Giftige Geschäfte: EU exportiert tonnenweise verbotene Chemikalien

BUND-Untersuchung: Chemieindustrie verdient an Handel mit in der EU verbotenen Stoffen

In einer am 14.09.2023 veröffentlichten Untersuchung deckt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf, dass viele europäische Chemieunternehmen verbotene Chemikalien in die ganze Welt exportieren. Für die Studie “Supply chains of hazardous chemicals” wurden die Exportdaten europäischer Chemiefirmen ausgewertet. Die Auswertung zeigt, dass etwa 700.000 Tonnen Chemikalien, die in der EU aufgrund ihrer umwelt- und gesundheitsschädlichen Eigenschaften bereits verboten oder in ihrer Verwendung stark beschränkt sind, jedes Jahr aus der EU in die ganze Welt exportiert werden. Darunter sind etwa 200.000 Tonnen Pestizide für die Landwirtschaft. Den Großteil machen aber so genannte Industriechemikalien, wie zum Beispiel Nonylphenole oder Bleiverbindungen, aus. (Bild: Warnzeichen W016 – Warnung vor giftigen Stoffen – © MaxxL, gemeinfrei) weiterlesen…

Gemeinwohl und Kreislaufwirtschaft

Bundeskabinett beschließt Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen

Das Bundeskabinett hat am 13.09.2023 die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen beschlossen. Sie wurde unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Erarbeitung einer Nationalen Strategie festgelegt, um Gemeinwohlorientierte Unternehmen und Soziale Innovationen zu stärken. Die nun vorgelegte, gemeinsam in der Bundesregierung erarbeitete Strategie formuliert in sieben Leitlinien und elf Handlungsfeldern die wesentlichsten Ziele und Maßnahmen, um durch verbesserte Rahmenbedingungen und passende Unterstützung alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte zu mobilisieren und Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln. (Titel: Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen – © BMWK) weiterlesen…

Bayern will PFAS-Verbot im Bundesrat verwässern

Ewigkeits-Chemikalien „ausgewogen“ regulieren

Die bayerische Staatsregierung hat einen Entschließungsantrag mit dem Titel „PFAS-Regulierung mit Augenmaß“ in den Bundesrat eingebracht. Dieser wird voraussichtlich im September in den zuständigen Ausschüssen beraten. Der Antrag befürwortet eine („ausgewogene“) Regulierung von PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bzw. Minimierung des Eintrags persistenter Stoffe mit negativen Wirkungen für Mensch und Umwelt im Sinne der Vorsorge, betont aber auch die Relevanz der Stoffgruppe für den Transformationsprozess und spricht sich insofern für einen differenzierten Regulierungsansatz aus. Umweltverbände protestieren. (Titel: PFAS-Schwerpunkt „PFAS. gekommen, um zu bleiben“ – © Umweltbundesamt) weiterlesen…

EU-Parlament will „strategische Projekte“ für kritische Mineralien stärken

Abhängigkeit der EU von China und anderen Ländern bei Metallen wie seltenen Erden verringern

Der Industrieausschuss des EU-Parlaments hat am 07.09.2023 dem Entwurf des EU-Gesetzes über kritische Rohstoffe zugestimmt, das die Abhängigkeit der EU von China und anderen Ländern bei Metallen wie seltenen Erden verringern soll – so Frédéric Simon im Portal EURACTIV.com. Die neue Verordnung über kritische Rohstoffe ist ein weiterer Schritt in der Absicht der EU, ihre industriepolitische Agenda neu zu gestalten, nachdem die hohen Energiekosten, Unterbrechungen der Lieferketten und der groß angelegte Investitionsplan der Vereinigten Staaten (Inflation Reduction Act – IRA) die Zukunft des Industriestandorts Europa infrage gestellt haben. weiterlesen…

Ernährungssystem als Netto-Treibhausgassenke?

Studie hält starke CO2-Reduktion in Ernährungswirtschaft für möglich – Kritik aus der Wissenschaft

Laut einer am 06.09.2023 open access in „Plos Climate“ veröffentlichten (und vom Science Media Center Germany kritisch zusammengefassten) Untersuchung könnte die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 auf netto negative Emissionen kommen – durch die Kombination aus pflanzenbasierter Ernährung, Produktionsumstellung und CO2-Speicherung. Allerdings äußern Forschende starke Zweifel: Die Studie schätze die Potenziale der technischen Maßnahmen viel zu optimistisch ein. Die Zusammenstellung des Teams der beteiligten Forschenden wurde vom World Wildlife Fund for Nature (WWF) organisiert. weiterlesen…

CO2-Emissionen bei Neuzulassungen leicht rückläufig

Auslaufende gewerbliche E-Auto-Förderung als Grund

Elektroautos werden bei neu zugelassenen Fahrzeugen immer häufiger: Fast jedes dritte war im August 2023 ein reines Elektroauto. Entsprechend nehmen die CO2-Emissionen allmählich ab.Im Jahresverlauf 2023 sind sie bereits  leicht zurückgegangen. Zwischen Januar und August stieß jeder neu zugelassene Pkw im Schnitt 116,3 Gramm pro Kilometer aus – das geht aus einer aktuellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor, wie dpa und zahlreiche Medien vermelden. Das waren 2,4 Prozent oder knapp drei Gramm weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Deutlicher fiel der Rückgang im August aus. Hier lagen die Emissionen mit rund 95,3 g/km um knapp 16 Prozent unter dem Vorjahresmonat. weiterlesen…

Batteriebrände gefährden Recyclingwirtschaft und Rohstoffsicherung

Recyclingverbände fordern sofortiges Handeln von Politik und Herstellern

Die vier Recyclingverbände Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE), Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV), Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) und Verband Deutscher Metallhändler und Recycler (VDM) trafen sich deshalb Ende Juli zu einer gemeinsamen Sitzung in Bergkamen, um ihre Position zur anstehenden Novellierung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes aufgrund der zunehmenden Brandgefahr zu schärfen. Wie notwendig solche Regelungen sind, haben die vergangenen Wochen gezeigt: Insbesondere die Brände in Dresden und Duisburg und weitere Brandfälle in Entsorgungsunternehmen sind Anlass zum Handeln. weiterlesen…

Der Fußabdruck des Internets

E-Mail-Verkehr erzeugt CO2

2022 wurden in Deutschland etwa 666 Millionen Tonnen CO2 emittiert. 147 davon vom Verkehr. Häufiges Fliegen und langes Autofahren sind schädlich fürs Klima. Diese Tatsache wird von kaum jemandem bestritten. Viel seltener dagegen wird in der Klimadebatte der digitale Raum betrachtet. Denn auch durch das Internet können immense Massen an CO2 erzeugt werden, beim Streamen zum Beispiel. Und auch die gute alte E-Mail könnte sich als Klimasünde entpuppen – so das Carbon Literacy Project“. weiterlesen…

Klimawandel im Heizungskeller

Trotz aller Propaganda: Wärmepumpen rentieren sich

Eine am 06.09.2023 veröffentlichte Modellrechnung des WWF zeigt, dass sich die Mehrkosten bei der Anschaffung eine Wärmepumpe im Vergleich zu einem neuen Gaskessel schon nach wenigen Jahren amortisieren. Wenn es um den Einbau einer neuen Heizung geht, spricht eigentlich wenig gegen die Wärmepumpe. Eigentlich. Doch nach wie vor schrecken die Investitionskosten viele vom Umstieg auf die klimafreundliche Heizalternative ab. Zu Unrecht. Zwar sind die Anschaffungskosten meistens deutlich höher als bei Kauf und Montage eines konventionellen Gaskessels. Aber der Blick auf den bloßen Kaufpreis täuscht über die oft günstigeren Betriebskosten hinweg. (Foto: Verdampfer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe – © Santeri Viinamäk, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

Gebäudeenergiegesetz beschlossen

Bundestag stimmt für Heizungsgesetz

Nach monatelangem Gezerre hat der Deutsche Bundestag am 08.09.2023 das Gebäudeenergiegesetz (GEG), vulgo Heizungsgesetz, beschlossen, welches das Heizen deutlich klimafreundlicher machen soll. Für das Gesetz stimmten 399 Abgeordnete, mit Nein 275 bei 54 Enthaltungen. Jetzt blickt die Ampelregierung etwas nervös nach Karlsruhe; das BVerfG könnte das Gesetz wegen formeller Mängel des Verfahrensablaufs stoppen. Die Novelle soll dazu führen, dass alle Öl- und Erdgasheizungen nach und nach ausgetauscht werden. Denn künftig soll jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das Gesetz soll Anfang 2024 in Kraft treten, aber zunächst nur für Neubaugebiete gelten. Für Bestandsbauten soll eine kommunale Wärmeplanung in Kraft treten – die gibt es aber noch nicht. weiterlesen…