„Flüstergalerie“-Effekt steuert Elektronenstrahlen mit Licht

Forschungsteam der Universität Göttingen koppelt freie Elektronen an optische Resonatoren

Wird in einer der Galerien der St. Paul‘s Cathedral in London leise gesprochen, können dennoch viele andere Besucher mithören: Der Schall wird kreisförmig um den Dom weitergetragen und ist entlang der Mauern überall gleich gut zu hören. Dieses besondere Phänomen wird – so eine Medienmitteilung der Georg-August-Universität Göttingen, als „Flüstergalerie“-Effekt bezeichnet. Es tritt immer dann auf, wenn eine Welle nahezu ohne Dämpfung eine Struktur umlaufen kann. Physiker der Uni Göttingen haben dieses Prinzip genutzt, um den Strahl eines Elektronenmikroskops mit Licht zu steuern und ihre Ergebnisse in Nature („Controlling free electrons with optical whispering-gallery modes„) veröffentlicht. (Künstlerische Darstellung eines Elektrons in Wechselbeziehung zu einer Lichtwelle im “Flüstergalerie”-Modus in einer Glaskugel – Foto © Murat Sivis) weiterlesen…

Neue Projekte für die Kohlenstoffkreislaufwirtschaft

„CO2-WIN“ startet mit virtuellem Kennenlernen

Von elektrochemischer Synthese über Mineralisierung bis hin zu künstlicher Photosynthese: Die im Rahmen von „CO2-WIN“ geförderten F&E-Projekte untersuchen die unterschiedlichsten Wege, um Kohlendioxid als nachhaltigen Rohstoff für die Industrie zu nutzen. Die Projekte der Fördermaßnahme hatten nicht den leichtesten Start: Kurz nach dem offiziellen Beginn im Februar erschwerte die Corona-Pandemie nicht nur die praktischen Arbeiten, sondern verhinderte auch die sonst üblichen Projekttreffen. Am 26.06.2020 treffen sich nun die Koordinatoren der F&E-Projekte erstmals zu einem virtuellen Auftakt unter Leitung des begleitenden Integrations- und Transfervorhabens „CO2-WIN Connect“, wie die Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung e. V. (DGGV) am 12.06.2020 mitteilte. weiterlesen…

Geld spielt untergeordnete Rolle

ZEW-Studie zu Elektromobilität: Zurückhaltung gegenüber E-Autos liegt nicht nur an den hohen Kosten

Für weitere Strecken nutzen Autofahrer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor weit häufiger als Elektroautos. Das gilt nicht nur für Autos im Privatbesitz, sondern insbesondere auch für Carsharing-Angebote, bei denen die Kostenstruktur für beide Antriebsarten für die Kunden gleich ist. Höhere Anschaffungspreise und Unterschiede in den laufenden Kosten zwischen E-Autos und Verbrennern sind dementsprechend nicht der einzige Grund für die geringe Fahrleistung von Elektrofahrzeugen. Stattdessen dürften auch verhaltensbezogene und nicht-monetäre Faktoren eine Rolle spielen. Alltägliche Entfernungen sind jedoch mit einem marktüblichen E-Auto gut zu erreichen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim. weiterlesen…

Schweiz: Totalrevision des CO2-Gesetzes

Berner Parlament beschließt Klimamaßnahmen zur Erfüllung von COP21

In der Schweiz wird individuelle Fortbewegung teurer, meldet die Nachrichtenagentur Keystone-SDA (zitiert nach ee-news.ch/totalrevision-co2-gesetz): Fliegen oder Autofahrten sollen teurer werden. Beide Kammern der Bundesversammlung haben am 10.06.2020 sowohl entfernungsabhängige Flugticketabgaben (zwischen 30 und 120 Franken, € 28 – 112) als auch Maßnahmen zur Verteuerung des Benzins beschlossen. Treibstoffimporteure sollen mehr als bisher kompensieren müssen: Bis 2024 soll die Kompensation den Liter Treibstoff um höchstens 10 (9 ct), ab 2025 um 12 Rappen (11 ct) verteuern dürfen. Die Abgabe auf die Tonne CO2 soll von 120 auf bis zu 210 Franken, wenn die Emissionen nicht entscheidend zurückgehen. Das Aus für fossile Heizungen soll 2026, nach einer Übergangsfrist für die Kantone, kommen. weiterlesen…

Lösung eines Problems schafft ein neues

„Ewige Chemikalien“ entstanden in der Arktis – und wahrscheinlich weltweit

Ein selten zwingendes Beispiel dafür, wie die vermeintliche Beseitigung eines Problems ein neues aufreißt: Eine Eiskernanalyse aus der kanadischen Arktis zeige, dass die Chemikalien, welche die Ozon abbauenden Substanzen (FCKW) ersetzt haben, eine Zunahme nicht abbaubarer Verbindungen in der Umwelt verursacht haben, schreibt Annie Sneed am 12.06.2020 in Scientific American unter Berufung auf einen Aufsatz in den Geophysical Research Letters. Schon vor 15 Jahren hat der WWF die Arktis als „chemische Senke der Erde“ bezeichnet. weiterlesen…

„Regierung ist Marionette für Öllobby!“

Norwegen erlaubt Ölbohrungen in der arktischen Randeiszone

In krassem Gegensatz zu allen wissenschaftlichen Empfehlungen gab die norwegische Regierung (schon Ende April) bekannt, dass sie Ölbohrungen in der Arktis innerhalb der marginalen Eiszone zulassen wird. Friends of the Earth Norwegen hat die Entscheidung als Schande bezeichnet: „Die Regierung ist eine Marionette für die norwegische Öl-Lobby!“ sagte Silje Ask Lundberg, Leiterin von Friends of the Earth Norway. weiterlesen…

„Fehlentscheidung wider besseres Wissen“

„Die Bundesregierung setzt mit blauem Wasserstoff auf eine klimaschädliche Scheinlösung“

Die Bundesregierung wolle in ihrer „Nationalen Wasserstoffstrategie“, die am 10.06.2020 vom Kabinett verabschiedet wurde, die Nutzung von angeblich klimaneutralem „Blauen Wasserstoff“ im großen Stil ermöglichen. Klimafreundlich sei aber nur Grüner Wasserstoff, den Elektrolyseure mithilfe von erneuerbaren Energien produzierten, kritisiert Greenpeace Energy-Wasserstoffexperte Marcel Keiffenheim: weiterlesen…

Konsultationen zum Europäischen Klimapakt und zur Anpassungsstrategie

Teils nur noch fünf Tage – bis 17. Juni

Das Umweltbundesamt weist auf zwei Konsultationsverfahren der EU hin, die zum Teil bereits schon ein paar Wochen laufen: Die globalen und europäischen Temperaturen haben in den vergangenen Jahren wiederholt Langzeitrekorde gebrochen. Die vergangenen fünf Jahre waren mit Hitzewellen, Dürreperioden und Waldbränden in ganz Europa die heißesten seit langem. Die Kommission wird im Rahmen des europäischen Grünen Deals einen europäischen Klimapakt ins Leben rufen, der darauf abzielt, Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinschaften in Maßnahmen für unser Klima und unsere Umwelt einzubinden. weiterlesen…

Mutigere Entlastung bei Strompreisen notwendig

Einzelhandel und Verbraucherschützer kritisieren Konjunkturpaket der Bundesregierung

„Die Richtung stimmt. Handel und Verbraucher müssen beim Strompreis entlastet werden. Das jetzt geplante Einfrieren der EEG-Umlage erzeugt aber weder einen spürbaren ökonomischen, noch einen deutlichen ökologischen Effekt“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das Vorgehen sei zu mutlos, so werde lediglich ein weiterer Anstieg der Umlage verhindert. „Die privaten Verbraucher müssen beim Strompreis deutlich stärker entlastet werden, sonst zahlen sie bei der CO2-Bepreisung sogar drauf. Das wäre nicht akzeptabel“, so Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes am 12.06.2020. weiterlesen…

Möglichst nachhaltiges Verwaltungshandeln

BMJV legt Ressortbericht in Sachen Nachhaltigkeit vor

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat am 08.06.2020 seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Der Titel: „BMJV Ressortbericht Nachhaltigkeit – Bericht zum Stand der Integration der Rechts- und Verbraucherpolitik in die Agenda 2030“. Der 36seitige Bericht stellt – einer Medienmitteilung zufolge – „die bis Anfang 2020 im BMJV vorgenommenen Schritte zur Integration der Rechts- und Verbraucherpolitik in das Zielsystem der Agenda 2030 dar und gibt zugleich eine Zielrichtung für das noch weiter erforderliche Handeln in diesem Bereich. Der Bericht soll die Öffentlichkeit informieren und gleichzeitig den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BMJV eine Orientierung für die Einordnung ihrer Aufgaben innerhalb der globalen Nachhaltigkeitsziele bieten.“ weiterlesen…