Verursacherprinzip soll jetzt weltweit gelten

Ein CO2-Grenzausgleich, mit dem klimaschädliche Importe aus Nicht-EU-Ländern mit Zöllen belegt werden, kommt

Mit über 700 Millionen Tonnen ist die Europäische Union der größte Nettoimporteur von CO2-Emissionen weltweit. Emissionen, die bislang anders als in der EU hergestellte Produkte, nicht mit einem CO2-Preis versehen werden. In der Europäischen Staatengemeinschaft sorgt das Emissionshandelssystem (Emissions Trading System – kurz ETS) dafür, dass die Herstellung von Produkten mithilfe fossiler Brennstoffe teurer ist, da Industrie und Energiewirtschaft Zertifikate für den Ausstoß von Kohlendioxid erwerben müssen. Nach mehreren Reformen zog der Preis für Zertifikate in den letzten Jahren deutlich an. Manuel Grisard – energiezukunft – hat sich das Ringen von EU-Kommission und -Parlament für einen CO2-Grenzausgleich näher angesehen. weiterlesen…

„Immer mehr und immer schneller“

Warum die Blütenträume des Öko-Kapitalismus nicht reifen

Die Illusionen der Green Economy, die Wunschvorstellung einer Energiewende und ein ungebrochener Glaube an technische Antworten auf Zukunftsfragen: Der grüne Kapitalismus hat Konjunktur. Doch er kann sein Versprechen, Ökonomie und Ökologie zu versöhnen, nicht halten. Es erweist sich als unmöglich, die ökologische Krise im Rahmen einer Wachstums- und Plünderungsökonomie zu überwinden. Das Karussell aus Naturzerstörung, Beschleunigung und Aufrüstung dreht sich weiter. Im November ist „Grüne Gier – Warum die Blütenträume des Öko-Kapitalismus nicht reifen“ von Wigbert Tocha im Oekom Verlag erschienen. weiterlesen…

Gift hilft Wasserstoff produzierende Biokatalysatoren verstehen

Giftiges Cyanidmolekül greift Enzyme an, ermöglicht aber auch neue Einblicke in Katalyse

In der Natur sind bestimmte Enzyme, sogenannte Hydrogenasen, in der Lage, molekularen Wasserstoff (H2) zu produzieren. Spezielle Arten dieser Biokatalysatoren, sogenannte [FeFe]-Hydrogenasen, sind äußerst effizient und daher für die biobasierte Wasserstoffherstellung von Interesse. Obwohl die Wissenschaft bereits viel über die Funktionsweise dieser Enzyme weiß, sind einige Details noch nicht vollständig geklärt. Eine Wissenslücke konnte die Arbeitsgruppe Photobiotechnologie der Ruhr-Universität Bochum um Dr. Jifu Duan und Prof. Dr. Thomas Happe schließen. Die Forschenden zeigten, dass externes Cyanid an die [FeFe]-Hydrogenasen bindet und die Wasserstoffbildung hemmt. Dabei konnten sie eine strukturelle Veränderung in der Protonentransportbahn nachweisen, die die Kopplung von Elektronen- und Protonentransport verstehen hilft. Sie berichten in der Zeitschrift „Angewandte Chemie“ vom 04.12.2022. weiterlesen…

dena-Monitoringbericht 2022: Neuzulassungen alternativer Antriebe stark gestiegen

Planbarkeit bei Förderungen notwendig

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat ihr diesjähriges Monitoring zum Hochlauf alternativer Antriebe im deutschen Pkw-Markt veröffentlicht. Demnach sind die gesamten Pkw-Neuzulassungszahlen in den ersten drei Quartalen 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von über 2 Millionen auf weniger als 1,9 Millionen Pkw zurück gegangen, womit sich der mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie eingeläutete Zulassungsrückgang weiter fortsetze, heißt es in der dena-Pressemitteilung vom 16.12.2022. weiterlesen…

Erneuerbare Energien deckten 2022 fast die Hälfte des Stromverbrauchs

ZSW und BDEW legen aktuelle Berechnungen vor

Erneuerbare Energien haben im Jahr 2022 insgesamt 47 Prozent des Bruttostromverbrauchs gedeckt. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Damit ist der Anteil um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Für den Zuwachs verantwortlich waren vor allem der windreiche Jahresbeginn mit Rekordwerten in der Stromerzeugung aus Windenergie an Land und die sonnigen Sommermonate. Auch bei Windenergie auf See und Biomasse gab es leichte Zuwächse. weiterlesen…

Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft

Wie will die EU bis 2050 eine Kreislaufwirtschaft erreichen? 

Wenn sich die Art und Weise, wie wir Ressourcen verbrauchen, nicht ändert, bräuchten wir bis 2050 drei Erden, um unseren Bedarf zu decken. Die Ressourcenknappheit und der Klimawandel erfordern den Übergang von einer Wegwerf-Gesellschaft, in der genommen, hergestellt, verbraucht und weggeworfen wird, hin zu einer kohlenstoffneutralen, ökologisch nachhaltigen und schadstofffreien Kreislaufwirtschaft bis 2050. Das Europäische Parlament informiert über den Aktionsplan der EU für die Kreislaufwirtschaft und darüber, was die Europa-Abgeordneten noch vorschlagen, um Abfall zu verringern und Produkte nachhaltiger zu machen. weiterlesen…

EU-Einigung über CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM

Anwendungsbereich erweitert auf Wasserstoff, bestimmte Vorprodukte und indirekte Emissionen sowie einige nachgeschaltete Produkte

Am 13.12.2022 erzielten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments eine vorläufige Einigung mit dem Rat der Europäischen Union, über die Einrichtung eines CO2-Grenzausgleichsmechanismus, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Verlagerung von CO2-Emissionen ins Nicht-EU-Ausland zu verhindern. Die Carbon Border Adjustment Mechanism-(CBAM)-Regeln gelten ab 01.10.2023 mit einer Übergangsfrist; sie sind laut EU-Angaben in voller Übereinstimmung mit den Regeln der Welthandelsorganisation. weiterlesen…

Parlament stimmt Strompreisbremse zu

Erlösabschöpfung und Anhebung der Höchstwerte in den Ausschreibungen kommen

Der Bundestag hat dem Gesetz zur Strompreisbremse zugestimmt. Damit können – nach der Zustimmung des BundesratesÜbergewinnabschöpfung und die Anhebung der Höchstwerte in den Ausschreibungen kommen. Allerdings wird sich auch der Bundesrat noch mit dem Gesetz am Freitag befassen. Ebenso mit dem Jahressteuergesetz. Darin ist festgelegt, die Mehrwertsteuer ab 2023 für Photovoltaik-Anlagen bis 30 Kilowatt und Speicher auf 0 Prozent zu setzen. Dies will Enpal auch an seine Kunden weitergeben, auch wenn für Mietanlagen noch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums veröffentlicht werden soll. Für die Refinanzierung der Anlagen hat sich Enpal 855 Millionen Euro frisches Kapital beschafft, berichtet Sandra Enkhardt in pv magazine. weiterlesen…

Kreislaufwirtschaft trotz Energiekostenexplosion weiter ausbauen

5. Konferenz zum Verpackungsrecycling befasst sich mit Herausforderungen für die Kreislaufwirtschaft in Krisenzeiten

Trotz aller aktuellen Herausforderungen wollen die deutsche Verpackungsindustrie, die Konsumgüterwirtschaft und die Entsorgungs- und Recyclingbranche ihr Engagement für mehr Kreislaufwirtschaft und recyclingfreundliche Verpackungslösungen fortsetzen und ausbauen. Das ist ein Fazit des 5. Verpackungsgipfels, der am 14.12.2022 auf Einladung von AGVU, BDE und bvse in Berlin tagte. Im Mittelpunkt der Fachkonferenz unter dem Motto „Recyclingfähigkeit und Sekundärrohstoffeinsatz bei Verpackungen – Kreislaufwirtschaft in Krisenzeiten“ standen u.a. Themen wie die Auswirkungen der Energiepreisexplosion auf die Verpackungs- und Recyclingwirtschaft sowie neue gesetzliche Vorgaben für den Einsatz von Sekundärrohstoffen in Verkaufsverpackungen. weiterlesen…

Die Kraft der Kommune im Klimaschutz nutzen

Kommunen müssen verbindlich konkrete Aufgaben im Klimaschutz übertragen bekommen

Dafür sollen sie von Bund und Ländern ausreichende Finanzmittel erhalten. Neben Investitionen werden diese für Personal, Planung und Monitoring benötigt. Denn wenn Klimaschutzpersonal in den Kommunen vorhanden ist, werden deutlich mehr Maßnahmen umgesetzt und mehr Treibhausgase gespart. „Kommunen müssen endlich als entscheidende Akteure anerkannt werden. Sie haben ein großes Potenzial, die gesamtdeutschen Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Ihr Handlungspotenzial muss deutlich stärker genutzt werden“, sagt Projektleiterin Tanja Kenkmann vom Öko-Institut e.V.. weiterlesen…