BDEW: Kohleausstieg 2030 nach wie vor möglich

Oder doch nicht? Kohle vor Klima?

Selbst der grüne Wirtschaftsminister zieht die Energiesicherheit dem Klimaschutz vor: Angesichts des Überfalls Russlands auf die Ukraine kommen erste Stimmen auf, die den Kohleausstieg verschieben wollen. „Nicht notwendig, stellt die Energiewirtschaft in einer aktuellen Analyse klar“, schreibt Sven Ullrich am 01.03.2022 lakonisch auf Erneuerbare Energien. Er meint den Branchenverband BDEW. Solarify dukumentiert dessen Lagebericht unter dem Titel: „Deutsche Energiewirtschaft: Verantwortung für Versorgungssicherheit“. weiterlesen…

Kagome-Metall verblüfft Wissenschaft

Auf dem Weg zu neuer Art Supraleitung

Erst vor etwa vier Jahren haben Forschende herausgefunden, dass es Metalle gibt, in denen Atome wie in einem japanischem Flechtkorbmuster angeordnet sind – sogenannte Kagome-Metalle. Ein internationaler Forschungshype um die metallische Wunderwerkstoffklasse begann, der nun – so eine Medienmitteilung der Uni Würzburg – einen weiteren Meilenstein erreicht hat: Die Kagome-Struktur des Atomgitters führt zu einer außergewöhnlichen Kombination von herausragenden Quanteneigenschaften, die jetzt von einem internationalen Physikerteam erstmals nachgewiesen wurden und eine ganz neue Art von Supraleitung ermöglichen könnten. Prof. Ronny Thomale, Forscher des Würzburg-Dresdner Exzellenzclusters ct.qmat, sagte solche Quanteneffekte bereits vor zehn Jahren theoretisch voraus. Heute unterstützen seine Ideen Forschende weltweit bei der Interpretation ihrer Messdaten. Die jüngsten experimentellen Nachweise wurden in Nature veröffentlicht. (Grafik: Kagome-Gitter aus drei ineinandergeschobenen Dreiecksgittern aus roten, blauen oder grünen Vanadium-Atomen, eine Struktur, wie sie japanische Korbflechter nutzen – m. frdl. Genehmigung © Pixelwg Jörg Bandmann, ct.qmat) weiterlesen…

Wintershall Dea schreibt Finanzierung von Nord Stream 2 ab

Geschäftsausbau in Russland auf Eis – Zahlungsverkehr gestoppt – Kritische Infrastruktur weiter betrieben

Der Vorstand des deutschen Gas- und Ölproduzenten Wintershall Dea AG hat einer Medienmitteilung vom 03.03.2022 folgend entschieden, die Finanzierung von Nord Stream 2 in Höhe von rund 1 Milliarde Euro abzuschreiben und in Russland keine zusätzlichen Projekte zur Förderung von Gas und Öl mehr voranzutreiben oder umzusetzen. In einem persönlichen Statement vom 01.03.2022 habe der Wintershall-Dea-Vorstandsvorsitzende Mario Mehren bereits betont, dass durch den Angriffskrieg des russischen Präsidenten gegen die Ukraine die Zusammenarbeit in den Grundfesten aufs Schwerste erschüttert worden sei. Der brutale Überfall verursache unfassbares Leid und sei ein Wendepunkt. weiterlesen…

60 Mio. Barrel Ölreserven freigegeben

Bundesregierung leistet freiwilligen Beitrag aus der Erdölbevorratung

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat am 02.03.2022 entschieden, zur Beruhigung des Ölmarktes einen Teil der Reserven aus den Beständen des Erdölbevorratungsverbands freizugeben. Damit leistet Deutschland einen freiwilligen Beitrag im internationalen Verbund. Gestern hatten die Mitgliedstaaten der Internationalen Energie Agentur (IEA) in einer Sondersitzung beschlossen, dass international insgesamt Ölreserven im Umfang von 60 Mio. Barrel freigegeben werden sollen. weiterlesen…

Recht einfacher“ Durchbruch erreicht

Zugang zu gespeichertem Wasserstoff effizienter

Ein neuer Katalysator des Ames Laboratory des US-Energieministeriums und seiner Mitarbeiter extrahiert auf einfache und effiziente Weise Wasserstoff aus Wasserstoffspeichern. Der Prozess findet bei milden Temperaturen und unter normalen atmosphärischen Bedingungen statt, ohne dass Metalle oder Zusatzstoffe verwendet werden. Der in Science Advances open access publizierte Durchbruch stellt eine vielversprechende neue Lösung dar, die ein seit langem bestehendes Problem bei der Einführung von Wasserstoff als Kraftstoff für den Verkehr und andere Anwendungen angeht. weiterlesen…

„Europa neu verstehen“

Wendepunkt in der europäischen Geopolitik und Energiepolitik – Gastbeitrag von Gerard Reid

Politik und Energie waren noch nie weit voneinander entfernt. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Energie oft der Grund für den Ausbruch von Kriegen war (man denke nur an die von den USA angeführte Invasion des Irak im Jahr 2003), und der Zugang zu Energie war auch der Grund, warum Kriege gewonnen oder verloren wurden (z. B. der Zweite Weltkrieg). Die russische Invasion in der Ukraine zeigt, wie sehr Europa nicht nur bei Erdgas, sondern auch bei Öl und Kohle von Russland abhängig ist. Diese Panzer haben das Vertrauen insbesondere zwischen Deutschland und Russland erschüttert, und das ist ein Wendepunkt in der europäischen Geopolitik und Energiepolitik. Das wirft die Frage auf, was Europa tun sollte? Kurz gesagt: Wir müssen EUROPA NEU VERSTEHEN. weiterlesen…

GJETC diskutiert Folgen der Regierungswechsel für Klimaschutzpolitik in Japan und Deutschland

Dekarbonisierung der Stahlindustrie, Klimaneutralität und Batteriesysteme

Regierungssprfecher Steffen Hebestreit teilte am 27.02.2022 mit: Wir begrüßen und unterstützen die rasche Entscheidung von Japans Premierminister Kishida, sich der gemeinsamen Erklärung vom 26. Februar über weitere restriktive Wirtschaftsmaßnahmen gegen Russland anzuschließen.“ Am 24. und 25. Februar hatte der Deutsch-Japanische Kooperationsrat zur Energiewende (GJETC) erneut in hybrider Form in Berlin und Tokio getagt. Im Zentrum hatten die Regierungswechsel in beiden Ländern sowie die Folgen für die Klimaschutzpolitik Deutschlands und Japans gestanden. Zudem wurden Studien zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie, zu langfristigen Szenarien zur Erreichung der Klimaneutralität und zur Rolle von Batteriesystemen in der Energiewende präsentiert. weiterlesen…

Australien als Wasserstoff-Lieferant

Projekt HySupply

Mitten in die Diskussion über die Abhängigkeit von russischen Energieimporten hinein kommt am 25.02.2022 eine Veröffentlichung aus dem FHI-Berlin: „Australien könnte für Deutschland ein interessanter Lieferant von Wasserstoff-Energie sein“. Zu dieser ersten Einschätzung kommt das Projekt HySupply, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung seit Ende 2020 finanziert wird. Es wird geleitet von FHI-Direktor Prof. Robert Schlögl und dem stellvertretenden BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. (Foto: FHI-Katalyseforschung in Adlershof – Wasserstoff als Energieträger transport- und lagerfähig machen – © FHI, J. Lösel) weiterlesen…

„Energiewende wird Realitätscheck unterzogen“

Krieg in der Ukraine und Energie-Abhängigkeit von Russland

Die „gesamte Energiewende wird schlagartig einem Realitätscheck unterzogen“ schreibt die Tageszeitung „Die Welt“ am 25.02.2022. Sicher sei die kriegerische Aggression Putins gegen die Ukraine „nicht ideal, um den Ausstieg aus der Braunkohle vorzuziehen“. Aber immerhin: „Die Debatte, wie Deutschland unabhängiger werden kann von russischem Gas, ist voll entbrannt“. Die Wirtschaftswoche titelt am gleichen Tag: „Putin lässt den Traum der Energiewende platzen“. Und ARD-Klima-Experte Werner Eckert fragt im SWR: „Warum sagt der Westen nicht: kein Gas mehr aus Russland? Offensichtlich sind wir immer noch abhängig vom russischen Gas. Was können und müssten wir also tun, um die Energiewende bei uns voranzutreiben?“ weiterlesen…

CO2-Mineralisierung in der Zementindustrie

Experten fordern bessere Daten über gesellschaftliche Auswirkungen

Als einer der Hauptverursacher des Klimawandels muss der Zementsektor seine CO2-Emissionen drastisch reduzieren. Eine vielversprechende Technologie ist die CO2-Mineralisierung, bei der das klimaschädliche Gas in Mineralien dauerhaft gebunden wird. Um der Technologie den nötigen Schub zu geben, bedarf es allerdings der Unterstützung durch Interessengruppen. IASS-Forschende haben untersucht – so eine Medienmitteilung aus dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung vom 25.02.2022 – welche Prioritäten Fachleute bei der Weiterentwicklung der CO2-Mineralisierung setzen. weiterlesen…