Für die Kreislaufwirtschaft: Polysaccharide mit besseren Eigenschaften als synthetische Polymere

„Doppelt interpenetrierende nanostrukturierte Netzwerke“

Die Kreislaufwirtschaft erfordert Materialien mit geringem Kohlenstoff- und Umweltfußabdruck. In diesem Zusammenhang stellen aus Algen gewonnene Polysaccharide, die ein Produkt des Kohlendioxidverbrauchs sind, eine reichhaltige und nachhaltige Quelle für technische Materialien dar. Der Ersatz von Kunststoffen ist eine Herausforderung, da sie über bessere Eigenschaften verfügen, so drei Forschende der Universität Freiburg. In  den marinen Polysacchariden zu Folien vorgestellt, deren mechanische Eigenschaften besser sind als die von Polymilchsäure, dem gängigsten biologisch abbaubaren Kunststoff. Kernstück dieses Systems ist ein Netzwerk aus zwei Polysacchariden mit sehr unterschiedlichen physikalisch-chemischen Eigenschaften, bei dem eine einfache Abstimmung der Kalziumkonzentration zu Filmen mit unterschiedlichem Grad an elastischem und plastischem Verhalten führt. weiterlesen…

Brau­nal­gen­schleim gut fürs Kli­ma

Fu­co­idan könn­te jährlich 550 Mil­lio­nen Ton­nen Koh­len­di­oxid aus der At­mo­sphä­re ent­fer­nen

Braunalgen nehmen große Mengen Kohlendioxid aus der Luft auf und geben Teile des enthaltenen Kohlenstoffs in Form eines schwer abbaubaren Schleims wieder an die Umwelt ab. Weil dieser Schleim kaum einem Meeresbewohner schmeckt, verschwindet dieser Kohlenstoff dadurch für lange Zeit aus der Atmosphäre, so eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen (mpi-bremen). Die Forschenden zeigen, dass insbesondere der Algenschleim namens Fucoidan dafür verantwortlich ist und schätzen, dass Braunalgen pro Jahr bis zu 550 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus der Luft holen könnten – beinahe die Menge der gesamten jährlichen Treibhausgas-Emissionen Deutschlands. (Blasentang – Fucus vesiculosus – © Camilla Gustafsson, Zoologische Station Tvärminne, Finnland) weiterlesen…

Neues Material für Energiespeicher und Optoelektronik

„GTUB3“: erster mikroporöser, metallorganischer, leitfähiger und photolumineszenter Feststoff

Forschende der Technischen Universität (TU) Berlin haben einen neuen Stoff aus der Klasse der mikroporösen, metallorganischen Gerüstverbindungen (MOF) entwickelt und open access in Advanced Optical Materials vröffentlicht. Solche Verbindungen können einerseits kleine Moleküle und Gase wie Wasserstoff, CO2 aber auch sogar Giftstoffe speichern. Weil sie andererseits durch die hohe Anzahl der Poren eine große Oberfläche besitzen, wären sie auch als Material für Elektroden geeignet, etwa in sogenannten Superkondensatoren, die wesentlich schneller geladen werden können als herkömmliche Akkus. weiterlesen…

Abschluss der EU-Energieffizienzrichtlinie erst 2023

Euractiv: Verhandlungen ziehen sich ins neue Jahr

Die Europäische Kommission hat für 2021 eine Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie vorgeschlagen, um die Energieeinsparziele zu erhöhen, einschließlich der Reduzierung des Primär- und Endenergieverbrauchs bis 2030. Wegen der langsamen Fortschritte in den Gesprächen zwischen dem Europäischen Parlament und den 27 EU-Mitgliedstaaten wird eine Revision der EU-Energieeffizienzrichtlinie aber wohl erst 2023 abgeschlossen werden, schreibt Kira Taylor am 23.12.2022 auf EURACTIV.com. weiterlesen…

Seltene Bakterien hauptverantwortlich für Kohlenstoffkreislauf im Meer

Rare Bakterienarten am aktivsten, häufige Arten weniger

Weniger als 3% der Bakterien im Ozean konsumieren ein Drittel des gesamten Sauerstoffs. Das hat ein internationales Team aus Meeresbiologen und Biologinnen mit Beteiligung von Gerhard J. Herndl und Eva Sintes von der Universität Wien dank einer Methode herausgefunden, die es erlaubt, die Atmungsaktivität einzelner Bakterienarten zu bestimmen. Dabei fanden sie heraus, dass im offenen Ozean weniger häufige Bakterienarten die größten Atmungsraten haben, also mehr Sauerstoff verbrauchen und CO2 produzieren. Jene Bakterien hingegen, die besonders häufig im Ozean zu finden sind, verbrauchen eine relativ geringe Menge an organischem Material. Diese Ergebnisse haben große Auswirkungen auf die Sichtweise auf den Kohlenstoffkreislauf der Ozeane und erschienen am 28.11.2022 open access in Nature. (Foto: Forschungsschiff Pelagia – © HeinS5 – Eig. Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

1 Mio. Förderung für Brennstoffzellen-Optimierung

TU Chemnitz erforscht Integration von Sensoren

Im Rahmen einer Förderung der Sächsischen Aufbaubank (SAB) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) sowie des Freistaates Sachsen erhält – laut einer Medienmitteilung vom 22.12.2022 ein Forschungsteam der Technischen Universität Chemnitz eine Förderung über rund eine Million Euro zur Optimierung der Wasserstoffbrennstoffzellen-Technologie durch die Integration von Sensoren in Brennstoffzellen-Stacks. Damit soll der Wasserstoff-Antrieb effizienter, nachhaltiger und ressourcenschonender werden. (Foto: Prüfstand für Effizienztestung von Wasserstoffbrennstoffzellen am Lehrstuhl Alternative Fahrzeugantriebe der TU Chemnitz – © Jacob Müller, TU Chemnitz) weiterlesen…

Multiresistente Bakterien vermehrt in Klinik-Abwässern nachgewiesen

Umfangreiche Studie zum Vorkommen von Acinetobacter in der Umwelt – Multiresistente Stämme überleben auch ohne Sauerstoff

Gegen Antibiotika resistente Bakterien, oftmals landläufig auch als Krankenhauskeime bezeichnet, werden offenbar tatsächlich vor allem durch Kliniken in die Abwassersysteme eingeleitet, wie eine am 22.12.2022 publizierte Studie des Instituts für Angewandte Mikrobiologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zum Vorkommen von Acinetobacter-Bakterien nahelegt. Die Forscherinnen und Forscher wiesen Vertreter der Bakteriengattung zwar sowohl in landwirtschaftlichen, ländlichen und städtischen Proben nach – aber nur im Abwasser der städtischen Kläranlagen, die auch Krankenhausabwässer reinigen, konnten sie multiresistente Acinetobacter-Stämme nachweisen. Damit stellte das Team erstmals und systematisch deutliche Unterschiede zur Verbreitung von multiresistenten Acinetobacter-Bakterien in der Umwelt fest. ((Bild: Acinetobacter baumannii – Foto © phil.cdc.gov/PHIL_Images/, Gemeinfrei, commons.wikimedia.org – Public Health Image Library Image #6498 – Janice Carr) weiterlesen…

Wenn das Meer CO2 ausstößt

Erderwärmung und Klimawandel

Das Meer nimmt viel vom menschengemachten CO2 auf. Dadurch mildert es den Klimawandel – so eine Meldung auf tagesschau.de am 25.12.2022. Doch das Mittelmeer setzt in manchen Gebieten bereits mehr CO2 frei als es aufnimmt. Ein Wechselspiel: Der Ozean schluckt unser CO2, und das nicht zu knapp. Gut ein Viertel des gesamten Ausstoßes sind es in diesem Jahr laut dem Forschungsbericht Global Carbon Budget 2022. weiterlesen…

Klimaschädlicher Hoffnungsträger

Wasserstoff schadet mehr als CO2

„Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist“, schrieb  Jules Verne schon 1875 in seinem Buch „Die geheimnisvolle Insel“. Bereits 37 Jahre zuvor hatte der schwäbische Chemiker und Physiker Christian Friedrich Schönbein (1799–1868) das Prinzip der Brennstoffzelle entdeckt, mit der aus dem Verbrennen von Wasserstoff elektrischer Strom gewonnen werden kann. Der Prototyp eines Traktors mit Brennstoffzelle wurde schon 1959 entwickelt. Die Nasa nutzte in den 1960er Jahren Brennstoffzellen als Energiequellen für Weltraumraketen. Dennoch konnte sich die Technologie in der Fahrzeugtechnik bis heute nicht recht durchsetzen. weiterlesen…

Buchtipp: „West-östliche Nachhaltigkeit“

Erzählungen von einem anderen Morgen

Bis 1990 verlief durch den Schaalsee die deutsch-deutsche Grenze. 2021 treffen sich dort Menschen aus dem Osten und aus dem Westen, aus der Stadt und vom Land. Sie arbeiten heute schon für ein gutes Leben in und mit der Natur, und sie erzählen von einem anderen Morgen. MORGEN werden Lebensmittel wertvoll sein, wenn ihre Herstellung die Bodenfruchtbarkeit erhöht und das Wasser schützt. Davon können auch kleine Initiativen und Betriebe gut leben. Neues Buch aus dem Oekom-Verlag. weiterlesen…