshandelssystem (ETS) der Europäischen Union an – ein Szenario, in dem die Zinssätze bis 5 Prozent steigen könnten und die öffentlichen Anreize für erneuerbare Energien allmählich auslaufen würden. weiterlesen…

Weltweit erstes eMethanol-Großprojekt in Dänemark

Siemens Energy erhält Elektrolyseur-Auftrag

Siemens Energy eine Elektrolyseanlage für das weltweit erste eMethanol-Großprojekt liefern. Der dänische Entwickler und Betreiber von grünen Stromprojekten European Energy entwickelt nach eigenen Angaben vom 02.03.2022 das weltweit erste kommerzielle Großprojekt zur Herstellung von eMethanol. Den dafür notwendigen Wasserstoff soll eine 50-Megawatt (MW)-Elektrolyseanlage von Siemens Energy liefern. Sie soll in Kassø im Süden Dänemarks entstehen. Das Projekt wird kostengünstigen grünen Strom aus einem 300 MW-Solarpark vor Ort nutzen, um wirtschaftlich Kraftstoff herzustellen. weiterlesen…

Genetischer Weg für bessere Biokraftstoffverarbeitung

Entdeckung von Bioenergie-Wissenschaftlern im Oak Ridge National Laboratory

Ein Forscherteam des Zentrums für Bioenergie-Innovation (CBI) am Oak Ridge National Laboratory hat einen Weg zur Förderung einer bestimmten Art von Ligninbildung in Pflanzen entdeckt, der die Verarbeitung von Pflanzen, die für Produkte wie nachhaltige Flugzeugtreibstoffe angebaut werden, einfacher und kostengünstiger machen könnte. Die Forscher konzentrierten sich auf C-Lignin, ein Polymer in den Samenhüllen bestimmter exotischer Pflanzen. Lignin, das Polymer, das Pflanzen ihre Steifigkeit verleiht, ist eine gute Quelle für die Bausteine und aromatischen chemischen Verbindungen, die für die Herstellung sauberer biobasierter Kraftstoffe benötigt werden. Aber Lignin ist auch schwierig zu verarbeiten, insbesondere die in den meisten Pflanzen vorkommenden G- und S-Lignine. weiterlesen…

European Circular Bioeconomy Fund überzeichnet

300 Millionen Wachstumskapital für nachhaltige Transformation zu biobasierter Kreislaufwirtschaft

Der European Circular Bioeconomy Fund (ECBF) übertrifft die Erwartungen: Der ursprünglich mit 250 Millionen Euro ausgestattete und von der EU unterstützte Fonds hat rund 300 Millionen Euro zur Finanzierung von Wachstumsunternehmen in der Bioökonomie und der biobasierten Kreislaufwirtschaft aufgebracht. Zu den neuen namhaften Investoren gehören: die Landwirtschaftliche Rentenbank, Allianz France, Invest NL, GOI, Firmenich und andere. Das Geld fließt ausschließlich in Wachstumsunternehmen der Bioökonomie und der biobasierten Kreislaufwirtschaft, die sich zur Integration von Umwelt-, Sozial- und Governanceaspekten (ESG) verpflichten. weiterlesen…

Klimawandel und Vogel-Strauß-Taktik – Rentiere auf dünnem Eis

2x Klimakrise in der arte Mediathek: Wie wir uns selbst betrügen

Sibirien taut immer schneller auf: Gefährliches Methan entweicht und noch gefährlichere, weil unbekannte Bakterien kommen ans Tageslicht. Der Klima-Kommunikationsexperte George Marshal erregte schon 2014 mit seinem Don’t Even Think About It: Why our Brains are Wired to Ignore Climate Change Aufsehen. Am 22.07.2018 fragte Solarify (solarify.eu/klimawandel-einsicht-ist-nicht-gleich-handeln), erneut, warum wir den Klimawandel zwar einsehen und auch fürchten, aber gleichzeitig so gut wie nichts dagegen unternehmen. Woran liegt diese kollektive Trägheit? Sind wir bei Bedrohungen auf die Vogel-Strauß-Taktik programmiert, den Kopf in den Sand zu stecken? Untersuchungen entschlüsseln die Mechanismen, die uns dazu verleiten, die Augen vor der Realität zu verschließen. Zwei Hinweise au arte-Dokumentationen: arte/klimawandel-und-vogel-strauss-taktik und arte.tv/rentiere-auf-duennem-eis. (Foto: Permafrost taut auf: Gruppe durch Wachstum von Eislinsen entstandener Torfhügel – Foto © Dentren at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…