DUH verlangt Tempo 100

Sofortmaßnahme für Klimaschutz und weniger Öl aus Russland

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert Sofortmaßnahmen, um Öl, Gas und Kohle einzusparen – besonders dringend ein Tempolimit zur Öleinsparung von 100 km/h auf Autobahnen, 80 km/h außerorts und Tempo 30 innerorts für die Dauer der aktuellen Krise. Die DUH koordiniert bereits seit Jahren ein breites Bündnis aus Umwelt- und Verkehrsverbänden, Polizeigewerkschaft und Verkehrsunfall-Opferhilfe, das sich für ein generelles Tempolimit zum Schutz von Klima und Menschenleben einsetzt. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine erhöht nun noch einmal massiv die Dringlichkeit. weiterlesen…

Industrielle Ablagerungen in der Nordsee

Hereon-Untersuchung: Umweltgesetze zeitigen Wirkung, jedoch mit großer Verzögerung

Forschende des Instituts für Umweltchemie des Küstenraumes von Helmholtz-Zentrum Hereon untersuchten in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), der Universität Hamburg, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) sowie der Universität Aachen (RWTH) die zeitliche Veränderung der Schadstoffbelastung in der Nordsee. Dabei zeigte sich einer Medienmitteilung vom 02.03.2022 zufolge: Vor allem seit den letzten 100 Jahren belastet ein mannigfaltiger Chemiecocktail die Umwelt. Sie fanden auch heraus, dass ein Rückgang der Belastung nach Verbot von Substanzen sich erst Jahrzehnte später in der Umwelt abzeichnet. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt open access in Environmental Pollution erschienen. (Foto: Blick vom Leuchtturm Skagens auf die Landzunge Grenen, dahinter das Skagerrak, rechts das Kattegat – © Martin Olsson – Eig. Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

Erderwärmung schwächt Stabilität des Monsuns

Südasiatisches Wetterphänomen in Gefahr

Forschende rechnen laut einer gemeinsamen Medienmitteilung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit geringeren Regenfällen während des südasiatischen Sommers bei zunehmender Erwärmung des Indischen Ozeans: Klimadaten aus Sedimentkernen, die 130.000 Jahre zurückdatieren, zeigen, dass die Erwärmung im Indischen Ozean während der letzten Warmzeit die Regenfälle über dem Indischen Ozean verstärkte, die Niederschläge des Indischen Sommermonsuns an Land jedoch abschwächte. Ein nachlassender Monsun in Südasien wird unter dem derzeitigen, globalen Erwärmungsszenario zunehmend wahrscheinlich und hätte weitreichende Folgen für Ernährungssicherheit und Wohlergehen von rund 40 Prozent der Weltbevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und der Universität Kiel in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS). (Foto: Fischer bei der Arbeit im bengalischen Überschwemmungsgebiet – © Pritam/Uni Kielopen access) weiterlesen…

Recht einfacher“ Durchbruch erreicht

Zugang zu gespeichertem Wasserstoff effizienter

Ein neuer Katalysator des Ames Laboratory des US-Energieministeriums und seiner Mitarbeiter extrahiert auf einfache und effiziente Weise Wasserstoff aus Wasserstoffspeichern. Der Prozess findet bei milden Temperaturen und unter normalen atmosphärischen Bedingungen statt, ohne dass Metalle oder Zusatzstoffe verwendet werden. Der in Science Advances open access publizierte Durchbruch stellt eine vielversprechende neue Lösung dar, die ein seit langem bestehendes Problem bei der Einführung von Wasserstoff als Kraftstoff für den Verkehr und andere Anwendungen angeht. weiterlesen…

Klimapolitik im Zentrum des gesellschaftlichen Diskurses angekommen

Klima-Reader der Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Folgen des anthropogenen Klimawandels, die sich bereits heute weltweit immer häufiger in Extremwetterereignissen manifestieren, sind – nicht erst seit der Publikation von Teil II des 5. IPCC-Sachstandsberichts – gravierender als ursprünglich angenommen und geben Anlass zur Besorgnis. Klimapolitik ist im Zentrum des gesellschaftlichen Diskurses angekommen. Eine ambitionierte Klimapolitik, die gleichzeitig ökonomisch tragfähig und sozial ausgeglichen ist, also alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt, stellt die Politik parteiübergreifend vor große Herausforderungen. In Kooperation mit der gemeinnützigen Wissenschaftsplattform klimafakten.de hat die Konrad-Adenauer-Stiftung einen 100-seitigen Klima-Reader erstellt. weiterlesen…

Sechster IPCC-Sachstandsbericht (AR6) – Zweiter Teil: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit

Arbeitsgruppe II: Hauptaussagen aus der Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung

Der am 28.02.2022 veröffentlichte Bericht der IPCC-Arbeitsgruppe II des sechsten Sachstandsbericht zum Klimawandel diagnostiziert „weitverbreitete negative Folgen und damit verbundene Verluste und Schäden für Natur und Menschen“ infolge des Klimawandels. Einige Maßnahmen hätten die Verwundbarkeit zwar verringert, aber die zunehmenden Klima- und Wetterextreme hätten zu „irreversiblen Folgen geführt, da natürliche und menschliche Systeme über ihre Anpassungsfähigkeit hinaus belastet wurden“ – regional unterschiedlich. 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen leben unter gegenüber dem Klimawandel „sehr verwundbaren“ Bedingungen – ein großer Anteil an Arten ist „verwundbar“ gegenüber dem Klimawandel. Der Bericht liefert Informationen über Anpassungsmaßnahmen zur Verringerung klimabedingter Risiken und zeigt Optionen für die Schaffung einer nachhaltigen, resilienten und gerechten Zukunft für alle auf. Solarify dokumentiert die (ins Deutsche übersetzte) Zusammenfassung für politische Entscheider. weiterlesen…

Reaktionen auf IPCC-Bericht

Klimakrise laut IPCC weiter verstärkt

Der Weltklimarat (IPCC) hat am 28.02.2022 den zweiten Teil seines 6. Sachstandsberichts vorgestellt – im Fokus: Folgen des Klimawandels und Anpassung. Der IPCC warnt: Die Klimarisiken für Ökosysteme und Menschen nehmen weltweit rapide zu. Nur konsequenter Klimaschutz und frühzeitige Klimaanpassung können Risiken verringern. Für Deutschland benennt die Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes die größten Klimarisiken und dringendsten Anpassungsbedarfe. weiterlesen…

Landwirtschaft: Weltweit könnte Anbaufläche halbiert werden

LMU-Geographen haben vor Hintergrund des Zielkonflikts zwischen Landnutzung und Biodiversität Flächeneinsparungspotenzial simuliert

Weltweit steigt die Nachfrage nach Agrarprodukten für Nahrungs- und Futtermittel und Bioenergie. Damit wächst auch der Druck auf die Ressource Land. Gleichzeitig sind Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, wichtig, um den wichtigsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – dem Verlust von Biodiversität und dem weltweiten Klimawandel – zu begegnen. Eine Lösung dieses Konflikts könnte es sein, die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern und dadurch die benötigte Anbaufläche zu verringern. Die LMU-Geographen Julia Schneider und Florian Zabel haben gemeinsam mit Forscherinnen der Universitäten Basel und Hohenheim nun in einer interdisziplinären, modellbasierten Studie analysiert, wie viel Fläche durch effizientere Anbaumethoden global eingespart werden könnte und welche ökonomischen Auswirkungen – etwa auf die Preise und den Handel – dies hätte. weiterlesen…

Pappelholz für Biomethan und Torfersatzstoffe

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Hohes Methanpotenzial und gute pflanzenbauliche Eigenschaften

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) entwickelt einer FNR-Medienmitteilung vom zufolge gemeinsam mit der Vattenfall-Tochter Energy Solutions GmbH (ESG) und dem Substrathersteller Klasmann-Deilmann GmbH (KD) einen innovativen Prozess, der sowohl Biomethan aus nachhaltigem Energieholzanbau mit Pappeln als auch Torfersatzstoffe mit vielversprechenden Eigenschaften liefern kann. Nach ersten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen könnte der Prozess kostendeckend sein. weiterlesen…

„Europa neu verstehen“

Wendepunkt in der europäischen Geopolitik und Energiepolitik – Gastbeitrag von Gerard Reid

Politik und Energie waren noch nie weit voneinander entfernt. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Energie oft der Grund für den Ausbruch von Kriegen war (man denke nur an die von den USA angeführte Invasion des Irak im Jahr 2003), und der Zugang zu Energie war auch der Grund, warum Kriege gewonnen oder verloren wurden (z. B. der Zweite Weltkrieg). Die russische Invasion in der Ukraine zeigt, wie sehr Europa nicht nur bei Erdgas, sondern auch bei Öl und Kohle von Russland abhängig ist. Diese Panzer haben das Vertrauen insbesondere zwischen Deutschland und Russland erschüttert, und das ist ein Wendepunkt in der europäischen Geopolitik und Energiepolitik. Das wirft die Frage auf, was Europa tun sollte? Kurz gesagt: Wir müssen EUROPA NEU VERSTEHEN. weiterlesen…