Regierung will Klimaschutzgesetz „nachbessern“

Protest der Klimaschutzverbände gegen Auflösung der Sektorverbindlichkeit

Mit dem „Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG)“ (20/8290) will die Bundesregierung die Steuerungsmechanismen des KSG verbessern – so der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag am 13.09.2023. Wie aus der Begründung zum Entwurf hervorgeht, hätten sich seit Inkrafttreten des Gesetzes am 12. Dezember 2019 in der Praxis Schwierigkeiten bei der Anwendung insbesondere des Nachsteuerungsmechanismus des Paragrafen 8*) gezeigt. Zudem enthalte das KSG aktuell keine Vorgabe, bei bereits absehbaren Zielverfehlungen nachzusteuern, obwohl dies „in vielen Fällen mit weniger einschneidenden Maßnahmen möglich wäre.“ weiterlesen…

Gemeinwohl und Kreislaufwirtschaft

Bundeskabinett beschließt Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen

Das Bundeskabinett hat am 13.09.2023 die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen beschlossen. Sie wurde unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag die Erarbeitung einer Nationalen Strategie festgelegt, um Gemeinwohlorientierte Unternehmen und Soziale Innovationen zu stärken. Die nun vorgelegte, gemeinsam in der Bundesregierung erarbeitete Strategie formuliert in sieben Leitlinien und elf Handlungsfeldern die wesentlichsten Ziele und Maßnahmen, um durch verbesserte Rahmenbedingungen und passende Unterstützung alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte zu mobilisieren und Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln. (Titel: Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen – © BMWK) weiterlesen…

Bayern will PFAS-Verbot im Bundesrat verwässern

Ewigkeits-Chemikalien „ausgewogen“ regulieren

Die bayerische Staatsregierung hat einen Entschließungsantrag mit dem Titel „PFAS-Regulierung mit Augenmaß“ in den Bundesrat eingebracht. Dieser wird voraussichtlich im September in den zuständigen Ausschüssen beraten. Der Antrag befürwortet eine („ausgewogene“) Regulierung von PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bzw. Minimierung des Eintrags persistenter Stoffe mit negativen Wirkungen für Mensch und Umwelt im Sinne der Vorsorge, betont aber auch die Relevanz der Stoffgruppe für den Transformationsprozess und spricht sich insofern für einen differenzierten Regulierungsansatz aus. Umweltverbände protestieren. (Titel: PFAS-Schwerpunkt „PFAS. gekommen, um zu bleiben“ – © Umweltbundesamt) weiterlesen…

Vielversprechende neue Batterie für grüne Energie

UC-Chemiker entwickeln neuartigen Speicher für Energie aus Wind- undSonne

In seinem Chemielabor haben Jimmy Jiang und seine Studenten an der University of Cincinnati (UC) eine neue Batterie entwickelt, die tiefgreifende Auswirkungen auf die groß angelegte Energiespeicherung haben könnte, die für Wind- und Solarparks benötigt wird. Innovationen wie die der UC werden tiefgreifende Auswirkungen auf die grüne Energie haben, so Jiang. Batterien speichern erneuerbare Energie für den Zeitpunkt, an dem sie gebraucht wird, und nicht nur für den Zeitpunkt, an dem sie produziert wird. Dies sei entscheidend, um das Beste aus Wind- und Solarenergie herauszuholen, sagt er. weiterlesen…

Branchenbefragung: Stimmung am Effizienzmarkt kippt

Nach GEG: Effizienzunternehmen rufen nach stabilen Rahmenbedingungen

Die deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) hat im August eine Branchenbefragung in ihrem Unternehmensnetzwerk durchgeführt. Ergebnis: Mehr als jedes fünfte Unternehmen schätzt die Stimmung am Energieeffizienzmarkt als „besorgt“ oder sogar „negativ“ ein, mehr als die Hälfte zumindest als „herausfordernd“. Die jüngsten politischen Entwicklungen und Verzögerungen haben sich aus Sicht von weit über drei Vierteln der Teilnehmenden die Marktentwicklung geschwächt (42 %) oder sogar geschädigt (37 %). weiterlesen…

Effizientes Training für künstliche Intelligenz

Neuartige physik-basierte selbstlernende Maschinen könnten heutige künstliche neuronale Netze ersetzen und damit Energie sparen

Künstliche Intelligenz beeindruckt nicht nur durch ihre Leistung, sondern auch durch ihren Energiehunger. Und sie verbraucht umso mehr Energie, je anspruchsvoller die Aufgaben sind, für die sie trainiert wird. Víctor López-Pastor und Florian Marquardt, zwei Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts (MPL) in Erlangen, präsentieren nun eine Methode, mit der sich künstliche Intelligenz deutlich effizienter trainieren lassen könnte. Sie setzen dabei auf physikalische Prozesse statt der heute verwendeten digitalen künstlichen neuronalen Netze. Ihre Erkenntnisse wurden in der Physical Review X unter „Self-Learning Machines Based on Hamiltonian Echo Backpropagation“ veröffentlicht. weiterlesen…

EU-Parlament will „strategische Projekte“ für kritische Mineralien stärken

Abhängigkeit der EU von China und anderen Ländern bei Metallen wie seltenen Erden verringern

Der Industrieausschuss des EU-Parlaments hat am 07.09.2023 dem Entwurf des EU-Gesetzes über kritische Rohstoffe zugestimmt, das die Abhängigkeit der EU von China und anderen Ländern bei Metallen wie seltenen Erden verringern soll – so Frédéric Simon im Portal EURACTIV.com. Die neue Verordnung über kritische Rohstoffe ist ein weiterer Schritt in der Absicht der EU, ihre industriepolitische Agenda neu zu gestalten, nachdem die hohen Energiekosten, Unterbrechungen der Lieferketten und der groß angelegte Investitionsplan der Vereinigten Staaten (Inflation Reduction Act – IRA) die Zukunft des Industriestandorts Europa infrage gestellt haben. weiterlesen…

Ernährungssystem als Netto-Treibhausgassenke?

Studie hält starke CO2-Reduktion in Ernährungswirtschaft für möglich – Kritik aus der Wissenschaft

Laut einer am 06.09.2023 open access in „Plos Climate“ veröffentlichten (und vom Science Media Center Germany kritisch zusammengefassten) Untersuchung könnte die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 auf netto negative Emissionen kommen – durch die Kombination aus pflanzenbasierter Ernährung, Produktionsumstellung und CO2-Speicherung. Allerdings äußern Forschende starke Zweifel: Die Studie schätze die Potenziale der technischen Maßnahmen viel zu optimistisch ein. Die Zusammenstellung des Teams der beteiligten Forschenden wurde vom World Wildlife Fund for Nature (WWF) organisiert. weiterlesen…

Militär will umweltfreundlicher werden

Bundeswehr bestellt erstmals CO2-armes synthetisches Kerosin

Die Bundeswehr kauft laut „Welt am Sonntag“ erstmals umweltfreundlicheres synthetisches Kerosin für ihre Flugzeug- und Hubschrauberflotte. Etwa 3,8 Mio. Liter wurden zur Einspeisung ins Nato-Pipelinenetz CEPS bestellt, das die Luftwaffenstützpunkte versorgt. Sustainable Aviation Fuel (SAF) gilt als Hoffnung,  künftig klimaneutral zu fliegen. Öko-Kerosin ist teurer als Kerosin auf fossiler Basis, bisher gibt es SAF nur in Kleinstmengen am Markt. Die WamS: „Nicht nur die zivilen Fluggesellschaften bekommen Druck von Öffentlichkeit und Politik, von herkömmlichem Kerosin aus Erdöl und damit auf fossiler Basis abzurücken. Auch das Militär versucht, als  Treibstoff-Großkunde umweltfreundlicher zu werden.“ (Foto: Sustainable Aviation Fuel – Tanks am Flughafen Frankfurt – © Ubahnverleih – Eig. Werk, CC0, commons.wikimedia) weiterlesen…

CO2-Emissionen bei Neuzulassungen leicht rückläufig

Auslaufende gewerbliche E-Auto-Förderung als Grund

Elektroautos werden bei neu zugelassenen Fahrzeugen immer häufiger: Fast jedes dritte war im August 2023 ein reines Elektroauto. Entsprechend nehmen die CO2-Emissionen allmählich ab.Im Jahresverlauf 2023 sind sie bereits  leicht zurückgegangen. Zwischen Januar und August stieß jeder neu zugelassene Pkw im Schnitt 116,3 Gramm pro Kilometer aus – das geht aus einer aktuellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor, wie dpa und zahlreiche Medien vermelden. Das waren 2,4 Prozent oder knapp drei Gramm weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Deutlicher fiel der Rückgang im August aus. Hier lagen die Emissionen mit rund 95,3 g/km um knapp 16 Prozent unter dem Vorjahresmonat. weiterlesen…