Perfluorierte Chemikalien: Belastung wird unterschätzt

Neuartige umweltschädliche Substanzen in Flüssen nachgewiesen

Per- und polyfluorierte Chemikalien, kurz PFAS, können schädlich für Mensch und Umwelt sein. Trotzdem werden sie in unzähligen Alltagsprodukten eingesetzt. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Hereon, Institut für Umweltchemie des Küstenraumes, haben gemeinsam mit einem internationalen Wissenschaftlerteam Wasserproben aus deutschen und chinesischen Flüssen untersucht und in Environmental Science & Technology veröffentlicht. Das Besondere: Mit einer neuen Methode konnten sie an Industriestandorten – neben den bekannten – nun auch rund 60 üblicherweise nicht analysierte Substanzen aus der Gruppe der PFAS nachweisen. Davon wurden acht Substanzen vorher noch nicht in der Umwelt beschrieben. weiterlesen…

Wintershall Dea muss Milliardenverlust abschreiben

Beteiligung an bestehenden Projekten in Russland wird aufrecht erhalten

„Zeitenwende“ nicht nur im Bundestag und der Politik der Bundesregierung: Auch fossile Energieversorger spüren die Folgen des Ukraine-Kriegs – allen voran Wintershall Dea. Als „einen fundamentalen Wendepunkt“ bezeichnete CEO Mario Mehren den russischen Überfall laut einer Medienmitteilung in einer Video-Schaltkonferenz am 28.04.2022. Die Folge: 1 Mrd. Verlust im ersten Quartal. Der Grund: Das Aus für Nord Stream 2. Mehren: „Ein ‚Weiter so‘ mit Russland kann es jetzt nicht geben. Wird es nicht geben. Daran besteht kein Zweifel.“ weiterlesen…

EEG-Umlage endet am 01.07.2022

Bundestag beschließt Abschaffung

Der Deutsche Bundestag hat am 28.04.2022 nach der zweiten und dritten Beratung den Gesetzentwurf zur Absenkung der Kostenbelastung durch die EEG-Umlage und zur Weitergabe dieser Absenkung an die Letztverbraucher beschlossen. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass die EEG-Umlage ab dem Jahr 2023 vollständig aus dem Energie- und Klimafonds finanziert werden soll. Mit dem Gesetz wird die EEG-Umlage bereits 2022 abgeschafft und ab dem 01.07. nicht mehr erhoben. Zielsetzung des Gesetzes ist es, angesichts der aktuellen Hochpreisphase eine spürbare Entlastung der Verbraucher bei den Stromkosten zu erreichen. weiterlesen…

Chemiker recyclen Plastikmüll mit Sonnenlicht

Sauerstoff und Licht verwandeln Kunststoffabfälle in nützliche Benzoesäure

Chemiker der amerikanischen Cornell University haben einen Weg gefunden, Polystyrol – ein Kunststoff, der in vielen alltäglichen Gegenständen vorkommt – mit Hilfe von Licht und Sauerstoff in Benzoesäure umzuwandeln, ein Produkt, das in Schul-Chemielaboren vorkommt und auch in Duftstoffen, Lebensmittelkonservierungsmitteln und anderen allgegenwärtigen Produkten verwendet wird. So betehen Eierkartons aus Styropor, Compact-Disc-Hüllen aus Hartplastik, rote Trinkbecher und viele andere gängige Produkte bestehen aus Polystyrol – weltweit ein Drittel des Deponiemülls. Die Arbeit „Chemical Upcycling of Commercial Polystyrene via Catalyst-Controlled Photooxidation“ wurde im Journal of the American Chemical Society veröffentlicht. weiterlesen…

Effiziente Methode zerlegt Plastikflaschen in Bestandteile

US-Forscher demonstrieren erstmals Einsatz von metallorganischen Gerüsten zum Abbau von Kunststoffen

Ein Forschungsteam der Northwestern University (Evanston/Chikago) hat in einer kürzlich in Angewandte Chemie veröffentlichten Arbeit erstmals gezeigt, dass ein metallorganisches Gerüst (MOF) als stabiler und selektiver Katalysator für die Zerlegung von Kunststoffen auf Polyesterbasis in seine Bestandteile taugt. Es werden nur drei Dinge benötigt: Kunststoff, Wasserstoff und der Katalysator. Ein wichtiger Bonus ist, dass eine der Komponenten, in die der Kunststoff zerlegt wird, Terephthalsäure ist, eine Chemikalie, die zur Herstellung von Kunststoff verwendet wird. Mit der Northwestern-Methode ist es nicht notwendig, den ganzen Weg zurück zum Öl und zur teuren und energieintensiven Produktion und Abtrennung von Xylolen zu gehen. weiterlesen…

Energiewende gewinnt weltweit an Tempo

Weltweites Klimaziel: Globale Emissionen noch nicht auf 1,5°C-Pfad, selbst wenn alle Länder ihre derzeitigen Verpflichtungen einhalten

Soeben ist die Studie „Global Energy Perspective 2022“ von McKinsey & Company veröffentlicht worden. Für diese Analyse der Entwicklungen am weltweiten Energiemarkt wertet McKinsey regelmäßig die Daten und Fakten zu Entwicklungen von 55 Industriesektoren und über 70 Energieprodukten und -brennstoffen in 146 Ländern aus. Basis sind fünf Szenarien, die unterschiedliche Technologiefortschritte und politische Rahmenbedingungen bis 2050 berücksichtigen. Die Berechnungen wurden vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine im Zeitraum von August 2021 bis Februar 2022 durchgeführt. Deshalb spiegeln sie derzeit noch nicht die Auswirkungen des Kriegs auf die globalen Energiemärkte wider. (Titel: Global Energy Perspective 2022 – Executive Summary April 2022 – © McKinsey and Company) weiterlesen…

Charta des Netzwerks Klimajournalismus Deutschland

Kein (Einzel-)Thema, sondern Dimension eines jeden Themas

Am 26.04.2022 hat das Netzwerk Klimajournalismus eine Charta zum Umgang der Medien mit der menschengemachten Klimakrise, die „Demokratie und Grundrechte auf unserem Planeten gefährdet“, darüber veröffentlicht, was Klimajournalismus nach Ansicht der medienübergreifenden Initiative leisten muss. Umgehend seien „grundlegende Veränderungen unserer Art zu leben und zu wirtschaften“ nötig, um der weiteren Erwärmung der Atmosphäre Einhalt zu gebieten. „Der Globale Norden trägt durch den Kolonialismus und das Wachstumsparadigma seiner Ökonomien historisch die Verantwortung für die Klimakrise. Klimajournalismus erkennt diese Fakten an und konfrontiert die Verantwortlichen damit, dass sie die Welt in eine irreversible Katastrophe steuern, wenn sie in den nächsten Jahren nicht entschieden handeln.“ Solarify veröffentlicht die Charta. (Grafik: Weltweite ‚Warming Stripes‘ – 1850-2020 – © Ed Hawkins, climate-lab-book.ac.uk, CC BY-SA 4.0) weiterlesen…

Auswahl von Sauerstoffreduktionskatalysatoren für sekundäre Zink-Luft-Batterien mit drei Elektroden

Eine in Scientific Reports publizierte britisch-chinesische Untersuchung

Elektrokatalysatoren für die Sauerstoffreduktionsreaktion (ORR), die hocheffizient, kostengünstig und dennoch langlebig sind, sind für sekundäre Zn-Luftzellen wichtig. Metall-Luft-Batterien mit Sauerstoffelektroden gelten als äußerst attraktive Systeme, da das elektroaktive Material der Sauerstoffelektrode leicht aus der Umgebungsatmosphäre gewonnen werden kann und keine Lagerung erforderlich ist. Das vereinfacht die Konstruktion des Systems und ermöglicht gleichzeitig eine unbegrenzte Kapazität der Sauerstoffelektrode, wodurch die Energiedichte des Systems erhöht wird, so die Autoren in ihrem Artikel. weiterlesen…

Laser für Wasserstofftechnologie

Fraunhofer ILT eröffnet neue Forschungsplattform

Das Gelingen der Energiewende ist eng geknüpft an die Weiterentwicklung der Wasserstoff-Technologien. Die Brennstoffzelle dabei zur Serienreife zu bringen ist das große Ziel des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Auf über 300 Quadratmetern Laborfläche richten die Aachener Forschenden dazu ein Wasserstoff-Labor ein: Eine große Bandbreite an lasertechnischen Versuchsanlagen bietet öffentlichen Projekten und Industriekooperationen künftig eine in Deutschland einzigartige Forschungsplattform. Am 05.05.2022 öffnet das neue Hydrogen Lab im Rahmen der „Lasertechnik Live“ Teilnehmenden des „International Laser Technology Congress AKL‘22“ in Aachen erstmals seine Pforten. (Foto: Mittels UKP-Lasermikrostrukturierung funktionalisierte Bipolarplatte – © Fraunhofer ILT, Aachen) weiterlesen…

Prozessierung großer Wafer in Hochgeschwindigkeit

Dank neuentwickelter On-the-fly-Laseranlage

Um effizientere Solarmodule herstellen zu können, stellt die Photovoltaikindustrie ihre Produktion zunehmend auf größere Waferformate um. Die Herstellung dieser Solarzellen mit einer Kantenlänge von bis zu 210 Millimetern mit gleichbleibender Qualität und Taktrate gewährleisten zu können, stellt die Anlagenhersteller vor neue Herausforderungen. Einem Forschungsteam am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem ISE gelang laut einer Medienmitteilung vom die Umsetzung eines neuartigen Anlagenkonzepts für die Laserbearbeitung: es prozessiert die die Wafer kontinuierlich, während sie sich auf einem Band mit hoher Geschwindigkeit unter dem Laserscanner hindurchbewegen. (Foto: Laserprozessierung – © fraunhofer.ise) weiterlesen…