Geld spielt untergeordnete Rolle

ZEW-Studie zu Elektromobilität: Zurückhaltung gegenüber E-Autos liegt nicht nur an den hohen Kosten

Für weitere Strecken nutzen Autofahrer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor weit häufiger als Elektroautos. Das gilt nicht nur für Autos im Privatbesitz, sondern insbesondere auch für Carsharing-Angebote, bei denen die Kostenstruktur für beide Antriebsarten für die Kunden gleich ist. Höhere Anschaffungspreise und Unterschiede in den laufenden Kosten zwischen E-Autos und Verbrennern sind dementsprechend nicht der einzige Grund für die geringe Fahrleistung von Elektrofahrzeugen. Stattdessen dürften auch verhaltensbezogene und nicht-monetäre Faktoren eine Rolle spielen. Alltägliche Entfernungen sind jedoch mit einem marktüblichen E-Auto gut zu erreichen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim. weiterlesen…

Schweiz: Totalrevision des CO2-Gesetzes

Berner Parlament beschließt Klimamaßnahmen zur Erfüllung von COP21

In der Schweiz wird individuelle Fortbewegung teurer, meldet die Nachrichtenagentur Keystone-SDA (zitiert nach ee-news.ch/totalrevision-co2-gesetz): Fliegen oder Autofahrten sollen teurer werden. Beide Kammern der Bundesversammlung haben am 10.06.2020 sowohl entfernungsabhängige Flugticketabgaben (zwischen 30 und 120 Franken, € 28 – 112) als auch Maßnahmen zur Verteuerung des Benzins beschlossen. Treibstoffimporteure sollen mehr als bisher kompensieren müssen: Bis 2024 soll die Kompensation den Liter Treibstoff um höchstens 10 (9 ct), ab 2025 um 12 Rappen (11 ct) verteuern dürfen. Die Abgabe auf die Tonne CO2 soll von 120 auf bis zu 210 Franken, wenn die Emissionen nicht entscheidend zurückgehen. Das Aus für fossile Heizungen soll 2026, nach einer Übergangsfrist für die Kantone, kommen. weiterlesen…

Lösung eines Problems schafft ein neues

„Ewige Chemikalien“ entstanden in der Arktis – und wahrscheinlich weltweit

Ein selten zwingendes Beispiel dafür, wie die vermeintliche Beseitigung eines Problems ein neues aufreißt: Eine Eiskernanalyse aus der kanadischen Arktis zeige, dass die Chemikalien, welche die Ozon abbauenden Substanzen (FCKW) ersetzt haben, eine Zunahme nicht abbaubarer Verbindungen in der Umwelt verursacht haben, schreibt Annie Sneed am 12.06.2020 in Scientific American unter Berufung auf einen Aufsatz in den Geophysical Research Letters. Schon vor 15 Jahren hat der WWF die Arktis als „chemische Senke der Erde“ bezeichnet. weiterlesen…

„Regierung ist Marionette für Öllobby!“

Norwegen erlaubt Ölbohrungen in der arktischen Randeiszone

In krassem Gegensatz zu allen wissenschaftlichen Empfehlungen gab die norwegische Regierung (schon Ende April) bekannt, dass sie Ölbohrungen in der Arktis innerhalb der marginalen Eiszone zulassen wird. Friends of the Earth Norwegen hat die Entscheidung als Schande bezeichnet: „Die Regierung ist eine Marionette für die norwegische Öl-Lobby!“ sagte Silje Ask Lundberg, Leiterin von Friends of the Earth Norway. weiterlesen…

„Fehlentscheidung wider besseres Wissen“

„Die Bundesregierung setzt mit blauem Wasserstoff auf eine klimaschädliche Scheinlösung“

Die Bundesregierung wolle in ihrer „Nationalen Wasserstoffstrategie“, die am 10.06.2020 vom Kabinett verabschiedet wurde, die Nutzung von angeblich klimaneutralem „Blauen Wasserstoff“ im großen Stil ermöglichen. Klimafreundlich sei aber nur Grüner Wasserstoff, den Elektrolyseure mithilfe von erneuerbaren Energien produzierten, kritisiert Greenpeace Energy-Wasserstoffexperte Marcel Keiffenheim: weiterlesen…

Konsultationen zum Europäischen Klimapakt und zur Anpassungsstrategie

Teils nur noch fünf Tage – bis 17. Juni

Das Umweltbundesamt weist auf zwei Konsultationsverfahren der EU hin, die zum Teil bereits schon ein paar Wochen laufen: Die globalen und europäischen Temperaturen haben in den vergangenen Jahren wiederholt Langzeitrekorde gebrochen. Die vergangenen fünf Jahre waren mit Hitzewellen, Dürreperioden und Waldbränden in ganz Europa die heißesten seit langem. Die Kommission wird im Rahmen des europäischen Grünen Deals einen europäischen Klimapakt ins Leben rufen, der darauf abzielt, Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinschaften in Maßnahmen für unser Klima und unsere Umwelt einzubinden. weiterlesen…

Mutigere Entlastung bei Strompreisen notwendig

Einzelhandel und Verbraucherschützer kritisieren Konjunkturpaket der Bundesregierung

„Die Richtung stimmt. Handel und Verbraucher müssen beim Strompreis entlastet werden. Das jetzt geplante Einfrieren der EEG-Umlage erzeugt aber weder einen spürbaren ökonomischen, noch einen deutlichen ökologischen Effekt“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das Vorgehen sei zu mutlos, so werde lediglich ein weiterer Anstieg der Umlage verhindert. „Die privaten Verbraucher müssen beim Strompreis deutlich stärker entlastet werden, sonst zahlen sie bei der CO2-Bepreisung sogar drauf. Das wäre nicht akzeptabel“, so Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes am 12.06.2020. weiterlesen…

Möglichst nachhaltiges Verwaltungshandeln

BMJV legt Ressortbericht in Sachen Nachhaltigkeit vor

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat am 08.06.2020 seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Der Titel: „BMJV Ressortbericht Nachhaltigkeit – Bericht zum Stand der Integration der Rechts- und Verbraucherpolitik in die Agenda 2030“. Der 36seitige Bericht stellt – einer Medienmitteilung zufolge – „die bis Anfang 2020 im BMJV vorgenommenen Schritte zur Integration der Rechts- und Verbraucherpolitik in das Zielsystem der Agenda 2030 dar und gibt zugleich eine Zielrichtung für das noch weiter erforderliche Handeln in diesem Bereich. Der Bericht soll die Öffentlichkeit informieren und gleichzeitig den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BMJV eine Orientierung für die Einordnung ihrer Aufgaben innerhalb der globalen Nachhaltigkeitsziele bieten.“ weiterlesen…

Linkslaufende Windgeneratoren wären effizienter

Neue Erkenntnisse über Potenzial und Laufrichtung

Windenergie unter Regenbogen bei Berlin - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyBis zu 23 Prozent mehr Energie könnten Windräder auf der Nordhalbkugel erzeugen, wenn sie links herum laufen würden. Doch die 30.000 Windkraftanlagen in Deutschland drehen sich rechts herum – eine zufällige Übereinkunft, schreibt Otto Wöhrbach am 11.06.2020 im Berliner Tagesspiegel und beruft sich auf eine in Wind Energy Science publizierte Untersuchung („Sollen sich Windturbinen in entgegengesetzter Richtung drehen?“) von Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. weiterlesen…

Nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet – Wasserstoffrat berufen

Kritik aus Wirtschaft und Verbänden

Wasserstoff-Tanklastzug - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyUm – nach eigenen Worten – „die globale Führungsrolle bei Wasserstofftechnologien zu sichern“, hat die Bundesregierung am 10.06.2020 die Nationale Wasserstoffstrategie (NWS) verabschiedet und einen Nationalen Wasserstoffrat berufen. In einer gemeinsamen Medienmitteilung der Bundesregierung heißt es: „Wasserstoff ist entscheidend für die Dekarbonisierung wichtiger deutscher Kernbranchen wie der Stahl- und Chemieindustrie, aber auch des Verkehrssektors. Zugleich können sich Wasserstofftechnologien zu einem zentralen Geschäftsfeld der deutschen Exportwirtschaft entwickeln.“ Germanwatch bemängelte, die Strategie orientiere sich nicht an der inzwischen auch von Deutschland unterstützten Verbesserung des EU-Klimaziels für 2030 von minus 40 auf mindestens minus 50 bis 55 Prozent. Die DUH kritisierte, dass „synthetischer Kraftstoff aus Wasserstoff als lebensverlängernde Maßnahme des Verbrennungsmotors“ weder nachhaltig noch klimafreundlich sei. weiterlesen…