Glasgow – historisch?

Eine COP26-Bilanz von Werner Eckert
-mit freundlicher Genehmigung-

Glasgow sollte als der Gipfel in die Geschichte eingehen, der den weltweiten Ausstieg aus der Kohle bringt. Und er sollte die Welt auf Kurs 1,5-Grad-Limit bringen. Was ist erreicht, was nicht? ARD-Umwelt- und Klimaexperte Werner Eckert hat die COP26 in Glasgow verfolgt und ihre Resultate aufgelistet – Solarify dokumentiert seine Analyse, die zuerst auf tagesschau.de erschien. (Foto: Obama vor COP26-Plenum – Foto © UNFCCC-Team_KiaraWorth, CC BY-NC-SA 2.0) weiterlesen…

„Konferenz-Bashing geht immer“

von Werner Eckert, ARD
mit freundlicher Genehmigung

Ja, prima, Konferenz-Bashing geht immer. Da wird die Welt nicht gerettet. Stimmt. Beschlüsse von 197 Staaten sind eben keine Leitartikel, keine klugen Einlassungen von Wissenschaftlern und sie passen schon gar nicht auf ein Demo-Plakat. Was den Klimaschutz betrifft waren sie schon immer ungenügend – gemessen an der Realität im Klimawandel – und die ist bereits grausam. (Foto: COP26 – kurz vor Schluss-Plenum – Foto © UNFCCC-Team_Kiara Worth, unfccc.int, CC BY-NC-SA 2.0) weiterlesen…

COP26: Die Initiativen

Viele kleine Fortschritte – eine Übersicht

Hans-Joachim Schellnhuber zeigte sich am Schluss vorsichtig optimistisch: „Noch in Paris war es undenkbar, die globale Dekarbonisierung bis 2050 zu beschließen. Das ist nun Konsens“. Die großen Durchbrüche passierten „nicht auf den pompösen Konferenzen“, sondern vorher „in bilateralen Verhandlungen und unzähligen gesellschaftlichen Veränderungen“. Die große Zahl der freiwilligen Initiativen fand Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth bezeichnend für den Stand der Verhandlungen. In den Gesprächen mussten schließlich nur noch weniger Punkte zur Umsetzung des Paris-Abkommens geklärt werden. „Je mehr wir sie hinter uns lassen, desto mehr wird es das neue Normal der Klimagipfel sein, solche Prozesse zu beschleunigen“, sagte er zu den vielen Bündnissen und Aktionen. Eine Übersicht u.a. von Susanne Ehlerding im Tagesspiegel. (Foto: COP26 Schluss-Plenum – © UNFCCC-Team_KiaraWorth, CC BY-NC-SA 2.0) weiterlesen…

COP26: Einstieg in den Ausstieg?

Fossile seit Glasgow auf Auslaufliste

Die UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow hat nach (schon üblicher) Verlängerung mit einem teils als historisch gefeierten Beschluss den weltweiten Abschied von der Kohleverbrennung eingeläutet. Erstmals in der 26jährigen Geschichte der Klimagipfel gab es einen, wenn auch in letzter Minute abgeschwächten Konsens unter den rund 200 Staaten zum Verzicht auf einen Energieträger: die Kohle. Der am Abend des 13.11.2021 gebilligte „Klimapakt von Glasgow“ enthält zudem die Aufforderung, „ineffiziente“ Subventionen für Öl, Gas und Kohle zu streichen. (Foto: COP26-Konferenzgebäude SEC-Armadillo-Building, Glasgow – © Ross Goodman, ursprüngl, geposted auf Flickr als DSC_6974, CC BY 2.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

COP26: „Bedeutende Fortschritte in Fragen der Landwirtschaft“

Lachgas und Methan Hauptprobleme

Im Rahmen der COP26 wurden „bedeutende Fortschritte bei der Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Agrarsektor und bei der Senkung des Beitrags des Sektors zur globalen Erwärmung erzielt“. Man weiß nicht, ob es Mutmachen ist oder die mehr oder weniger verzweifelte Suche nach positiven Nachrichten – aber kurz vor der Verlängerung der COP26 veröffentlichte die COP26-Führung am 12.11.2021 diese Medienmitteilung. weiterlesen…

COP26: Mit Recht schwache Erwartungen

Klimakonferenz in Glasgow – Lars Jaeger über unzureichende Voraussetzungen und bescheidene Zwischenergebnisse

Noch ist die 26. UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow, international bekannt als COP26 (oder auch CMP16 = 16. Treffen zum Kyoto-Protokoll), nicht beendet (sie geht bis zum 12.11.), doch die Urteile über sie wurden längst gefasst. Die Regierungschefs haben sich getroffen, nun befinden sich die jeweiligen Experten aus allen Ländern in der Diskussion über Details – sowie Interpretationen der Aussagen ihrer Regierungschefs. weiterlesen…

Gießkannenschimmel verdaut Plastik

Pilze essen Kunststoff auf

Zunehmend widmen sich Forscher verschiedensten Pilzen, um Plastikmüll zu beseitigen oder nachhaltige Baustoffe zu entwickeln, schreibt Jana Sepehr im Magazin fluter der Bundeszentrale für politische Bildung. 2011 entdeckten Wissenschaft­ler der Universität Yale eine Pilzart, die Kunststoff zer­setzt: Pestalotiopsis microspora ernährt sich mithilfe eines Enzyms von Plastik – im Dunkeln und unter sauerstoffarmen Be­dingungen. Und 2017 wurde auf einer Müllhalde in Pakistan entdeckt, dass noch ein weiterer Pilz (Aspergillus tubingensis – „Tübinger Gießkannenschimmel„) in einigen Wochen Polyurethan zersetzen kann – ohne Pilze dauert es mehrere Jahre bis Jahrzehnte. (Foto: Pestalotiopsis microspora [Speg.] G.C._Zhao_&_N._Li – © MSchink – Mushroom Observer , commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0) weiterlesen…

Schulze (und Söder) gegen „grüne“ Kernkraft

Umweltministerin: zu teuer, zu gefährlich

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wendet sich gegen Forderungen von EU-Partnern, Atomenergie als nachhaltig einzustufen. „Wir wollen keine Atomenergie, wir halten sie nicht für nachhaltig, und wir wollen auch nicht, dass die EU das unterstützt“, sagte die geschäftsführende Ministerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom 08.11.2021. Die deutsche Position dazu sei vollkommen klar, und „da sind wir auch nicht die einzigen, die das so sehen“, sagte Schulze. Es sei auch noch nicht entschieden, dass diese Einstufung komme, „auch wenn Frankreich seine Interessen gerade sehr lautstark vorträgt“. weiterlesen…

Wissenschaftler empfehlen Förderstopp für ineffiziente kleine Wasserkraftanlagen

Wissenschaftliches Memorandum „Energiewende nicht auf Kosten der aquatischen Biodiversität“ – Betreiber widersprechen

65 Fachwissenschaftler aus 30 wissenschaftlichen Institutionen empfehlen der Bundespolitik in einer vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme dringend, die Förderung von ineffizienten Kleinwasserkraftwerken aus EEG- oder Steuermitteln zu beenden. Sollte die Politik darüber hinaus größere Wasserkraftwerke weiterhin fördern wollen, raten die Experten dazu, dies von der ökologischen Durchgängigkeit der Anlagen und der konsequenten Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben wie z.B. dem Wasserhaushaltsgesetz abhängig zu machen. In dem wissenschaftlichen Memorandum „Energiewende nicht auf Kosten der aquatischen Biodiversität“ betonen die Fachwissenschaftler, dass die Wasserkraftnutzung unstrittig einen wesentlichen Grund dafür darstelle, weshalb Deutschland verbindliche Umweltziele im europäischen Biodiversitäts- und Gewässerschutz verfehle. Branchenverbände widersprechen. ( Foto: Kleinwasserkraftwerk Buchholz, Schweiz – © Quadra7677, eig. Werk, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0) weiterlesen…

Whistleblower: Energiecharta-Vertrag gefährdet Pariser Klimavertrag

ECT ermöglicht es Energiekonzernen, Regierungen auf Erstattung von entgangenen Profiten zu verklagen

Ein geheimes Investorengerichtssystem stellt laut Aktivisten eine echte Bedrohung für das Pariser Klimaabkommen dar, da Regierungen, die Maßnahmen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ergreifen, mit einer Flut milliardenschwerer Klagen wegen angeblich entgangener Gewinne rechnen müssen. Neue, dem Londoner Guardian vorliegende Geheimdokumente zeigen einen Anstieg der Klagen nach dem Energiecharta-Vertrag (ECT) um 269 %. Der ECT gestattet es Energiekonzernen, die ihre Gewinne beeinträchtigt sehen, Regierungen zu verklagen. weiterlesen…