„….dem Tempo des Klimawandels nicht gewachsen“

Kipp-Prozesse: Größerer Teil des Amazonas-Regenwaldes bedroht

Ein größerer Teil des Amazonas-Regenwaldes als bislang bekannt läuft Gefahr, einen Kipp-Punkt zu überschreiten, an dem er austrocknen und zu einer Art Savanne werden könnte. Das zeigt eine Studie auf der Grundlage von Computermodellen und Datenanalyse, die jetzt von einem Team von Wissenschaftlern – darunter Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung – in Nature Communications veröffentlicht wurde. weiterlesen…

Vorwärts in Richtung Energiewende – oder zurück?

„EEG muss sinnvolle Übergangslösung für Windenergie-Weiterbetrieb bringen“,

Zum Runden Tisch, zu dem das BMWi am 14.10.2020 geladen hatte, heißt es in einer Pressemeldung des Öko-Energieversorgers NATURSTROM vom selben Tag, man befürworte zwar, wie das verantwortliche Ministerium perspektivisch marktliche Lösungen anstrebe, der Sondersituation 2020/21 müsse jedoch mit einer zeitlich und kostenseitig begrenzten Auffanglösung begegnet werden. Die Bundestagsfraktionen müssten nun im parlamentarischen Verfahren zu der Novelle eine einfache und anwendungsfreundliche Regelung implementieren, wie sie etwa der NATURSTROM-Vorschlag aus dem Juni vorzeichnet. weiterlesen…

Wie passen Mieterschutz und Klimaschutz unter einen Hut?

Warmmiete macht CO2-Preis auf Öl und Gas mieterfreundlich

Die Umstellung des deutschen Mietmarkts von Kalt- auf Warmmieten kann den klimafreundlichen Umbau von Mietshäusern fördern und gleichzeitig Mieter vor teuren, ineffizienten Modernisierungen schützen. Vorbild ist Schweden, wo seit dem Jahr 2000 eine Kombination aus steigenden CO2-Preisen bei gleichzeitiger Einführung des Warmmieten-Prinzips gilt. Die Emissionen der dortigen Haushalte sind seither um 95 Prozent gesunken. Agora Energiewende hat nun gemeinsam mit der Universität Kassel einen Vorschlag vorgelegt, wie Klimaschutz mithilfe des Warmmieten-Prinzips auch in deutschen Mietshäusern attraktiv wird. Ein juristisches Gutachten zeigt außerdem, wie es sich in deutsches Recht umsetzen lässt. weiterlesen…

Mit Sonnenkraft den Acker pflügen

Solartraktor verschont Umwelt von Lärm- und Abgasbelastung

PV-Modul - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyEmissionsarme Antriebe in der Landwirtschaft sind heutzutage ungefähr so selten, wie die Blaue Mauritius. Fossile Brennstoffe dominieren das Geschäft, die Agrarindustrie gilt als Energieschleuder. Traktoren und Erntemaschinen werden immer riesiger, je effizienter und schneller die Ernte eingebracht wird, desto besser. Der Kraftstoffverbrauch ist da zweitranging. Umso erstaunlicher ist deshalb die preisgekrönte Erfindung des Soester Landwirts Heinz Wegmann, der einen solarbetrieben Traktor entwickelt hat, wie Joschua Katz am 12.10.2020 auf energiezukunft berichtete. weiterlesen…

Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes passiert Bundesrat

Neue Instrumente im Einsatz gegen Vermüllung und Ressourcenverschwendung: Weniger Abfall – mehr Recycling

Der Bundesrat hat am 09.10.2020 die Umsetzung der neuen EU-Abfallrahmenrichtlinie in deutsches Recht gebilligt, die der Bundestag am 17.09.2020 beschlossen hatte. Ziel ist es, das Kreislaufwirtschaftsgesetz ökologisch weiterzuentwickeln, um das Ressourcenmanagement und die Ressourceneffizienz in Deutschland zu verbessern und vor allem die Abfallvermeidung zu stärken. weiterlesen…

Deutschland kann bis 2035 CO2-neutral werden

FFF und Wuppertal Institut stellen Eckpunkte für 1,5-Grad-Grenze vor

Die von der internationalen Staatengemeinschaft 2015 in Paris beschlossene Vereinbarung gibt das Ziel vor, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Doch es geschieht zu wenig. FridaysForFuture (FFF) dazu: „Seit fast zwei Jahren ist das Klima eines der größten Themen in Gesellschaft und Politik. Und gleichzeitig gibt es immer noch keine einzige Partei in Deutschland, die einen Plan zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens hat. Oder wenigstens einen Plan, was die Einhaltung der 1,5-°C-Grenze für Deutschland eigentlich bedeutet. Zwischen den Zielen aller politischen Parteien und der 1,5-°C-Grenze klafft eine gigantische Lücke.“ Beauftragt von Fridays for Future legte das Wuppertal Institut jetzt eine Untersuchung mit möglichen Eckpunkten vor, die helfen können, die 1,5-Grad-Grenze bis 2035 nicht zu überschreiten. weiterlesen…

Stimmen und Spenden

Als die deutsche Regierung 1974 das Rauchgasentschwefelungsverfahren für neue deutsche Steinkohlekraftwerke vorschrieb und Bundesumweltminister Klaus Töpfer 1983 die Technik dann auf alle Dreckschleudern – auch Altanlagen und Braunkohleverbrenner – ausweitete, war das Geschrei der Betroffenen groß: Das „Ende der deutschen Industrie“ malten einige Vertreter der Zunft als Menetekel an die Wand. Doch es kam anders: Die Technik ist heute einer der Exportschlager deutscher Hersteller. Inzwischen ist es längst eine Gesetzmäßigkeit, ein Ritual: Wann immer ein Industriezweig Auflagen befürchtet, wird vor Zweierlei gewarnt (und unverhohlen damit gedroht): Erstens laut und deutlich vor „Arbeitsplatzverlust“ und „Abwanderung“ – und zweitens leise und eher hintenherum mit Entzug der Parteispendensympathie. Allzu oft sind deutsche Regierungen davor eingeknickt, denn (die meisten) Parteien kennen nur zwei Währungen: Stimmen und Spenden. Scheint eine von beiden, oder – horribile dictu“ – gar beide in Gefahr des Verlustes, werden sie wach. Dabei ist bisher noch keine einzige der vielfältigen Drohungen und Warnungen wahr geworden. Jüngstes Beispiel: Die CO2-Grenzwerte für die Autoschmieden. Galt es unter deutschen Automobil-Unternehmen und Verbänden bis vor kurzem schlicht als ausgemacht, es handle sich bei diesen Werten statt um eine notwendige klimaschützende Auflage vielmehr um eine finstere Intrige von Brüsseler Verschwörern zu Lasten der wichtigsten deutschen Industrie, so wird eben klar, dass fast alle die Grenzwerte spielend einhalten: „Von Werten über 122 g CO2/km (2019) fielen die CO2-Emissionen von Neuwagen im ersten Halbjahr 2020 auf 111 g CO2/km, der größte Rückgang seit Inkrafttreten der Grenzwerte 2008“, heißt es im Untersuchungsbericht von Transport & Environment – und weiter: „Seit dem 1. Juli erfüllen die PSA-Gruppe, Volvo, FCA-Tesla und der BMW-Konzern die Grenzwerte bereits auf der Grundlage ihrer Leistungen im ersten Halbjahr 2020, während Renault, Nissan, der Toyota-Mazda-Pool und Ford nur noch 2 g CO2/km bzw. 1-2% aufholen müssen.“ Allerdings: „Daimler und Jaguar-Land Rover mit einem Abstand von 9 g CO2/km (9%) bzw. 13 g CO2/km (10%) haben bisher die geringsten Verbesserungen erzielt und sind am weitesten von ihren Zielen entfernt. Der Volkswagen-Konzern (in Erwartung des Verkaufs des ID.3) liegt mit 6 g CO2/km (oder 6% Diskrepanz) im Mittelfeld, zusammen mit Hyundai-Kia mit 7 g CO2/km (8%) bzw. 3g CO2/km (3%).“ Na also, geht doch! wird der geneigte Leser ausrufen. Nur bei VW werden sie sagen: Die Abgasskandal-Milliarden haben wir so locker weggesteckt, dass das Brüssel geschuldete CO2-Milliärdchen aus der Portokasse kommt“. Zyniker sind sie ja in Wolfsburg. -S_Y- weiterlesen…

VW und Daimler drohen Milliardenstrafen

CO2-Ziel verfehlt

Um den CO2-Ausstoß von Neuwagen zu reduzieren, hat die Europäische Union zum Jahresbeginn einen sogenannten Flottengrenzwert für Hersteller eingeführt. Dieser liegt bei 95 g CO2/km. Volkswagen und Daimler müssen mit einer Milliardenstrafe durch die Europäische Union rechnen, denn sie überschreiten die Klimagrenzen rund um den CO2-Ausstoß deutlich, stellt eine Untersuchung des europäischen Klimaverbandes Transport & Environment (T&E) fest. weiterlesen…

Roh- und Brennstoffe aus Klärschlamm

Neues Verfahren

Das am 01.08.2020 gegründete österreichische Startup Green Sentinel GmbH des Biotechnologen Daniel Scheiböck-Ortner hat noch nicht einmal eine Webseite und scheint bereits großes Interesse zu erregen: „Ursprünglich hatten wir geplant, bis 2025 15 Anlagen zu realisieren, doch schon unser erster deutscher Kunde hat Interesse an zehn Anlagen bekundet. Das hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen,“ sagt Scheiböck-Ortner auf greenstart.at. weiterlesen…

Größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten zurück

Nach 389 Tagen endet die Jahrhundertexpedition der „Polarstern“ erfolgreich in Bremerhaven

Nach über einem Jahr in der zentralen Arktis ist das Forschungsschiff „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) am 12.10.2020 in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. „Begleitet von einer Begrüßungsflotte entgegenkommender Schiffe lief die Polarstern mit dem Morgenhochwasser gegen 9:00 Uhr über die Nordschleuse ein. Expeditionsleiter Markus Rex, Kapitän Thomas Wunderlich und das Team des finalen Expeditionsabschnitts wurden unter anderem von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius, in Empfang genommen“, so die Internetseite des AWI. (Foto © Free-Photos auf Pixabay) weiterlesen…