Jahresrückblick 2021 – Teil I: Erneuerbare vs. Fossile

Status quo: Schwindelerregende Gaspreise, ernüchternde Klimakonferenz und grüngewaschene Atomenergie

Zwar legte der Ausbau Erneuerbaren Energien in Deutschland in diesem Jahr zu, aber auch die fossilen Energieträger hatten (leider) ihre Erfolgsmeldungen – und das weltweit. Teil 1 von zwei Jahresrückblicken der Redaktion energiezukunft – von Nicole Allé, Julia Broich, Petra Franke und Manuel Förstmit freundlicher Genehmigung weiterlesen…

Jahresrückblick 2021- Teil II – Die Erde im Klimastress

Die Erde im Klimastress

CO2-Emissionen klettern ungebremst in die Höhe. Extremwetter nehmen zu und Holz und Wald werden zum umstrittenen Gut. Ein Lichtblick: Das deutsche Bundesverfassungsgericht ordnet strengeren Klimaschutz an. Ob in der Arktis oder in Deutschland, in Sibirien oder Madagaskar, überall auf der Welt war 2021 die Klimakrise spürbar. Für den so wichtige Schutz des Waldes als CO2-Speicher wird trotzdem zu wenig getan, dasselbe gilt für die Verkehrswende. Immerhin lassen Gerichte klimaschädliches Verhalten nicht mehr ungestraft. Teil 2 von zwei Jahresrückblicken der Redaktion energiezukunft – von Nicole Allé, Julia Broich, Petra Franke und Manuel Först – mit freundlicher Genehmigung. (Foto: Überschwemmungen am 15. Juli in Marienthal, Dernau – © mit freundlicher Genehmigung HwK Koblenz) weiterlesen…

Sinnvoller Klimaschutz oder teure Industriesubvention?

Mythen der Elektromobilität – von

Vorweg zunächst einmal die Klarstellung, dass ich kein genereller Gegner der Elektromobilität an sich bin. In einer klimaneutralen Gesellschaft wird die Elektromobilität zweifelsohne einen wichtigen Beitrag zur individuellen Mobilität leisten. Ein sektorübergreifender Emissionshandel, bei dem die erlaubte Gesamtmenge an Treibhausgasen bis 2045 sukzessive auf null sinkt, würde ohne staatliche Zusatzförderung dafür sorgen, dass sich die Elektromobilität zum optimalen Zeitpunkt und im optimalen Ausmaß verbreitet. weiterlesen…

Vom Ölfeld ins Labor

Mikrobe Methanoliparia zerlegt ganz allein Öl in Methan und Kohlendioxid

Mikroorganismen können Öl in Erdgas, also Methan, umwandeln. Lange war man der Meinung, dass diese Umwandlung nur durch die Zusammenarbeit von verschiedenen Organismen möglich ist. Rafael Laso-Pérez und Gunter Wegener vom Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie schlugen 2019 aufgrund ihred Genom-Analysen vor, ein besonderes Archaeon könne dies allein. Nun ist ihnen in Zusammenarbeit mit einem Team aus China gelungen, die „Wundermikrobe“ im Labor zu kultivieren. So konnten sie genau beschreiben, wie die Mikrobe die Umwandlung vollzieht. Zudem stellten sie fest und publizierten das am 22.12.2021 in Nature, dass sie sich bevorzugt auf ziemlich sperrige Nahrung stürzt. (Foto: Ölfeld in China – © Yoshi Canopus, CC-BY-SA-4.0) weiterlesen…

Lesehinweis: Energiewende nutzt der alten Stahl-Welt

SZ: Windgeneratoren brauchen schwere Pfähle und Wälzlager – die Welten treffen einander
von Benedikt Müller-Arnold

Schwerindustrie und Klimaschutz passten bisher schlecht zusammen. Denn Stahlwerke, Gießereien oder Chemiefabriken emittieren viel Treibhausgas. Thyssenkrupps Duisburger Stahlwerk stößt allein 2 Prozent der gesamten deutschen Emissionen aus. Zwar haben auch die Thyssener Ziele und Pläne, wie sie bald klimaneutral werden wollen: mit Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien. Aber noch warnt die Industrie vor Carbon Leakage: zu ehrgeizige Klimaziele könnten dazu führen, dass die Produktion – samt Emissionen – in Erdteile mit laxeren Regeln „auswandert“. Dazu kommt die Sorge, Strom könnte in der Übergangszeit sehr teuer werden, bis endlich genügend Erneuerbare Energien samt Speicher im Netz sind. „Dabei droht fast unterzugehen“, so SZ-Autor Benedikt Müller-Arnold am 30.12.2021, „dass die alte Stahl-Welt durchaus auch von der Energiewende profitiert: wenn Hersteller beispielsweise riesige Fundamente für Windräder auf dem Meer liefern. Oder eben Wälzlager für immer größere Windräder“. weiterlesen…

EU-Spaltung dank Kernspaltung

„BMWi: Atomenergie als nachhaltig zu labeln, ist falsch“

„Atomkraft: Deutschland steigt aus. Europa steigt ein“, schrieb die WELT kontrapunktisch; „Der Green Deal als Hinterhof-Basar: Eine Bauchlandung nach Brüsseler Art“ ätzte das Redaktionsnetzerk Deutschland; und der SPIEGEL: „Bundesregierung bezeichnet EU-Atomkraft-Vorstoß als ‚Greenwashing‚“ – quer durch (fast) alle Medien geht die Ablehnung des Brüsseler Vorschlags, der es allen Recht machen will und doch nichts löst. Österreich und Luxemburg wollen klagen. Klimaminister Habeck äußerte sich kritisch-ablehnend. weiterlesen…

Propagandaschlacht ums Klima

Wie wir die Anstifter politischer Untätigkeit besiegen

Ein DGS-eBook von Michael E. Mann mit einem Vorwort des deutschen Science4Future-Wissenschaftlers Volker Quaschning und einem Nachwort des Meteorologen Özden Terli. Der Klimawissenschaftler Michel E. Mann zeige, wie die fossile Brennstoffindustrie seit 30 Jahren eine Kampagne führe, um von Schuld und Verantwortung abzulenken und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu verzögern. In dem Buch präsentiert er seinen Aktionsplan zur Rettung des Planeten, so der Heise-Verlag in seiner Ankündigung. (Titel: Michael E. Mann, Propagandaschlacht ums Klima – © DGS, Heise Medien) weiterlesen…

Warum Lithium-Akkus explodieren können

Neues Modell erklärt Dendritenwachstum in Batterien

Lithiumbasierte Batterien sind extrem leistungsfähig – aber womöglich hochexplosiv. Beim wiederholten Aufladen eines solchen Akkus können sich sogenannte Dendriten bilden, die einen Kurzschluss auslösen: die Batterie geht in Flammen auf. Bereits Anfang 2021 haben Chemiker der Universität Ulm ein Modell entwickelt, das erklärt, wie und warum bestimmte Metalle bei der Abscheidung Dendriten bilden. Dieser für die Batterieforschung bedeutende wissenschaftliche Beitrag ist als „Hot paper“ in „Angewandte Chemie“ erschienen. (Grafik: Dendritenbildung in Li-Batterien – © Angewandte Chemie – BY-NC-ND 4.0) weiterlesen…

Weitgehend ungenutzte Reserve

Rechenzentren als Stromspeicher

Rechenzentren werden als Stromfresser angesehen. Dabei können sie mit ihren Speicherreserven wichtige Beiträge zur Energiewende leisten: Eine am 14.10.2021 publizierte Untersuchung (Data Centres and Decarbonisation: Unlocking Flexibility in Europe’s Data Centres) von BloombergNEF, Eaton und Statkraft analysierte, welche Stromreserven Rechenzentren schon jetzt vorhalten. Zumal in Zeiten, wo dank Atom- und Kohleausstieg mehr und mehr Kraftwerke aus dem Netz genommen werden. weiterlesen…

VW gründet eigenes Batterie-Unternehmen

Volkswagen macht Speicher-Aktivitäten kapitalmarktfähig

Volkswagen bündelt einer Medienmitteilung vom 13.12.2021 zufolge seine Batterie-Aktivitäten in einem eigens gegründeten Unternehmen – einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) – und macht sie damit kapitalmarktfähig. Darin werden die Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette der Batterie gebündelt – von der Rohstoffverarbeitung über die Entwicklung der Volkswagen Einheitszelle bis zur Steuerung der europäischen Gigafabriken. Auch neue Geschäftsmodelle rund um die Weiterverwendung ausgedienter Fahrzeugbatterien bis hin zum Recycling der wertvollen Rohstoffe werden zum Aufgabenbereich gehören. weiterlesen…