EU-Energiesystem mit Netto-Null-Emissionen

TU Berlin und Breakthrough Energy für Übergang Europas

Im Hinblick auf die Klimaziele der EU für 2030 und 2050 schließt sich die von Bill Gates geförderte Gruppe Breakthrough Energy mit der Technischen Universität Berlin zusammen, um ein computergestütztes Energieinfrastrukturmodell zu entwickeln, das Strom, Wasserstoff und Kohlenstoffmanagement umfasst. Das neue Projekt soll zwei fortschrittliche Computermodelle zu einem einzigen, leistungsstarken Werkzeug kombinieren, das die Energiesysteme Europas und der Vereinigten Staaten simulieren kann. Durch Analysen und Prognosen darüber, wie wichtige Energieinfrastrukturen etwa Übertragungsleitungen und Kraftwerke in den nächsten Jahrzehnten aussehen könnten, kann dieses Werkzeug bei der Vergabe von öffentlichen und privaten Investitionen in Milliardenhöhe als Richtlinie und Informationsquelle dienen. weiterlesen…

Lesehinweis: „Bitcoin energetisch völliger Irrsinn“

Handelsblatt: Erste Europapolitiker fordern Verbot von Kryptowährungen

Das sogenannte Mining verbrauche „Unmengen Strom“, aber bisher scheue die EU-Kommission davor zurück, das Thema zugunsten des Klimaschutzes anzugehen – so Christoph Herwartz und Helmut Steuer am 04.02.2022 im Handelsblatt. Um klimaneutral zu werden, versuche Europa zwar einerseits, so viel Energie wie möglich einzusparen. Die Krypto-Währungen Bitcoin und Ether sei aber andererseits dabei „noch nicht im Fokus“, und das, obwohl sie extrem viel Energie schlucke, ständig wachse und mittlerweile auch in Europa Fuß fasse. (Foto: Bitcoins – © Kanchanara on Unsplash) weiterlesen…

Was die Bundesregierung nun angehen sollte

WBGU zu Windenergie an Land

Die Koalition will den Ausbau der Windenergie an Land erheblich beschleunigen. Dies ist überfällig, denn er ist in den letzten Jahren weit hinter den Bedarf zurückgefallen. Die am 04.02.2022 veröffentlichte Stellungnahme des Sachverständigenrats für Umweltfragen zeigt, wie die Herausforderungen bewältigt werden können. Der Rat spricht sich für ein 2-%-Flächenziel für jedes Bundesland aus. Dies kann auch zeitlich gestaffelt eingeführt werden. Zukünftig sollten die Planungsträger nur noch dann Gebiete pauschal für Windenergie sperren dürfen, wenn sie insgesamt ausreichend Fläche zur Verfügung stellen, um das 2-%-Ziel zu erreichen. weiterlesen…

H2-Pilotprojekt „H2CAST Etzel“ startet

F&E-Projekt Wasserstoffspeicherung läuft zunächst bis Ende 2024

„Wir wollen den niedersächsischen Standort Etzel H2-ready machen“ / Konsortialpartner der Initiative zur Wasserstoffspeicherung rund um die Kavernenbetreiber STORAG ETZEL und EKB Storage werden vom Land Niedersachsen gefördert. Die STORAG ETZEL und die EKB Storage erhielten zusammen mit ihren Konsortialpartnern im Rahmen der niedersächsischen Wasserstoffrichtlinie eine Förderzusage in Höhe von insgesamt acht Mio. Euro für das Wasserstoff-F&E-Pilotprojekt H2CAST Etzel (H2CAvern Storage Transition – d.h. Umrüstung bestehender Kavernen und Anlagen in Etzel für die Speicherung von Wasserstoff als Baustein für ein zukünftiges Energiesystem). Projektstart soll bereits im ersten Quartal 2022 sein. Und die Speicherung von Wasserstoff für den F&E Betrieb in Kavernen ist für 2024 geplant. (Foto: Kavernen-Infozentrum Etzel – © Armin Garbe – Eig. Werk, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

pv magazine: Photovoltaik überholt Wind

PV-Zubau 2021 in Deutschland bei 5263,2 Megawatt brutto

Auch in den kommenden Monaten sinkt die Solarförderung für neue PV-Anlagen um jeweils 1,4 Prozent. Im Dezember sind PV-Anlagen mit insgesamt etwas mehr als 421 MW neu bei der Bundesnetzagentur gemeldet worden. Die PV hat damit „die Windkraft bei der kumuliert installierten Leistung in Deutschland im vergangenen Jahr überholt“, schreibt Sandra Enkhardt am 31.01.2022 im Portal pv magazine. (Grafik: Zubau Photovoltaik Windkraft Biomasse in Deutschland 2021 – © energy-charts.info) weiterlesen…

Technologie wandelt CO2 sofort in festen Kohlenstoff um

Defossilisierung bestehender Industrieprozesse mittels Durchleitung durch Flüssig-Metall

Forscher des australischen Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) haben eine intelligente und hocheffiziente neue Methode zur Abscheidung von Kohlendioxid und dessen Umwandlung in festen Kohlenstoff entwickelt, um die Dekarbonisierung der Schwerindustrie voranzutreiben. Die Technologie der RMIT-Forscher zur CO2-Nutzung ist so konzipiert, dass sie problemlos in bestehende Industrieprozesse integriert werden kann. Denn die Dekarbonisierung ist eine große technische Herausforderung für Zement und Stahl. Die neue Technologie bietet eine Möglichkeit, CO2 umzuwandeln, sobald es produziert wird, und es dauerhaft in einem festen Zustand zu halten, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt. Die Forschungsergebnisse wurden in Energy & Environmental Science veröffentlicht. weiterlesen…

Protonen sind wohl tatsächlich kleiner als lange gedacht

Untersuchung von Universität Bonn und TU Darmstadt legt Fehler bei Interpretation älterer Messwerte nahe

Vor einigen Jahren zeigte ein neuartiges Messverfahren, dass Protonen wohl kleiner sind als seit den 1990er Jahren angenommen. Die Diskrepanz überraschte die Fachwelt; manche Forschende glaubten sogar, das Standardmodell der Teilchenphysik müsse geändert werden. Physiker der Universität Bonn und der TU Darmstadt haben nun eine Methode entwickelt, mit der sie die Ergebnisse älterer und neuerer Experimente deutlich umfassender als bislang analysieren können. Damit ergibt sich auch aus den älteren Daten ein geringerer Protonenradius. Es gibt also wahrscheinlich keinen Unterschied zwischen den Werten – egal, auf welchem Messverfahren sie basieren. Die Studie ist in den Physical Review Letters erschienen. (Grafik: Das Proton (rot) – hat einen Radius von 0,84 Femtometern (fm). In der Abbildung sind auch die drei Quarks dargestellt, aus denen sich das Proton zusammensetzt, sowie die Gluonen, die sie zusammenhalten – © Dr. Yong-Hui Lin/Uni Bonn) weiterlesen…

Lösung für KfW-Gebäudeförderung

Alle bis 24. Januar eingereichten Anträge werden bewilligt

Der überraschende Stopp der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) hatte vor wenigen Tagen für Unruhe unter Bauwilligen gesorgt. Jetzt haben sich – wie Pera Hannen am 01.02.2022 auf pv magazine schreibt – die beteiligten Ministerien darauf geeinigt, dass alle bis zum Förderstopp am 24.01.2022 bei der KfW gestellten Anträge – etwa 24.000 – noch nach den alten Kriterien bearbeitet werden. Darauf haben sich die Bundesministerien für Wirtschaft und Klimaschutz sowie für Finanzen laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen)verständigt. weiterlesen…

Ozeanwirbel könnten antarktisches Meereis-Paradoxon erklären

AWI-Studie liefert Basis für verlässlichere Prognosen über Klimawandelfolgen

Trotz der globalen Erwärmung und des Meereisverlustes in der Arktis ist die antarktische Meereisausdehnung seit 1979 im Durchschnitt konstant geblieben. Derzeitige Klimamodell-Simulationen zeigen im Gegensatz zu den tatsächlichen Beobachtungen jedoch für denselben Zeitraum eine starke Meereisabnahme. Wie Forschende des Alfred-Wegener-Instituts nun zeigen, könnte der Ozean die Erwärmung rund um die Antarktis dämpfen und den Rückgang der Eisbedeckung verzögern. Weil dieser Faktor und die Rolle der Ozeanwirbel in vielen Modellen noch nicht ausreichend wiedergegeben werden können, liefert die jetzt open access in Nature Communications erschienene Studie „Delayed Antarctic sea-ice decline in high-resolution climate change simulations“*) eine Basis für bessere Simulationen und Prognosen der künftigen Entwicklung in der Antarktis. (Foto : Impressionen vom Eis der Antarktis, aufgenommen während der Polarstern-Expedition ANT-XXIX_2 – © Lars Grübner, AWI, CC-BY 4.0) weiterlesen…

Lesehinweis: „Einmal grünwaschen, bitte“

Kraemer in IPG: EU-Taxonomie untergräbt Glaubwürdigkeit

„Auch wenn die EU-Kommission Atomstrom fortan als ’nachhaltig‘ bezeichnet: Er rechnet sich nicht“, schreibt R. Andreas Kraemer, Direktor der Fundação Oceano Azul in Lissabon und Gründer des Ecologic Institute in Berlin im Journal für Internationale Politik und Gesellschaft (IPG). Amory Lovins*), der Vordenker der Energiewende, habe die Argumente aktuell noch einmal zusammengetragen, und das Ergebnis sei eindeutig: „Atomstrom ist schlecht fürs Klima und fürs Portemonnaie.“ Die EU-Taxonomie soll ein Wegweiser für Investoren und Kreditgeber sein. Unternehmen und Projekte, die nicht den Nachhaltigkeitskriterien entsprechen, bergen gewisse Risiken. weiterlesen…