UBA-Chef will Kohleausstieg schon 2030

Nicht erst 2038 – sonst Energiewende gefährdet

Das Karlsruher Verdikt des Klimaschutzgesetzes setzt die Große Koalition unter Druck, entschiedener gegen den Klimawandel vorzugehen – und zwar bald. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, forderte nun einen acht Jahre früheren Kohleausstieg – und mehr Anstrengungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien. „Wir brauchen den Kohleausstieg bis 2030“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Nur so kann Deutschland auf dem Pfad zu deutlich unter zwei Grad Erderwärmung bleiben. Wenn wir erst 2038 aussteigen, reicht das nicht.“ weiterlesen…

IASS: Ausrichtung und Ansatz überzeugen

Begutachtung des Wissenschaftsrats: „Eine Perspektive für das Institute for Advanced Sustainability (IASS)“

Nach mehr als zehn Jahren Projektförderung soll das Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) eine konkrete institutionelle Entwicklungsperspektive erhalten. Dafür hat sich am 26.04.2021 der Wissenschaftsrat in seiner jüngsten Evaluation ausgesprochen. In seinem Gutachten stellt der Wissenschaftsrat fest, Ausrichtung und Ansatz des Instituts seien wissenschaftlich und gesellschaftspolitisch von großer Bedeutung und einzigartig in der deutschen Forschungslandschaft. Das IASS habe ein für die wissensbasierte Politik- und Gesellschaftsberatung überzeugendes Profil entwickelt – so eine IASS-Medienmitteilung. weiterlesen…

Hoher CO2-Preis könnte Kohleverstromung schon 2030 beenden

Europas Stromsystem wird durch EU-Green-Deal erhebliche Veränderungen durchlaufen

Eine Verschärfung des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) im Einklang mit dem Green-Deal der EU könnte die Dekarbonisierung des europäischen Stromsektors dramatisch beschleunigen – und wahrscheinlich ein Ende der Kohleverstromung herbeiführen: In einer neuen, in Applied Energy open access publizierten Studie zeigt ein Potsdamer Forschungsteam die erheblichen Veränderungen auf, die Europas Stromsystem durchlaufen wird, sobald das neu beschlossene Klimaziel von minus 55% zu einer Verknappung der ETS-Mengen führt. Höhere CO2-Preise, so zeigen die Autoren, sind nicht nur ein unvermeidlicher Schritt, um die Emissionen zu senken – sie werden auch viel schneller zu einem kostengünstigen, von erneuerbaren Energien geprägtem Stromsystem führen – so eine Medienmitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) vom 27.04.2021. weiterlesen…

Energieversorger nehmen zentrale Rolle am Wasserstoffmarkt ein

EWI-Policy Brief: Herausforderungen bei Koordinierung grüner Wasserstoffnachfrage

H2 grün - SymbolMit der zunehmenden Produktion von grünem Wasserstoff werden die Rollen im deutschen Wasserstoffmarkt neu geordnet, sowohl im Angebot als auch in der Infrastruktur und der Nachfrage. Durch die Integration des Energiesystems und der damit einhergehenden neuen Rolle von Wasserstoff – vom chemischen Rohstoff zum Energieträger – könnten Energieversorger langfristig bestehende Wasserstoffproduzenten ablösen, schätzt das Energiewissenschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln. Auch auf der Nachfrageseite werden neue Akteure, beispielsweise die Stahlindustrie und der Schwerlastverkehr, in den Markt drängen. weiterlesen…

In Sevilla entsteht neue europäische PV-Gigafabrik

Fraunhofer ISE begleitet 5-Gigawatt-Projekt in Andalusien

Photovoltaik ist – zusammen mit der Windenergie – die tragende Säule der Energiewende. Während Deutschland und Europa bei der Forschung und Entwicklung für Solarzellen und -module nach wie vor führend sind, hat sich die Produktion in den vergangenen zehn Jahren nach Asien verlagert. Die Technologiesouveränität und Unabhängigkeit drohte in Europa verloren zu gehen. Dies beginnt sich zu verändern, da Parameter wie zum Beispiel der Anteil der Transportkosten für importierte Module, aber auch nachhaltige Produktionskriterien, heute anders ins Gewicht fallen als noch vor wenigen Jahren. So will Sevilla in der Freinhandelszone seines Hafens mit Freiburger Hilfe eine PV-Gigfactory aufbauen – so eine Medienmitteilung aus dem Fraunhofer ISE. weiterlesen…

„Der Himmel ist das Maß“

Solar und Wind können Weltenergiebedarf weit mehr als 100mal decken

Erneuerbare Energien könnten die Welt bis 2050 vollständig mit Energie versorgen und alle fossilen Brennstoffe ersetzen – umso mehr, als die Preise schrumpfen. Enorme Kostensenkungen bei Solar- und Windenergie in den letzten Jahren haben eine Energiereserve erschlossen, die weit mehr als 100mal den Weltbedarf decken kann – und die Erneuerbaren sind im Vergleich zu fossilen Brennstoffen bereits wirtschaftlich, so ein am 23.04.2021 veröffentlichter Bericht der Denkfabrik Carbon Tracker unter dem Titel The Sky’s the Limit samt Medeinmitteilung vom gleichen Tag. weiterlesen…

Neues Röntgenmikroskop MYSTIIC in Betrieb

Auflösung unterhalb von 20 Nanometern

Ein neues Röntgenmikroskop am Energy Materials in situ Lab (EMIL) des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie hat in Zusammenarbeit mit der Abteilung Anorganische Chemie am BerlinerFritz-Haber-Institut am 22.04.2021 den Betrieb aufgenommen. Es handelt sich um ein Raster-Transmissions-Röntgenmikroskop, das darauf ausgelegt ist, sowohl Probenoberflächen als auch Probenvolumina zu untersuchen. Mit dem weichen Röntgenlicht von BESSY II lassen sich sogar einzelne Elemente und chemische Verbindungen lokalisieren; die räumliche Auflösung liegt unterhalb von 20 Nanometern. weiterlesen…

NGO kritisieren EU-Taxonomie: „Große Chance verschenkt“

„Bioenergie ist nicht nachhaltig“

„Die EU-Staaten wollen viel mehr Holz verbrennen, um die Klimaziele zu erreichen. Die Kommission findet das nachhaltig, doch Umweltschützer sind entsetzt. Sie fordern einen Vorrang für die stoffliche Nutzung und eine nachhaltige Waldwirtschaft“, fasst der Tagesspiegel-Background kurz und bündig die Auseinandersetzung zwischen NGO und EU zusammen. In ihrer neuen Taxonomie will die EU industriellen Holzeinschlag und Einsatz von Holz und Nutzpflanzen als Brennstoff zur Energiegewinnung als nachhaltige Investitionen einstufen. Dagegen wendet sich der WWF gemeinsam mit anderen NGO. weiterlesen…

Leben mit Strahlung und Angst

35 Jahre Tschernobyl

Vor 35 Jahren explodierte das AKW Tschernobyl – das Unglück gilt als die größte Katastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft. Der GAU forderte Tausende Tote und Verletzte, Zehntausende Menschen wurden umgesiedelt, verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt. Inzwischen wurde zwar eine „Sarkophag“ genannte Schutzhülle gebaut; Aufräumarbeiten im Inneren sollen jetzt beginnen. Aber es wird Jahrzehnte dauern, bis die Arbeiten – wenn überhaupt je – abgeschlossen sind. Und wohl für immer wird Prypjat eine Geisterstadt bleiben. Denn die Sperrzone erstreckt sich über 4.300 Quadratkilometern. (Foto: AKW Tschernobyl 2013 – © Arne Müseler, www.arne-mueseler.com, CC BY-SA 3.0 de, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

Energiemodelle und Politik beeinflussen einander

Mehr Transparenz notwendig

Energiemodelle dienen dazu, verschiedene Möglichkeiten für unser zukünftiges Energiesystem in virtuellen „Laboren“ zu erforschen. Seit Jahren setzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Energiemodelle in der Politikberatung ein. Damit beeinflussen sie politische Entscheidungen, wie eine neue, in Energy Research & Social Science veröffentlichte Studie zeigt, über die das Potsdamer IASS berichtet. Umgekehrt wirken Politiker und Politikerinnen aber auch auf die Arbeit der Modellierenden ein. Hier sei eine größere Transparenz notwendig, um die Forschung nicht unter das Primat der politischen Nützlichkeit zu stellen, fordern die Forschenden. weiterlesen…