Taxonomie: Greenwashing für Atomkraft und Gas – na und?

Kommentar von Harald Schumann
mit freundlicher Genehmigung

Was für ein Bohei! Auf Druck der französischen Regierung und einiger osteuropäischer Länder will die EU-Kommission die Stromerzeugung aus Atom- und Gaskraftwerken als „nachhaltig“ einstufen. NGOs und Klimaaktivisten sind empört. Die Kritik ist berechtigt. Aber die Aufregung steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Bedeutung des Vorhabens. Das Vorhaben unter dem Rubrum „Taxonomie“ sei eine „Lizenz zum Greenwashing“, empört sich Greenpeace. Das grüne Etiketts für die Technologien von gestern sei eine „Provokation“, ärgert sich Luxemburgs Umweltminister Claude Turmes. Die deutschen Regierungsparteien treibt das Vorhaben in ihren ersten Streit und Österreichs Regierung will sogar Klage beim Europäischen Gerichtshof einreichen (s. auch Randnotiz re.). weiterlesen…

„Greenflation“ bedroht Energiewende

CO2-Neutralität verteuert Rohstoffe

Eine „verhängnisvolle Paradoxie der Klimapolitik“ beschreibt Matthias Koch am 09.01.2022 im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) – die „Greenflation“: „Je erfolgreicher die Klimaschützer im Bemühen sind, möglichst viele Staaten und Unternehmen in Richtung einer CO2-freien Wirtschaft zu schubsen, umso mehr treiben sie damit die Preise nach oben“. Vor allem soziale Folgen für Geringverdienende befürchten Wirtschaftsforscher wie Rudolf Hickel im Gespräch mit dem RND: „Die Greenflation kann noch erhebliche Probleme aufwerfen.“ Den Chef der Kölner IW-Consult, Karl Lichtblau, beunruhigt eine Tendenz, die nicht nur den einen oder anderen, sondern 22 Rohstoffe gleichzeitig betreffe. Und Ruchir Sharma, Chief Global Strategist bei Morgan Stanley, befürchtet gegenüber dem RND gar ein „Entgleisen der Klimapolitik“. (Foto: Panorama der Kupfermine Chuquicamata – © Berg2 – Eig. Werk, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0) weiterlesen…

Aktionsbuch Verkehrswende

Thema klima-, umwelt- und menschenfreundliche Fortbewegung

Die Verkehrswende nimmt Fahrt auf: Initiativen diskutieren kostenlosen ÖPNV, streiten für autofreie Innenstädte und organisieren Fahrraddemos mit Tausenden von Teilnehmenden – manchmal mitten auf der Autobahn. Auch aus der Klimabewegung entstehen derzeit viele neue Ideen, wie das dringende Thema einer klima-, umwelt- und menschenfreundlichen Fortbewegung angegangen werden kann. Ein Buch aus dem oekom verlag – auch open access. weiterlesen…

Der Elefant im Raum

Kontroverse um Sicherheit der Schweizer Atomkraftwerke
Von Fabian Lüscher, Schweizer Energiestiftung

Obwohl 2024 die geplante Laufzeit des AKW Leibstadt (Kanton Aargau, Schweiz) endet, soll es nicht abgeschaltet werden. In der Schweiz fehlt sowohl ein Plan zur Stilllegung der bestehenden Reaktoren als auch ein wirksames Konzept für den Umgang mit Sicherheitsmängeln im Langzeitbetrieb. Leibstadt wurde für eine Laufzeit von 40 Jahren konstruiert und ging 1984 in Betrieb. Knapp vier Jahrzehnte später steht die Anlage eigentlich vor ihrem bestimmungsgemäßen Ende. Eigentlich – denn statt die Stilllegung zu planen und den Rückbau vorzubereiten, rüstet man am Hochrhein auf. (Foto: AKW Leibstadt – © Wladyslaw Sojka – Eig. Werk, FAL, commons.wikimedia.orgartlibre.org) weiterlesen…

Neue Katalysatoren für harnstoffbasierte Brennstoffzellen

„Wissenschaftler erreichen modernste Leistung mit kostengünstigen Elektroden ohne Edelmetalle“

Brennstoffzellen, die durch den Abbau des weit verbreiteten organischen Moleküls Harnstoff sauberen Strom erzeugen, könnten eine wichtige Ressource werden, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die modernen Katalysatoren für diese Zellen erfordern jedoch Edelmetalle, was sie für die Massenproduktion unerschwinglich macht. Um dieses Problem zu lösen, erforschten Wissenschaftler der Korea Maritime & Ocean University eine neuartige Familie von nanostrukturierten Katalysatoren aus preiswerten Verbindungen auf Nickelbasis und ebneten damit den Weg für die Kommerzialisierung zugänglicher Brennstoffzellen auf Harnstoffbasis. weiterlesen…

Seit Neujahr PV-Pflicht in NRE und Ba-Wü

Erst 2023 weitere Länder

Mit dem neuen Jahr begann in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die Photovoltaik-Pflicht, so Marian Willuhn in pv magazine. In Baden-Württemberg müssen nunmehr auf neugebauten Nicht-Wohngebäuden PV-Anlagen installiert werden. Auch Parkplätze mit über 35 Stellplätzen müssen zukünftig durch eine PV-Anlage überdacht werden. weiterlesen…

Thorium als Uran-Ersatz

„Wunderreaktoren“ verheißen Energieparadies – angeblich

„Viele Länder setzten auf Kernkraft, um CO2-frei Energie herzustellen. In den nächsten Jahren könnten Thorium-Reaktoren die Dominanz der Uran-Kraftwerke brechen. Sie wollen Strom billiger und sicherer herstellen“, schreibt Gernot Kramper am 07.01.2022 im stern. Unmittelbar nach dem GAU von Fukushima waren 80 Prozent der Deutschen für die Abschaltung – jetzt, wo Ende Dezember drei AKW aus dem Netz gingen, nur noch 42. Dafür lebt mit dem EU-Taxonomie-Entwurf die Diskussion um den angeblich grünen Atomstrom (was er nicht ist) wieder auf. Vor allem aber über den kleinen, praktischen Thorium-Reaktor auch „Salschmelzreaktor“ (MSR) genannt. weiterlesen…

PV-Zubau 2021 zehn Prozent mehr

Dennoch zu langsam für Energiewende-Ziele

Laut dem BSW-Branchenbarometer blickt die Solarwirtschaft zuversichtlich ins Jahr 2022. Allerdings sei das Klimaschutz-Sofortprogramm noch vor Ostern erforderlich, um die Regierungsziele umsetzen und die Solardach-Nachfrage entsprechend verdreifachen zu können. Die in Deutschland installierte Solarstromleistung könne bis 2030 von derzeit rund 59 auf 200 GW ausgebaut werden, wenn Energiewende-Barrieren eingerissen würden. Während die Nachfrage nach Solarstromanlagen im Eigenheimsektor und bei ebenerdig errichteten Solarparks 2021 in Deutschland kräftig anzog, ging die neu installierte Photovoltaik-Leistung bei Gewerbedächern zurück. (BSW-Infografik: PV-Zubau 2021 – © solarwirtschaft.de) weiterlesen…

EE-Anteil 2021 bei 42,8 Prozent

Bundesnetzagentur veröffentlicht Daten zum Strommarkt 2021

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am 07.01.2022 Strommarktdaten für 2021. Datengrundlage für die Zahlen ist SMARD.de, die Strommarktdatenplattform der Bundesnetzagentur. „Auf unserer Plattform SMARD wird der Stand der Energiewende sichtbar. Wichtige Kennzahlen des Strommarkts 2021 werden im aktuellen Jahresrückblick dargestellt”, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. weiterlesen…

Richtiger Ansatz, aber mehr Flexibilität für Energiewende nötig

BDEW zu Gaskraftwerken in der EU-Taxonomie

Es gehe darum, „Übergänge in Richtung Klimaneutralität zu organisieren“, erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, zu den im Entwurf der EU-Kommission für einen delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie vorgeschlagenen Anforderungen für den übergangsweisen Einsatz von Erdgas in neuen Gaskraftwerken. Deshalb verfolge die EU-Kommission grundsätzlich einen richtigen Ansatz, wenn sie Gaskraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung unter Einhaltung strenger Kriterien als nachhaltig einstufe. weiterlesen…