Von der Pandemie zur Energiekrise – Wirtschaft und Politik im Dauerstress

Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2022 – sofortiger Gasliefer-Stopp kostet 220 Milliarden

70 Megawatt H2 bis 2030: Die deutsche Wirtschaft steuert durch schwieriges Fahrwasser und durchläuft die höchsten Inflationsraten seit Jahrzehnten. In ihrem Frühjahrsgutachten revidieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihren Ausblick für dieses Jahr deutlich nach unten. Die Erholung von der Corona-Krise wird infolge des Kriegs in der Ukraine gedämpft, behält aber die Oberhand. Die Institute erwarten für 2022 und 2023 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 2,7 bzw. 3,1 Prozent. Eine sofortige Unterbrechung der russischen Gaslieferungen würde hierzulande in beiden Jahren insgesamt 220 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung kosten. Medienmitteilungen verschiedener Institute vom 13.04.2022. (Tabelle: Eckdaten der Prognose für Deutschland – Tabelle © DIW u.a.) weiterlesen…

DIW: Kaufprämie für Elektroautos verändert deutschen Automarkt

Dennoch bleiben Zulassungen hinter Notwendigem zurück

Noch immer werden in Deutschland Monat für Monat um ein Vielfaches mehr Pkw mit Verbrennungsmotor zugelassen als Elektroautos. Doch die Schere schließt sich sukzessive, wie die Medienmitteilung über eine aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vom 13.04.2022 zeigt: Die Zahl der neu zugelassenen Elektro-Pkw steigt, die der Verbrenner sinkt. Ein Grund dafür ist die Kaufprämie bis 9.000 Euro für Elektro-Pkw, die größtenteils der Staat und zu einem kleineren Teil der jeweilige Automobilhersteller den Käufern zahlt. weiterlesen…

„EU-Nutzungsstopp für Erdgas bis 2035 und Ausbau echter erneuerbarer Alternativen“

Zur Gasmarkt-Reform der Europäischen Kommission – Gas aus Norwegen – Embargo fossiler Brennstoffe aus Russland

Erst, nachdem die Staats- und Regierungschefs mit brutalen Bildern von wahllosen Morden in Butscha, einem Vorort von Kiew, konfrontiert wurden, nahm die Idee eines Embargos für russisches Erdgas konkretere Gestalt an. Das Massaker löste einen internationalen Aufschrei aus und brachte die bisher schwersten Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen gegen Moskau hervor, dass allerdings keine andere Erwiderung fand, als „Fake“. Ausschnitte einer Analyse von Euronews und ein Kommentar vom Greenpeace-Energieunternehmen Green Planet Energy. weiterlesen…

Neues PV-Rcycling

Silicium, Silber und Zinn zurückgewinnen

Jährlich fallen in Deutschland rund 10 000 Tonnen Silizium aus alten PV-Modulen an – ab 2029 dürften es mehrere Hunderttausend Tonnen sein, denn dann werden die Anlagen aus der zwanzigjährigen EEG-Förderung fallen, die in der ersten großen Ausbauwelle zwischen 2009 und 2011 installiert worden sind. Durch das Recycling der Aluminiumrahmen (10-15 % Gewichtsanteil) und des Deckglases (70-75 % Gewichtsanteil) wird die gesetzlich vorgeschriebene Quote zwar erreicht, es stellt aber in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung keine befriedigende Lösung dar. Die abgetrennte Restfraktion aus Silicium, Silberkontakten, Zinn und schwermetallhaltigem Lot (Blei) wird zusammen mit der Kunststofffolie i. a. verbrannt. Jetzt wollen die Fraunhofer-Institute für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg und für Silizium-Photovoltaik (CSP) in Halle an der Saale gemeinsam mit dem Recycler Reiling aus Harsewinkel bei Gütersloh mit einer neu entwickelten Technik das Silizium in nahezu reiner Form zurückgewinnen – unabhängig von den Modul-Herstellern, wie die Projektpartner hervorheben. weiterlesen…

Extremer Methananstieg in der Atmosphäre

Auch CO2-Konzentration verzeichnet großen Sprung

Zweites Rekordjahr in Folge: 2021 stiegen die Methan-Emissionen so massiv an wie nie zuvor, hat die US-Klimabehörde NOAA laut einer Meldung von Deutschlandfunk Nova am 07.04.2022 bekannt gegeben. Methan ist zwar viel treibhauswirksamer als CO2, bleibt aber nur vergleichsweise kurz in der Atmosphäre. Warum die Methankonzentration in der Atmosphäre aktuell so stark ansteigt, ist unklar. (Grafik: CH4-Trend – all-gl 20220405 – © NOAA Global Monitoring Laboratory – sos.noaa.gov_copyright) weiterlesen…

Über 600 Gigawatt Windkraft & Photovoltaik kommen nun offiziell

„Good bye altes Stromnetz“

Kommentar von In meinem letzten Beitrag hatte ich über den heimlichen Knaller von Habecks Ankündigungen am 11.01.2022 geschrieben – dem CO2-Exit im Stromsektor bis 2035. Mancher Kommentar sah darin ein „Wiederkäuen staatlicher Propaganda“, die so weit weg von der Realität sei, wie einst die 5-Jahrespläne der SED-Regierung in der DDR. Was bei anderen zu Schimpferei über den Staat generell führte.“ weiterlesen…

Mobiler Teststand für hochaufgelöste Power-to-X-Kinetikanalyse

Entwicklung von Fraunhofer ISE

Im Zuge der Energiewende gewinnt die Umwandlung von erneuerbarem Strom in chemische Energieträger durch sogenannte Power-to-X-Prozesse an Bedeutung. Als langfristige, speicherbare und leicht transportable Energieträger mit großer Kapazität maximiert PtX das Potenzial der erneuerbaren Erzeugung und ermöglicht eine vollständige Transformation aller Sektoren (Strom/Verkehr/Gebäude). Zukünftige PtX-Anlagen werden vorwiegend in abgelegenen Regionen mit hohem Potenzial erneuerbarer Energien oder zukünftig sogar offshore errichtet. Damit die chemischen Prozesse unter diesen herausfordernden Bedingungen realisiert werden können, sind innovative Synthesereaktoren und Betriebsstrategien erforderlich. Am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE wurde ein universell einsetzbarer Teststand für Kinetik-Untersuchungen entwickelt, um katalytische Festbettreaktionen unter dynamischen Betriebsbedingungen zu analysieren. Die kompakte, mobile „KISS“-Anlage kann überall eingesetzt werden. weiterlesen…

Lesehinweis: „Wir vergeuden Zeit mit Klimadebatten“

NYT: „Die nächsten Schritte sind klar“
Von John Bistline, Inês Azevedo, Chris Bataille und Steven Davis in der New York Times

Der jüngste Bericht des Weltklimarates, den wir gemeinsam mit vielen Kollegen verfasst haben, gibt Anlass zur Hoffnung auf eine Begrenzung der globalen Erwärmung, so die vier Autoren am 10.04.2022 in der New York Times. „Aber wir haben keine Zeit zu verlieren. Und zur verschwendeten Zeit gehört auch die Zeit, die wir mit Debatten verbringen, die uns von unseren wichtigsten Prioritäten im Moment ablenken.“ weiterlesen…

Afrika neues Grün-Wasserstoff-Eldorado?

Einige der größten Märkte in Afrika haben wichtige Schritte unternommen

In Afrika sind sich zehn Projekte für grünen Wasserstoff in verschiedenen Entwicklungsstadien. Der Kontinent verfügt über Landmasse und Sonnenlicht, zwei wichtige Merkmale und Projektvoraussetzungen, welche die Produktion von grünem Wasserstoff unterstützen. In Afrika sind 593 Kraftwerke für erneuerbare Energien mit einer Gesamtkapazität von 64 GW in Betrieb, und 580 Projekte mit einer Kapazität von 152 GW sind geplant. Eine Analyse von Erika Baldessin, Jennifer Tschopp und Laszlo Maio auf S&P Global Commodity Insights. weiterlesen…

Überlegungen zum Earth Day

Zum bevorstehenden Tag der Erde global denken und lokal handeln
von Dominick A. DellaSala, William Ripple und Franz Baumann

Wir verdanken dem heroischen Aktivismus der turbulenten 60er Jahre, die 1970 den ersten Tag der Erde hervorbrachten, eine Menge. Damals waren unsere Lebensmittel mit Pestiziden belastet, die Luft war mit Smog verpestet, unser Trinkwasser mit Schadstoffen verseucht, und unser nationales Symbol, der Weißkopfseeadler, stand kurz vor dem Aussterben. Präsident Richard Nixon unterzeichnete den Endangered Species Act (Gesetz über gefährdete Arten) und schuf die Environmental Protection Agency (EPA), um über Amerikas saubere Luft und Wasser zu wachen. Auch wenn all diese parteiübergreifende Unterstützung zu viel Optimismus führte, ist es noch ein weiter Weg zu einem wirklich sicheren Klima und einer lebendigen Welt, schreiben die drei Autoren in The Hill. (Foto: COP21-Paris – 23595388112 – © Arnaud-Bouissou – CC BY 2.0-Lizenz) weiterlesen…