Klimawandel: Kohlenstoff besser im Wald oder im Holz einlagern?

Verzicht auf Waldnutzung „nicht zu rechtfertigen“

Um den Klimawandel zu bremsen, müssen die Autoren dringend die Treibhausgase reduzieren, besser noch Wege finden, wie die Autoren zusätzliches CO2 einlagern können. Der C-Bindungsfähigkeit von Bäumen wird dabei eine maßgebliche Rolle zugeschrieben. Vielfach wird gefordert, Wälder stillzulegen, um den sogenannten „Waldspeicher“, also in der Biomasse und dem Boden gebundenen Kohlenstoff, möglichst zu erhöhen, schreibt Heinrich Höllerl in Forstpraxis. Ein internationales Forscherteam um Ernst-Detlef Schulze, emeritierter Professor des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena, kam in einem am in den Annalen der Forstwissenschaft publizierten Artikel jedoch zu dem Ergebnis, ein Verzicht auf die Nutzung des Waldes gegenüber einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Sinne des Klimaschutzes sei nicht zu rechtfertigen ist und könne künftig sogar zu hohen CO2-Emissionen führen. weiterlesen…

Klimaziele allein mit CO2-Preis nicht zu erreichen

Mehr Maßnahmen nötig

Der CO2-Preis allein reicht nicht aus, damit die Emissionen im Verkehr, von Gebäuden und weiteren im Brennstoffemissionshandel geregelten Sektoren so stark sinken, um die Klimaziele zu erreichen. Vielmehr müssten weitere Maßnahmen greifen, um klimaschädliche Technologien und Anlagen früher auszutauschen und klimafreundlichen Alternativen den Weg zu bereiten. Zu diesem Fazit kommt eine Untersuchung des Öko-Instituts mit weiteren Forschungspartnern im Auftrag des Umweltbundesamtes, die verschiedene Entwicklungspfade des CO2-Preises untersucht hat. (Titel: Verschiedene Preispfade und ihr Klimaschutzbeitrag – © uba) weiterlesen…

Plastikfressendes Enzym könnte Milliarden Tonnen Deponieabfälle beseitigen

Entdeckung mit Vorläufern

Eine von Wissenschaftlern der University of Texas in Austin auf der Basis von Vorläuferforschungen entwickelte Enzymvariante kann umweltbelastende Kunststoffe, deren Abbau normalerweise Jahrhunderte dauert, in nur wenigen Stunden bis Tagen abbauen. Diese am 27.04.2022 in Nature veröffentlichte Entdeckung könnte dazu beitragen, eines der dringendsten Umweltprobleme zu lösen. weiterlesen…

Allianz: Energiewende könnte bis 2032 mehr als 400.000 Jobs schaffen

Ukrainekrieg stätkt Rückhalt

Eine am 05.05.2022 veröffentlichte Untersuchung des Versicherungskonzerns Allianz Trade (früher Euler Hermes) prophezeit, die Energiewende könnte bis 2032 als Folge des Osterpakets signifikantes Wirtschaftswachstum und mehr als 400.000 Arbeitsplätze schaffen. Allerdings falle der Startschuss für die nächste Phase der grünen Transformation in eine „schwierige Zeit mit Inflation, Ukraine-Invasion sowie Knappheit bei Rohstoffen und Arbeitskräften“. Entscheidend für den Erfolg sei die Investitionsbereitschaft des Privatsektors. Der Ukrainekrieg stärke jedoch den „Rückhalt für Energiewende bei Regierung und Bevölkerung“. weiterlesen…

EU will grüne Wasserstoffproduktion bis 2025 verzehnfachen

Konzerne und Kommission mit Absichtserklärung zum Wasserstoff-Hochlauf

Wasserstoff-Tanklastzug - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyDie EU-Initiative „European Clean Hydrogen Alliance“ legt den Grundstein für einen beschleunigten Wasserstoffhochlauf in Europa. Am 05.05.2022 versammelten sich dem Handelsblatt zufolge dazu Konzernchefs und Vertreter der Wasserstoffindustrie mit hochrangigen EU-Vertretern, darunter Binnenmarktkommissar Thierry Breton, in Brüssel. Sie vereinbarten eine gemeinsamen Absichtserklärung definieren Wirtschaft und Politik, wie sie die Hürden beim Aufbau einer nennenswerten europäischen Wasserstoffproduktion überwinden wollen. Die Erklärung steht im Internet. Solarify dokumentiert Ausschnitte. weiterlesen…

Drei Untersuchungen zum Fleischkonsum

PIK-Potsdam und zweimal Uni Bonn: Fleischalternativen aus Pilzkulturen könnten helfen, die Wälder der Erde zu retten

Wenn bis 2050 nur ein Fünftel des pro-Kopf Rindfleischkonsums durch Fleischalternativen aus mikrobiellem Protein ersetzt wird, könnte das die Entwaldung der Welt halbieren: Das ist das Ergebnis einer am 04.05.2022 in Nature veröffentlichten Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die zum ersten Mal mögliche Auswirkungen dieser bereits marktreifen Lebensmittel auf die Umwelt umfassend untersucht. Zwei weitere Untersuchungen kommen von der Uni Bonn: „Fleischkonsum muss um mindestens 75 Prozent sinken – In geringen Mengen kann er dagegen durchaus nachhaltig sein“ und „Fleischersatz: Umwelt motiviert nicht zum Konsum –Tierwohl- und Gesundheits-Aspekte fördern dagegen den Griff zu Fleischalternativen.weiterlesen…

Erneuerbare Energien immer günstiger

Investitionen in Erneuerbare lohnen sich

Der weltweite Stromverbrauch wird sich laut McKinsey bis 2050 verdreifachen. Bis 2030 wird ein Erneuerbaren-Anteil von 50 Prozent am Strommix prognostiziert. Die Investitionen in Energieerzeugung sollten jährlich um vier Prozent steigen. Erneuerbare Energien werden immer günstiger – über 60 Prozent der neu installierten erneuerbaren Kapazitäten sind laut Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey bereits preiswerter als die fossilen Alternativen und werden zusammen mit Dekarbonisierungstechnologien voraussichtlich den größten Teil am Investitionswachstum im Energiesektor ausmachen, heißt es in der Studie Global Energy Perspective 2022 von McKinsey & Company. Die Kosten für Solarenergie hätten sich seit 2017 halbiert, für Windenergie seien sie um ein Drittel gesunken und auch Speichertechnik sei zunehmend günstiger geworden, wie Nicole Allé in energiezukunft schreibt. weiterlesen…

Bodenmikrobe könnte künstliche Photosynthese ankurbeln

Enzym „jongliert“ mit Reaktionsbestandteilen

Ein bakterielles Enzym kann mit Hilfe eines molekularen Klebstoffs und einer rechtzeitigen Korrektur Kohlendioxid 20mal schneller in Kohlenstoffverbindungen umwandeln als pflanzliche Enzyme bei der Photosynthese. Die Ergebnisse könnten den Fortschritt bei der Umwandlung von Kohlendioxid in eine Vielzahl von Produkten beschleunigen, schreibt Glennda Chui am 29.04.2022 auf der Webseite des Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) am National Accelerator Laboratory. (Bild: Zwei gepaarte Moleküle (blau und weiß) innerhalb des ECR-Enzyms, das Kohlenstoff in Bodenmikroben bindet – Animation © H. DeMirci et al., ACS Central Science, 2022open access) weiterlesen…

IÖW untersucht Energy Sharing

90 Prozent der Haushalte könnten Teil der Energiewende werden

Wenn das Konzept Energy Sharing aus dem EU-Recht in nationales Recht umgesetzt würde, könnten 90 Prozent der Haushalte in Deutschland von günstigeren Strompreisen profitieren. Dafür ist ein Marktrahmen gefragt, der den Zusammenschluss von Bürgern in Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften ermöglicht, damit diese Wind- und Photovoltaikanlagen errichten und den erzeugten Strom gemeinschaftlich über das Verteilnetz nutzen können. Wie ein solches Energy Sharing ausgestaltet werden kann, beschreibt das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) am 03.05.2022 in einem Konzeptpapier. Auf dieser Grundlage hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag des Bündnisses am 03.05.2022 eine Potenzialstudie für Energy Sharing vorgelegt. weiterlesen…

Aus der Luft geholt

Bewertungsrahmen für Potenziale und Risiken der CO2-Entnahme aus der Atmosphäre entwickelt

Welche Chancen und Risiken stecken in den sogenannten negative Emissionen, mit denen wir der Atmosphäre CO2 entziehen könnten? Forschende des Netto-Null-2050 Clusters der Helmholtz-Klima-Initiative haben unter Federführung von Wissenschaftlern des UFZ Leipzig jetzt einen Bewertungsrahmen dafür entwickelt. Denn um die Grenze des Pariser Abkommens COP21 zu erreichen, reicht es nicht allein, den Ausstoß des Treibhausgases weiter zu reduzieren – so eine UFZ-Medienmitteilung. Um die globale Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius, möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, muss der Atmosphäre bereits ausgestoßenes CO2 auch wieder entzogen werden. weiterlesen…