Klimaneutralität – realistische Vision oder Mogelpackung?

Viele Missverständnisse bei Begriffen rund um den Klimaschutz
-mit freundlicher Genehmigung von Mario Schmidt, Hochschule Pforzheim-

Nach Ansicht von Professor Mario Schmidt, Professor für Ökologische Unternehmensführung an der Hochschule Pforzheim, vergreifen sich selbst Klimaschützer nicht selten in der Wortwahl: „Klimaneutralität bedeutet, dass von menschlichen Aktivitäten keine Auswirkungen mehr auf das Klima ausgehen. So hat es der Weltklimarat definiert. In der öffentlichen Diskussion wird dagegen immer Treibhausgasneutralität gemeint, was etwas anderes ist.“ Das sei keine Haarspalterei: selbst wenn es gelänge, alle Emissionen in Deutschland zu vermeiden, so wären die Auswirkungen auf das Klima doch immer noch beträchtlich. weiterlesen…

Klimaziel erreichbar mit nur 20 Prozent mehr Windgeneratoren

Neue Generation erzeugt zehnmal mehr Strom

Die Hochwasser-Katastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen hat bundesweit zu einer Debatte über schnellere Klimaschutz-Maßnahmen geführt. Im Gespräch ist nicht nur ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung, sondern auch die notwendige Steigerung beim Bau neuer Windgeneratoren. Am 02.08.2021 wies der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) auf die Ergebnisse einer Untersuchung, die er im vergangenen Spätherbst über die energiewirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Generation von Windturbinen veröffentlicht hat, derzufolge nur ein Fünftel zusätzlicher Windgeneratoren neu gebaut werden müssen, um das Klimaziel zu erreichen. weiterlesen…

AMOC möglicherweise an kritischer Schwelle

Meeresströmung im Atlantik hat an Stabilität verloren

Eine wichtige Strömung im Atlantik, zu der auch der Golfstrom gehört, hat im Laufe des letzten Jahrhunderts möglicherweise an Stabilität verloren. Das zeigt eine neue am 05.08.2021 in Nature Climate Change publizierte Untersuchung von Niklas Boers vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die Atlantische Umwälzströmung (Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) transportiert warme Wassermassen aus den Tropen an der Meeresoberfläche nach Norden und kaltes Wasser am Meeresboden nach Süden, was für die relativ milden Temperaturen in Europa von großer Bedeutung ist. Außerdem beeinflusst sie Wettersysteme weltweit. Ein möglicher Zusammenbruch dieses Meeresströmungssystems könnte daher schwerwiegende Folgen haben. weiterlesen…

Buch: Vom Wesen unserer Flüsse

Ein faszinierender Lebensraum im Wandel

Flüsse gehören zu den attraktivsten Lebensräumen, nicht nur für Pflanzen und Tiere. Auch Menschen siedeln sich dort mit Vorliebe an – und sorgen für zahlreiche Umweltkonflikte: Auwälder werden gerodet, Flüsse begradigt oder aufgestaut, und „Jahrhunderthochwasser“ werden dadurch immer häufiger. In seinem Blick auf ausgewählte Flüsse Mitteleuropas plädiert Josef H. Reichholf für eine differenzierte Sicht auf unser Tun. Das Buch erscheint im oekom-verlag am 14.09.2021. weiterlesen…

Nach der Flut: Klimaneutraler Wiederaufbau

Nach Hochwasser Häuser, Heizungen und Wärmenetze im Einklang mit Klimaschutz sanieren

Die verheerenden Hochwasser haben die Gebäude und die Infrastruktur in den Überschwemmungsgebieten in West- und Süddeutschland stark in Mitleidenschaft gezogen. Häuser und Versorgungsleitungen wurden teilweise völlig zerstört. Die Fluten haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, beim Wiederaufbau nun neben der notwendigen Maßnahmen im Hochwasserschutz auch den Klimaschutz im Rahmen der vereinbarten Klimaziele zu berücksichtigen – schreiben Barbara Saerbeck und Patrick Graichen im Blog von Agora Energiewende. (Foto: Überschwemmung der Ahr in Marienthal bei Dernau, Bad Neuenahr-Ahrweiler – © mit freundlicher Genehmigung HwK Koblenz). weiterlesen…

Warnung vor „Net Zero“

Vorsicht, wenn globale Öl- und Gasriesen das Klimaziel „Netto-Null 2050“ beschließen

„Net Zero 2050“ war in diesem Jahr das große Thema in der Klimapolitik im Vorfeld des globalen Politikforums in Glasgow. Analysen zeigen jedoch, dass „Net Zero 2050“-Strategien viele Jahrzehnte der unnötigen Nutzung fossiler Brennstoffe bis weit über das Jahr 2050 hinaus festschreiben werden, mit einem nicht nachhaltigen Wirtschaftspfad, gefährlichen „Ausgleichs“-Kompromissen und inakzeptablen Risiken einer unaufhaltsamen Klimaerwärmung, schreiben David Spratt und Ian Dunlop vom National Centre for Climate Restoration (Breakthrough), einer unabhängigen australischen Denkfabrik. Mit diesen Thesen haben sie sich bereits im April zu Wort gemeldet (Siehe: solarify.eu/co2-budget-eine-schimaere). weiterlesen…

2,7 Mrd. für energetische Sanierung bewilligt

610 Mio. ausgezahlt

hat im ersten Halbjahr 2021 mehr als 2,7 Mrd. Euro für die energetische Gebäudesanierung bewilligt und rund 610 Mio. Euro ausgezahlt. Im zweistufigen Verfahren der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden mit der Bewilligung die Fördermittel reserviert. Nach der Umsetzung des Projekts und Prüfung der Nachweise zahlt das BAFA den Förderbetrag aus. weiterlesen…

Weniger Engpässe, mehr Synergien

Neue Strategie des PIK für Klimaschutz und UN-Nachhaltigkeitsziele

Eine Welt, die den Klimawandel bekämpft und gleichzeitig große Fortschritte zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) macht, ist möglich – so das Ergebnis einer neuen Untersuchung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik. Einer Pressemitteilung des PIK vom 02.08.2021 folgend haben Forschende der Institute eine integrierte Strategie entwickelt, die ehrgeizigen Klimaschutz mit gezielten Maßnahmen für Entwicklung, Zugang zu Nahrung und Energie, globale und nationale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit verbindet. Sie wirft ein neues Licht auf Engpässe, aber auch auf Synergien, um die Erreichung von Klima- und nachhaltigen Entwicklungszielen zu ermöglichen. (Grafik: Agenda 2030, 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) – © UN) weiterlesen…

CO2 als Rohstoff für Kunststoffe und Co.

Klimagas als Ausgangsstoff

CO2-Emissionen müssen sinken – einen möglichen Weg zur Reduzierung zeigen Fraunhofer-Forschende auf: Sie nutzen das Klimagas als Rohstoff, etwa für Kunststoffe. Einer Darstellung in Forschung Kompakt vom 02.08.2021 zufolge stellen sie aus CO2 zunächst Methanol und Ameisensäure her, die sie via Mikroorganismen zu Bausteinen für Polymere und Co. umwandeln. Ansätze dazu entwickeln Forscherinnen und Forscher derzeit in den Projekten EVOBIO und ShaPID am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Beide Projekte bearbeiten sie im Verbund mit mehreren Fraunhofer-Instituten. weiterlesen…

Großwärmepumpen Schlüssel zu Fernwärme-Dekarbonisierung

Neue Fraunhofer-Studie

Fernwärme ist ein starker Hebel für die Wärmewende in den Städten. Sie wird entscheidend dazu beitragen, den urbanen Gebäudebestand bis 2050 klimaneutral mit Heizwärme zu versorgen – und das zu sozial verträglichen Kosten. Das ist das Ergebnis einer am 29.07.2021 veröffentlichten Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, an welcher der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und zehn Mitgliedsunternehmen mitgewirkt haben. Die Forscher identifizieren Großwärmepumpen in Wärmenetzen als zentrale Technologie, um den Ersatz fossiler Heizungstechnik durch den Ausbau der Wärmenetze klimaneutral zu gestalten. weiterlesen…