Fossilfreies Europa braucht weiterhin nordafrikanische Energie

Politico: EU plant Wasserstoffimporte aus gesamtem Mittelmeerraum

Europa bezieht einen Großteil seiner Energie aus dem Mittelmeerraum. Das werde sich in einer klimaneutralen Welt nicht ändern, meinen Jan Cienski und Amerika Hernandez am 24.06.2020 im US-Online-Portal Politico, laut FAZ „längst ein Leitmedium der amerikanischen Politikszene“. Die meisten der aus dem Untergrund des Sahara-Sandes gewonnenen fossilen Treibstoffe werden in der Europäischen Union verbrannt. Pipelines führen Gas aus Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen nach Europa – und verwickeln beide Küsten des Mittelmeers in ein Netz gegenseitiger Abhängigkeit. Die Pläne der EU für eine Post-Kohlenstoff-Wirtschaft werden das wahrscheinlich einschließen. weiterlesen…

Open Source für die globale Energiewende

Helmholtz-Energy Computing Initiative unterstützt klimafreundliche Transformation von Energiesystemen

Computermodelle sind für die Energiewende unerlässlich. Sie helfen dabei, Kapazitäten beim Erzeugen, Transportieren und Speichern von Energie unter Berücksichtigung dynamischer Parameter wie Wetter und Verbrauch zu planen. Entsprechende Modellierungswerkzeuge, bei deren Entwicklung unter anderem Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mitgewirkt haben, stellt die Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) nun auf einer Internetplattform kostenlos und quelloffen zur Verfügung. Die Helmholtz Energy Computing Initiative (HECI) soll die Kooperation bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Energiesystemen erleichtern. weiterlesen…

Weniger Spielraum als gedacht: Mikrowelt im Boden beschleunigt Klimawandel

Erstmals Einfluss des Priming-Effekts in der Arktis auf den Klimawandel berechnet

Taut der Permafrost in der Arktis auf, könnten immense Mengen Kohlenstoff freigesetzt werden. Wie viel genau, wird in Klimamodellen berechnet. Erstmals wurde von einem internationalen Forschungskonsortium unter Beteiligung von Andreas Richter von der Universität Wien der so genannte „Priming-Effekt“ mit einbezogen: Pflanzen, die in auftauendem Permafrost wurzeln, geben Kohlenstoff in den Boden ab und aktivieren damit Mikroorganismen. Das führt letztendlich zu einer erhöhten Freisetzung von Treibhausgasen aus dem Permafrost. Das Ergebnis der Studie: Allein durch den Priming-Effekt könnten bis zum Jahr 2100 zusätzlich 40 Gigatonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangen. Die Studie erscheint in Nature Geoscience. (Üppige Vegetation der Permafrostregion – Foto © Ive van Krunkelsven) weiterlesen…

Eisbären sterben bis 2100 aus

Lebensgrundlage taut weg

Keine überraschende Nachricht: Die vielzitierten zweitgrößten Landraubtiere der Welt sind in Gefahr: Nach der aktuellen, in Nature Climate Change publizierten Prognose von kanadischen Forschern um Péter Molnár sterben die Eisbären in den kommenden 80 Jahren aus. Selbst ihre Fähigkeit, lange zu fasten, wird ihnen wenig helfen. Den Wissenschaftlern zufolge ist sie längst ausgereizt. Weil sie von der Jagd auf dem Packeis leben, taut ihnen buchstäblich die Lebensgrundlage weg. weiterlesen…

EU-Staaten einigen sich auf Plastiksteuer – u.a.

CO2-Grenzsteuer, überarbeiteter Abgashandel, Finanztransaktionssteuer, Emissionshandel, Steuer für Digitalunternehmen

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich in Brüssel zwar zum Ziel der Klimaneutralität bis 2050 bekannt. Doch im Schatten der Milliardenbeschlüsse des Gipfels ist eine revolutionäre Entscheidung bislang kaum beachtet worden: Die EU-Plastikabgabe soll Abfallberge bekämpfen, soll schon nächstes Jahr kommen und in der Corona-Krise neue Einnahmen bringen. In Europa soll ab 2021 eine Plastiksteuer in Höhe von 80 ct/kg eingeführt werden. Die EU setze damit zwar um, was die Bundesregierung seit Jahren schon hätte tun müssen: Sie besteuere endlich umweltschädliche Plastikverpackungen, aber sie gehe dabei viel zu zaghaft vor, kritisiert die Deutsche Umwelthilfe DUH. weiterlesen…

61 Prozent unseres Trinkwassers…

…wird aus dem Grundwasser gewonnen

Jährlich werden in Deutschland rund 5,4 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m3) Wasser für die öffentliche Wasserversorgung gefördert. Mit dieser Menge ließen sich mehr als zwei Millionen olympische Schwimmbecken füllen. Der Großteil des Wassers ist mit einem Anteil von 61 Prozent Grundwasser (3,3 Mrd. m3). Oberflächenwasser, also Wasser aus stehenden und fließenden Gewässern wie Seen, Talsperren und Flüssen, hat einen Anteil von 32 Prozent (1,7 Mrd. m3). Rund 7 Prozent des geförderten Wassers ist Quellwasser (0,4 Mrd. m3). Die hervorragende Qualität des Trinkwassers in Deutschland bestätigt das Umweltbundesamt regelmäßig durch die Bewertung mit der Note „sehr gut“. Soweit die Zahl der Woche des BDEW, die am 21.07.2020 bekanntgegeben wurde. weiterlesen…

Kohleausstiegsvertrag mit Kraftwerksbetreibern im Bundestag

4,35 Milliarden Euro Entschädigungen

Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Bundestag um die zum Inkrafttreten nötige Zustimmung zum öffentlich-rechtlichen Vertrag mit den Kohlekraftwerksbetreibern gebeten, mit dem der Kohleausstieg geregelt werden soll – so der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag. Aus dem Antrag (19/21120) „Öffentlich-rechtlicher Vertrag zur Reduzierung und Beendigung der Braunkohleverstromung in Deutschland – Einholung eines zustimmenden Beschlusses des Deutschen Bundestages gemäß §49 des Kohleausstiegsgesetzes“ geht hervor, dass die Konzerne RWE und LEAG Entschädigungen in Höhe von 4,35 Milliarden Euro erhalten werden. (hib/PEZ) Solarify dokumentiert die Präambel. weiterlesen…

5 geniale Ideen rund um die Energiewende

Einflussreiche neue Forschungsansätze bei Solar, Speicher, Wasserstoff werfen Schatten voraus

Die Forschung rund um erneuerbare Energien, Speicher und Sektorkopplung schreitet zügig voran. Nicole Weinhold präsentiert im Blatt Erneuerbare Energien „fünf unglaubliche neue Highlights, die für Aufsehen sorgen“. Es geht um Lithium-Abbau bald auch in Deutschland, neuartige CIGS-Solarzellen, Batterieentwicklung, Aufbau eines europäischen Wasserstoffnetzes und den Multifokusturm der DLR in Jülich (siehe auch solarify.eu/wasserstoff-erzeugen-solarthermische-kraftwerke-weiterentwickeln). weiterlesen…

Mehr als 1 GW Wind beauftragt

ENERCON sichert sich Projektaufträge über 220 MW in Niedersachsen und Nordex Group gewinnt Großauftrag mit 312 MW aus Spanien

Einer Medienmitteilung aus Aurich vom 09.07.2020 zufolge hat sich ENERCON neue Projektaufträge über 220 MW in Niedersachsen gesichert. Insgesamt 6 Windparks mit 41 Windenergieanlagen sollen ab dem kommenden Jahr in den Landkreisen Oldenburg, Diepholz, Nienburg und Verden errichtet werden. Die Nordex Group hat einen Großauftrag aus Spanien erhalten, so eine Mitteilung vom auf der Nordex-Webseite: Die Gruppe liefert und errichtet Turbinen des Typs N149/4.0-4.5 mit Betriebsmodus von 4,8 MW für den 312-MW-Windpark „Gecama“ nahe Cuenca. weiterlesen…

Neue Gaspipelines und Flüssiggas-Terminals in Europa überflüssig

Erdgas nicht klimafreundlicher als Kohle

„Der Anfang Juli 2020 vom Bundestag beschlossene Kohleausstieg könnte eine größere Rolle für Erdgas im deutschen Energiesystem bedeuten“, schrieben Claudia Kemfert und Franziska Holz, ihre Vertreterin in der Leitung der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin am 15.07.2020. „Doch tatsächlich ist Erdgas nicht klimafreundlicher als Kohle“. Vor allem aber drohe Europa zum Spielfeld des Konflikts zwischen Russland und den USA zu werden. weiterlesen…