Europa legt PV-Rekordzubau hin

Wachstum soll weitergehen

Die Installation neuer Solarstromleistung in der EU hat im vergangenen Jahr um gut ein Drittel zugelegt und einen neuen Rekord erreicht, schreibt Sven Ullrich am auf Erneuerbare Energien. Für die nächsten Jahre rechnet die europäische Photovoltaikbranche mit weiterem Wachstum. Insgesamt gingen in den Mitgliedsstaaten der EU neue Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 25,9 Gigawatt neu ans Netz – so viel wie bisher in keinem anderen Jahr. weiterlesen…

Forbes-Energie-Prognosen für 2022: Kohleausstieg beschleunigt, EE-Förderung steigt, E-Mobilität wächst stark

Positiver Ausblick skeptisch unterlegt

„Das Jahr 2021 war ein Meilenstein in der sauberen Energie- und Klimapolitik“, schreibt Silvio Marcacci von Energy Innovationam 10.01.2022 in Forbes, dem erfolgreichsten Wirtschaftsmagazin weltweit: Dutzende von Staaten hätten sich zum Ausstieg aus der Kohle verpflichtet, die ehrgeizigsten bundesstaatlichen Klimavorschläge in der Geschichte der Vereinigten Staaten und die Autohersteller setzten voll auf die Elektrifizierung des Verkehrs. (Foto: „Bucyrus Erie 3850-B Power“ namens „Big Hog“ – © MichaelBNACC BY 3.0) weiterlesen…

„Müssen Geschwindigkeit der Emissionsminderung verdreifachen“

Habeck legt Eröffnungsbilanz Klimaschutz vor – Reaktionen

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Bündnis 90/Grüne) hat am 11.01.2022 zusammen mit Staatssekretär Patrick Graichen die angekündigte Eröffnungsbilanz Klimaschutz vorgelegt und Sofortmaßnahmen präsentiert, um aufzuzeigen, wo Deutschland bei den einzelnen Handlungsfeldern steht. Das gilt sowohl für die Klimaziele in den verschiedenen Sektoren als auch für den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Netzausbau. Die Eröffnungsbilanz zeigt, wie sehr der Klimaschutz in Deutschland hinter den Erwartungen liegt. Die Reaktionen fielen überwiegend positiv aus. weiterlesen…

Wissenschaftliche Basis für beschleunigten Kohleausstieg

Untersuchung des Öko-Instituts

Um die Klimaziele in Deutschland zu erreichen, wird der Ausstieg aus der Braunkohle idealerweise bis zum Jahr 2030 erfolgen. Das hat die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten. Eine am 11.01.2022 veröffentlichte Untersuchung des Öko-Instituts im Auftrag von Agora Energiewende trägt nun alle Daten und Fakten rund um Kraftwerke und Tagebaue, gesetzliche Regelungen und Stilllegungspfade, Beschäftigungszahlen und ökonomische Strukturen insbesondere in den Braunkohleregionen sowie zu ökologischen Aspekten der Braunkohlewirtschaft zusammen. Die Analyse will damit einen Beitrag dazu leisten, die Debatte über die Beschleunigung des Ausstiegs aus der Kohle faktenbasiert und transparent zu führen. weiterlesen…

Gold als Lösung für große Herausforderung der Katalyse

Noch bis vor kurzem als inert angesehen

Forscher der Universität Cardiff haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Lehigh University (Bethlehem, PA, USA) und des Nationalen Zentrums für Magnetische Resonanz in Wuhan (China) eine einfache, kostengünstige Methode zur direkten Umwandlung von Erdgas in nützliche Chemikalien und Kraftstoffe unter Verwendung des Edelmetalls Gold als Schlüsselkomponente gefunden. Einige meinen zwar (vor allem in der Taxonomie-Diskussion), Erdgas sei einer der umweltfreundlichsten fossilen Brennstoffe, doch bei seiner Verbrennung (und der Produktion von Methan, das 70-90 % des Erdgases ausmacht) werden immer noch gefährliche Treibhausgase emittiert. (Foto: Goldstaub – © Savana Price, pixabay) weiterlesen…

Taxonomie: Greenwashing für Atomkraft und Gas – na und?

Kommentar von Harald Schumann
mit freundlicher Genehmigung

Was für ein Bohei! Auf Druck der französischen Regierung und einiger osteuropäischer Länder will die EU-Kommission die Stromerzeugung aus Atom- und Gaskraftwerken als „nachhaltig“ einstufen. NGOs und Klimaaktivisten sind empört. Die Kritik ist berechtigt. Aber die Aufregung steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Bedeutung des Vorhabens. Das Vorhaben unter dem Rubrum „Taxonomie“ sei eine „Lizenz zum Greenwashing“, empört sich Greenpeace. Das grüne Etiketts für die Technologien von gestern sei eine „Provokation“, ärgert sich Luxemburgs Umweltminister Claude Turmes. Die deutschen Regierungsparteien treibt das Vorhaben in ihren ersten Streit und Österreichs Regierung will sogar Klage beim Europäischen Gerichtshof einreichen (s. auch Randnotiz re.). weiterlesen…

Niedriger hängen!

Es gibt Ereignisse, anlässlich derer Politik und Medien einander hochschaukeln – eine davon ist die EU-Taxonomie. Als wären deren Inhalte nicht schon längst bekannt, bedurfte es erst der Silvesterfaxe aus Brüssel und dann des Aufschaukelns. In der ARD wurden die Ampel-Grünen als Verlierer beschimpft („Alptraumstart“) und eine nicht zuständige (grüne!) Ministerin (Lemke) vor die Kamera gezerrt. Irgendwer „erhöhte den Druck“ (eine ebenso beliebte wie nichtssagende Journalistenfloskel, die nichts weiter beschreibt, als dass irgendjemand lauter schreit und härtere Kraftworte in den Mund nimmt als jemand anderer. Wo da Druck entsteht – keine Ahnung). Umweltaktive, NGO, Medien und Politiker haben mit Ihren dramatischen Protesten keinen Druck erhöht, dafür aber einen Verlust herbeigeredet und Deutschland in der EU zum Verlierer abgestempelt. Die Kleinstreaktoren – wenn sie überhaupt etwas taugen – könnten in Osteuropa zum Symbol des Endes deutscher Techniküberlegenheit werden. Derweil steckt aber kein Privatinvestor mehr auch nur einen Cent in (große) AKW. Warum? Wegen des Atommülls? Nein! Wegen Tschernobyl oder Fukushima? Nein! Sondern weil Kernkraft sich nicht mehr rentiert; sie ist schlicht unrentabel. Nur Regierungen fördern noch Atomenergie – aus ganz anderen Beweggründen als der Rentabilität, aus militärischen etwa, oder Prestigesucht. Denn Atomstrom kostet schon heute viel mehr als der aus Wind und Solar, Tendenz steigend. Darum investiert kein Unternehmen oder Pensionsfonds mehr auf eigenes Risiko in neue AKW, schreibt Harald Schumann im Tagesspiegel. Nur wenn Steuerzahler für mögliche Schäden haften, werde noch gebaut, wie etwa im britischen Hinkley Point. Dort habe die Regierung den Betreibern auf 30 Jahre die Abnahme zum Doppelten des Marktpreises zugesichert. (Müsste das GAU-Risiko privat versichert werden, würde die Kilowattstunde je nach Laufzeit 67 Euro teurer werden, so eine Berechnung von 2011). Schumann: Das einzig „Nachhaltige“ an der Kernspaltung sei die über Jahrtausende anhaltende Strahlung des tödlich giftigen Abfalls; und der Strom aus Erdgas sei kaum weniger klimaschädlich als der aus Kohle. Dennoch habe der Brüsseler delegierte Rechtsakt so viel Empörung nicht verdient. Er hat recht. -GH- weiterlesen…

Katalysatoroberfläche mit atomarer Auflösung analysiert

Oberflächen-Struktur von Katalysator-Nanopartikeln sichtbar gemacht

So detailliert sind Katalysatoroberflächen selten zuvor abgebildet worden. Dabei kann jedes einzelne Atom entscheidend für die katalytische Aktivität sein. Mit atomarer Auflösung hat ein deutsch-chinesisches Forschungsteam die dreidimensionale Struktur der Oberfläche von Katalysator-Nanopartikeln sichtbar gemacht. Diese spielt eine entscheidende Rolle für die Aktivität und Stabilität der Partikel. Die detaillierten Einblicke gelangen mit einer Kombination aus Atomsondentomografie, Spektroskopie und Elektronenmikroskopie. Nanopartikel-Katalysatoren können zum Beispiel bei der Produktion von Wasserstoff für die chemische Industrie zum Einsatz kommen. Um die Leistung künftiger Katalysatoren zu optimieren, ist es unabdingbar, den Einfluss der dreidimensionalen Struktur zu verstehen. (Foto: Transmissions-Elektronenmikroskop (TEM) – © Johannes Schneider – Eig. Werk, commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0) weiterlesen…

„Die eine Kraft will in den Abgrund rennen, die andere will uns vor der Katastrophe bewahren. Wir müssen entschlossen handeln und uns denjenigen anschließen, die versuchen, die Katastrophe noch abzuwenden und den Weg in eine Zukunft zu öffnen.“ (Noam Chomsky am 07.01.2022 in einem Gespräch mit dem Magazin „Jetzt“ des Süddeutschen Verlags)