Mülheimer Forscher lösen  weiteres Rätsel der Photosynthese

Chemische Isomerisierungsreaktion

“Grüner” Wasserstoff wird häufig als das “Petroleum von Morgen” bezeichnet. Um eine klimaneutrale Versorgung mit Brennstoffen zu gewährleisten, muss die Energieindustrie von Kohlenstoff basierten Brennstoffen auf „Solar fuels“ umstellen, die mit Hilfe von Sonnenlicht im Rahmen einer artifiziellen Photosynthese gewonnen werden. Ein Baustein auf dem langen und komplizierten Weg zu dieser Umstellung, ist ein präzises Verständnis der Chemie im innersten Zentrum der biologischen Photosynthese. Die hohe Effizienz des natürlichen Wasserspaltungskatalysators könnte jetzt durch eine chemische Isomerisierungsreaktion erklärt werden – so eine Medienmitteilung des Mülheimer Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung vom 27.05.2021 (Grafik: Zwei Isomere des wasseroxidierenden Katalysators entstammen den unterschiedlichen Verzerrungen entlang alternativer „Jahn-Teller“ Achsen; diese strukturelle Heterogenität führt zu einer bisher nie charakterisierten mechanistischen Vielfalt – © MPI für Kohlenforschung). weiterlesen…

„Big Oil’s böser, böser Tag“

Lesehinweis auf Artikel von Bill McGibben im New Yorker

Die vernichtenden Schläge gegen drei der größten Ölkonzerne der Welt haben deutlich gemacht, dass die Argumente, die viele seit Jahrzehnten vorgebracht haben, auf höchster Ebene angekommen sind. In dem vielleicht bisher katastrophalsten Tag für die traditionelle fossile Brennstoff-Industrie hat eine bemerkenswerte Reihe von Aktionärsabstimmungen und Gerichtsurteilen die Zukunft von drei der größten Ölkonzerne der Welt durcheinander gebracht – schreibt Bill McKibben am 26.05.2021 im New Yorker. weiterlesen…

PtX-Atlas zeigt erstmals weltweite Potenziale

Flächenverfügbarkeit, Wetterbedingungen, lokale Wasserverfügbarkeit, Naturschutz, Investitionssicherheit und Transportkosten

Viele Regionen der Welt bieten gute Bedingungen für die Produktion von grünem Wasserstoff sowie regenerativ erzeugten synthetischen Kraft- und Brennstoffen. Wie groß die jeweiligen Potenziale im Detail sind, zeigt der erste globale Power-to-X-Atlas, den das Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE am 26.05.2021 vorgelegt hat. Die Bewertung der technischen und ökonomischen Potenziale basiert auf umfangreichen Analysen beispielsweise der Flächenverfügbarkeit und den Wetterbedingungen. Auch Faktoren wie die lokale Wasserverfügbarkeit, den Naturschutz, die Investitionssicherheit oder die Transportkosten haben die Forscher berücksichtigt. Der PtX-Atlas ist online verfügbar ab dem 01.06.2021. weiterlesen…

EuGH stoppt Braunkohleförderung im polnischen Turow

Umweltministerium hatte erst im April Abbau bis 2044 verlängert

Polen muss nach einer Eilentscheidung des Europäischen Gerichtshofes den Braunkohletagebau Turów im Dreiländereck zu Deutschland und Tschechien sofort einstellen. Das polnische Umweltministerium hatte grünes Licht gegeben, dass der Energiekonzern PGE im Zittauer Dreiländereck unmittelbar an der Neiße bei Zittau bis zum Jahr 2044 Braunkohle abbauen und verstromen kann. Dafür ist das Kraftwerk Turów im polnischen Reichenau, das als eines der größten Polens fünf Prozent von Polens Energie produziert, mit Milliardenaufwand modernisiert worden. Die Förderung von Braunkohle im Tagebau Turow war 1994 aufgenommen worden. (Foto: Tagebau Turów – einschließlich der Abraum- und Aschenhalde rund 50 km² Fläche; im Hintergrund das dazugehörige Kohlekraftwerk – © Jerzy Górecki auf Pixabay) weiterlesen…

Wasserstoff-Masterplan für Ostdeutschland

Fraunhofer-Institute legen bundesländer-übergreifenden Bericht für Ostdeutschland vor

Die Fraunhofer-Institute IEG, ISI und IKTS haben einen „Wasserstoff-Masterplan für Ostdeutschland“ vorgelegt. Zu den Standortvorteilen gehört Strom aus Photovoltaik und Wind, dessen erschließbares Potenzial in allen neuen Bundesländern die heutige Nachfrage überschreitet – schreibt Petra Hannen am 21.05.2021 auf pv magazine. Der Bericht identifiziert „große Potenziale für neue Wertschöpfung mit Wasserstoff in Ostdeutschland“. Die Wasserstoff-Nachfrage in Verkehr und Industrie steigt bis 2030 auf rund 17,3 TWh und bis 2050 auf 49 TWh. Eine (zu gründende) „Wasserstoffagentur Ostdeutschland“ könnte die länderübergreifende Zusammenarbeit koordinieren. Für erfolgreichen Wasserstoff-Markthochlauf machen die Institute mehr als 50 konkrete Vorschläge. (Titel © Fraunhofer IKTS, Fraunhofer IEG, Fraunhofer ISI) weiterlesen…

Die Zukunft der Energieversorgung in einem Studiengang

Interdisziplinäre Vorbereitung

Dekarbonisierung, Digitalisierung, Dezentralisierung, Demographie (4D) – unter diesen Schwerpunkten diskutieren Industrie und Forschung den Klimawandel und seine Folgeerscheinungen. Die Hochschule München (mit 18.000 Studierenden eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften Deutschlands) vereint die Lehre zu den vier Megatrends im neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang „4D – Moderne Energiesysteme und Mobilität“ – so eine Medienmitteilung vom 19.05.2021. weiterlesen…

Warum nuklearer Wasserstoff keine Zukunft haben darf

Gastbeitrag von Tiemo Wölken auf EURACTIV.de

Das Europäische Parlament hat in dieser Plenarwoche über eine zukunftsweisende Wasserstoff-Strategie abgestimmt (siehe: solarify.eu/eu-parlament-fuer-co2-armen-wasserstoff). Der EU-Parlamentsabgeordnete Tiemo Wölken (seit 2016 SPD-MdEP) kommentiert die Rolle von Atomstrom. (Foto: Plenartagung des EU-Parlaments in Straßburg – © Europäisches Parlament) weiterlesen…

Oman will Grünwasserstoff-Weltmarktführer werden

Sultanat strebt auch Spitzenplatz für grünes Ammoniak an

Oman will auf dem grünen Wasserstoff-Markt an die Spitze. Mit 25 Gigawatt Sonnen- und Windenergie sollen Millionen Tonnen grünen Wasserstoffs produziert werden, so eine Pressemitteilung vom 18.05.2021. Oman liege strategisch günstig zwischen Europa und Asien, eigne sich gut als Standort für das Projekt, und verfüge sowohl über viel Sonneneinstrahlung als auch Wind vom Arabischen Meer. Das Sultanat, bisher Erdöl fördernder Staat, will seine Ressourcen diversifizieren. Der kohlenstofffreie Wasserstoff könne vor Ort verwendet oder sowohl direkt als auch in Form von Ammoniak exportiert werden (Foto: Wahiba Sands, Wüste in Oman – © Andries Oudshoorn, CC BY-SA 2.0, commons.wikimedia.org) weiterlesen…

IEA fordert radikales Divestment

Sofortiger Investitions-Stopp in Kohle, Erdöl und Erdgas

Der Weg zum kritischen und ehrgeizigen Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 sei schmal, er bringe aber enorme Vorteile, so ein Sonderbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) unter dem Titel „Net Zero by 2050: a Roadmap for the Global Energy Sector“ vom 18.05.2021. Nur mit einem radikalen Kurswechsel ließen sich die klimaschädlichen Emissionen bis 2050 auf netto null bringen. (Titel: IEA-Report „Net Zero by 2050“ – © iea.org) weiterlesen…

Optimale Batterien

Qualitätsoffensive vom KIT

Leistungsstark, ausdauernd und sicher: Mit diesen Eigenschaften und einem günstigen Preis könnten Batterien „Made in Germany“ bald zur Weltspitze gehören. Ermöglichen sollen das unter anderem fortschrittliche Ansätze zur Qualitätssicherung und Analytik bei der Produktion, die jetzt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt und erprobt werden. Im Batterie-Kompetenzcluster AQua (steht für: Analytik/Qualitätssicherung) optimiert das KIT die Massenfertigung hochwertiger Lithium-Ionen-Batterien mit automatischer Fehlererkennung (Foto: Qualitätsoffensive für bessere Batterien – Zellfertigung und Zelltestung: Herstellung eines Elektrodenstapels im Labor – © Markus Breig, KIT). weiterlesen…