Blinde Flecken bei Überwachung von Plastikmüll

KIT-Forschende vermuten, dass viel mehr Plastik in fließenden Gewässern transportiert wird als bislang angenommen – neue Ansätze für die Modellierung

Ob im Trinkwasser, in der Nahrung oder sogar in der Luft: Plastik ist ein globales Problem – und das ganze Ausmaß der Verschmutzung ist möglicherweise noch gar nicht bekannt. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden und Australien konventionelle Annahmen für den Transport von Plastik in Flüssen überprüft. Die tatsächliche Menge Plastikmüll in Flüssen könnte demnach bis zu 90 Prozent größer sein als bislang vermutet. Die neuen Erkenntnisse sollen dabei helfen, das Monitoring zu verbessern und Plastik aus Gewässern zu entfernen. Über ihre Ergebnisse berichten sie am 02.11.2022 in Water Research. (DOI: 10.1016/j.watres.2022.119078) (Foto: Blinde Flecken bei der Überwachung – mit Plastikmüll bestückte Flussmodelle – © Daniel Valero, KIT) weiterlesen…

Franz Alt: „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“

Das Klima liegt auf der Intensivstation

Die Cafés waren voll, man sah Spaziergänger in T-Shirts und Radfahrer in kurzen Hosen – im Oktober und Anfang November 2022. Wir erlebten global den wärmsten Oktober seit 1880. In Deutschland war es in diesem Jahr sogar um 3.3 Grad wärmer als in einem Durchschnitts-Oktober der vergangenen 120 Jahre. „Frühsommer im Herbst“ titelte die Süddeutsche Zeitung. In ganz Europa stiegen die Temperaturen im weltweiten Vergleich besonders stark an, beginnt Franz Alt seine Kolumne auf der Sonnenseite vom 05.11.2022. weiterlesen…

50 Millionen für Bio-Kerosin

Breakthrough Energy tätigt erste Katalysator-Finanzierung bei LanzaJet

Das Unternehmen Breakthrough Energy in Seattle, Washington, gab am 19.10.2022 die erste Katalysator-Projektfinanzierung in Form eines 50-Millionen-Dollar-Zuschusses an LanzaJet für die weltweit erste Anlage zur Herstellung von nachhaltigem Flugtreibstoff (SAF) aus Alkohol von Freedom Pines Fuels in Soperton, Georgia, bekannt. Das Programm Breakthrough Energy Catalyst will Unternehmen und philanthropische Organisationen zusammenbringen, um die Einführung von Basistechnologien zu beschleunigen, indem wichtige Projekte, die erstmals im kommerziellen Maßstab durchgeführt werden, finanziert werden. weiterlesen…

Deutschland und USA arbeiten bei Energiewende stärker zusammen

John Kerry und Robert Habeck einigten sich beim G7-Treffen in Berlin 2022 auf Dekarbonisierung des Energiesektors

Deutschland und die Vereinigten Staaten sind wichtige Akteure in der internationalen Klimapolitik. Sie verfolgen jedoch unterschiedliche Ansätze. Forschende der RWTH Aachen und des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung – IASS –  in Potsdam haben eine Bestandsaufnahme veröffentlicht, in der sie gemeinsame Interessen und Kooperationspotenziale der beiden Länder identifizieren, so eine IASS-Medienmitteilung vom 26.10.2022. weiterlesen…

Die Kühe und das Klima – historische Daten offenbaren Überraschendes

Seit 2003 stoßen Nutztiere in Deutschland weniger Methan aus als 1892

Zwei Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) haben den Methanausstoß von landwirtschaftlichen Nutztieren am Ende des 19. Jahrhunderts mit heutigen Werten verglichen. Das Ergebnis überraschte: Seit 2003 sind die Methanemissionen geringer als 1892. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science of The Total Environment veröffentlicht. weiterlesen…

Zweijahresgutachten: Zielerreichung 2030 fraglich ohne Paradigmenwechsel

Expertenrat für Klimafragen mit Zweijahresgutachten: Ohrfeige für Regierung

Pünktlich zur 27. UN-Klimakonferenz COP27 im ägyptischen Sharm El-Sheikh (vom 06. bis 18.11.2022) legte der Expertenrat für Klimafragen in der Bundespressekonferez am 04.11.2022 zum ersten Mal sein Zweijahresgutachten vor. Gemäß dem gesetzlichen Auftrag untersucht das unabhängige Gremium in dem Gutachten die bisherigen Entwicklungen der Treibhausgasemissionen, Trends bezüglich der Jahresemissionsmengen und die Wirksamkeit von Maßnahmen mit Blick auf die Zielerreichung nach dem Bundes-Klimaschutzgesetz. weiterlesen…

Kabinett billigt NRW-Kohleausstieg bis 2030

Zwei Braunkohlekraftwerke dürfen bis 2024 weiterlaufen

Die Bundesregierung hat am 02.11.2022 das Gesetz für ein Ende der Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen schon bis 2030 beschlossen. Das Kabinett billigte die Regelungen, denen zufolge das eigentlich geplante Enddatum 2038 gestrichen werde, sagten Regierungsvertreter. Aufgrund der Energiekrise wird aber zugleich ein Weiterbetrieb von zwei Braunkohle-Meilern möglich gemacht, die eigentlich dieses Jahr hätten abgeschaltet werden sollen. weiterlesen…

Klimaschutz wird eher unterstützt, wenn auch andere Länder investieren

Internationale Untersuchungen

Internationale Klimaabkommen sind nicht nur wichtig, um weltweit Kohlendioxid zu reduzieren, sie lohnen sich auch aus innenpolitischer Sicht: Menschen sind eher bereit, Kosten für Klimaschutzmaßnahmen mitzutragen, wenn sich andere Länder ebenfalls engagieren. Diese Erkenntnis gewinnt eine am in Nature Communications veröffentlichte Untersuchung von Prof. Michael Bechtel, Mitglied des Exzellenzclusters ECONtribute (Universität zu Köln), Prof. Kenneth Scheve (Yale University) und Elisabeth van Lieshout (Stanford University). weiterlesen…

Krisenbedinge Mehrkosten privater Haushalte halbiert

MCC untersucht Entlastungskonzept der Gaskommission – „noch sozial unausgewogen“

Der am 31.10.2022 vorgelegte Abschlussbericht der „ExpertInnen-Kommission Gas und Wärme“ läuft für mit Gas heizende private Haushalte in Deutschland auf eine Halbierung der krisenbedingten Mehrkosten hinaus. Die vorgeschlagene Kombination aus Einmalzahlung und Preisbremse, die die Bundesregierung schon diese Woche auf den Weg gebracht hat, kompensiert 47 Prozent der Mehrbelastung, die bei einem mittleren Gashaushalt und derzeitiger Preisentwicklung bis Frühjahr 2024 zu erwarten ist. Das zeigt eine seit dem 03.11.2022 online verfügbare Untersuchung des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change), welche die für Haushalte konzipierten Entlastungen durchgerechnet hat. (Titel: Abschlussbericht der Gaskommission – © bmwk.de) weiterlesen…

Rohstoffe aus Windgeneratoren

85 bis 90 Prozent der Gesamtmasse einer Windkraftanlage können bereits recycelt werden

Angesichts der Naturzerstörung beim Abbau von Primärrohstoffen werden Recycling und Wiederverwertung immer wichtiger. Ausgedienten PV-Modulen und Rotorblättern ein zweites Leben zu geben, ist gar nicht so leicht und außerdem teuer. Die Windkraft- und Photovoltaikanlagen der frühen 2000er Jahre erreichen nach und nach ihr Lebensende. Die Mengen an Komponenten, die dann zum Recycling anstehen, werden kontinuierlich steigen. Petra Franke hat für energiezukunft am 01.11.2022 das Thema belichtet. weiterlesen…