Europäische Umweltagentur: 178.000 starben früher durch schlechte Luft

Aktuelle EUA-Analyse

Saubere Luft hätte 2019 EU-weit mindestens 178.000 Leben retten können, schrieb die EUA am 15.11.2021 in einer Medienmitteilung über eine Analyse für 2019 unter dem Titel: „Health impacts of air pollution in Europe“. So viele vorzeitige Todesfälle und Krankheiten in der Europäischen Union hätten durch eine Verbesserung der Luftqualität auf das kürzlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Niveau mehr als die Hälfte der vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Feinstaubbelastung verhindert werden können. weiterlesen…

„Das Ende der Kohle ist eingeläutet“

Interview mit Jochem Marotzke zum Weltklimagipfel in Glasgow

Im Rahmen der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow konnten sich die Vertragsstaaten nach der (inzwischen üblichen) Verlängerung doch noch auf ein Abkommen einigen. Peter Hergersberg, Max-Planck-Gesellschaft, sprach mit Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie, darüber, welche Erfolge Glasgow gebracht hat, welche Bedeutung solche Klimagipfel und Abkommen haben sowie die Hoffnungslosigkeit, die der Klimawandel in manchen jungen Menschen auslöst. weiterlesen…

Verschärfte Klimaschutzziele bis 2045 erreichbar

Fraunhofer ISE: Aber umfangreiche und schnelle Maßnahmen nötig

PV und Wind bei Bitterfeld - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyNach dem Bundestags-Beschluss zum Klimaschutzgesetz (KSG) vom Juni 2021 mit dem verschärften Ziel der Treibhausgasneutralität Deutschlands 2045 hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE seine Studie „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“ mit seinem Energiesystemmodell REMod komplett neu berechnet. weiterlesen…

Energiewende-Reallabor macht Stahlproduktion nachhaltiger

37 Millionen Euro vom BMWi

Wasserstoff-Tanklastzug - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyMit H2Stahl geht am größten europäischen Stahlstandort in Duisburg ein Reallabor der Energiewende an den Start – so eine Medienmitteilung aus dem BMWi vom 15.11.2021. Das Projekt erprobt den Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion, um CO2-Emissionen zu reduzieren und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten (siehe auch: solarify.eu/wasserstoff-statt-kohle-gruener-stahl). weiterlesen…

Glasgow – historisch?

Eine COP26-Bilanz von Werner Eckert
-mit freundlicher Genehmigung-

Glasgow sollte als der Gipfel in die Geschichte eingehen, der den weltweiten Ausstieg aus der Kohle bringt. Und er sollte die Welt auf Kurs 1,5-Grad-Limit bringen. Was ist erreicht, was nicht? ARD-Umwelt- und Klimaexperte Werner Eckert hat die COP26 in Glasgow verfolgt und ihre Resultate aufgelistet – Solarify dokumentiert seine Analyse, die zuerst auf tagesschau.de erschien. (Foto: Obama vor COP26-Plenum – Foto © UNFCCC-Team_KiaraWorth, CC BY-NC-SA 2.0) weiterlesen…

Frankreich will Solarenergie-Ausbau beschleunigen

Aber zwei Drittel des französischen Stroms kommen immer noch aus Kernenergie

In Frankreich rücken die Wahlen näher, und passend zur Weltklimakonferenz verkündet die Regierung ihren solaren Fahrplan – ein Amuse-Gueule für alle Klimawähler. Umweltministerin Barbara Pompili stellte gegenüber der französischen Presse zehn Maßnahmen vor, die im Aktionsplan enthalten sind. Nicole Allé hat sich den französischen Aktionsplan für energiezukunft näher angeschaut. weiterlesen…

„Konferenz-Bashing geht immer“

von Werner Eckert, ARD
mit freundlicher Genehmigung

Ja, prima, Konferenz-Bashing geht immer. Da wird die Welt nicht gerettet. Stimmt. Beschlüsse von 197 Staaten sind eben keine Leitartikel, keine klugen Einlassungen von Wissenschaftlern und sie passen schon gar nicht auf ein Demo-Plakat. Was den Klimaschutz betrifft waren sie schon immer ungenügend – gemessen an der Realität im Klimawandel – und die ist bereits grausam. (Foto: COP26 – kurz vor Schluss-Plenum – Foto © UNFCCC-Team_Kiara Worth, unfccc.int, CC BY-NC-SA 2.0) weiterlesen…

COP26: Besser als ihr Ruf

Durchbrüche sind eher selten – und halten meist nicht, was sie versprechen. Beharrliche Kleinarbeit dagegen zahlt sich nicht so sehr in Schlagzeilen aus, wirkt aber längerfristig. Das lehrte die vielfach geschmähte Weltklimakonferenz COP26 schon vor ihrem Ende am 13.11.2021. Trotz des Kurzkommentars der kindlichen Klimaschutz-Ikone Greta Thunberg: „Bla, bla, bla“. Thunberg ist zu Recht unzufrieden – diese Haltung ist ihr Markenzeichen. Aber: Die Politik muss für das Bohren dicker Bretter viel Kraft einsetzen, sie muss Schritt für Schritt vorgehen. 200 Länder zur Zustimmung zu bewegen erfordert eine weltöffentliche Diskussion. Darin liegt der Second Sense der COP26: Behutsam ein Umdenken anzustoßen und einzuleiten. Abseits der Politik entstanden in Glasgow mindestens 11 große Initiativen – zugegeben, mit teils sehr langen Realisierungsfristen.
Beispiele: die neuen Marktmechanismen für die Übertragung von Treibhausgas-Minderungen aus Klimaschutzprojekten. Demnach dürfen Treibhausgasminderungen nur einmal angerechnet werden, entweder im Käuferland oder im Land, in dem die Klimaschutzmaßnahme erfolgt. So soll sichergestellt werden, dass der Handel wirklich zu mehr Klimaschutz führt. Um die Integrität des Handels mit Minderungsgutschriften zu stärken, wird ein unabhängiges Beschwerdeverfahren etabliert.
Oder die „Weltweite Methan-Verpflichtung“ (Global Methane Pledge), zu dem EU und USA den Anstoß gegeben haben. Die unterzeichnenden Staaten wollen ihre Methanemissionen bis 2030 um 30 Prozent senken. Und: 23 Länder werden aus der Kohle aussteigen. Außerdem standen zum ersten Mal Wasserstoff und schwer zu defossilisierende Sektoren wie die Stahlindustrie bei einer Klimakonferenz im Zentrum.
Es war also nicht alles nur „Bla, bla“ – das heißt aber nicht, dass die „Futures“ der Welt am Ziel wären. Ihre Funktion heißt: Immer wieder, immer weiter den Finger in die Wunde legen, den Mächtigen mit ihrer Unzufriedenheit auf die Nerven gehen, unbequem bleiben. Am 11.11.2021 hatte Solarify ein Foto mit einem Transparent an der Berliner Akademie der Künste auf der Seite: „Nichts ist erledigt“. Und die Erledigung drängt. -gh- weiterlesen…

COP26: Die Initiativen

Viele kleine Fortschritte – eine Übersicht

Hans-Joachim Schellnhuber zeigte sich am Schluss vorsichtig optimistisch: „Noch in Paris war es undenkbar, die globale Dekarbonisierung bis 2050 zu beschließen. Das ist nun Konsens“. Die großen Durchbrüche passierten „nicht auf den pompösen Konferenzen“, sondern vorher „in bilateralen Verhandlungen und unzähligen gesellschaftlichen Veränderungen“. Die große Zahl der freiwilligen Initiativen fand Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth bezeichnend für den Stand der Verhandlungen. In den Gesprächen mussten schließlich nur noch weniger Punkte zur Umsetzung des Paris-Abkommens geklärt werden. „Je mehr wir sie hinter uns lassen, desto mehr wird es das neue Normal der Klimagipfel sein, solche Prozesse zu beschleunigen“, sagte er zu den vielen Bündnissen und Aktionen. Eine Übersicht u.a. von Susanne Ehlerding im Tagesspiegel. (Foto: COP26 Schluss-Plenum – © UNFCCC-Team_KiaraWorth, CC BY-NC-SA 2.0) weiterlesen…