Streit um Leopoldina-Studie

Streit um neue Bioenergiestudie
Biokraftstoffe nachhaltig oder nicht?
Experten und Poilitiker uneins

Die neue Analyse der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu den Grenzen und Möglichkeiten der Nutzung von Bioenergie hat heftige Reaktionen hervorgerufen. An der Stellungnahme hatten mehr als 20 Wissenschaftler der 2010 eingesetzten Arbeitsgruppe Bioenergie mitgewirkt, darunter Dr. Nicolaus Dahmen vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Prof. Peter Weiland vom Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut in Braunschweig. Beide Forscher sind seit Jahren im Bioenergiebereich tätig und galten bisher eher als Befürworter. Der Bundesverband BioEnergie (BBE) und der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) zweifeln die Argumentation an und äußern ihr volles Unverständnis, ebenso der Biogasrat.  Der Anbauverband Bioland begrüßte dagegen die Ergebnisse der Analyse und forderte den kompletten Ausstieg aus der Biokraftstoffproduktion. Politiker aller Richtungen wollen weiter an der Nutzung von Bioenergie festhalten. Bundesumweltminister Altmaier sieht weiter eine wichtige Rolle für die Bioenergie. Kritik an der Studie kam auch aus der FDP-Bundestagsfraktion. weiterlesen…

6.000-Kilometer-Flug mit Solarenergie

Solar Impulse zurück in der Schweiz

Das Solarflugzeug HB-SIA der Initiative Solar Impulse hat seinen Interkontinentalflug zwischen Europa und Afrika erfolgreich beendet. Am 24. Juli um 20:30 landete der Prototyp im schweizerischen Payerne. Seit dem Start am 24. Mai hat der Solarflieger auf seinem Weg von der Schweiz bis in den Süden Marokkos nach Ouarzazate und zurück insgesamt 6000 Kilometer in mehreren Flugetappen zurückgelegt: Von Payerne über Madrid nach Rabat und Quarzazate und wieder zurück führte der Weg. Dabei wechselten sich Bertrand Piccard, der Initiator von Solar Impulse, und André Borschberg, CEO der Initiative, nach jedem Zwischenstopp als Pilot der einsitzigen Maschine ab. ->Quelle weiterlesen…

Kritik an Leopoldina-Biokraftstoff-Studie

VDB: „Leopoldina-Studie verkennt Vorteile von Biokraftstoffen und bestehende Nachhaltigkeitsregeln“
Franz Alt und Hans-Josef Fell ebenfalls kritisch

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie kritisiert die jüngst veröffentlichte Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zur Bioenergie. In der Studie verkennen die Autoren wesentliche Vorteile der Nutzung von Biokraftstoffen, so der VDB. Denn im Verkehrsbereich gebe es außer Biodiesel und Bioethanol derzeit keine andere einsatzfähige Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Auch die von der Leopoldina empfohlene Solar- und Windenergie spiele für den Straßenverkehr keine Rolle, weil von den rund 51 Millionen Fahrzeugen in Deutschland nur etwa 4.600 einen elektrischen Antrieb hätten.
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Leopoldina-Forscher sehen Bioenergie kritisch

„Bioenergie leistet heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende“
Süddeutsche Zeitung: „Ende eines Mythos“ – „Ist die Energiewende überhaupt noch möglich?“

In einer Stellungnahme zu den Grenzen und Möglichkeiten der Nutzung von Bioenergie kommt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle zu dem Schluss, dass „Bioenergie als nachhaltige Energiequelle für Deutschland heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann“. Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieressourcen wie der Photovoltaik, der Solarthermie und der Windenergie verbrauche Bioenergie mehr Fläche und sei häufig mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbeeinträchtigungen verbunden. Zudem konkurriere Bioenergie potenziell mit der Herstellung von Nahrungsmitteln. Vorrang solle der Einsparung von Energie und der Verbesserung der Energieeffizienz gegeben werden. Damit steht nicht nur nach Meinung der Süddeutschen Zeitung die von der Bundesregierung eingeleitete Energiewende in Frage. weiterlesen…

Nobelpreisträger: „Vom Unsinn der Biokraftstoffe“

Von Hartmut Michel, Max-Planck-Institut für Biophysik

Der Autor, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt/Main und Nobelpreisträger für Chemie (1988 zusammen mit Johann Deisenhofer und Robert Huber für die Erforschung der Photosynthese im Purpurbakterium Rhodopseudomonas viridis) beklagt den „‚Unsinn der Biokraftstoffe‘. Ethanol aus Mais oder Diesel aus Raps sind seiner Analyse nach weit davon entfernt, im Tank gespeicherte Sonne zu sein, wie es bisweilen poetisch heißt“ (Süddeutsche Zeitung vom 27.07.2012). Gerade mal ein Promille der Sonnenenergie finde sich im Biodiesel wieder; im Ethanol seien es magere zwei Promille. Das liege vor allem daran, dass die Fotosynthese ein sehr ineffektiver Prozess sei. Die Umwandlung der Biomasse in flüssige Treibstoffe verschlechtere die Bilanz dann noch mehr. weiterlesen…

25 Jahre Solarstrom auf Schwarzwald-Hütte

25 Jahre Solarstrom auf der Rappenecker Hütte im Schwarzwald – Photovoltaik-Hybridsystem mit Brennstoffzelle als Wegweiser für netzferne Energieversorgungssysteme

Die Stromversorgung der Rappenecker Hütte mit erneuerbaren Energien zählt zu den Meilenstein-Projekten in der frühen Geschichte des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.1987 installierten die Freiburger Forscher auf dem netzfern gelegenen Wandergasthof eine Photovoltaik(PV)-Hybridanlage, die nicht nur eine praktische Lösung für Eigentümer und Pächter, sondern gleichzeitig eine Forschungsstation für netzferne Energieversorgungssysteme wurde. Mit dem Ziel, zu einer vollständig umweltfreundlichen Energieversorgung zu kommen erfuhr die Anlage sukzessive Erweiterungen. 1990 kam ein Windrad hinzu, 2003 eine Brennstoffzelle, der Einsatz der fossilen Komponente Dieselgenerator konnte immer weiter reduziert werden. Am 27. Juli 2012 feiert die Rappenecker Hütte nicht nur ihr 350- jähriges Bestehen, sondern auch 25 Jahre erfolgreiche Photovoltaik-Geschichte. weiterlesen…

PV: 20 Jahre und kaum Leistungsverlust

Jubiläum mit beispielhafter Laufzeit
Aus der „Urzeit“ der Photovoltaik: Kyocera und Siemens

Im französischen Lhuis wurde kürzlich ein besonderes Jubiläum gefeiert: Seit nunmehr 20 Jahren wird hier von der ersten netzgekoppelten Solaranlage Frankreichs saubere Energie produziert. Nun bestätigt eine Laboruntersuchung der Pionier-Anlage, dass die Kyocera Module, die dort vor 20 Jahren installiert wurden, kaum an Leistung verloren haben. Die 945-Watt-Anlage auf einem Dach in dem kleinen Dorf östlich von Lyon hat lediglich 8,3 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung eingebüßt. Damit ist diese Anlage ein Beispiel für die außergewöhnliche Langzeitstabilität der Kyocera-Module. weiterlesen…

IZT veröffentlicht Jahresbericht 2011

Kreibich: „2011 ereignisreich und erfolgreich“

„Das Jahr 2011 war für das IZT (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin) mit dem 30jährigen Bestehen verbunden und aus der Sicht der Forschungsarbeit sowie den Bemühungen um Beiträge zu einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung ereignisreich und erfolgreich“, resümiert IZT-Direktor Rolf Kreibich. weiterlesen…

Grönlandeis: 97 Prozent angetaut

Satellitenbilder zeigen: Inlandeis taut so schnell wie nie

Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 30 Jahren haben Satelliten eine derart starke Schmelze an der Oberfläche des Grönlandeises registriert. Die Eisdecke ist im Juli schneller angetaut als jemals zuvor. Fast die gesamten Eisflächen der Insel, die im Innern bis zu mehr als drei Kilometer Dicke erreichen und zu den Küsten hin ausdünnen, taut es an der Oberfläche. Das belegen Satellitenbilder, die die US-Weltraumbehörde Nasa ausgewertet hat. Darauf ist zu erkennen, dass 97 Prozent des grönländischen Eisschelfs Mitte des Monats Schneeschmelze zeigen. weiterlesen…

MPG und EPFL bündeln Kräfte in den Nanowissenschaften

Das Max-Planck-EPFL-Center für Molekulare Nanowissenschaften und -technologie in Lausanne wird molekulare Nanomaterialien und -prozesse erforschen, um sie für Anwendungen in Medizin und Technik zu nutzen

Leben ist ohne Nanotechnologie nicht möglich. Die Natur setzt schon seit jeher auf die Prinzipien, die nun auch immer mehr technische Anwendungen finden. Um gerade im Grenzgebiet zwischen Nano- und Biotechnologie die grundlegenden Erkenntnisse zu gewinnen und so die Basis für neue technische Entwicklungen zu schaffen, haben die Max-Planck-Gesellschaft und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) das Max-Planck-EPFL-Center für Molekulare Nanowissenschaften und -technologie gegründet. Die Partnerschaft umfasst den Aufbau eines Labors in Lausanne, eine gemeinsame Doktorandenschule mit Sommerkursen und Konferenzen sowie cofinanzierte Projekte und Doktorarbeiten. Die Vereinbarung über die Kooperation haben Max-Planck-Präsident Peter Gruss und Patrick Aebischer, Präsident der EPFL, am 16. Juli unterzeichnet. weiterlesen…