Wie steht es um die Kernfusion?

Ein Blick in die neuesten Presseschlagzeilen – Essay von Lars Jaeger

In den letzten Monaten hören wir von der Presse immer wieder Neuigkeiten zu einem Thema, das über Jahrzehnte durch ein langes Schweigen gekennzeichnet war. So hieß es an ein und demselben Tag (26.01.2022) in nahezu allen Pressorganen:
– „Brennendes Wasserstoffplasma im größten Laser der Welt stellt Fusionsrekorde auf“
– „Meilenstein der Kernfusion erzeugt erstmals ‚brennendes Plasma'“
– „Physiker schaffen selbstbrennendes Plasma – ein Schritt in Richtung nachhaltige Kernfusionsenergie?“
– „Wissenschaftler erreichen einen wichtigen Meilenstein bei der Nutzung der Fusionsenergie“
(Siehe auch: solarify.eu/durchbruch-in-der-traegheits-fusionsforschung)
(Grafik: Kernfusion – © oakrootpixabay.com) weiterlesen…

Artensterben und Klimaschutz beeinflussen einander

klimareporter: „Mammuts und Haie als Freunde des Klimas“

Eine soeben unter dem Titel „Actions to halt biodiversity loss generally benefit the climate“*) („Maßnahmen zur Eindämmung des Verlusts der biologischen Vielfalt kommen generell dem Klima zugute“) open access in Global Change Biology publizierte Untersuchung zeigt: „Ein Großteil der Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität stabilisiert auch das Klima. Wissenschaftler fordern Umdenken“, schreibt Tjade Brinkmann im Portal klimareporter.de. weiterlesen…

Drohende Stromlücke macht schnellen Ausbau erneuerbarer Energien notwendig

Zudem ist die Stromnachfrage 2021 angestiegen

Aktuelle Analysen zum Jahr 2021 zeigen sowohl Stromerzeugung als auch Stromnachfrage mit einem Anstieg gegenüber 2020. Im Windschwachen Jahr 2021 konnte insbesondere die Onshore-Windenergie lediglich 87% ihrer Stromerzeugung von 2020 erreichen. Der gestiegene Strombedarf wurde 2021 insbesondere durch eine Erhöhung der Stromerzeugung in Stein- und Braunkohlekraftwerken gedeckt. Mit der Elektrifizierung von Mobilität und Wärme wird zukünftig ein weiterer deutlicher Anstieg der Stromnachfrage erwartet. Bereits für 2022 geht EUPD Research von einer Stromlücke von 37 TWh aus. Dies sind Ergebnisse einer Untersuchung im Rahmen des diesjährigen Energiewende Awards für Energieversorger, der im Rahmen der Innovationsplattform „The smarter E Europe“ am 12.05.2022 an die innovativsten Energieversorger der DACH-Region verliehen wird. weiterlesen…

EU-Planung fürs Bauen umstritten

Energieeffizienzvorhaben stoßen auf Kritik

Die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) mit ihren strengen Vorhaben zur Sanierung und zum energieeffizienten Bau von Gebäuden ist am 16.02.2022 in der Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen laut dem parlamentseigenem Pressedienst heute im bundestag – kontrovers debattiert worden. Auf Antrag der Unions–Bundestags-Fraktion diskutierte der Ausschuss die von der Europäischen Union geplanten Vorhaben zur Sanierung und zum Umbau von Gebäuden zur Steigerung der Gesamtenergieeffizienz. Sören Bartol (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, stellte den Abgeordneten die EU-Richtlinie vor. weiterlesen…

Neutrinos wiegen höchstens 0,8 Elektronenvolt

Neuer Weltrekord: Experiment KATRIN grenzt Neutrinomasse mit bisher unerreichter Präzision ein

Das internationale KArlsruhe TRItium Neutrino Experiment, kurz KATRIN, am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat die Neutrinomasse erstmals auf unter ein Elektronenvolt (eV) eingegrenzt und damit eine „Barriere“ in der Neutrinophysik durchbrochen. Aus den aktuell in Nature Physics (DOI: 10.1038/s41567-021-01463-1) veröffentlichten Daten lässt sich eine Obergrenze von 0,8 eV für die Masse des Neutrinos ableiten. Diese mit einer modell-unabhängigen Labormethode gewonnenen Ergebnisse ermöglichen es KATRIN, die Masse dieser „Leichtgewichte des Universums“ mit bisher unerreichter Präzision einzugrenzen. (Grafik: KATRIN-Versuchsanordnung – © KIT, Leonard Köllenberger für KATRIN Kollaboration (laut IDW m.frdl. Genehmigung) weiterlesen…

Seegräser setzen auch nach ihrem Absterben Methan frei

Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie: „Tot oder lebendig“

Seegraswiesen spielen eine wichtige Rolle im Kohlenstoffkreislauf des Meeres und für unser Klima. Einerseits nehmen sie Kohlendioxid auf und speichern es in ihren Sedimenten, andererseits setzen sie das starke Treibhausgas Methan frei. Dabei machen sie es den beteiligten Mikroorganismen einfach: Sie produzieren methylierte Verbindungen, die schnell in Methan umgewandelt werden können, sogar noch lange nach dem Tod der Pflanzen. Forschende des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen haben einer Medienmitteilung vom 14.02.2022 folgend untersucht, was die Methanproduktion und -freisetzung von Seegraswiesen steuert. Ihre Ergebnisse stellen sie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) vor. (Foto: Seegraswiesen bedecken an die 600.000 Quadratkilometer weltweit – m.frdl. Genehmigung © HYDRA Marine Sciences GmbH, mpi-bremen.de) weiterlesen…

Klimafreundliche Stahlproduktion

Fraunhofer UMSICHT: Bioraffinerie – Hüttengase als Rohstoff für grünes Methanol

Methanol ist eine der weltweit wichtigsten Verbindungen und dient u. a. als Basischemikalie und Kraftstoff. Noch basiert die Herstellung zumeist auf fossilen Rohstoffen wie Erdgas, Erdöl oder Kohle. Mit Blick auf den Klimawandel müssen nachhaltige Alternativen entwickelt werden. Das Fraunhofer UMSICHT arbeitet im Projekt Carbon2Chem® gemeinsam mit thyssenkrupp u.a. an der Gewinnung von Methanol aus Hüttengasen und nachhaltig erzeugtem Wasserstoff. Die Forschenden betreiben einer Medienmitteilung vom zufolge auf dem Institutsgelände in Oberhausen bereits erfolgreich eine Anlage im Demonstrationsmaßstab. Im nächsten Schritt sind Versuche unter Realbedingungen auf einem Hüttenwerk in Duisburg geplant. weiterlesen…

FVEE-Doppelspitze fordert dringend Beschleunigung der Wärmewende

Neu gewählte Sprecher: „Im Vergleich zur Stromwende ungleich komplexer und vielschichtiger“ – Maßnahmenvorschläge des BEE

Professorin Daniela Thrän vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig wurde von ihren Kolleginnen und Kollegen im ForschungsVerbund Erneuerbare Energien zur Sprecherin für 2022 gewählt. „Wir benötigen neue, praktikable Instrumente für die strategische Wärmeplanung, damit die Wärmewende endlich in der Realität ankommen kann. Außerdem muss die Politik sowohl für die Industrie als auch für Gebäudeeigentümer wirksame Impulse setzen, um diese wichtigen Sektoren auf den Zielpfad zu bringen“, fordert die frisch gewählte Sprecherin. Ihr Stellvertreter, Professor Frank Baur vom Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme in Saarbrücken: „Für den ForschungsVerbund Erneuerbare Energien steht das Jahr 2022 ganz im Zeichen der dringend notwendigen Beschleunigung der Wärmewende. Deshalb haben wir sie auch in ihrer ganzen Komplexität zum Thema unserer Jahrestagung gemacht.“ weiterlesen…

Abschaffung der EEG-Umlage: Branche diskussionsoffen

Vorziehung möglich

Die Abschaffung der EEG-Umlage ist laut Koalitionsvertrag zum 01.01.2023 vorgesehen. Angesichts von Rekordenergiepreisen wird derzeit verstärkt über eine frühere Streichung der EEG-Umlage diskutiert. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) skizzierte am 03.02.2022 Voraussetzungen für ein vorgezogenes Auslaufen der Umlage. „Die aktuell sehr hohen Energiepreise stellen insbesondere einkommensschwache Haushalte vor große finanzielle Schwierigkeiten. Neben dem von der Bundesregierung angekündigten Heizkostenzuschuss für Haushalte mit niedrigen Einkommen ist die Diskussion darüber, wie die Preise auf ein sozialverträgliches Niveau gebracht werden können, sinnvoll und wichtig“, so BEE-Präsidentin Simone Peter. weiterlesen…

Worum geht es beim IPCC-Bericht über Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit?

Hintergründe aus der Klimaforschung: Sechster IPCC-Sachstandsbericht, Arbeitsgruppe II

Gut zwei Wochen vor Veröffentlichung des neuen Weltklimaberichts erklärten Experten beim Pressegespräch des Deutschen Klima-Konsortiums die wissenschaftlichen Hintergründe. Sie legten auf Basis des aktuellen Forschungsstands dar, wie sehr Mensch und Natur leiden, wenn wir den Klimawandel nicht bremsen – betonten aber auch, dass wir die Risiken verringern und uns vorbereiten können. weiterlesen…